Komisches Gefühl im Kopf - was tun?

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich muss etwas erstmal zu meiner persönlichen Geschichte erzählen. Ende 2009 hatte ich einen psychiatrischen Aufenthalt hinter mir, nachdem ich in Holland durch einen Coffee-Shop besuchen einen totalen Absturz hatte. Ich hatte das Gefühl, dass ich sterben würde und hatte extreme Atemschwierigkeiten gehabt. Ich kann mich noch vage daran erinnern, dass ich sogar dachte, dass mein Auge mir jeden Moment rausfallen würde. Auch musste ich mich extrem übergeben. Nach etwa 2 Stunden war auch wieder alles in Ordnung. Ein paar Tage später beim Schlafen ist es dann geschehen, ich hab auf einmal Stimmen angefangen zu hören. Ich wusste, dass ich mir das einbilde, aber diese Stimme war sehr real in meinem Kopf. Vielleicht habe ich mir das auch alles selbst eingeredet, ich weiss es nicht mehr so genau. Auf jeden Fall war das eine Stimme, die mir einredete mich selbst umzubringen. Ich hatte auch extreme Angst und Panikattacken. Nach etwa 2-3 Tagen habe ich es dann nicht mehr ausgehalten und hab mich einweisen lassen. Die Ärzte meinten, dass das mit dem Cannabiskonsum zusammenhängen konnte. Daraufhin habe ich die erste Woche Diazepam erhalten, um die Symptome anzulindern. Mir ging es dann auf einmal auch so gut, dass ich gleich nach Hause wollte. Dieses Zeug ist auf jeden sehr aufputschend. Danach fing die eigentliche Therapie an. Habe Seroquel 200 mg und Doxepin erhalten. Nach 5 wöchigen Aufenthalt habe ich die Klinik verlassen. Aber ich war bei weitem nicht wirklich stabil.

Das Kiffen habe ich mittlerweile total aufgegeben. Es bringt mir für mein Leben nichts. Auch habe ich mich mittlerweile relativ von den Geschehnissen von damals erholt. Stimmen höre ich auch überhaupt keine mehr.
Wenn nur nicht dieses komische Gefühl im Kopf manchmal wäre. Ich weiss nicht wirklich, wovon es kommt. Es ist so ein leicht lähmendes Gefühl von Taubheit auf der linken Hirnhälfte, das sich teils bis zum Nacken hinzieht. Ich fühl mich selbst total elektrisiert. Auch verspür ich im hinteren Kopfbereich so ein leichtes schmerzhaftes Ziehen. Erst dachte ich, dass das irgendwann vergehen würde, aber mittlerweile habe ich das schon seit mehr als 2 Jahren und es ist manchmal unerträglich. Ich habe die Symptome meiner Psychiaterin erzählt und sie meinte zu mir, dass man Schmerzen im Gehirn ansich nicht mitbekommen würde. Also müsse das ein psychisches Problem sein. Ich fühle mich manchmal auch total schlapp und total fertig. Mein Vater hat eine Schilddrüsenunterfunktion.

Womit könnte das zusammenhängen? Eventuell mit den Spätfolgen des damaligen Konsums? Aber dagegen müsste es doch irgendwelche Medikamente und Behandlungsmöglichkeiten geben? Habe ich eventuell ADHS? Weil ich kann mich generell sehr schwer konzentrieren und auch beim Lernen kommt immerwieder dieses Gefühl der Taubheit und Kribbelns im Kopf? Oder hat das gar was mit der childdrüsenunterfunktion meines Vaters zu tun? Ich weiss, dass ich mich eigentlich an einen Arzt wenden sollte, aber an welchen? Ich habe manchmal das Gefühl bei den Ärzten das sie das immer klein reden, wenn ich ihnen von meinen Symptomen erzählen.

Wenn mir einer helfen könnte, wäre ich sehr dankbar.

Mit freundlichen Grüßen

Ugi

Hallo,

wichtige Information wäre noch, ob du die beiden Medikamente immer noch einnimmst. Doxepin ist was Nebenwirkungen angeht meines Wissens ein echtes Teufelszeug.

Aus dem Text herraus halte ich es für wahrscheinlich, dass es Spätfolgen deines Konsums und der anschließenden Behandlung sind. Das es etwas mit der Schilddrüse zu tun hat möchte ich nicht ausschließen, ist aber eher unwahrscheinlich. Und Konzentrationsstörungen sind nicht immer gleich ADHS, auch diese können als Nebenwirkungen oder Spätfolge entstanden sein. Daher würde ich mich an deiner Stelle zunächst an den dich zuletzt mit dieser Sache behandelnen Arzt wenden, der hat den besten Überblick.

Alles Gute
Dirk

Also, wie meine Psychiaterin meinte, hat das Gehirn keine Schmerzrezeptoren. Sie meinte, ich würde mir das vielleicht einbilden oder es ist psychisch bedingt. Aber ich spüre das irgendetwas nicht in Ordung ist. Woher kommt dieses kribbeln im Kopf, diese Unruhe. Ich bilde mir das definitiv nicht ein. Manchmal erstreckt sich dieses Kribbeln auch über den ganzen Körper.

Wurden denn mal neurologische Untersuchungen gemacht? Ich meine soetwas wie Reizweiterleitungsmessung, EEG vielleicht, CT oder MRT?

Gerade dieses „halbseitige“ von dem du sprichst, lässt mich misstrauisch werden, dass es nur psychischer Natur sein soll.