Komma vor 'und' zwischen 2 Hauptsätzen?

Hallo,

also langsam komme ich hier ins rotieren. Ich habe vor
ewigen Zeiten gelernt, dass zwei Hauptsätze durch ein
Komma getrennt werden, es sei denn, sie werden durch
„und“ verbunden? Liege ich jetzt falsch?

Er ging gestern ins Kino und seine Schwester ging ins Theater.
Er ging gestern ins Kino, seine Schwester ging ins Theater.

Ist das so richtig?

Danke und Gruß G.

Moin,
das ‚und‘ ersetzt das Komma zwischen Aufzählungsgliedern oder Nebensätzen. Nach der alten Rechtschreibung kam vor einem ‚und‘, das zwei Hauptsätze verbindet, immer ein Komma, nach der neuen kann ein Komma stehen, muß aber nicht.

LG

Hallo,

also langsam komme ich hier ins rotieren. Ich habe vor
ewigen Zeiten gelernt, dass zwei Hauptsätze durch ein
Komma getrennt werden, es sei denn, sie werden durch
„und“ verbunden? Liege ich jetzt falsch?

Er ging gestern ins Kino und seine Schwester ging ins Theater.
Er ging gestern ins Kino, seine Schwester ging ins Theater.

Ist das so richtig?
Das ist richtig so, was du meinst ist sicherlich die alte Regel, nach der hieße es: Er ging gestern ins Kino, und seine Schwester ging ins Theater. - Alles klar?

Gruß Micha

Danke und Gruß G.

Hallo Gerhard,

Keine Ahnung ob ich hier als Ausländerin, was sagen darf, aber ich versuche es…

Ich habe vor
ewigen Zeiten gelernt, dass zwei Hauptsätze durch ein
Komma getrennt werden, es sei denn, sie werden durch
„und“ verbunden? Liege ich jetzt falsch?

Meine Frage: Wenn zwei Hauptsätze vorhanden sind, warum nicht zwei Sätze daraus machen?

Er ging gestern ins Kino und seine Schwester ging ins Theater.
Er ging gestern ins Kino, seine Schwester ging ins Theater.

Wie wäre es mit einem Punkt?:
„Er ging gestern ins Kino. Seine Schwester ging ins Theater.“

Ich sehe immer wieder wie sehr ihr lange Sätze liebt. Das ist ja bestimmt nicht verkehrt, aber warum nicht mal kurz versuchen?

Ich habe mir schon deshalb empfohlene Bücher auf Deutsch zurückgegeben. Und das weil der Verfasser so ewig lange Sätze, mit Untersätze verwendet, daß am Ende des Satzes nicht mehr weiß wie es am Satzanfang los ging…

Schöne Grüße,
Helena

Hallo Gerhard,

Keine Ahnung ob ich hier als Ausländerin, was sagen darf, aber
ich versuche es…

Klar darfst du. :smile:

Ich habe vor
ewigen Zeiten gelernt, dass zwei Hauptsätze durch ein
Komma getrennt werden, es sei denn, sie werden durch
„und“ verbunden? Liege ich jetzt falsch?

Meine Frage: Wenn zwei Hauptsätze vorhanden sind, warum nicht
zwei Sätze daraus machen?

Darauf zielte die Frage ja nicht ab. Ging ja um Zeichensetzung, die Sätze waren sicher nur Beispiele.

Er ging gestern ins Kino und seine Schwester ging ins Theater.
Er ging gestern ins Kino, seine Schwester ging ins Theater.

Wie wäre es mit einem Punkt?:
„Er ging gestern ins Kino. Seine Schwester ging ins Theater.“

Das klingt (meist) holperig und ist im Deutschen nicht immer üblich, zumindest nicht bei so kurzen Sätzen.

Ich sehe immer wieder wie sehr ihr lange Sätze liebt. Das ist
ja bestimmt nicht verkehrt, aber warum nicht mal kurz
versuchen?

Das ist dem Deutschen eben eigen. Satzlänge ist, soweit ich weiß, wirklich Sprachabhängig. Kurze Sätze sind oft wünschenswert, aber oftmals bewirken sie eben auch, dass ein Text stumpf und banal klingt. Man sollte ein gutes Mittelmaß finden.
Und ich denke, „Er ging gestern ins Kino und seine Schwester ging ins Theater.“ ist nun wirklich kein langer Satz. :smile:

Ich habe mir schon deshalb empfohlene Bücher auf Deutsch
zurückgegeben. Und das weil der Verfasser so ewig lange Sätze,
mit Untersätze verwendet, daß am Ende des Satzes nicht mehr
weiß wie es am Satzanfang los ging…

Thomas Mann ist dafür berühmt, wenn ich mich nicht irre. Habe ich aber nie gelesen. Aber in wissenschaftlichen Texten ist das in der Tat auch oft so.

Liebe Grüße,

  • André

Hallo Helena!

Er ging gestern ins Kino und seine Schwester ging ins Theater.
Er ging gestern ins Kino, seine Schwester ging ins Theater.

„Er ging gestern ins Kino. Seine Schwester ging ins Theater.“

Das bedeutet in meinen Augen (und Ohren, denn es hört sich ja auch anders an) etwas Unterschiedliches - wenn auch nur eine Nuance:

Er ging gestern ins Kino. Seine Schwester ging ins Theater.

Diese Sätze haben keinen Zusammenhang. Ich vermag nicht einmal zu sagen, ob die Schwester ebenfalls gestern ging. Für mich klingt das nach einem Gespräch am Telefon, bei dem ich nur eine Seite höre. Das Gegenüber fragt z.B.: „Ich hab gestern den ganzen Abend versucht, Deinen Freund zu erreichen. Wo war der denn?“ Antwort: „Er ging gestern ins Kino.“ Gegenüber: „Kann ich denn wenigstens seine Schwester sprechen?“ Antwort: „Die ging ins Theater, kommt erst abends zurück.“
Das ist für mich der Inhalt dieser zwei durch einen Punkt getrennten Sätze.

Hier:

Er ging gestern ins Kino, seine Schwester ging ins Theater.

sehe ich mindestens eine Überschneidung der Zeiten, in denen sie nicht erreichbar waren. Beides hat auf jeden Fall gestern stattgefunden, und beides will eine Aussage erklären, z.B. warum gestern abend niemand zu Hause war.

Schließlich die Variante mit „und“:

Er ging gestern ins Kino, und seine Schwester ging ins Theater.

Da sind sie beide sogar (fast) gleichzeitig aufgebrochen, vielleicht von einer Party, deren Veranstalter jetzt wissen will, warum die beiden denn so früh gegangen seien.

Je länger der Satz, desto größer ist auch der Zusammenhang.

Liebe Grüße
Immo