Komme ich so vom Ritzen weg?

Ich ritze mich schon seit jahren. Wobei ich nicht mit der Rasierklinge angefangen habe. Ich habe etwa mit 12 Jahren angefangen mir die die Arme zu zerkratzen, habe später mit Scheren und Messern weiter gemacht, dann Verbände genommen und sie um die Handgelenke gerieben bis sie offen waren und habs dann irgendwann mit der rasierklinge versucht, was wirklich am einfachsten ist. Ich hab verschiedenste Stellen schon verunstaltet wobei es Leute gibt bei denen es schlimmer ist. Ich dachte es sei besser geworden, da ich eine ganzeweile das nicht mehr getan hab. Aber dann … hatte ich wieder familiäre Probleme und habe wieder angefangen. Meint ihr ich war noch nicht über das Ritzen weggekommen oder bin ich erneut der sucht verfallen? ich meine ich bin mittlerweile 19 … also 7 jahre etwa schon und … ach keine ahnung.

Da ich es Zuhause nicht mehr aushalte würde ich unglaublich gerne nach berlin ziehen (wohne in dresden) und dort ein neues Leben anfangen, neue Freunde, neue Kontakte, vieleicht endlich mal arbeiten gehen, eigene wohnung und erst mal eine weile keinen kontakt zu meiner familie. maximal per telefon. meint ihr das würde mir auch dbeim ritzen helfen? also ich meine das ich dann vieleicht endlich mit dem mist wieder aufhören kann? ich ritze ja nicht mehr als zu offt, aber kommt halt immer wieder vor und ich genieße aus auch immer wieder aufs neue…

ich will das nicht mehr will mir aber auch nicht persönlich helfen lassen ausser übers internet oder so.

… oder so
Du fragst:

Komme ich so vom Ritzen weg?

Unter dieser deiner Bedingung

… will mir aber auch nicht persönlich helfen lassen ausser übers internet oder so

ist die Antwort eindeutig: Nein.

Gruß
Metapher

Moin!

ich will das nicht mehr will mir aber auch nicht persönlich
helfen lassen ausser übers internet oder so.

Das ist sehr schwer zu beantworten.
Ein neues Leben zu beginnen, entfernt von deiner Familie, hilft vielleicht.
Allerdings darf man bei dem Gedanken, neu zu beginnen, nie vergessen, das man sich selbst, und seine Probleme immer mitnimmt.
Ritzen ist eine sehr ernsthafte Sucht, und wenn man es sich erstmal als Hilfsmittel angewöhnt hat, um mit Stress umzugehen, kommt man nur schwer wieder davon los.

So hart wie Metapher würde ich das allerdings nicht sehen.

Du könntest mal hier schauen:
http://www.rotetraenen.de/
Da gibt es auch ein Forum, das zumindest ein Anfang sein kann, wenn du (noch) keine persönliche Hilfe in Anspruch nehmen willst.

Im StudiVZ gibt es auch Gruppen, die sich mit dem Thema ernsthaft befassen, da könntest du nachlesen, bzw. dich beteiligen und dir Hilfe suchen.

Vielleicht hilft dir der anonyme Austausch mit Betroffenen.

Was persönliche Hilfe durch z.B. einen Psychologen angeht:
Die sind meist sehr viel gewöhnt, und gehen auch mit etwas, das dir persönlich als unglaublich peinlich und beschämend vorkommt, sehr professionell um.
Und sie können sehr hilfreich sein.

In den meisten größeren Städten gibt es auch therapeutische Beratungsstellen,
die meist kostenlos bzw. gegen Spenden arbeiten, und sich in kirchlicher oder städtischer Trägerschaft befinden.

Da kann man unverbindlich anfragen, es werden keine Rechnungen geschrieben, und niemand erfährt etwas davon, weil es keine Aufzeichnungen gibt.

Ich bin mir nicht sicher, ob es eine Einrichtung dieser Art in Dresden gibt, aber du könntest danach googlen, oder in den gelben Seiten nachsehen.

Viel Erfolg und viel Kraft!
Philipp.

Hallo,

auch wenn du es im Moment ablehnst dir professionelle Hilfe zu suchen, so kann ich dir nur dazu raten.

Wie soll man dir bei einem so schwerwiegenden Problem über das Internet helfen?

Ich denke du brauchst persönliche Gespräche mit einem „Profi“, der analysieren muss warum genau du tust was du tust und wie er dir helfen kann davon loszukommen.

Ich denke man darf das ganze auch nicht verharmlosen.

Du verletzt dich und du entstellst dich und damit musst du schnellstmöglich aufhören.

Ich kann verstehen das du nicht zum Psychologen möchtest (wer möchte sowas schon?)
Aber er kann dir wirklich helfen und er wird das ganze Professionell angehen.

Auf die Seiten von „Rote Tränen“ ist hier ja schon hingewiesen worden. Dort findest Du auch eine Auflistung von „Alternativen“ zum Ritzen, Handlungen, die man anstatt einer Selbstverletzung ausführen kann. Probier doch einfach mal das eine oder andere davon aus.

Ganz wichtig erscheint mir aber, dass Du Dich doch dazu überwindest, einmal mit einem (Fach-) Arzt oder Psychotherapeuten (oder, natürlich, einer Ärztin oder Therapeutin) zu sprechen. In der „wirklichen Welt“, sozusagen, nicht im Internet. Das selbst verletzende Verhalten solltest Du als das auffällige Symptom einer zugrunde liegenden Problematik oder Störung verstehen. Und mit dieser solltest Du Dich - mit fachkundiger Unterstützung - auseinander setzen. Das eröffnet gute Möglichkeiten für eine dauerhafte Bewältigung der Probleme. Ich will Dir nicht den Umzug und die Loslösung von der Familie, die Suche nach neuen Freunden in Berlin ausreden. Aber ich habe Zweifel, dass das die dem Ritzen zugrunde liegende Problematik aus der Welt schaffen kann.

Gruß
Arbeyterson

kleine zwischenfrage :
hast du eine borderline-störung ?

also zu deiner eigentlichen frage, ob du durch umzug von den selbstverletzungen wegkommst:
es gibt ein standardproblem in der bewältigung von problemverhalten, von dem ich nicht weiß, ob es auf dich zutrifft. aber ich schildere dir einfach mal dieses standardproblem :
menschen haben die tendenz, die ursache für probleme in externen faktoren zu suchen, statt in sich selbst.
wenn du dich schneidest, hast du da ein problem mit dir selbst.
das heißt, du solltest dich weniger auf äußere variablen konzentrieren, als auf innere.
aber wenn deiner familie dich schwer belastet, lautet natürlich die erste maßnahme „raus aus dem trauma“. wenn deine familie dich kaputt macht, dann nichts wie weg da.
trotzdem ist svv ein problem, das man mit sich selbst hat. und kein problem, an dem die anderen schuld sind.

alles liebe
femme_revoltee