Kommen die Monsterbanken?

Hallo alle zusammen!

Ich stelle die selbe Frage wie vor ein paar Wochen noch einmal, angeregt durch einen Bericht von Spiegel-Online:
http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,581463,00.html
Was würde es für die Wirtschaft und die Sparer bedeuten, wenn ein paar wenige, die die Krise unbeschadet überstenden haben, riesige Imperien aufbauen würden?

Hallo,

Ich stelle die selbe Frage wie vor ein paar Wochen noch
einmal, angeregt durch einen Bericht von Spiegel-Online:
http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,581463,00.html
Was würde es für die Wirtschaft und die Sparer bedeuten, wenn
ein paar wenige, die die Krise unbeschadet überstenden haben,

es dürfte in Deutschland kaum eine andere Branche geben, die auf der Angebotsseite so zersplittert ist wie das Kreditgewerbe. Dank der Sparkassen und genossenschaftlichen Kreditinstitute, die über Jahrzehnte keine risikoorientierte Preispolitik betrieben, sind Kredite und andere Dienstleistungen viel zu billig.

Dies führte dazu, daß sich private Banken einerseits in der Vergangenheit zu wenig Reserven anlegen konnten und andererseits in hochriskanten Bereichen spekulierten, um die Rendite aufzupeppen. Eine Konzentration ist nicht nur zu erwarten sondern überauswünschenswert und notwendig.

riesige Imperien aufbauen würden?

Bei derzeit über 3000 Kreditinstituten in Deutschland ist nicht zu erwarten, das Kreditinstitute durch Fusionen und Übernahmen eine solche Macht anhäufen, daß sie die Weltherrschaft an sich reißen könnten.

Selbst in Spanien, wo ja angeblich die Santander zu einem alles beherrschenden Moloch geworden ist, kann man sich kaum ein paar Meter bewegen, ohne über eine Bankfiliale zu fallen. Weitergehende Einschränkungen der Menschenrechte durch allmächtige Kreditinstitute sind mir vor ein paar Wochen auch nicht aufgefallen.

Gruß
Christian

Hallo,

Bei derzeit über 3000 Kreditinstituten in Deutschland
ist nicht zu erwarten, das Kreditinstitute durch
Fusionen und Übernahmen eine solche Macht anhäufen,
daß sie die Weltherrschaft an sich reißen könnten.

M.E. braucht es aber keine Fusionen um an eine solche „Macht“ zu kommen. Bedenkt man einmal, dass von diesen 3000 Banken sehr viele keine Geschäftsbanken mit Filialbetrieb sind und eher als „spezialisierte“ Privatbank am Markt aktiv sind, dann muss schon die Frage gestellt werden, ob es diese Konzentration nicht sowieso schon immer bei uns geben hat. Demnach wird sich, sofern keine echten Zusammenbrüche im dt. Bankenmarkt stattfinden, an der Gesamtsituation auch in Zukunft wohl nicht allzu viel ändern.

VG
Sebastian

Hallo,

M.E. braucht es aber keine Fusionen um an eine solche „Macht“
zu kommen. Bedenkt man einmal, dass von diesen 3000 Banken

es hat schon seinen Grund, daß ich von Kreditinstituten spreche. Von den 3000 sind rd. 1300 genossenschaftliche Institute und gut 400 Sparkassen. Diese beiden Lager allein reichen schon, um den Markt zu versauen.

eher als „spezialisierte“ Privatbank am Markt aktiv sind, dann
muss schon die Frage gestellt werden, ob es diese
Konzentration nicht sowieso schon immer bei uns geben hat.

Wenn Du die Frage stellst, kann ich sie auch gleich beantworten: nein, eine Konzentration gab es nie und wird es voraussichtlich zu unseren Lebzeiten nicht geben. Praktisch jedes ausländische Institut, das der Ansicht war, es den doofen Deutschen mal zeigen zu müssen, ist nach ein paar Jahren weinend wieder von dannen gekrochen oder hat sich zumindest das ein oder andere blaue Auge geholt.

Mit deutschen Strukturen ist auf dem deutschen Markt in der Branche kein Geld zu verdienen - wenn man nicht gerade über eine Staatsgarantie verfügt. Neben den expliziten für die Sparkassen und Landesbanken (die es rein praktisch gesehen auch nach Abschaffung der Gewährträgerhaftung noch gibt), gibt es offensichtlich auch eine implizite Staatsgarantie für alle größeren Instiute und nicht zuletzt das ist die Wurzel allen Übels.

Schließlich war es auch die vermeintliche Sicherheit, daß der Staat im Ernstfall schon eingreifen würde, die die immer wieder aufkommenden Blasen überhaupt nur möglich gemacht hat. Hätte man mit dem tatsächlichen Risiko kalkulieren müssen, hätte man viele Geschäfte überhaupt nicht machen können.

Der Fall von Lehman war der Sündenfall mit den bekannten Folgen: die Institute leihen sich untereinander kein Geld mehr, weil niemand weiß, ob der Staat bei den nächsten Engpässen wieder eingreift. Zwar scheinen sich die Regierungen einig zu sein, daß man kein großes Institut mehr riskieren will, aber der Glaube daran ist dahin - zumal allmählich die Frage zu stellen ist, wieviel die Regierungen überhaupt leisten können.

Demnach wird sich, sofern keine echten Zusammenbrüche im dt.
Bankenmarkt stattfinden, an der Gesamtsituation auch in
Zukunft wohl nicht allzu viel ändern.

Warten wir es ab; vielleicht wissen wir morgen schon mehr.

Gruß
Christian

Hallo,

es hat schon seinen Grund, daß ich von Kreditinstituten
spreche. Von den 3000 sind rd. 1300 genossenschaftliche
Institute und gut 400 Sparkassen. Diese beiden Lager allein
reichen schon, um den Markt zu versauen.

Nun ja, wie würde sich die Sit. ohne sie darstellen ? Nicht unbedingt schlechter würde ich meinen.

Wenn Du die Frage stellst, kann ich sie auch gleich
beantworten: nein, eine Konzentration gab es nie und wird es
voraussichtlich zu unseren Lebzeiten nicht geben. Praktisch
jedes ausländische Institut, das der Ansicht war, es den
doofen Deutschen mal zeigen zu müssen, ist nach ein paar
Jahren weinend wieder von dannen gekrochen oder hat sich
zumindest das ein oder andere blaue Auge geholt.

Ja, genau das meinte ich ja mit „Konzentration“. Ich wollte damit sagen, dass die Struktur dieses Marktes in Deutschland mehr oder weniger „historisch“ gewachsen ist und von daher ohne hin schon eine bestimmte „Konzentration“ vorhanden war bzw. ist.

Mit deutschen Strukturen ist auf dem deutschen Markt in der
Branche kein Geld zu verdienen - …

Gut, ob die Struktur effizient oder rentabel ist, steht auf einem anderen Blatt. Ich schätze, dass Universalbanken damit immer konfrontiert sein werden.

Der Fall von Lehman war der Sündenfall mit den bekannten
Folgen: die Institute leihen sich untereinander kein Geld
mehr, weil niemand weiß, ob der Staat bei den nächsten
Engpässen wieder eingreift. Zwar scheinen sich die Regierungen
einig zu sein, daß man kein großes Institut mehr riskieren
will, aber der Glaube daran ist dahin - zumal allmählich die
Frage zu stellen ist, wieviel die Regierungen überhaupt
leisten können.

Wohl wahr. Ich frage mich auch, ob es da nicht die eine oder andere Regierung gibt, die gerade im Begriff ist, sich (maßlos) zu überschätzen. Gerade die US-amerikanische Volkswirtschaft sollte in diesen Zeiten nicht überschätzt werden. Nun ja, we’ll see …

VG
Sebastian