Hallo Sebastian und Chrissie,
Kommen wir voran oder geht es gerade wieder etwas rückwärts
mit unserer _gegenseitigen_ Emanzipation und Befreiung für
Mann und Frau?
du hast verschiedene Leute angesprochen, dementsprechend wirst
du wohl auch verschiedene Antworten bekommen. Ich denke, jeder
hat sein eigenes Selbstbild und somit seine eigene Vorstellung
von Emanzipation.
Vorsicht: Fogender Text ist extra provokativ, viel mir nichts
besseres ein… wird gegen Ende etwas relativiert und soll
ganz bestimmt nicht verletztend sein oder so.
*sfg*
Ist nicht der Mann manchmal angesehen als eines von vielen
Wegwerfprodukten, das zum Überfluss, willig und bereit da
steht, dem kein Respekt noch Achtung mehr entgegengebracht
werden muss?
hm, ich kenn das auch umgekehrt,
schade, wenn du so empfindest.
Ich kenne es leider (?) nur in dieser Richtung, wohl begründet durch meine subjektive Wahrnehmung. Und dies auch recht häufig, zumindest häufiger als der umgekehrte Fall mit ziemlicher Sicherheit, was noch zu verifizieren wäre - wenn überhaupt möglich.
Wäre da nicht ein Appell (hört zwar eh keiner der Betroffenen,
aber egal), an die Männer die sich anbiedern und Ihr
Selbstwertgefühl missachten oder für die eh alles ein Spiel
ist
oder ein Apell an die Frauen die sich daran gewöhnt haben,
dass Sie einfach etwas „Besseres“ sind einmal nötig?
nana, du kannst doch nicht „Besseres“ am Geschlecht
festmachen.
In jeder der beiden Spezies findest du Leute, die sich als was
besseres ansehen. Ich bin Frau, aber vor allem Mensch. Ich
konnts mir vorher nicht aussuchen. Also warum sollte dann ein
Mann „schlechter“ sein?
Meiner Meinung nach eine „gesunde“ und vernünftige Sicht, schön objektiv eigentlich, aber vielfach nicht umgesetzt ( wobei ich dir das jetzt natürlich nicht unterstellen möchte ). Dass diese Fälle auf beiden Seiten existieren, daran lässt sich nicht zweifeln.
Zu Sebastians Absatz: Kein System kann funktionieren, wenn es nicht unterstützt wird. Demnach bleibt also auch die Frage (für beide Fälle):
Wieso lässt man sich das gefallen und spielt vielfach gar mit, auch wenn man weiß, dass man dieses Verhalten dann unterstützt ?
Ist es nicht schon fast männerfeindlich jedem Mann bei jeder
„Annäherung“ schlimmste sexuelle Absichten zu unterstellen und
Ihn gleich mal prophylaktisch eine stolze Schulter zu zeigen.
Oh weh *duck*. Ich komm gerade aus ner Disko. Und würde mich
jeder Mann wegen sex. Belästigung anzeigen, den ich
anlächelte, ich würde für einige Zeit in den Bau gehen.
So ist es wohl, begründet durch typische Vorurteile (Männer als die, die nur an das Eine denken z.B.) können Frauen Männern auch problemlos solche Absichten unterstellen, ohne dass sie allgemein angezweifelt werden. Es wirkt dann, wenn dies natürlich nicht zutrifft, für den betroffenen Mann zwar unheimlich hart, aber um diesen Umstand zu ändern, müssten solche Vorurteile aufgehoben werden - und zwar komplett. Fast unnötig zu erwähnen, dass dies nicht möglich ist.
Was hat es mit Emanzipation zu tun, wenn Frauen immer noch auf
Ihren Helden warten,
ihr Männer habt doch auch euer Traumbild was uns betrifft…
anstatt sich ganz normal und auch mal
_initiativ_ mit jedem (auch Männern) unterhalten?
Ich seh mich nicht als Emanze, unterhalte mich gerne mit
Männern, sprech sie auch an. Aber was hat das mit Emanzipieren
zu tun?
Ihr seid doch, wie wir Frauen, Menschen.
Die Argumenation von Sebastian kann ich hier nicht nachvollziehen. Ein jeder Mensch führt doch eine gewisse „Grobaussortierung“ seiner Gesprächspartner durch. Du würdest dich sicher nicht herzhaft und amüsiert mit jemandem unterhalten, dessen Einstellung/Äußeres (alternativ aber nicht als jeweils einziges Kriterium zu sehen) -oder was auch immer- dir nicht zusagt. Und beide Seiten wird dieser Umstand möglicherweise gleichermaßen verletzen, die Frauen sowie die Männer, wenn der Umstand einseitig nicht erwünscht ist, weshalb ich das nicht für erwähnenswert halte. Der einzige Unterschied der hier festzustellen ist, ist rein subjektiver Natur und meiner Meinung nach nicht allgemein gültig. Ich mag weiter oben auch eher eine Tendez festgestellt haben, aber auch die ist natürlich rein subjektiv.
Chrissies Frage kann ich hier nur betonen, dies hat nichts mit der Emanzipation zutun.
Oder – so unterstelle ich einmal einem grossteil der Frauen –
diese die Situation genießen, diese Machtposition, Ihr
Privileg aussortieren zu können und um sich werben zu lassen.
nana, jetzt hauste aber um dich.
Ja, ich genieße es, mich mit Männer zu unterhalten. Aber das
hat doch nix mit Macht zu tun. Aussortieren tu ich nur, wenn
mein Gegenüber besoffen ist oder einen auf Proll macht.
Übrigens: Mir ist heute aufgefallen, dass viele Männer gar
nicht registrieren, wenn sie von Frauen umworben (angelächelt)
werden.
Zu Sebastian: Die Erfahrung habe ich hin und wieder auch gemacht, aber wie schon mehrfach erwähnt, gilt dies für beide Seiten. Nur, ähm ja, als Mann vergisst man gerne Mal auf sich selbst - also auf alle Männer als Ganzes - zu blicken. 
Zu Chrissie: Ok, vielleicht sollte ich an dieser Stelle erwähnen, dass ich „erst“ volljährig bin und ein paar Dinge gegenwärtig anders wahrnehme. Prolle werden gar, so wie ich das sehe - wer weiß, vielleicht bedingt durch den Alterskreis-, bevorzugt. Warum auch immer.
Letzteres stimmt wohl auch.
Sicher, es mag instinktiv begründet sein und einer langen
Tradition entsprungen, wird es aber jetzt manchmal nicht etwas
grotesk?
Mach doch die Augen auf, selbst wenn es dir an dir nicht
auffällt, so fällts dir vielleicht bei andern auf.
Ich kann Chrissie hier nur zustimmen, wir Männer sind eigentlich kein Stück besser - oder schlechter.
Und kann damit, dem Evolutionsgelaber, wirklich die Ganze
Verantwortung abgeschoben werden?
urgs… dazu fällt mir nu gar nix mehr ein.
Was das nun soll, frage ich mich auch.
Schon lange hat sich das Blatt wieder gewendet… es ist die
Rede vom Mann als schwaches Geschlecht,
ohoh, aber warum darf ein Mann auch nicht „schwach“ sein?
Glaubst du, wenn wir Frauen das Gefühl haben, ein Mann ist
„schwach“, dass wir das als Grund nehmen, ihn ko zu „prügeln“?
Zu Sebastian: Vielleicht mögen das manche ja so sehen ( in der Art von: „letztlich bleibt die Wahl und somit die Kontrolle bei der Frau“ ), selbst wenn dem so ist, würde ich uns nicht als schwaches Geschlecht sehen. In diesem Kontext kommt mir vielmehr die Frage auf, warum es hier überhaupt um stärker oder schwächer gehen muss , wieso einer von beiden für dich überlegen bzw. unterlegen sein muss. Ihr halte es nicht für sinnvoll darüber zu grübeln, es führt eigentlich nur zum Ergebnis, dass hier eine Hierarchie aufzustellen/bzw. sie zu suchen, sinnlos ist…
Zu Chrissie: Wie schon so oft gesagt, solche Fälle gibt es sicher, aber auf beiden Seiten.
die Selbstmordrate bei
Männern ist 3x höher als bei Frauen und die Dunkelziffer
ich möchte nicht wissen, wie viele Frauen sich aufgeben
würden, wenn sie sich nicht für ihre Kinder verantwortlich
fühlten (ich kenne einige Frauen, die genug haben, aber es
nicht tun, weil sie ihre Kids nicht allein lassen wollen, was
z. B. der Vater tat)
Das scheint mir vielmehr ein Fehler im Denken von Männern. Viele empfinden es regelrecht als eine Schande, Gefühle und damit -absurderweise - Schwäche zu zeigen. Das führt zwangsläufig dazu, dass die Umgebung nicht richtig auf sie zu reagieren weiß, wie denn auch, wenn sie so spielen, als könnte sie nichts etwas anhaben? Das ist ein Eigentor unsererseits, dafür sind wir allein verantwortlich.
(Ausnahmen natürlich außer Acht gelassen)
für
nicht diagnostizierte Krankheiten (psychisch wie physisch) bei
Männern wesentlich höher als bei Frauen…
Du, ich war lange krank. Bins eigentlich immer noch. Und
trotzdem kann ich es mir nicht erlauben, aufzugeben. Ich bin
alleinerziehend. Wenn die Kids erwachsen sind nehm auch ich
mir mal die Zeit, mich um mich zu kümmern, vorher gehen die
Kids vor.
Zu Sebastian: Siehe vorigen Absatz.
Zu Chrissie: Ja, schwere Zeiten macht jeder durch. Für dich hoffe ich Mal, dass es sich im Laufe der Zeit bessern wird.
Und vielerlei andere Einschränkungen hätte ich korrekterweise
wohl auch angeben müssen, aber dann wäre ich morgen noch am
tippen.
*lach* hast dir so schon sehr viel Zeit genommen.
Stimmt 
Wie sieht es also bei Euch aus Männern? Habt Ihr manchmal das
Gefühl man behandelt Euch abschätzig und das wäre nicht
gerecht?
Das hab ich meine Freunde auch schon gefragt.
Ein ganz tolles Kompliment bekam ich vor kurzem:
„Ich weiss, dass du uns Männern haushoch überlegen bist. Aber
ich schätze dich sehr, weil du es nicht gegen uns ausspielst.“
Ich dachte immer, ich wäre ne normale Frau…
Sicher hatte ich hin und wieder das Gefühl. Als gerecht habe ich es sicher auch nicht empfunden, denke ich jedoch über Situationen nach, in denen ich umgekehrt ebenfalls so gehandelt habe, war es mir in diesem Moment ziemlich egal. Dann müsste man zum Schluss kommen, dass sich darüber aufregen sinnlos wäre, wenn man selbst nicht besser ist, tja … . man tut es dennoch.
Ich glaube sogar, dass Frauen gar nicht so recht wissen, was für einen gigantischen Einfluss sie auf das Wohlbefinden von Männern haben. Das ist vielleicht auch das, was dein Freund, Chrissie, mit seiner Äußerung subtilerweise auch meinte.
>>Wertschätzender Umgang