Hallo liebe Wissende, ich habe bei folgendem Satz ein Entscheidungsproblem:
Der L. stützt sich daher auch immer auf eine „[…]“, was sich an verschiedenen Ängsten des 19. Jahrhunderts (,?) wie der Angst vor Entartungen, Kampagnen um K. und H., Angst vor V. usw. ablesen lässt.
Kommt nach Jahrhunderts ein Komma. Meiner Meinung nach ist diese ganze Aufzählung ein Einschub und das Komma muss dort stehen.
Welche Funktion aber erfüllt das „wie“ denn für den Einschub wäre es ja nicht notwendig?!
Liebe Grüße und vielen Dank schonmal
Moin, Felicidy,
Der L. stützt sich daher auch immer auf eine „[…]“, was sich
an verschiedenen Ängsten des 19. Jahrhunderts (,?) wie der
Angst vor Entartungen, Kampagnen um K. und H., Angst vor V.
usw. ablesen lässt.
Kommt nach Jahrhunderts ein Komma.
nein. Aber nach Komma ein Fragezeichen
))
Meiner Meinung nach ist diese ganze Aufzählung ein Einschub
und das Komma muss dort stehen.
Einschübe werden zwischen Kommata eingeschoben. Wo hättest Du das zweite denn gern - hinter dem usw. wäre es reichlich deplaziert, und das keineswegs wegen des Abkürzungspunktes.
Welche Funktion aber erfüllt das „wie“ denn für den Einschub
wäre es ja nicht notwendig?!
für den (eh nicht vorhandenen) Einschub nicht, aber für die Aufzählung. Und ein Komma vor dem denn würde den Nebensatz abtrennen
))
Gruß Ralf
Moin, Felicidy,
Der L. stützt sich daher auch immer auf eine „[…]“, was sich
an verschiedenen Ängsten des 19. Jahrhunderts (,?) wie der
Angst vor Entartungen, Kampagnen um K. und H., Angst vor V.
usw. ablesen lässt.
Einschübe werden zwischen Kommata eingeschoben. Wo hättest Du
das zweite denn gern - hinter dem usw. wäre
es reichlich deplaziert, und das keineswegs wegen des
Danke. Aber wieso kann man nach dem „usw.“ kein Komma setzen? Es werden doch die „Ängste des 19 Jahrhunderts“ genauer benannt, als Einschub. Wo ist mein Denkfehler?
Danke nochmal
Hallo,
Der L. stützt sich daher auch immer auf eine „[…]“, was sich
an verschiedenen Ängsten des 19. Jahrhunderts (,?) wie der
Angst vor Entartungen, Kampagnen um K. und H., Angst vor V.
usw. ablesen lässt.
Kommt nach Jahrhunderts ein Komma.
wenn Du Dich am amtlichen Regelwerk orientieren willst:
§ 78 Oft liegt es im Ermessen des Schreibenden, ob er etwas mit Komma als Zusatz oder Nachtrag kennzeichnen will oder nicht.
…
2. Gefüge mit wie …:
Ihre Ausgaben(,) wie Fahrt- und Übernachtungskosten(,) werden Ihnen ersetzt.
http://www.canoo.net/services/GermanSpelling/Amtlich…
*Ich weiß, dass man auch Kommata sagen kann…
Gruß
Kreszenz
Moin, Felicidy,
wieso kann man nach dem „usw.“ kein Komma setzen?
man kann ja, wie Kreszenz schon sagt. Immer, wenn man kann, darf aber überlegt werden, ob man auch soll.
Jedes Komma stört den Lesefluss, deshalb sollte der „Einschub“ genug Gewicht mitbringen, um die Störung zu rechtfertigen. Bevor wir jetzt in den akademischen Quark abtauchen, versuche ich’s mit Beispielen:
was sich an verschiedenen Ängsten des 19. Jahrhunderts wie der Angst vor Entartungen, Kampagnen um K. und H., Angst vor V. usw. ablesen lässt.
Da fehlt mir eigentlich nichts, liest sich flüssig.
was sich an verschiedenen Ängsten des 19. Jahrhunderts wie der Angst vor Entartungen ablesen lässt.
Wenn nur eine der Ängste benannt wird - würdest Du hier auch Kommata setzen? Ich nicht, weil mir das Ding einfach zu mager ist. Das Eingeflickte sollte meines Erachtens nach wenigstens ein Substantiv haben:
… der Stolperstein, wie man leicht sieht, war das Fehlen eines Kommas…
Das „man“ erzwingt hier die Umrahmung. Ohne Substantiv oder bei mangelndem Gewicht wirken die Kommata schon mal recht gekünstelt; Der Spiegel hat das jahrzehntelang vorgemacht.
Gruß Ralf