Kommt der Bildungsnotstand?

Hier in Baden-Württemberg hat die CDU großartige Wahlversprechen gemacht mit dem Einstellen von Lehrern um der Bildungsmisere zu begegnen.

Was ist nun die Realität?

-Gerade mal 1/4 aller Absolventen bekommen einen Job. Nötig wäre es aber alle zu nehmen um hier etwas zu bewirken.

-Außerdem werden ausfallende Lehrer nicht ersetzt.

-Das großartig angepriesene und geforderte Angebot außerhalb des Pflichtprogramms (Förderprogramme, usw.) muss gestrichen werden um überhaut genug Personal für den Pflichtunterricht zu haben.

-Kein Geld für neue Schulbücher

  • die Klassen werden immer größer

  • usw.

Das beste ist, daß Lehrer und Schulamtsangestellte nix über die Misere in der Öffentlichkeit sagen dürfen. sonst setzt es einen Vermerk in der Personalakte.

Da dies bestimmt nicht nur in Ba-Wü so ist, frage ich mich wieso wir gerade hier so sparen müssen.
Ich dachte eigentlich immer das Bildung eine Investition in die Zukunft des Standortes Deutschland ist?

Was haltet Ihr davon?

Gruß Ivo (Kein Lehrer sondern Banker)

hallo, Ivo,

  1. hat schon jemals ein Politiker (gleich welcher Farbe) das eingehalten, was er vor der Wahl versprochen hat???
  2. der Bildungsnotstand ist schon jetzt gewaltig. Vergleiche mal das Allgemeinwissen der heutigen Schüler mit dem vor… sagen wir mal 20 oder 30 Jahren! Du würdest entsetzt sein. In Mathe, Chemie, usw., sind sie weiter. In Kunst, Literatur, Geographie… weit hinterher. (Mit einigen, wenigen Ausnahmen)
    Grüße
    Raimund

Hallo Raimund,

  1. hat schon jemals ein Politiker (gleich welcher Farbe) das
    eingehalten, was er vor der Wahl versprochen hat???

nun ja… zumindest teilweise *g*
Die Grünen haben die Ökosteuer versprochen und die haben wir nun…*g*

  1. der Bildungsnotstand ist schon jetzt gewaltig. Vergleiche
    mal das Allgemeinwissen der heutigen Schüler mit dem vor…
    sagen wir mal 20 oder 30 Jahren! Du würdest entsetzt sein. In
    Mathe, Chemie, usw., sind sie weiter. In Kunst, Literatur,
    Geographie… weit hinterher. (Mit einigen, wenigen Ausnahmen)

Kann ich nicht nicht vergleichen. Denn ich bin erst ja selbst erst 27. Ich seh nur, daß das gebotene Angebot immer schlechter wird und den Wünschen der Landesregierungen einerseits nicht mehr entspricht, diese aber gleichzeitig die Mittel kürzen.

Ob die Allgemeinbildung wirklich anhand dieser klassischen Fächer festgemacht werden kann weiss ich nicht. Heute sind andere Sachen oft wichtiger.

Gruß Ivo

naja
hi raimund,

der professor, welcher beim quiz des herrn jauch 1 million mark gewann, meinte auf diese frage, daß dem nicht so wäre.
studenten hätten vor 20-30 jahren den gleichen wissensstand gehabt, im gegenteil, heutige studenten könnten mehr als früher.
es wäre so wie die betrachtung „diese jugend heutzutage…, wir dagegen…“

meiner meinung nach werden die falschen dinge gelehrt, es badarf einer reformation der inhalte.

cu

strubbel

hallo, Strubbel,
ich habe natürlich keine Statistik zu dem Thema.
Doch wenn ich mir so die Gymnasiasten von heute anschaue…
In punkto Fachwissen: enorm. So weit waren wir nicht. Aber das ist ja auch ganz in Ordnung. Was mich stört, ist das Allgemeinwissen, das hier etwas fehlt. Unsere Schulen sind zu Spezialistenfabriken geworden.
Nach meiner Meinung sollte das Gymnasium keine Fachrichtung haben, sondern das Allgemeinwissen möglichst breit beibringen. Das Fachwissen kommt dann beim Studium.
Damals, als ich noch in die Schule ging (das naturwissenschaftliche Gymnasium hieß damals in München: Oberrealschule) wurde auch so ein Fehler gemacht: wir waren in Mathematik so weit, dass wir in den ersten 2 Semestern Mathematik schlafen konnten. Ergebnis: aus dem Faulheitstrott rauszukommen war enorm schwer. Die vom humanistischem G., die von Anfang an lernen mussten, die waren dann besser, als die aus unserem G.
Ein Abitur ist für mich nichts anderes, als ein breites Wissen anzusammeln; die Spezialisierung kommt anschließend.
Grüße
Raimund

hi,

strubbel und nicht raimund beipflichtend finde ich:

das nicht die lerninhalt oberstes problem sind (spezielisierung ist in heutiger gesellschafz von nöten, allg.wissen muss man sich gefälligst selber einhelfen indem man nicht nur RTL, SAT und PRO7 seine freizeit nennt!).

problem ist das wissen vermitteln an sich. nicht nur mangelnde einrichtungen und ausstattungen an lehrkräften, sondern das system an sich …

ich bin momentan berufsschüler im hochgelobten dualen system.
ich gehe 2 tage zur schule und 3 tage praktisch arbeiten. nach 2,5 jahren werde ich nun vorher auslernen. meine feststellungen sind:

2 jahre würden reichen, wenn:

  • unterricht gestrafft (wir haben deutsch wo wir die neue rechtsschreibung und kommasetzung üben, englisch wo wir billigste texte lesen und übersetzen, sport wo wir badminton spielen).

das kann man sich auf dauer in der heutigen gesellschaft nicht leisten!

von 12 x 90min die woche sind nur 8 fachbezogen!!!

zum gymnasium: die 13. klasse fand ich überflüssig, weil

a) in der elften aus zeitverschwenung viel widerholt wurde
b) in der dreizehnten nach den winterferien nur noch aus abi gefiebert wurde und effektiv nichts neues gelehrt wurde!

so, das war mein senf dazu. zum studium und zum leidigen thema bafög will ich nun nichts schreiben. nur, es gibt immernoch unis, die in der vorlesungsfreien zeit über 4 wochen verteilt jede woche 1 klausur schreiben und dadurch die studenten nicht arbeiten können … :frowning:

gruss

der von frau bulmahn (richtig geschrieben?) enttäuschte

showbee

da pflichte ich dir ja bei.

Trotzdem finde ich es erschreckend, daß Kinder in Klassengrößen jenseits der 30 Schüler unterrichtet werden müssen (v.a. in der GRUNDSCHULE).

Ein Teil davon nicht richtig lesen und schreiben können und sämtliche freiwillige Förderkurse aus Personalmangel gestrichen werden.
Kein Geld für neue Schulbücher da ist.

sonderlich verständlich ist es nicht, daß die Mathebücher noch auf DM lauten werden, wenn der EUR realität ist!

Ich denke daher, daß hier eher der Notstand herkommt.

Was das Wissen als solches betrifft, halte ich den Vergleich mit der Vergangenheit für überholt.
Heute zählen andere v.a. auch soziale Fähigkeiten.

Hallo!

Der Bildungsnotstsand kommt nicht, der ist schon längst da. Und das liegt viel weniger an finanziellen Problemen als an einem anachronistischen Schulsystem. Die Lerninhalte gehen zum Teil weit an der Lebenswirklichkeit vorbei, die Lehrmethoden sind noch immer weitgehend preußisches Relikt und das System Schule -behaupte ich- will überhaupt keinen Fortschritt.
Die einzelne Schule braucht viel mehr Freiraum in (auch finanziellen) Entscheidungen, das Beamtentum bei Lehrern gehört schleunigst in den Orkus der Geschichte. Schulen sind Verwaltungsinstanzen, in denen man -huch- aus Versehen auch noch auf Schüler trifft. Wie lästig…

Ich dachte eigentlich immer das Bildung eine Investition in
die Zukunft des Standortes Deutschland ist?

Sollte wohl. Aber ich glaube, daß der Fächerkanon der Schule mit Bildung nicht (mehr) viel zu tun hat. Allgemeinbildung gibt es nicht mehr, bei niemandem.

Martin

Hallo.

allg.wissen muss man sich gefälligst selber einhelfen indem
man nicht nur RTL, SAT und PRO7 seine freizeit nennt!).

Das ist schon richtig, nur müßte in der Grundschule das Fundament dafür gelegt werden, daß man sich dieses Allgemeinwissen später selbst beibringen kann. Wenn aber Grundschullehrer fehlen und in den ersten Jahren Unterricht wegen Personalmangel u.dgl. ausfällt, ist dieses Grundwissen, nämlich, lernen, zu Lernen , logischerweise später nicht ausreichend vorhanden.

ich bin momentan berufsschüler im hochgelobten dualen system.
ich gehe 2 tage zur schule und 3 tage praktisch arbeiten. nach
2,5 jahren werde ich nun vorher auslernen. meine
feststellungen sind:

2 jahre würden reichen, wenn:

  • unterricht gestrafft (wir haben deutsch wo wir die neue
    rechtsschreibung und kommasetzung üben, englisch wo wir
    billigste texte lesen und übersetzen, sport wo wir badminton
    spielen).

Und du als Frühauslerner gehörst vermutlich zur Spitze der Schulklasse. Schule muß sich aber an der Breite orientieren; schließlich bieten auch die Betriebe längst keine einheitliche Ausbildungsqualität, und das muß die Berufsschule dann zumindest auszugleichen versuchen. Federball spielen ist imho allerdings hochgradiger Schwachsinn, und ich wundere mich, daß die Kammern da nicht, zusammen mit den Betrieben, auf die Barrikaden gehen.
Auch bei den Gewerkschaften wären da offene Türen einzurennen. Ich bin Ausbilder und Betriebsrat und glaube das beurteilen zu können.

zum gymnasium: die 13. klasse fand ich überflüssig, weil
a) in der elften aus zeitverschwenung viel widerholt wurde

Die Zeitverschwendung resultiert aber imho aus unserem heterogenen Bildungssystem : Aus der 10. Klasse kommen Realschulabgänger, integrierte und additive Gesamtschüler sowie Gymnasiasten. Da erstmal einen gemeinsamen Nenner zu finden (wenn es nicht gerade der allerkleinste sein soll), bracuht natürlich seine Zeit.

der von frau bulmahn (richtig geschrieben?) enttäuschte

Was erwartest Du denn von Berufspolitikern? Außer dummem Geschwätz ist in den letzten 20 Jahren nicht gerade viel passiert - und außerdem haben die ja auch unser Bildungssystem durchlaufen, was ihre Qualifikation nicht unbedingt verbessert,

meint
kw

Hallo.

sonderlich verständlich ist es nicht, daß die Mathebücher noch
auf DM lauten werden, wenn der EUR realität ist!

Wobei es letzten Endes egal ist, ob mit DM, EUR oder Käsekuchen gerechnet wird. In meiner Grundschulzeit (war schon nach dem Krieg :wink: hieß das einfach „Rechnen mit Einheiten“ … und da hatten wir tatsächlich Käsekuchen.

Ansonsten gibt es an Deinen Ausführungen nichts zu bemängeln,
meint
kw

Hallo.

Mathe, Chemie, usw., sind sie weiter.

Unterschreibe ich auch nur bedingt. Schmalspur ist auch in diesen Fächern angesagt - sobald mal etwas „neben der Spur“ bearbeitet werden soll, ist Ende im Gelände. Und das müssen dann die betrieblichen Ausbilder auszugleichen versuchen.

Geographie… weit hinterher. (Mit einigen, wenigen Ausnahmen)

Praxiserzählung gefällig? Berufsschulunterricht in einer Handwerksklasse (Hauptschüler aus der 9./10. Klasse, Sozialkunde). Aufgabenstellung : „Ordne die folgenden Produkte Erdteilen zu. Reis, Kartoffeln, Kaffee, Baumwolle“.

Ergebnis nach „Mehrheitsverhältnissen“

Reis 50% Afrika
Kartoffeln 60% Afrika
Kaffee 25% Australien (war gleichmäßig verteilt, Antarktis kam auch vor)
Baumwolle 75% Mitteleuropa

Keine Fragen mehr
hat kw

hi sjodfjlsdjoiewjrdijjd,

*grins*

Das ist schon richtig, nur müßte in der Grundschule das
Fundament dafür gelegt werden, daß man sich dieses
Allgemeinwissen später selbst beibringen kann. Wenn aber
Grundschullehrer fehlen und in den ersten Jahren Unterricht
wegen Personalmangel u.dgl. ausfällt, ist dieses Grundwissen,
nämlich, lernen, zu Lernen , logischerweise später nicht
ausreichend vorhanden.

okay, das mag stimmen, man kann aber nicht die dummheit der jugend (ich mache mir mal wieder feinde) auf die lehrer schieben. sicher, das lernen kann gelehrt werden. ich selber muss aber feststellen, das es kein problem der heutigen zeit unbedingt ist. bei mir in der klasse sind wirklich viele (alter 20 und aufwärts) die „haben einfach keen boock“ … woran das liegt weiss ich nicht!

Und du als Frühauslerner gehörst vermutlich zur Spitze der
Schulklasse. Schule muß sich aber an der Breite orientieren;

das mag sein, aber mancherorts ist die „breite“ soweit unten angesiedelt, dass der rest von oben nach unten gezogen wird. bei uns in der berufssschule wird noch lehrweise 9. klasse genutzt. frontalunterricht mit 15 minuten hausaufgabenkontrolle und dann 75 minuten monologe mit kurzen fragen. da hat die „breite“ eh keine chance rauszukommen. eher verlässt das obere ende noch der letzte funken mut und hoffnung!

schließlich bieten auch die Betriebe längst keine einheitliche
Ausbildungsqualität, und das muß die Berufsschule dann
zumindest auszugleichen versuchen.

okay, das beobachte ich auch, da muss es maßnahmen geben, das arbeitgeber ihre azubis nicht als billiglohnkräfte nutzen. imho lernt man 60% in der praxis von der zeit her…

Federball spielen ist imho
allerdings hochgradiger Schwachsinn, und ich wundere mich, daß
die Kammern da nicht, zusammen mit den Betrieben, auf die
Barrikaden gehen.

tja… solange der beruf auch nicht-abiturienten offen steht und rein theoretisch 10. klasse abgaenger in den klassen lernen können, muss sport angeboten werden, weil das für minderjährige irgendwie im bildungsgesetz steht :frowning:

Auch bei den Gewerkschaften wären da offene Türen einzurennen.
Ich bin Ausbilder und Betriebsrat und glaube das beurteilen
zu können
.

tja. die steuerfachangestellten haben keine gewerkschaften und die kammer ist zu belastet um sich darum zu kümmern :wink:

Die Zeitverschwendung resultiert aber imho aus unserem
heterogenen Bildungssystem : Aus der 10. Klasse kommen
Realschulabgänger, integrierte und additive Gesamtschüler
sowie Gymnasiasten. Da erstmal einen gemeinsamen Nenner zu
finden (wenn es nicht gerade der allerkleinste sein soll),
bracuht natürlich seine Zeit.

ich kam auch nacht der 10. von der gesamtschule ans gymnasium, was sich aber dort am gym. rumetrieben hat ist schauderhaft. das hat nichts mehr mit kleinsten gemeinsamen vielfachen suchen zu tun. wer abi machen will, muss leistung zeigen, egal wie die vorbildung ist, da stehen auch die eltern in der verantwortung den kindern rechtzeitig das klarzumachen. wer bis zur 10. klasse nicht gelernt hat zu lernen, wird es in der 11. auch nicht schaffen …

Was erwartest Du denn von Berufspolitikern? Außer dummem
Geschwätz ist in den letzten 20 Jahren nicht gerade viel
passiert.

tja, dafür sagt frau b. im fernsehen immer, das sie all ihre studienzeit NUR mit bafög gemeistert hat und das sie das nun auch noch verbessert hat …

*ROTFL*

gruss

showbee

hi sjodfjlsdjoiewjrdijjd,

Tastatur kaputt? Oder was?

(___A___ )

unbedingt ist. bei mir in der klasse sind wirklich viele
(alter 20 und aufwärts) die „haben einfach keen boock“ …
woran das liegt weiss ich nicht!

Wenn Du das wüßtest - und beheben könntest - bräuchtest Du Dich nicht weiter um eine Ausbildung zu kümmern, weil Du ein sehr gefragter Experte wärst *g*

das mag sein, aber mancherorts ist die „breite“ soweit unten
angesiedelt, dass der rest von oben nach unten gezogen wird.

Logische Folge, wenn die Klassen zusammengewürfelt werden, wie das übliche Praxis ist.

bei uns in der berufssschule wird noch lehrweise 9. klasse
genutzt. frontalunterricht mit 15 minuten
hausaufgabenkontrolle und dann 75 minuten monologe mit kurzen
fragen. da hat die „breite“ eh keine chance rauszukommen. eher

Berufsschullehrer sind meist auch nicht auf dem neuesten Stand. Soll keine Abwertung bezüglich des Alters sein, nur sind nach meiner Erfahrung Berufsschullehrer, gelinde gesagt, nicht besonders motiviert, was pädagogische Methoden bzw. Weiterbildung dazu angeht.

okay, das beobachte ich auch, da muss es maßnahmen geben, das
arbeitgeber ihre azubis nicht als billiglohnkräfte nutzen.
imho lernt man 60% in der praxis von der zeit her…

Eher mehr, denke ich, gerade, weil der Schwerpunkt in der BS nicht komplett beim Fachlichen liegt …

tja… solange der beruf auch nicht-abiturienten offen steht
und rein theoretisch 10. klasse abgaenger in den klassen
lernen können, muss sport angeboten werden, weil das für
minderjährige irgendwie im bildungsgesetz steht :frowning:

Weißt Du eventuell, wann das ins Gesetz aufgenommen wurde? Zu meiner Lehrzeit (1978-81) gab es weder Sport noch Religion, allerdings auch kein Deutsch und Englisch. All das haben meine Azubis in der BS .

tja. die steuerfachangestellten haben keine gewerkschaften und

NAC. http://www.verdi-net.de

ich kam auch nacht der 10. von der gesamtschule ans gymnasium,
was sich aber dort am gym. rumetrieben hat ist schauderhaft.

Ich habe auch die einzelnen Schulzweige nicht mit Wertigkeiten versehen. Es gibt in allen Ecken gute (wenige), mittelprächtige (viele) und *** (viel zu viele), imho.

suchen zu tun. wer abi machen will, muss leistung zeigen, egal
wie die vorbildung ist, da stehen auch die eltern in der
verantwortung den kindern rechtzeitig das klarzumachen. wer
bis zur 10. klasse nicht gelernt hat zu lernen, wird es in der
11. auch nicht schaffen …

Na ja. Ich bin mit 16 (Realschule) und einem beschissenen Zeugnis in die Berufsausbildung. Dann ist mir irgendwann der Knopf aufgegangen, und ich habe später das Abi, neben dem Beruf, mit einem Schnitt von 1.6 hingelegt. Ich will nicht angeben, sondern Dich vor Verallgemeinerungen warnen … es gibt auch Spätzünder.

tja, dafür sagt frau b. im fernsehen immer, das sie all ihre
studienzeit NUR mit bafög gemeistert hat und das sie das nun
auch noch verbessert hat …

Und weil Bafög so schön bequem ist, ist sie dann Politikerin geworden. Diäten sind mindestens genauso bequem …

geh mir bloß mit dem Gesocks!

Gruß kw

Praxiserzählung gefällig? Berufsschulunterricht in einer
Handwerksklasse (Hauptschüler aus der 9./10. Klasse,
Sozialkunde). Aufgabenstellung : „Ordne die folgenden Produkte
Erdteilen zu. Reis, Kartoffeln, Kaffee, Baumwolle“.

Ergebnis nach „Mehrheitsverhältnissen“

Reis 50% Afrika
Kartoffeln 60% Afrika
Kaffee 25% Australien (war gleichmäßig verteilt, Antarktis kam
auch vor)
Baumwolle 75% Mitteleuropa

Ich gehe mal davon aus, dass diese Antworten nicht richtig sind. Was aber die richtigen Antworten sind, weiß ich auch nach Deinem Artikel nicht.

Muß man das denn wissen? Ich bin anscheinend ohne dieses Wissen durchs Leben gekommen.

Hallo.

Ich gehe mal davon aus, dass diese Antworten nicht richtig
sind. Was aber die richtigen Antworten sind, weiß ich auch
nach Deinem Artikel nicht.

Entschuldige, hatte ich vorausgesetzt, da kommt die Ausbildertätigkeit (Fachidiotenbrille) durch.

Muß man das denn wissen? Ich bin anscheinend ohne dieses
Wissen durchs Leben gekommen.

Wenn Du damit keine Berührung mehr seit der Schule hattest, bist Du entschuldigt :wink:

Aber Schulstoff war das bei Dir bestimmt auch mal. Kann man sicher nicht in jedem Beruf gebrauchen (und man kann sich auch darüber streiten, ob man es in einer Handwerkslehre lernen muß). Wer aber, sagen wir mal, Warentermingeschäfte abwickeln will, sollte solche Sachen wissen. Sonst kauft er wirklich Kontrakte auf Wassermelonen in der Sahara …

verlangt waren die Antworten

Reis : Asien
Kartoffeln : Europa oder Nordamerika
Kaffee : Südamerika
Baumwolle : Nordamerika.

Bedenklich finde ich halt, daß das ganze Geschraddel Stoff der vorhergehenden Unterrichtseinheiten war. Und ich denke doch, daß Du mir zustimmst, daß man es dann eigentlich grob wissen sollte. Wenn das, wie hier, nicht der Fall ist, ist entweder der Ausbilder eine Lusche (was ich nicht hoffe), oder die Motivation der Schüler stimmt hinten und vorne nicht. Das ist dann etwas, was ich mit zwei Stunden nebenberuflicher Unterrichtstätigkeit auch nicht mehr abfangen kann … und darum ging es mir eigentlich bei meinem ganzen Geschreibsel.

Gruß kw

Wenn Du damit keine Berührung mehr seit der Schule hattest,
bist Du entschuldigt :wink:

Danke. Wollte aber vor allem damit klarmachen, dass man unglaublich viele Beispiele finden kann, was Schüler unbedingt wissen sollten. Dann müßte der Schultag aber mindestens 240 Stunden haben. Hat er leider nicht.

Wer aber, sagen wir mal, Warentermingeschäfte abwickeln
will, sollte solche Sachen wissen.

Weiss nicht, wieviel Broker früher Hauptschüler waren. Selbst wenn: soll die Schule unbedingt auf eine Brokerausbildung hinarbeiten?

Reis : Asien
Kartoffeln : Europa oder Nordamerika
Kaffee : Südamerika
Baumwolle : Nordamerika.

Danke. :wink:

Bedenklich finde ich halt, daß das ganze Geschraddel Stoff der
vorhergehenden Unterrichtseinheiten war. Und ich denke doch,
daß Du mir zustimmst, daß man es dann eigentlich grob wissen
sollte.

Naja, ich halte von diesen Einzelbeispielen nicht viel (hatten vor kurzem auch mal eins, wo praktisch alle Lehrlinge durch die Prüfung gefallen waren).

Geb Dir mal ein Beispiel aus meiner Schulzeit. Ich hatte Gemeinschaftskunde als mündliches Prüfungsfach. Vergleich DDR und BRD-System (war damals noch aktuell). In dem einen Jahr hatten wir nicht einmal DDR überhaupt in den Mund genommen. Sind bei Rousseau etc. stehen geblieben. Haben viel gelernt über Demokratie, aber nichts zum Thema. Zur mündlichen Prüfung bekamen wir dann zwei Wochen vorher eine Zusammenfassung über 10 Seiten, weil sich die Lehrerin gegenüber ihren Kollegen nicht blamieren wollte. Alle hatten dann eine um mindestens 5 Punkte schlechtere Note. Wahrscheinlich hätten wir klagen können, hat aber keiner getan.

Wir haben also etwas gelernt, nur die Prüfungsfragen passten nicht zum Lernstoff sondern zu dem, was wir hätten lernen sollen. Ist sicherlich nicht die Regel, aber solche oder andere Anekdoten kann sicher jeder aus seiner Schulzeit erzählen.

Daher finde ich solche Einzelbeispiele immer ziemlich uninteressant.
Wenn das, wie hier, nicht der Fall ist, ist entweder

der Ausbilder eine Lusche (was ich nicht hoffe), oder die
Motivation der Schüler stimmt hinten und vorne nicht. Das ist
dann etwas, was ich mit zwei Stunden nebenberuflicher
Unterrichtstätigkeit auch nicht mehr abfangen kann … und
darum ging es mir eigentlich bei meinem ganzen Geschreibsel.

Gruß kw

Hallo Okinaptz,

frag´ mal in welchem Staat Oslo liegt? Oder andere Städte!
Da läuft es einem kalt den Rücken runter.
Oder drück mal einem die Karte in die Hand und verlange, dass er Dir den Weg nach xy beschreibt. Der landet statt in Berlin in Südafrika.
Grüße
Raimund

Hallo.

Oder drück mal einem die Karte in die Hand und verlange, dass
er Dir den Weg nach xy beschreibt. Der landet statt in Berlin
in Südafrika.

Auch schon live erlebt. Da sollte mir einer erklären, wie es von Kassel nach Frankfurt geht. In Kopenhagen war die Karte zu Ende …

Gruß kw