Kommunikation/Smalltalk/Gesprächsführung

Hallo,

ich weiß nicht genau, ob mein Anliegen in diese Rubrik passt, aber ich versuche es einfach mal :smile:.

Ich habe den Eindruck, dass ich etwas Nachhilfe in Sachen „Kommunikation“ brauche und würde mir daher gerne ein Buch zu diesem Thema kaufen. Allerdings eines, dass genau zu meinem „Problem“ passt. Habe schon viel zum Thema „Smalltalk“ gefunden, aber ich glaube, das trifft es nicht wirklich.

Also, es geht um folgedes: Ich habe einfach das Gefühl, dass ich kein besonders unterhaltsamer Gesprächspartner bin. Wenn mir jemand etwas erzählt, von dem ich keine Ahnung oder einfach keine Meinung dazu habe, sage ich meist nur „ja“, „hmhm“, „toll“ usw. und mache dabei möglichst ein interessiertes Gesicht.

Erzählt mir etwas, das mich brennend interessiert oder etwas, dem ich total zustimme, dann will ich oftmals schnell beipflichten oder auch was dazu sagen, was vom anderen dann manchmal auch nicht gewünscht wird, da er sich am liebsten selber reden hört.

Ein Gespräch zu STARTEN fällt mir wiederum leicht, da ich ziemlich neugierig bin und mein Gegenüber gerne etwas frage.

Jetzt, nachdem ich das alles geschrieben habe, denke ich mir, dass vielleicht gar nicht ich das „Problem“ habe, sondern eher die anderen. Schließlich erzählen sie mir Dinge, die mich offensichtlich nicht interessieren (merken sie ja an meinen einsilbigen Antworten!), stellen aber selbst auch keine Fragen. Wozu sollte ich dann also so eine Unterhaltung am Leben erhalten? :wink:

Nichts desto trotz würde ich gerne lernen, wie man ein angenehmer Gesprächspartner wird. Wer kann mir ein Buch empfehlen oder mir sagen, nach welchen Stichworten ich suchen muss? Es sollte dabei nicht hauptsächlich um berufliche Kontakte gehen.

Herzlichen Dank im Voraus!

Hallo,
Kann dir da kein Buch empfehlen, aber vielleicht ist das, was du eher suchst, bessere Möglichkeiten, das Gespräch in interessantere Bahnen zu lenken.
Wenn dir Leute erzählen, dass ihr Hund nun endlich Stöckchen holen kann, du dich aber eher für Katzen interessierst und Hunde doof und langweilig findest, könntest du versuchen, das Gespräch auf Katzen zu bringen, wenn du gerne weiter mit der Person reden möchtest, aber zu Hunden nun nix sagen kannst.

Man kann da kurz beim Thema Hund bleiben, vllt. gegenfragen wie schwer das ist, das dem beizubringen und dann irgendwie darauf lenken, dass man das bei Katzen wohl nicht so leicht schafft oder dies und das…
Das geht dann eigentlich mit beliebigen Themen. Und wenn’s mal was völlig uninteressantes ist, wozu du wirklich nicht mal das Thema ändern könntest, dann hilft auf ein: „Uffffff… Politik, da kann ich echt gar nichts zu sagen, das ist so ein Thema, wovon ich eher fernbleibe.“ — das kann entweder einen Themawechsel herbeiführen, oder aber dazu führen, dass ihr eine Metaebene höher über politische Diskussionen diskutiert, was evtl. etwas interessanter sein könnte. Manchmal klappt das aber auch nicht.

Ist’s vielleicht das, was bei deiner Gesprächsführung hilfreich wäre?

Viele Grüße,

  • André

Moin, Nosunshine,

wenn ich Dich recht verstehe, stört es Dich, wenn Leute Dir etwas erzählen, das Dich nicht interessiert? Mich stört viel mehr, dass solche Zeitgenossen nicht mitkriegen, dass mir das Thema wurscht ist. In solchen Fällen werde ich deutlich, indem ich zB frage, warum der Gegenüber mir das erzählt. Das führt entweder zur Flucht oder zu einem sinnvollen Gespräch, was den Gesprächspartner wirklich drückt. Um die Flüchtenden ist es meist nicht schade :smile:))

Aus der Praxis: Mein Schwager züchtet Kois, und das ist nahezu sein einziges Thema. Wenn es mir wieder mal zu viel wird, stelle ich gezielte Zwischenfragen, zB wie lange ein Koi von 6 kg gebraten werden muss. Das macht dann meinen Blickwinkel deutlich.

Ratgeber gibt es vermutlich wie Sand am Meer, ich lese allerdings keine. Mit Offenheit kann man viel Geld, vor allem aber viel Zeit sparen.

Gruß Ralf

ps: Mit der deutschen Sprache hat das Thema wenig zu tun, vielleicht wäre die Frage in Psychologie besser aufgehoben.

Hallo,

eine solche Sichtweise würde nach nach meinem Dafürhalten aber keine kommunikative Situation beschreiben, sondern ließe sich bestenfalls als Informationsaustausch bezeichnen.
Zur Kommunikation gehört immer auch Empathie - in diesem Fall beispielswiese dahingehend, warum dem Gesprächspartner sein Thema so bedeutsam scheint. Das Gesamtpaket wird dann als soziale oder Gesprächskompetenz bezeichnet.
Die Frage nach der Grillzeit des Koi indiziert m.E. dass dem Gegenüber weder Respekt, noch Interesse entgegengebracht wird und er somit als Gesprächspartner nicht ernst genommen wird.
Mithin eine Sichtweise die - sofern mir entboten - zu einer veritablen Missfallensbekundung führen würde.

MFG Cleaner

Moin, Cleaner,

Zur Kommunikation gehört immer auch Empathie

fast beinahe immer.

Die Frage nach der Grillzeit des Koi indiziert m.E. dass dem
Gegenüber weder Respekt, noch Interesse entgegengebracht wird
und er somit als Gesprächspartner nicht ernst genommen wird.

Auch das gehört zur Kommunikation: Im Fall des Falles die Notbremse zu ziehen, vor allem dann, wenn der Gesprächspartner meine Meinung zum Thema kennt und selbige immer wieder ignoriert.

Mithin eine Sichtweise die - sofern mir entboten - zu einer
veritablen Missfallensbekundung führen würde.

Ich verstehe Dich :wink: Kommunikation besteht aber nicht nur daraus, sich gegenseitig an den Eiern zu kraulen.

Auch ich habe die Möglichkeit erwähnt, nachzuforschen, was den Anderen drückt. Darin sehe ich aber keine Pflicht auf Biegen und Brechen.

Gruß Ralf

ps und völlig [ot]: Mitglied seit 2003 und ich hab Dich noch nie gelesen?

Hallo drambeldier

Auch ich habe die Möglichkeit erwähnt, nachzuforschen, was den
Anderen drückt. Darin sehe ich aber keine Pflicht auf Biegen
und Brechen.

Ich wollte damit auch nicht deine Aussage kritisieren, sondern wollte lediglich eine allgemeine Aussage am konkreten Bispiel treffen (bei genauem lesen meines posts kann man das aber leider anders verstehen - sorry dafür)

ps und völlig [ot]: Mitglied seit 2003 und ich hab Dich noch
nie gelesen?

Ich habe recht lange eher passiv, sozusagen „mitgelesen“, denn ich habe ja ständig was zu tun. Die Welt retten und in der Nase bohren, die Buchdruckerkunst erfinden und „Enterprise“ im Fernsehen schauen - da kann man nicht immer was ins I-Net schreiben.

Erst seit vergleichsweise kurzer Zeit schreibe ich auch aktiv - und gerade im Deutschbrett bin ich tatsächlich relativ neu.

MFG Cleaner