Treffer landen?
Man kann nicht nicht kommunizieren!
Grüß dich, Paolo 
O.K., die Übung entspricht eigentlich meinem Ziel, den Teilnehmern zu zeigen …
Warum nur meinen Trainer so häufig, ihren Teilnehmern etwas zeigen zu müssen … tztz
Viel effizienter ist doch, sie entdecken zu lassen, daß sie es eh schon immer tun. Das ist doch hierbei (nonverbale Kommunikation) das Lernziel. Durch das Bewußtmachen einer Selbstverständlichkeit ist der erste Schritt getan, diese Kunst dann auch zu beherrschen.
Nun gut, das geht bei einer solchen Spielplatzinszenierung aber schief:
„Ihre innere Einstellung lässt sich an Ihren Augen ablesen“
Das ist Unsinn, es läßt sich vieles an den Augen ablesen, aber eine „Einstellung“ nun ausgerechnet nicht!
„Sodann werden alle Teilnehmer im Kreis gebeten, an etwas Negatives zu denken“
Willst du hier Hellsehen üben oder nonverbale Kommunikation!?
Was meinst du, was den Leuten so alles durch den Kopf geht, wenn das Stickwort lediglich „negativer Gedanke“/„positiver Gedanke“ heißt? Und was meinst du, was man bei denen dann in den Augen lesen kann:
Beispiel positiver Gedanke:
„Bin ich froh, daß ich mich endlich entschlossen habe, morgen meinem Chef mal so richtig die Meinung zu geigen!“
Beispiel negativer Gedanke:
„So ein Mist, ich hab immer noch keine Idee, wie ich Großmutters gigantische Erbschaft sinnvoll anlegen soll“
oder habt ihr eine gute Idee, wie ich „mehr Treffer lande“?
Wenn es wahr ist, daß alle Menschen nonverbal kommunizieren, dann müßte die Trefferquote 100% sein. Aber es ist so: Sie tun es, aber sie wissen nicht darum und deshalb können sie es noch nicht. „Zu können, was sie eh schon tun“ muß bei solchen Trainings aber das Lernziel heißen. Und das geht nicht mit künstlichen „Wir probieren das jetzt mal“-Inszenierungen.
Eine Möglichkeit für die Wahrnehmung nonverbalen Kommunizierens ist folgende:
Es möge jeder Teilnehmer sich im Laufe einer Veranstalung klar darüber werden, welchen Grad an Sympathie/Antipathie er jedem anderen entgegenbringt und was er glaubt, welchen Grad er bei jedem anderen selbst hat. Die Personen künstlich gegenüberzustellen und einander ansehen zu lassen, das geht 100%ig schief, also macht mans ohne das. Man solle den Grad der Sympathie in z.B. 5 Stufen einteilen.
Und dann sollen sie einander outen: „was glaube ich, welchen Sympathiegrad ich bei dem anderen habe …“
Dann kann man noch ggf. fortsetzen, man möge beschreiben, woran man das erkannt habe.
Zur Unterstützung kann man noch Beifügen, man möge sich entscheiden, wie gerne man mit dem jeweils anderen eine 5-tägige Geschäftsreise unternehmen würde.
Daß das als zu persönlich oder zu indiskret empfunden werden wird, ist möglich, ist aber ok. Es fördert die Auseinandersetzung und damit die Fähigkeit zur personalen Kommunikation, ohne die die beste Verkäufertechnik eine ungewürzte Suppe ist.
Eine weitere Möglichkeit: Jeweils einer soll einige Statements über ein vorgegebenes brisantes Diskussionsthema abgeben (alternativ, eine brisante These vortragen) …
Fragen dann:
- Wer stimmt vermutlich mit meinen Statements überein und wer nicht?
- Was glaube ich, wie genau der Vortragende weiß, wie ich zu seinen Statements stehe?
Grüße
Metapher