Kommunikation und Körpersprache

Man kann nicht nicht kommunizieren!
Verbale und nichtverbale Kommunikation.

Demnächst gebe ich wieder ein Verkaufskommunikationskurs. Obgenannte Themen sind selbstverständlich Teil dieser Ausbildung. Dazu mache ich schon seit Jahren den Einstieg mit einem Spiel, das „Die Tür zum Kreis“ heisst. Beschrieb: http://mwonline.de/db/topics/themenentry.php3?to_par…

O.K., die Übung entspricht eigentlich meinem Ziel, den Teilnehmern zu zeigen, dass über alle Sinne kommunziert wird und dies auf möglichst eindrückliche Weise nur…, jedes zweite Mal funktioniert das Spiel nicht!
Habt ihr auch schon mal ähnliche Übungen/Spiele gemacht, kennt ihr welche oder habt ihr eine gute Idee, wie ich „mehr Treffer lande“?

Herzlichen Dank für Eure Beihilfe und entschuldigt, falls es das falsche Brett ist (aber welches ist es dann?).
Paolo

Treffer landen?

Man kann nicht nicht kommunizieren!

Grüß dich, Paolo :wink:

O.K., die Übung entspricht eigentlich meinem Ziel, den Teilnehmern zu zeigen …

Warum nur meinen Trainer so häufig, ihren Teilnehmern etwas zeigen zu müssen … tztz

Viel effizienter ist doch, sie entdecken zu lassen, daß sie es eh schon immer tun. Das ist doch hierbei (nonverbale Kommunikation) das Lernziel. Durch das Bewußtmachen einer Selbstverständlichkeit ist der erste Schritt getan, diese Kunst dann auch zu beherrschen.

Nun gut, das geht bei einer solchen Spielplatzinszenierung aber schief:

„Ihre innere Einstellung lässt sich an Ihren Augen ablesen“

Das ist Unsinn, es läßt sich vieles an den Augen ablesen, aber eine „Einstellung“ nun ausgerechnet nicht!

„Sodann werden alle Teilnehmer im Kreis gebeten, an etwas Negatives zu denken“

Willst du hier Hellsehen üben oder nonverbale Kommunikation!?

Was meinst du, was den Leuten so alles durch den Kopf geht, wenn das Stickwort lediglich „negativer Gedanke“/„positiver Gedanke“ heißt? Und was meinst du, was man bei denen dann in den Augen lesen kann:

Beispiel positiver Gedanke:
„Bin ich froh, daß ich mich endlich entschlossen habe, morgen meinem Chef mal so richtig die Meinung zu geigen!“

Beispiel negativer Gedanke:
„So ein Mist, ich hab immer noch keine Idee, wie ich Großmutters gigantische Erbschaft sinnvoll anlegen soll“

oder habt ihr eine gute Idee, wie ich „mehr Treffer lande“?

Wenn es wahr ist, daß alle Menschen nonverbal kommunizieren, dann müßte die Trefferquote 100% sein. Aber es ist so: Sie tun es, aber sie wissen nicht darum und deshalb können sie es noch nicht. „Zu können, was sie eh schon tun“ muß bei solchen Trainings aber das Lernziel heißen. Und das geht nicht mit künstlichen „Wir probieren das jetzt mal“-Inszenierungen.

Eine Möglichkeit für die Wahrnehmung nonverbalen Kommunizierens ist folgende:

Es möge jeder Teilnehmer sich im Laufe einer Veranstalung klar darüber werden, welchen Grad an Sympathie/Antipathie er jedem anderen entgegenbringt und was er glaubt, welchen Grad er bei jedem anderen selbst hat. Die Personen künstlich gegenüberzustellen und einander ansehen zu lassen, das geht 100%ig schief, also macht mans ohne das. Man solle den Grad der Sympathie in z.B. 5 Stufen einteilen.

Und dann sollen sie einander outen: „was glaube ich, welchen Sympathiegrad ich bei dem anderen habe …“

Dann kann man noch ggf. fortsetzen, man möge beschreiben, woran man das erkannt habe.

Zur Unterstützung kann man noch Beifügen, man möge sich entscheiden, wie gerne man mit dem jeweils anderen eine 5-tägige Geschäftsreise unternehmen würde.

Daß das als zu persönlich oder zu indiskret empfunden werden wird, ist möglich, ist aber ok. Es fördert die Auseinandersetzung und damit die Fähigkeit zur personalen Kommunikation, ohne die die beste Verkäufertechnik eine ungewürzte Suppe ist.

Eine weitere Möglichkeit: Jeweils einer soll einige Statements über ein vorgegebenes brisantes Diskussionsthema abgeben (alternativ, eine brisante These vortragen) …

Fragen dann:

  1. Wer stimmt vermutlich mit meinen Statements überein und wer nicht?
  2. Was glaube ich, wie genau der Vortragende weiß, wie ich zu seinen Statements stehe?

Grüße

Metapher

Hallo Paolo,

O.K., die Übung entspricht eigentlich meinem Ziel, den
Teilnehmern zu zeigen, dass über alle Sinne kommunziert wird
und dies auf möglichst eindrückliche Weise nur…, jedes
zweite Mal funktioniert das Spiel nicht!

Hm, du machst das seit ein paar Jahren und es funktioniert seit ein paar Jahren nur in der Hälfte aller Fälle? Was machst du / ist anders, wenn es funktioniert?

Habt ihr auch schon mal ähnliche Übungen/Spiele gemacht, kennt
ihr welche oder habt ihr eine gute Idee, wie ich „mehr Treffer
lande“?

Nun, Kommunikation entsteht nicht nur nicht ausschliesslich über Sprache. Vor allem Tonfall und Körpersprache haben (mehr oder minder bewusst) einen sehr grossen Einfluss, aber das wirst du ja als Trainer eh wissen :smile:

Ich lasse die Teilnehmer ganz banale Sätze sprechen, einen nach dem anderen, in grösseren Gruppen in Kleingruppen mit 4-6 TN. Sie sagen dann zB „Ich liebe dich“, aber mit Körpersprache und Tonfall einer gegensätzlichen Emotion (zB „Ich hasse dich“ oder „ich bin stocksauer“) und umgekehrt natürlich.

Die meisten lachen, weil der Unterschied so sehr deutlich wird. Der Nachweis dessen, dass Körpersprache und Tonfall stärker wirken, fällt danach zumindest sehr leicht. Ist auch ein nettes Einstiegsspielchen, um etwas lockerer zu werden, weil eben viel gelacht wird. Der Trainer kann auch ein Beispiel vormachen, damit die Hemmschwelle in der Gruppe „sich zum Affen zu machen“ niedriger wird.

Mehr Details (oder andere Übungen) gerne auf Nachfrage.

Herzlichen Dank für Eure Beihilfe und entschuldigt, falls es
das falsche Brett ist (aber welches ist es dann?).

Tja… ein Trainer- und PE’ler-Brett gibts hier nicht, also denke ich, es passt schon ganz gut.

Gruß
Xelya

Hallo,

Grüß dich, Paolo :wink:

*g*

Warum nur meinen Trainer so häufig, ihren Teilnehmern etwas
zeigen zu müssen … tztz
Viel effizienter ist doch, sie entdecken zu lassen, daß sie es
eh schon immer tun. Das ist doch hierbei (nonverbale
Kommunikation) das Lernziel. Durch das Bewußtmachen einer
Selbstverständlichkeit ist der erste Schritt getan, diese
Kunst dann auch zu beherrschen.

Da hast du recht. Der erste Schritt.

Wenn es wahr ist, daß alle Menschen nonverbal kommunizieren,
dann müßte die Trefferquote 100%

Welche Trefferquote? Die des Spiels? Wie kommst du darauf? Ist es wahr, dass alle (dazu organisch fähigen) Menschen verbal kommunizieren? Wie hoch ist da die Trefferquote?

Es möge jeder Teilnehmer sich im Laufe einer Veranstalung klar
darüber werden, welchen Grad an Sympathie/Antipathie er jedem
anderen entgegenbringt und was er glaubt, welchen Grad er bei
jedem anderen selbst hat. Die Personen künstlich
gegenüberzustellen und einander ansehen zu lassen, das geht
100%ig schief, also macht mans ohne das. Man solle den Grad
der Sympathie in z.B. 5 Stufen einteilen.

Hm, das kommt wohl ganz darauf an, welche Zielsetzung der Auftraggeber mit dem Seminar verfolgt, wie lang das Seminar ist (das würde ich nicht mit jeder Gruppe unbedingt am ersten Tag machen und erst recht nicht in nem 6-Stunden-Seminar) und auch wie sehr der Trainer in der Lage ist, „Störungen“ und Stress in der Gruppe auszuhalten (nein, nicht wegzumoderieren, aber zumindest, wenn nötig aufzufangen)

Und dann sollen sie einander outen: „was glaube ich, welchen
Sympathiegrad ich bei dem anderen habe …“
Dann kann man noch ggf. fortsetzen, man möge beschreiben,
woran man das erkannt habe.

Ja, schöne Ideen… ich kenne diese Art Übungen aus einer Weiterbildung, allerdings ist nicht jeder in der Lage aufgrund von Feedback sein Verhalten zu ändern. Leider entbehren viele Seminare den Aspekt der Selbsterfahrung und der Selbstreflexion total. Wie der Transfer in den Alltag dann aussieht, kann man sich ja denken.

Ich glaube, dass sich Verhaltensänderungen diesbezüglich auch ohne eine derartige heftige Konfrontation erreichen lassen. Nicht jede Methode ist für jeden Teilnehmer geeignet. Ausserdem gibt es neben diesen Selbsterfahrungs-/Selbstreflexionsmethoden durchaus auch Methoden, die durch Bewusstmachung von Zusammenhängen bereits ein Aha-Erlebnis „bewirken“.
Kommt halt immer ganz drauf an, wer mit wem wozu und wie lange.

Gruß
Xelya

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Liebe Xelya und Metapher
Für eure Anregungen danke ich vielmals. Für die ausführlichen Kommentare ebenfalls. Die Beschreibung der Übung (Link zu MW-Online) war für mich die bequemste Möglichkeit, möglichst rasch das „Spiel“ zu erklären. Der Wortlaut ist nicht von mir. Daher sind alle Bemerkungen betreffend diesen Text sehr wohl berechtigt und wertvoll, aber beim falschen Adressaten.

Für die rasche Hilfe:THX
Paolo

blöde Frage zu dem Thema…
hallo liebe Poster,

ich finde dieses Thema unglaublich interessant - Körpersprache, verbale und nonverbale Kommunikation.

So wie ich das lese, seit ihr mit diesen Dingen beruflich beschäftigt, daher hoffe ich, dass ihr mir evtl. Infos geben könnt, welche Berufe es in diesem Bereich so gibt und ggf. welche Ausbildung man für welche Berufe benötigt. ich schlage mich seit langem mit dem Gedanken rum, dass mein jetziger Beruf für mich nicht wirklich erfüllend ist, deswegen will ich rausfinden, welcher Beruf für mich passender wäre. Und eben jene Themen interessieren mich sehr…

Könnt ihr mir Infos geben?

Herzlichen Dank und viele Grüße
alexa

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Hallo liebe Alexa,

ich finde dieses Thema unglaublich interessant -
Körpersprache, verbale und nonverbale Kommunikation.

Ja, das finde ich auch. Je mehr ich lerne, desto spannender finde ich es.

So wie ich das lese, seit ihr mit diesen Dingen beruflich
beschäftigt, daher hoffe ich, dass ihr mir evtl. Infos geben
könnt, welche Berufe es in diesem Bereich so gibt und ggf.

Hm, da gibt es verschiedene Möglichkeiten, je nach Vorbildung, Interesse, persönlichen Vorlieben und natürlich den individuellen Stärken. Du kannst als Trainer in unterschiedlichen Bereichen, Schauspieler, Berater, Coach, Therapeut etc. arbeiten.

welche Ausbildung man für welche Berufe benötigt.

Das ist sehr unterschiedlich, Trainer zB ist kein klassischer Ausbildungsberuf und es führen zig Wege zum Trainerdasein. Da kann es durchaus sinnvoll sein, erst einmal für dich zu prüfen und zu überlegen, was ein Beruf, der dich ausfüllt, haben sollte.

Oder andersrum, das ist vielleicht einfacher: Was kannst du besonders gut? Was sind deine Stärken, was würdest du am liebsten jeden Tag machen? Damit sind vor allem Fähigkeiten gemeint, die nicht mit einer speziellen Ausbildung zusammen hängen, sondern eher universelle Stärken.

Wenn dir dazu nix einfällt, dann überleg doch einfach mal, was du besonders gut machst. Hilfreich kann es da sein, immer ein Büchlein, Kalender o.ä mit dir rumzuschleppen und jedes (!) Mal, wenn dir was Spass amcht, dich jemand lobt oder du selbst findest, etwas ging gut, dies aufzuschreiben. Du wirst staunen, was da alles zusammenkommt und was man daraus machen kann. Es ist ja auch schon eine schöne Fähigkeit, anderen Menschen gute Laune zu vermitteln… die im übrigens wahrlich nicht jeder besitzt und dennoch erscheint es uns banal.

Du kannst mich gerne anmailen diesbzüglich, ich habe einige Jahre Bewerbungs- und Karrierecoaching gemacht und jetzt fehlt mir diese Arbeit manchmal :smile:

Gruß
Xelya

Hi Xelya

Wenn es wahr ist, daß alle Menschen nonverbal kommunizieren,
dann müßte die Trefferquote 100%

Welche Trefferquote? Die des Spiels? Wie kommst du darauf? Ist
es wahr, dass alle (dazu organisch fähigen) Menschen verbal
kommunizieren? Wie hoch ist da die Trefferquote?

Da hab ich etwas mißverstehbar geschrieben, sorry. Selbstverständlich setze ich in diesem Satz voraus, daß alle Menschen auch nonverbal kommunizieren … die Folgerung daraus ist, daß dieses Spiel falsch konstruiert ist, wenn es den Zweck haben soll, nonverbale Kommunikation „erlebbar“ zu machen. D.h. der Poster solle sich nicht wundern, wenn seine „Trefferquote“ ihm zu gering erscheint.

(das würde ich nicht mit jeder Gruppe unbedingt am ersten
Tag machen und erst recht nicht in nem 6-Stunden-Seminar)

ja, nun, klar, ok, es wurde ja abstrakt nach Vorschlägen gefragt, ohn die Randbedingungen zu erwähnen. Doch ich habe eine Typ von Ausbildungsgang, bei dem ich das am ersten Tag mache, u.a. weil es später nicht mehr möglich ist.

auch wie sehr der Trainer in der Lage ist, „Störungen“ und
Stress in der Gruppe auszuhalten (nein, nicht wegzumoderieren,
aber zumindest, wenn nötig aufzufangen)

logo.

allerdings ist nicht jeder in der Lage aufgrund von Feedback sein Verhalten zu ändern.

auch klar … es war ein Beispiel aus einem Ausbildungsgang, wo es zunächst darum geht, die eigene Wahrnehmung und Beobachtung zu verfeinern

Kommt halt immer ganz drauf an, wer mit wem wozu und wie lange.

so ist’s :smile:

Gruß zurück

Metapher

Hallo Metapher,

Selbstverständlich setze ich in diesem Satz voraus, daß alle
Menschen auch nonverbal kommunizieren … die Folgerung daraus
ist, daß dieses Spiel falsch konstruiert ist, wenn es den
Zweck haben soll, nonverbale Kommunikation „erlebbar“ zu
machen. D.h. der Poster solle sich nicht wundern, wenn seine
„Trefferquote“ ihm zu gering erscheint.

Da stimme ich dir zu. Anhand der Augen die nonverbale Kommunikation erlebbar zu machen, finde ich da auch eher kontraproduktiv, da man da schon sehr genau beobachten können sollte und ausserdem den individuellen Vergleich des Ausdrucks der Augen (positiv-negativ) nicht hat.

(das würde ich nicht mit jeder Gruppe unbedingt am ersten
Tag machen und erst recht nicht in nem 6-Stunden-Seminar)

ja, nun, klar, ok, es wurde ja abstrakt nach Vorschlägen
gefragt, ohn die Randbedingungen zu erwähnen. Doch ich habe
eine Typ von Ausbildungsgang, bei dem ich das am ersten Tag
mache, u.a. weil es später nicht mehr möglich ist.

Was für ein Ausbildungsgang ist denn das?
Nun, es ist eine sehr, hm, direkte Methode, die sicherlich unter Umständen ihre Berechtigung hat. Ich fand es unglücklich, dies so absolut (so habe ich es empfunden) und ohne weitere vertiefende Erläuterungen zum Umgang damit zu posten, auch wenn nicht explizit die Frage nach den Randbedingungen gestellt wurde.

auch wie sehr der Trainer in der Lage ist, „Störungen“ und
Stress in der Gruppe auszuhalten (nein, nicht wegzumoderieren,
aber zumindest, wenn nötig aufzufangen)

logo.

Ja?

allerdings ist nicht jeder in der Lage aufgrund von Feedback sein Verhalten zu ändern.

auch klar … es war ein Beispiel aus einem Ausbildungsgang,
wo es zunächst darum geht, die eigene Wahrnehmung und
Beobachtung zu verfeinern

Ah. Das ist ja nicht unbedingt vergleichbar mit einem Verkaufs-/Vertriebsseminar, die meist eher von einem anderen Punkt aus an dieses Thema herangehen (leider). Würden sich mehr Verkäufer mal so richtig intensiv nicht nur mit der Wirkung von Körpersprache und Sprache im Allgemeinen auseinandersetzen, sondern mit ihrer Körpersprache und Sprache, dann gäbe es vermutlich mehr bessere Verkäufer (und ich wäre pleite *g*).

Gruß
Xelya

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Hi Xelya

Anhand der Augen die nonverbale
Kommunikation erlebbar zu machen, finde ich da auch eher
kontraproduktiv, da man da schon sehr genau beobachten können
sollte und ausserdem den individuellen Vergleich des Ausdrucks
der Augen (positiv-negativ) nicht hat.

Sehe ich genau so. Deshalb erwähnte ich auch die Beispiele von „positiven/negativen“ Gedanken. Bei denen würde der Augenausdruck vermutlich irreführende Signale geben …

Was für ein Ausbildungsgang ist denn das?

Z.B. bei der Gesprächsausbildung von Leuten, die ehrenamtlich Anonyme Telefonhilfe machen. Gemessen an den hohen Anforderungen ist die Ausbildung sehr kurz (40 Stunden, Abschlußprüfung, regelmäßige Supervision). Die Leute sind hochmotiviert, aber ohne jede psychologische Vorkenntnis. Im Anfang der Ausbildung müssen sie lernen, wie man so schnell wie möglich eine Vertrauensbasis erzeugt.
Dabei ist dann wesentlich, was ich mal unter „heikle Gespräche“ andeutete:
http://www.wer-weiss-was.de/cgi-bin/forum/showarchiv…
Daß es dabei (Telefon) auch um nonverbale Kommunikation geht, mag auf den ersten Blick sonderbar erscheinen …

Die Leute sind aus den Vorgesprächen darauf vorbereitet, daß ihnen die Ausbildung „an die Knochen geht“ (wie sie oft sagen), sind aber (teils trotzdem, teils gerade deswegen) auch sehr neugierig darauf …

Nun, es ist eine sehr, hm, direkte Methode, die sicherlich
unter Umständen ihre Berechtigung hat. Ich fand es
unglücklich, dies so absolut (so habe ich es empfunden) und
ohne weitere vertiefende Erläuterungen zum Umgang damit zu
posten, auch wenn nicht explizit die Frage nach den
Randbedingungen gestellt wurde.

Da hast du völlig Recht. Aber Paolo sagte ja, daß er Erfahrung hat mit Trainings - deshalb hatte ich keine Bedenken.

auch wie sehr der Trainer in der Lage ist, „Störungen“ und
Stress in der Gruppe auszuhalten (nein, nicht wegzumoderieren,
aber zumindest, wenn nötig aufzufangen)

logo.

Ja?

sollte heißen, daß ich es ebenfalls für selbstverständlich ansehe, daß ein Trainer sowas können muß.

auch klar … es war ein Beispiel aus einem Ausbildungsgang,
wo es zunächst darum geht, die eigene Wahrnehmung und
Beobachtung zu verfeinern

Ah. Das ist ja nicht unbedingt vergleichbar mit einem
Verkaufs-/Vertriebsseminar, die meist eher von einem anderen
Punkt aus an dieses Thema herangehen (leider).

Stimmt, ganz und gar nicht vergleichbar, in a way sogar die entgegengesetzte Grundbedingung der Gesprächsführung. Vergleichbar aber teilweise mit Beratungs-Service verschiedener Art.

Gruß

Metapher

Hallo Metapher,

Was für ein Ausbildungsgang ist denn das?

Z.B. bei der Gesprächsausbildung von Leuten, die ehrenamtlich
Anonyme Telefonhilfe machen. Gemessen an den hohen
Anforderungen ist die Ausbildung sehr kurz (40 Stunden,
Abschlußprüfung, regelmäßige Supervision).

Ah danke für die Info. Das ist aber vermutlich nicht das, was wir als Telefonseelsorge kennen, oder? 40 Stunden erscheinen mir auch sehr kurz. Welches Ziel hat denn diese Telefonhilfe?

Daß es dabei (Telefon) auch um nonverbale Kommunikation geht,
mag auf den ersten Blick sonderbar erscheinen …

Hmm, nonverbale Kommunikation nimmt sicherlich Einfluss auf unsere paraverbalen Ausdrücke. Ansonsten rede ich mir diesbezüglich in Seminaren für Call Center Agents den Mund fusselig :smile:

auch wie sehr der Trainer in der Lage ist, „Störungen“ und
Stress in der Gruppe auszuhalten (nein, nicht wegzumoderieren,
aber zumindest, wenn nötig aufzufangen)

logo.

Ja?

sollte heißen, daß ich es ebenfalls für selbstverständlich
ansehe, daß ein Trainer sowas können muß.

Das dachte ich mir *g*. Nur leider weiss ich zu gut, dass viele, auch schon jahrelang als solche arbeitende, Trainer das eben nicht können. Leider.

Gruß
Xelya

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noch zu den ‚heiklen gesprächen‘
hallo metapher,

Dabei ist dann wesentlich, was ich mal unter „heikle
Gespräche“ andeutete:

genau darüber hab ich jetzt nochmal eine weile nachgedacht und wollte gern noch
ein paar anmerkungen dazu schreiben (bitte korrigiere mich doch, wenn ich etwas
zu verkürzt darstelle oder falsch verstanden habe!):
du schreibst, dass absolute angstfreiheit haben sollte, sich auf die inhalte des
anderen einzulassen (also offen und angstfrei mit dem anderen reden zu wollen).
das finde ich sehr treffend formuliert und ich stimme dem voll zu. aber im absatz
danach beziehst du diese angstfreiheit gegenüber den „gesprächsgegenstand“. das
kann ich nicht teilen. es ist doch auch hilfreich und gut, wenn ich dem anderen
meine emotionen spüren lasse, wenn er merkt, dass es mir nicht leicht fällt
darüber zu sprechen - natürlich immer unter der prämisse, dass ich mit ihm
sprechen will, und ihm das auch zeige.
völlig angstfrei über manches zu sprechen, ist meines erachtens überhaupt nicht
möglich, weil ich eben vor manchen dingen angst habe. (angst, dass mich mein
partner verlässt, wegen des gesprächs, angst, dass er mich falsch verstehen
könnte…)
was denkst du darüber?

und dann bin ich schon der meinung, dass es einige grundlegende
„kommunikationsregeln“ gibt, die in solchen situationen angebracht sind, und die
man sich „antrainieren“ kann, z.b.:

  • respekt vor der haltung und der person des anderen bewahren
  • die dinge ernst nehmen (auch wenn sie uns nichtig erscheinen - geduld! hinter
    den unwichtigen stecken doch oft wichtige.)
  • möglichst in der ich-form sprechen und verallgemeinerungen („man“) meiden
  • aufrichtiges zuhören, den anderen ausreden lassen
  • dinge nicht pauschal ablehnen („nie“, „niemals“ - auch wenn ich das hiermit
    getan habe :o))
    usw.

ich glaube, dass ein solches „regelwerk“ durchaus existiert und grundlegend
helfen kann. natürlich sind die gesprächssituationen komplex (wie wir zwei ja mal
halb spielerisch, halb ernst über transaktionsanalysen etc. festgestellt haben)
und man kann sich vollständige strategie ausdenken.

aber all deine anderen anmerkungen zu den heiklen situationen kann ich nur
vollstens unterstützen! es hilft wirklich, gespräche im kopf vorzubereiten (also
dialogisch „durchzuspielen“ - aber immer bewusst, dass es so nicht laufen wird!).
es hilft auch sehr, gespräche im kopf nachzubereiten! wer hat wie auf was
reagiert - sehr interessant!
für heikle situationen denke ich mir auch immer „den ersten satz“ aus, also: wie
will ich anfangen. aber da sollte man nicht zu viel hin und her abwägen - wie
metapher schon gesagt hat: die geschichte entwickelt sich sowieso in eine andere,
als die gedachte richtung.

und manchmal hilft nur: einfach anfangen.

herzlichen gruß
tobias

Hi Tobias

du schreibst, dass absolute angstfreiheit haben sollte, sich auf die inhalte des anderen einzulassen (also offen und angstfrei mit dem anderen reden zu wollen). das finde ich sehr treffend formuliert und ich stimme dem voll zu. aber im absatz danach beziehst du diese angstfreiheit gegenüber den „gesprächsgegenstand“.

Ja, ich hatte da die „Inhalte des anderen“ als „Gesprächsgegenstand“ bezeichnet. Da es dabei ja um den „Videomann“ ging, von dem Xenia erzählte, sollte das heißen, daß jemand, der mit jemandem wie ihm ein sinnvolles Gespräch führt, angstfrei sein muß gegenüber dem, was dabei zur Sprache kommen könnte. Die Ehefrau und die andere familiäre Umgebung ist dafür nicht geeignet, da sie ja offensichtlich vor der Aufdeckung dieser Inhalte Angst hat.

Es gibt unglaublich schauerliche Lebensgeschichten, auch daran als Gesprächpartner teilzunehmen, ist manchmal ein Gang durch die Hölle. Und um dabei jemanden zu begleiten, „mitzugehen“ wie flora das mal sagte, ist absolute Angstfreiheit nötig …

Dies Forderung bezog sich also z.B. auf einen Therapeuten oder etwas analoges, nicht unbedingt auf einen Lebenspartner, einen Freund. Da gebe ich dir mit allem, was du dazu schreibst absolut recht.

  • respekt vor der haltung und der person des anderen bewahren
  • die dinge ernst nehmen (auch wenn sie uns nichtig erscheinen
  • geduld! hinter den unwichtigen stecken doch oft wichtige.)
  • möglichst in der ich-form sprechen und verallgemeinerungen („man“) meiden
  • aufrichtiges zuhören, den anderen ausreden lassen
  • dinge nicht pauschal ablehnen („nie“, „niemals“ - auch wenn ich das hiermit getan habe :o))

ich glaube, dass ein solches „regelwerk“ durchaus existiert und grundlegend helfen kann.

Volle Zustimmung auch von mir. Wenn jeder diese Regeln berücksichtigen würde und könnte, dann wären viele Familiendramen überflüssig.

natürlich sind die gesprächssituationen komplex (wie wir zwei ja mal halb spielerisch, halb ernst über transaktionsanalysen etc. festgestellt haben) und man kann sich vollständige strategie ausdenken.

Ich erinnere mich sehr gut daran :smile:
Ein gutes Ende hat manchmal heiße Phasen hinter sich :smile:

und manchmal hilft nur: einfach anfangen.

ja, und dann dabeibleiben.

Grüße zurück

Metapher

Anonyme Gespräche
Hi Xelya

Ah danke für die Info. Das ist aber vermutlich nicht das, was
wir als Telefonseelsorge kennen, oder? 40 Stunden erscheinen
mir auch sehr kurz. Welches Ziel hat denn diese Telefonhilfe?

Es entspricht der Anforderung an das, was sonst auch Telefonseelsorge heißt, ist aber nicht wie diese konfessionsgebunden. Die Ausbildung ist kurz, und es ist nur die Grundstufe von dem Gesprächstyp, den ich selbst mache. Mehr erlaubt der Etat solcher Institutionen nicht und mehr ist auch von ehrenamtlichen Mitarbeitern nicht zu verlangen, sonst würde das ihre Motivation mindern. Der Rest kommt aber nach und nach durch regelmäßige Supervisionen.

Das wichtigste bei diesem Notruf ist tatsächlich die absolute Anonymität. Nicht die man für sich selbst hat; zwar eher, aber auch nicht unbedingt nur die, die der andere für sich selbst hat, sondern viel mehr die, die man selbst für den anderen hat. Ach, zu kompliziert *g* Ich meine die Situation, daß es für den anderen (der mit einem Problem belastet ist) von ganz große Bedeutung ist, daß er mit jemandem spricht, den er nicht kennt und nie kennenlernen wird. Dadurch kommt der Rolle des Telefon"helfers" ein ganz besonderes Gewicht zu, das nichtmal ein Therapeut in einer Therapie hat. Ein besondere Form der dialogischen Sitauation also. Und darauf bereite ich die Leute vor, damit so umzugehen, daß der Anrufer für sich den ersehnten Nutzen davon hat.

Soweit …

Grüße

Metapher

hallo metapher,

Dies Forderung bezog sich also z.B. auf einen Therapeuten oder
etwas analoges, nicht unbedingt auf einen Lebenspartner, einen
Freund.

o.k. dann hatte ich das nicht recht zugeordnet. im zusammenhang mit einem
therapeuten stimme ich dir dann voll überein. das kann ich mir nicht vorstellen,
dass es anders funktionieren könnte…

danke für die reaktion!

herzlichen gruß
tobias

non-verbal am telefon
hallo xelya,

Daß es dabei (Telefon) auch um nonverbale Kommunikation geht,
mag auf den ersten Blick sonderbar erscheinen …

Hmm, nonverbale Kommunikation nimmt sicherlich Einfluss auf
unsere paraverbalen Ausdrücke.

ich weiß zwar nicht genau, ob die stimm-intonation auch zur non-verbalen
kommunikation gehört, aber das ist sicherlich auch ein wichtiger punkt für
telefongespräche.
wenn ich lächelnd oder lachend etwas ausspreche, klingt das völlig anders, als in
ernstem ton.

sehr schön zu sehen ist das, wenn sprecher kino- oder fernsehfilme
synchronisieren. meist schauspielern sie (auch teilweise recht aufwändig mit
gesten, körperpositionen usw.) wild hinter dem mikro, um den ton so realistisch
wie möglich dem original anzugleichen.

herzlichen gruß
tobias

Hallo Tobias,

Hmm, nonverbale Kommunikation nimmt sicherlich Einfluss auf
unsere paraverbalen Ausdrücke.

ich weiß zwar nicht genau, ob die stimm-intonation auch zur
non-verbalenkommunikation gehört, aber das ist sicherlich auch ein
wichtiger punkt für telefongespräche.
wenn ich lächelnd oder lachend etwas ausspreche, klingt das
völlig anders, als in ernstem ton.

Aber ja, da hast du völlig recht. Die Stimmmodulation jedoch zählt nicht zum nonverbalen Teil der Kommunikation, sondern zum paraverbalen (Lautstärke, Klang der Stimme, Tempo etc.).

Gerade das Lächeln wirkt hierbei Wunder :smile:

Lächelnden Gruß
Xelya