Kommunikationsaxiome nach Paul Watzlawick

Hey =)

Ich hab heute eine ziemlich wichtige Frage!!! Ich schreibe am Dienstag meine erste Deutschklausur… Natürlich weiß keiner was als Thema dran kommt aber wenn man zwischen den Zeilen liest wird es wohl auf Paul Watzlawicks Kommunikationsaxiome rauslaufen!!!

Erster Teil die Axiome erläutern und mit Beispielen anreichern.
Zweiter Teil Analyse einer Kurzgeschichte nach Watzlawick.

Kann mir jemand die Axiome erklären oder zumindest Beispiele nennen???
Die meisten wie „Man kann nicht nicht kommunizieren“ verstehe ich ja, aber bei analoger und digitaler Ebene hörts schon auf =(

Ich hoffe es kann mir jemand helfen…
Vielen Dank im Vorraus und lg
Nico

hi,

Ich hab heute eine ziemlich wichtige Frage!!!

alle fragen in w-w-w sind ziemlich wichtig :wink:

Ich schreibe am
Dienstag meine erste Deutschklausur… Natürlich weiß keiner
was als Thema dran kommt aber wenn man zwischen den Zeilen
liest wird es wohl auf Paul Watzlawicks Kommunikationsaxiome
rauslaufen!!!

Erster Teil die Axiome erläutern und mit Beispielen
anreichern.
Zweiter Teil Analyse einer Kurzgeschichte nach Watzlawick.

wikipedia ist kein allheilmittel und hat nicht immer recht, aber hast du schon
http://de.wikipedia.org/wiki/Paul_Watzlawick#Kommuni…
probiert? ich find das gar nicht schlecht.

m.

Hey!
Natürlich hab ich den Wikipedialink schon probiert :wink: is doch klar das is so ziemlich die beliebteste Seite jedes hilflosen Schülers =D

Und wie gesagt bei den „einfachen“ Axiomen hats mir geholfen aber alles was mit „Meta-Ebene“ oder „Inhalts- bzw Beziehungsaspekt“ zu tun hat verlangt mir mehr ab als da is =D

Aber vielen Dank trotzdem…

hi,

Natürlich hab ich den Wikipedialink schon probiert :wink: is doch
klar das is so ziemlich die beliebteste Seite jedes hilflosen
Schülers =D

dann verlink ich dir als generalpräventive maßnahme noch
http://www.youtube.com/watch?v=eaADQTeZRCY

Und wie gesagt bei den „einfachen“ Axiomen hats mir geholfen
aber alles was mit „Meta-Ebene“ oder „Inhalts- bzw
Beziehungsaspekt“ zu tun hat verlangt mir mehr ab als da is =D

aus dem wikipedia-artikel; ergänzungen kursiv:

„Man kann nicht nicht kommunizieren!“

Sobald zwei Personen sich gegenseitig wahrnehmen können, kommunizieren sie miteinander, da jedes Verhalten kommunikativen Charakter hat. Watzlawick versteht Verhalten jeder Art als Kommunikation. Da Verhalten kein Gegenteil hat, man sich also nicht nicht verhalten kann, ist es auch unmöglich, nicht zu kommunizieren. Dieses Axiom ist auch bekannt als Metakommunikatives Axiom. Wir kommunizieren also auch nonverbal und unbewusst.

du kommunzierst immer. wenn du jemandem die kalte schulter zeigst, jemanden links liegen lässt, kommunizierst du mit dieser person. alles, was du machst, wird zwangsläufig als kommunikationsakt verstanden.

Inhalt und Beziehung

„Jede Kommunikation hat einen Inhalts- und einen Beziehungsaspekt, wobei Letzterer den Ersteren bestimmt.“

Jede Kommunikation enthält über die reine Sachinformation (Inhaltsaspekt) hinaus einen Hinweis, wie der Sender seine Botschaft verstanden haben will und wie er seine Beziehung zum Empfänger sieht (Beziehungsaspekt). Der Inhaltsaspekt stellt das „Was“ einer Mitteilung dar, der Beziehungsaspekt sagt etwas darüber aus, wie der Sender diese Mitteilung vom Empfänger verstanden haben möchte. Der Beziehungsaspekt zeigt, welche emotionale Beziehung von einem Kommunikationspartner gesetzt wird. Daraus folgt, dass der Beziehungsaspekt bestimmt, wie der Inhalt zu interpretieren ist. Die Art der Beziehung zwischen zwei Kommunikationspartnern ist für das gegenseitige Verständnis von grundlegender Bedeutung.

Kommunikation gelingt, wenn auf beiden Ebenen und bei beiden Kommunikationspartnern Einigkeit über den Inhalts- und Beziehungsaspekt herrscht. Sie misslingt, wenn ein Kommunikationspartner unterschiedliche oder gegensätzliche Botschaften sendet, oder wenn der andere Kommunikationspartner einen der beiden Aspekte anders interpretiert. Ein paradoxaler Kommunikationsstil im ersteren Sinne in der Eltern-Kind Beziehung wird als schizophrenogener Faktor des sogenannten double bind betrachtet.

_wir kommunizieren über inhalte und über unsere beziehungen (untereinander und zueinander), aber p.w. sagt, dass die kommunikation über die beziehungen diejenige über die inhalte immer „bestimmt“. das ist recht stark von p.w.; ich bin da auch nicht unbedingt seiner meinung; wichtig ist vielleicht zu begreifen, dass bei vorliegen einer problematischen beziehung nicht „einfach“ über inhalte gesprochen werden kann, weil das eine das andere überlagert. wenn die kommunikation gelingen soll (wenn ich die inhalte an meinen kommunikationspartner übermitteln will), muss ich dafür sorgen, dass die beziehungsebene im wesentlichen entstört ist.

ich glaube nicht, dass das in dieser radikalität stimmt. ich glaube schon, dass es primär inhaltliche kommunikation gibt. man sollte p.w. aber ernstnehmen insofern, dass man den beziehungsaspekt beim kommunizieren nicht vernachlässigen darf.

wenn ich ein autoritärer lehrer bin, kann ich nicht plötzlich auf kamerad machen. wenn ich kamerad bin, kann ich nicht plötzlich auf meiner autorität bestehen._

Interpunktion

„Die Natur einer Beziehung ist durch die Interpunktionen der Kommunikationsabläufe seitens der Partner bedingt.“

Dies bedeutet, dass Sender und Empfänger den Kommunikationsablauf unterschiedlich gliedern und so ihr eigenes Verhalten oft nur als Reaktion auf das des anderen interpretieren, das heißt, die Ursache für die eigene Reaktion wird dem anderen zugeschoben. Menschliche Kommunikation ist aber nicht in Kausalketten auflösbar, sie verläuft vielmehr kreisförmig. Niemand kann genau angeben, wer beispielsweise bei einem Streit wirklich „angefangen hat“. Anfänge werden nur subjektiv gesetzt als sogenannte „Interpunktionen“.

Den Ablauf, in dem Ursache und Wirkung ihre Stellung in der Kommunikation verändern können, nennt man Interdependenz. Gelingende Kommunikation findet statt, wenn beide Partner als Ursache und Wirkung die gleichen Sachverhalte festlegen und Kommunikation als Regelkreis verstehen. Sie misslingt, wenn die Partner an unterschiedlichen Punkten des Kommunikationsablaufes einen Einschnitt vornehmen und jeweils für sich sagen: „Hier hat es angefangen, das ist die Ursache.“

wir strukturieren („interpunktieren“) kommunikationsverläufe intuitiv und zwangsläufig, und zwar nach unserem erleben, also subjektiv. missverständnisse entstehen auch durch verschiedene strukturierungen (interpunktionen); „verstehen“ setzt ähnliche interpunktion voraus. in unseren strukturierungen sind wir wechselseitig von einander abhängig („interdependenz“).

Digital und analog

„Menschliche Kommunikation bedient sich digitaler und analoger Modalitäten.“

Nicht nur das gesprochene Wort (in der Regel digitale Kommunikation), sondern auch die nonverbalen Äußerungen (z. B. Lächeln, Wegblicken,…) teilen etwas mit. Die digitale Kommunikation verfügt über eine komplexe und logische Syntax, entbehrt aber auf dem Gebiet der Beziehungen einer Semantik. Die analoge Kommunikation verfügt über ein solches semantisches Potenzial auf dem Gebiet der Beziehungen, entbehrt aber einer Syntax, die eine eindeutige Definition der Natur von Beziehungen leisten kann. Mit analogen Elementen wird häufig die Beziehungsebene vermittelt, mit digitalen die Inhaltsebene.

Kommunikation gelingt bei Übereinstimmung zwischen analoger und digitaler Botschaft und wenn die Kommunikationspartner beide Teile der Botschaft in gleicher Weise interpretieren. Kommunikation misslingt bei Nichtübereinstimmung oder bei Unklarheiten einer der beiden Botschaften oder dann, wenn eine oder beide Botschaften unterschiedlich interpretiert werden. Wenn die analoge und die digitale Aussage übereinstimmen, ist die Botschaft kongruent. Besondere Probleme entstehen dadurch, dass beide Ebenen mehrdeutig sein können und vom Kommunikationspartner interpretiert werden müssen.

_auch hier lehnt sich p.w. m.e. weit hinaus; er verwendet die metapher digital vs. analog für die ebenen des kommunizierens. dabei sieht er die sprache als digital an - was mir als (ehem.) sprachwissenschaftler aufstößt. sprache, v.a. gesprochene (nicht so sehr geschriebene) hat viel analoges. als analog sieht p.w. mimik, gestik, körpersprache. (die lassen sich mit einigem aufwand auch digitalisieren, wissen wir heute.) egal: das ist für p.w. eine metapher, ein vergleich. wichtig ist, dass kommunikation nicht nur über das gesprochene wort erfolgt, sondern unbewusst über weitere kanäle. dabei übernehme die sprache sehr oft den inhalt, die anderen kanäle den beziehungsaspekt. eine wichtige beobachtung, finde ich, ohne dass ich das mit ausschließlichkeit formulieren möchte. das tut übrigens auch p.w. nicht.

wenn die sog. „digitale“ und „analoge“ ebene übereinstimmen, gelinge kommunikation (eher), sonst (eher) nicht._

Symmetrisch oder komplementär

„Zwischenmenschliche Kommunikationsabläufe sind entweder symmetrisch oder komplementär.“

Beziehungen zwischen Partnern basieren entweder auf Gleichheit oder auf Unterschiedlichkeit. In komplementären Beziehungen ergänzen sich unterschiedliche Verhaltensweisen und bestimmen den Interaktionsprozess. Die Beziehungsgrundlage besteht hierbei in der Unterschiedlichkeit der Partner. Häufig drückt sich diese Unterschiedlichkeit in einer Unterordnung aus, d.h. der eine hat die Oberhand über den anderen. Eine symmetrische Beziehungsform zeichnet sich dadurch aus, dass die Partner sich bemühen, Ungleichheiten untereinander zu minimieren (Streben nach Gleichheit).

_auch da ist p.w. sehr geistreich, aber nicht unbedingt im besitz der gesamten wahrheit (finde ich). nicht alles in komplementären beziehungen ergänzt sich; man kann auch dagegen arbeiten; auch in prinzipiell symmetrischen beziehungen mischen sich manchmal unsymmetrische kommunikationsakte. es gibt nicht nur symmetrie und unter-/überordnung, sondern manchmal auch unklarheit. „streben nach gleichheit“ würd ich nicht allen meinen kommunikationspartnern a priori unterstellen; es gibt auch das streben nach macht, übermacht, vormacht, ohne dass komplementarität vorliegt.

wichtig ist zu erkennen, dass in einer unter-/überordnung kommunikationsakte oft „komplementär“ verlaufen, d.h. in der über-/unterordnung einander ergänzen. wenn das nicht der fall ist, tritt leicht irritation ein. der chef befiehlt, aber der angestellte antwortet scherzhaft … bsp. aus einem uniinstitut: der prof brüllt aus seinem chefzimmer nach der sekretärin „fräulein angela!!!“. die sekretärin brüllt zurück „was ist?“ der komplementäre akt wäre wahrscheinlich, stante pede im chefzimmer zu erscheinen …_

hth
m.

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WOW!!!

Das hätte ich nich erwartet vielen vielen Dank :smile:
Jetzt kann die Arbeit kommen ich werd mich nochmal rein vertiefen heute Abend und dann mal sehen =D

Echt vielen vielen Dank!!!