Darüber könnt (und vlt. solle *g*) ich jetzt länger nachdenken, aber ich schieß mal eben aus der Hüfte.
Akzeptanz ist kontextabhängig, Personen- oder Objektgebunden und enthält ein positives Werteurteil.
Sie bezieht sich also auf Situationen, Objekte oder Personen
(inkl. Einstellungen und Verhalten), die ich in ihrer „Art und Weise“,
(auch hinsichtlich ihrer Existenz) aktiv und positiv „hinnehme“-
im Gegensatz zur Toleranz, die eine passive Duldung meint.
Compliance ist wenn man so will situationsabhängig.
Findet das Wort (zu deutsch) ursprünglich Verwendung in BWL und Psychologie/Medizin und meint dort die Einhaltung der dort herrschenden Richtlinien
(in einem Unternehmen, einer Therapieeinrichtung, einem Setting etc.).
Okay und jetzt die lustigen Wortspiele
Für Compliance bedarf es nicht zwangsläufig einer Akzeptanz, aber mind. einer Toleranz-.
Toleranz (tolerare) zu deutsch: ertragen, durchstehen, aushalten, erdulden.
Vorstufe zur Akzeptanz.
Wenn ich für Compliance keine Akzeptanz brauche, kann das nach Adam Riese nicht dasselbe sein.
Verhaltens- bzw. Einstellungsakzeptanz ist, meinem Verständnis nach, losgelöst von der eigenen Person. Ich akzeptiere die Einstellung oder das Verhalten einer Dritten Person, und ich kann die Einstellungen einer Person akzeptieren, während ich das dazugehörige Verhalten ablehne oder umgekehrt.
konstruiertes Praktisches Beispiel:
Ich akzeptiere (bewerte positiv) die Arbeit einer ehrenamtlich tätigen Person, finde deren Einstellung, dies nur zu tun, um anschließend eine Vorteil daraus zu schlagen
(ich sag jetzt einfach mal einen Zeitungsartikel- Prominenz) jedoch negativ.
Weils hier steht und nicht woanders, geh ich von medizinisch/psychologischer Compliance aus, die meint, dass in dem Fall, dass der Heilungsprozess eines Patienten von seiner Kooperation abhängt, der Patient die ihm aufgetragenen Anweisungen konsequent befolgt (zb. Einnahme von Medikamenten).
Compliance ist gegenüber der Akzeptanz
* zeitlich gebunden
(für die Dauer meiner Anstellung bei Unternehmen X, oder die meiner Therapie)
* enthält ein neutrales (oder positives) Werteurteil
* entsteht in einer bestimmten (Abhängigkeits-)Situation
zum Werteurteil und der Abhängigkeit:
Ich muß einer Therapie nicht positiv gegenüberstehen, um mich „compliant“ zu zeigen. Während Non-Compliance dagegen eine Ablehnung beinhaltet. Man nehme an, ich arbeite in einem Betrieb X, der seinen Mitarbeitern die Auflage erteilt in Hasenkostümen herumzurennen.
Anzunehmenderweise findet das bei 30 Grad im Schatten keiner lustig
(und der Herr Anwalt riebe sich die Hände *fg*),
trotzdem kann ich mich compliant- regelkonform- verhalten, zb. weil ich andernfalls massive Einbußen habe zb. existenzieller Hinsicht.
Genauso wenig freuen wir uns über eine wichtige Operation, verhalten uns aber „compliant“, um der schwerwiegenderen Konsequenz zb. todbringende Krankheit, aus dem Wege zu gehen.
Nach allem Palaver lautet das Frosch-Fazit also:
Akzeptanz bedarf Toleranz
Compliance bedarf Toleranz
Intoleranz führt zu Inakzeptanz
Intoleranz führt zu Non-Compliance
Compliance bedarf keiner Akzeptanz
Ich hoff, dass hat Dich jetzt irgendwie weiter gebracht
Frosch
PS. wo sind denn alle hin? Fühlt sich hier langsam einsam *fg*
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