Komplizierte Freundschaft

Ich habe in meinem Freundeskreis eine Person, die etwas - sagen wir mal - schwierig ist.
Kennengelernt haben wir uns, als sie einmal Hilfe brauchte.
Vorher haben wir uns nur gegrüßt und ein paar mal sporadisch ein paar Worte gewechselt.
Ich habe sie dann näher kennengelernt.
Sie hat interessante Einstellungen und ich bewundere sie.
Trotzdem ist unsere beginnende Freundschaft nicht unkompliziert.
Vielleicht könnt Ihr mir helfen, folgende Puzzlesteine zusammenzuhängen.
Ich habe bis jetzt kein klares Bild bekommen.

Sie hat vernünftige Ansichten.
Sie ist sehr verschlossen.
Sie schätzt meine Freundschaft (nach eigener Aussage)
Sie ist extrem unsicher.
Sie ist (oder wirkt) ziemlich egoistisch. Immer muss alles nach ihrer Pfeife tanzen.
Nie war ihr wirklich wichtig, was meine Bedürfnisse sind und wie es mir geht.
Manchmal ist sie sehr sensibel, das gefällt mir an ihr.
Sie fühlt sich nicht liebenswert.
Sie stößt mich manchmal zurück.
Sie kann meine freundschaftliche Zuneigung nicht annehmen. („Was findest du an mir Besonderes???“)
Sie gibt mir manchmal das Gefühl, lästig zu sein.
Sie hat gewisse Lebenseinstellungen, die ich sehr bewundere.
Ich war mir bis jetzt ihrer Freundschaft nie wirklich sicher, obwohl sie oft beteuert, dass wir wirklich dicke Freunde sind.
Wenn ich sie was Persönliches frage, weicht sie meist aus.
Ich glaube, sie hat kein Vertrauen zu mir.
Manchmal möchte sie mich tagelang nicht sehen.
Sie hat eine sehr ehrliche, gerade Art.
Lieber sagt sie nichts, als daß sie lügen würde.
Oft habe ich das Gefühl, immer sei nur ich die Gebende.
Ich habe ihr meine Freundschaft versprochen und will das Versprechen nicht brechen.
Ich mag sie sehr.
Ich weiß bis heute nicht, wie sie wirklich zu mir steht.
Ihre Worte signalisieren Freundschaft, ihr Verhalten zeigt mir, daß ich ihr gleichgültig bin…
Zur Zeit will sie mal wieder ihre Ruhe haben und redet nicht mit mir.

Wenn ich mir ihrer Freundschaft sicher sein könnte, wäre das toll.
Aber jedesmal, wenn sie mir ihre Freundschaft beteuert, bekomme ich 10 Hinweise, daß es ihr nicht ernst ist damit.
Das paßt aber nicht mit ihrer schon sprichwörtlichen Ehrlichkeit zusammen.

Irgendwie paßt alles nicht zusammen.

Soll ich mich weiter um die Freundschaft bemühen?
Hat das überhaupt einen Sinn?
Dazu muß ich aber auch sagen, daß ich diese Person sehr bewundere und wirklich gerne mag.
Nur mittlerweile bereitet mir diese Freundschaft mehr Leid als Freude.

Was soll ich tun?
Was meint Ihr?

mfg
zwaantje

Hallo zwaantje!

Klingt ziemlich banal, aber ich glaube, die von dir geschilderte Person ist völlig verrückt und du stellst sie dir auf ein Podest, weil du sie nicht durchschauen kannst. Diese Ambivalenten Botschaften werden dich auf Dauer mit Sicherheit aufreiben. Deswegen nimm Abstand - wenn ihr etwas an der Freundschaft liegt , wird etwas von ihr kommen (wahrscheinlich aber nur, bis du wieder aufmerksam bist).

Verbräme bloß nicht die Probleme, die sie mit sich selbst zu haben scheint mit dem Etikett „interessant“

Hallo Zwaantje!

Also ich kann mir zwei Erklärungen vorstellen:

  1. Deine „Freundin“ braucht dich um sich bestätigen zu lassen, dass sie ist. Dafür spricht, dass sie dir wiederspricht, wenn du sagst dass sie leibenswert sei. Sicherlich fänfst du dann an ihre Vorzüge aufzuzählen um sie zu überzeugen… Wer hört sowas nicht gern?!
    Dafür spricht auch, dass sie sich zurück zieht. Vielleicht immer dann, wenn sie sich gut genug fühlt?
    Kommt sie nur auf deine Freundschaft zurück, damit sie Selbstbestätigung erfährt?

  2. Deine „Freundin“ kennt sich nicht aus in sich selbst. Vielleicht ist sie sehr unzufrieden mit sich, wäre gerne jemand anders… Versucht eine beeindruckende Fasade aufrecht zu erhalten, mit dem stillen Bewußtsein, dass das nicht gut gehen wird?!

Ich persönlich bin kein Fachmann, halte aber die erste Möglichkeit für wahrscheinlicher.

Mein Rat:
Distanz. Ich bin auch der Ansicht, du hast dich in ihrer Mystik verlohren. Mach die Augen auf.
Wenn sie wirklich eine so tolle Persönlichkeit ist, wie du sagst, dann laß es drauf ankommen.
Melde dich nicht.
Wenn sie sich nicht meldet, vielleicht ein letztes Gespräch…
Aber solch eine Person kann noch so toll wirken,… ihre Gesellschaft ist sehr kraftraubend.
Und sowas nennt man dann letztendlich nicht mehr Freundschaft,… oder?

Gruß
Anke

Ich habe in meinem Freundeskreis eine
Person, die etwas - sagen wir mal -
schwierig ist.
Kennengelernt haben wir uns, als sie
einmal Hilfe brauchte.
Vorher haben wir uns nur gegrüßt und ein
paar mal sporadisch ein paar Worte
gewechselt.
Ich habe sie dann näher kennengelernt.
Sie hat interessante Einstellungen und
ich bewundere sie.
Trotzdem ist unsere beginnende
Freundschaft nicht unkompliziert.
Vielleicht könnt Ihr mir helfen, folgende
Puzzlesteine zusammenzuhängen.
Ich habe bis jetzt kein klares Bild
bekommen.

Sie hat vernünftige Ansichten.
Sie ist sehr verschlossen.
Sie schätzt meine Freundschaft (nach
eigener Aussage)
Sie ist extrem unsicher.
Sie ist (oder wirkt) ziemlich egoistisch.
Immer muss alles nach ihrer Pfeife
tanzen.
Nie war ihr wirklich wichtig, was meine
Bedürfnisse sind und wie es mir geht.
Manchmal ist sie sehr sensibel, das
gefällt mir an ihr.
Sie fühlt sich nicht liebenswert.
Sie stößt mich manchmal zurück.
Sie kann meine freundschaftliche
Zuneigung nicht annehmen. („Was findest
du an mir Besonderes???“)
Sie gibt mir manchmal das Gefühl, lästig
zu sein.
Sie hat gewisse Lebenseinstellungen, die
ich sehr bewundere.
Ich war mir bis jetzt ihrer Freundschaft
nie wirklich sicher, obwohl sie oft
beteuert, dass wir wirklich dicke Freunde
sind.
Wenn ich sie was Persönliches frage,
weicht sie meist aus.
Ich glaube, sie hat kein Vertrauen zu
mir.
Manchmal möchte sie mich tagelang nicht
sehen.
Sie hat eine sehr ehrliche, gerade Art.
Lieber sagt sie nichts, als daß sie lügen
würde.
Oft habe ich das Gefühl, immer sei nur
ich die Gebende.
Ich habe ihr meine Freundschaft
versprochen und will das Versprechen
nicht brechen.
Ich mag sie sehr.
Ich weiß bis heute nicht, wie sie
wirklich zu mir steht.
Ihre Worte signalisieren Freundschaft,
ihr Verhalten zeigt mir, daß ich ihr
gleichgültig bin…
Zur Zeit will sie mal wieder ihre Ruhe
haben und redet nicht mit mir.

Wenn ich mir ihrer Freundschaft sicher
sein könnte, wäre das toll.
Aber jedesmal, wenn sie mir ihre
Freundschaft beteuert, bekomme ich 10
Hinweise, daß es ihr nicht ernst ist
damit.
Das paßt aber nicht mit ihrer schon
sprichwörtlichen Ehrlichkeit zusammen.

Irgendwie paßt alles nicht zusammen.

Soll ich mich weiter um die Freundschaft
bemühen?
Hat das überhaupt einen Sinn?
Dazu muß ich aber auch sagen, daß ich
diese Person sehr bewundere und wirklich
gerne mag.
Nur mittlerweile bereitet mir diese
Freundschaft mehr Leid als Freude.

Was soll ich tun?
Was meint Ihr?

mfg
zwaantje

Hallo Zwaantje,

um einen richtigeren Eindruck zu bekommen, müßte man zweifelsohne beide Seiten hören bzw. lesen.

Nun, manches magst Du an ihr scheinbar (sehr) und maches nicht. Derzeit überwiegt das Negative, so ich Dich recht verstanden habe?

Nun, hast Du Dich schon mal gefragt, was Du zu dieser Beziehung und ihren Reaktionen beiträgst?

Vielleicht ist sie egoistisch, vielleicht steckt auch was anderes dahinter? Doch das ist nicht wichtig, finde ich. Meiner Meinung nach begegnen einem immer Menschen im Leben, mit denen oder durch die man etwas lernen kann. Wenn sie also zu egoistisch ist, was ist dann mit Dir? Ist sie ein Spiegel für Dich? Bist Du ebenso egoistisch oder lebst Du das andere Extrem, daß Du zu gefällig bist, zu wenig Grenzen ziehst, selbst zu wenig für Dich sorgst bzw. sorgen kannst? Wessen „Schuld“ ist das dann? Ich denke, niemand hat hier Schuld.

Reflektierst Du die Situation, kann - um nur ein Beispiel zu nennen - Dir klar werden, daß Du womöglich aus Verlustangst, Konfliktscheue, Bequemlichkeit… Deine Bedürfnisse nicht (klar) äußerst. Vielleicht ist sie nun in Dein Leben getreten, damit Du das lernen kannst? Denn wie soll man was lernen können, wird man mit einer Thematik nicht konfrontiert?

Im Kontakt mit anderen werden uns doch oft erst unsere Schwächen bewußt, die wir leider oft als Manko dem anderen in die Schuhe schieben wollen. Die anderen sind die Bösen, weil sie z.B. egoistisch sind. Vielleicht sind wir es auch, und überspielen es nur oder wir erlauben uns einfach nur nicht, z.B. egoistisch zu sein, kreiden aber dem anderen das an, was wir uns selbst nicht erlauben?

Ich denke, daß alles was mit uns in Resonanz tritt, worüber wir uns erfreuen oder ärgern, hat immer in irgendeiner Weise auch mit uns selbst zu tun. Und da ist für mich eher der Ansatzpunkt für die Lösung.

Bleibe bei Dir, wenn das auch am schwersten ist. Frage Dich, was macht das mit Dir? Was möchtest Du? Äußere konkret was Du möchtest und was nicht, ohne Vorwürfe zu machen. Je mehr Du Dich um Dich und Deine Ent-Wicklung kümmerst, umso besser werden die Kontakte in Deinem Leben werden.

Und noch eins: muß man sich in einer guten oder gar besten Freundschaft sooft oder oft sehen? Für mich ist das z.B. weniger wichtig. Hast Du mit ihr mal darüber gesprochen, was ihr unter Freundschaft versteht? Und die Qualität hängt nicht von der Quantität ab.

Alles Gute,

Romana

Hi,

nach dem Lesen einschl. aller Antworten stellt sich mir die Frage:

sprichst Du wirklich von einer „sie“?

Gruss

Rudi

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