kann/darf ich auf einen Komposthaufen, dessen „Endprodukt“ ich wieder für den Gemüsegarten verwenden möchte, auch abgeschnittenen Efeu (Stiele und Blätter) werfen oder ist das irgendwie giftig?
Daran angehängt hab ich auch mal irgendwo aufgeschnappt daß man
Engelstrompete (wegen des Gifts)
Kohl-Strünke (irgendwas wegen Fäulnis)
und Tuja-Schnitt
nicht auf den Komposthaufen für den Gemüsegarten werfen soll.
Stimmt das?
Gibt’s noch andere Sachen aus dem Gartenbereich, die nicht auf den Komposthaufen sollen?
Warum?
PS: Mir ist schon klar, daß ein Schnipsel Tuja (oder sonstwas) nicht den ganzen Komposthaufen „kippt“, also ich meine schon größere/normale/übliche Mengen (auch wenn’s schwer zu definieren ist).
Hallo, Max,
nicht des Giftes wegen entsorgen wir Efeuabschnitte nicht auf dem Kompost, sondern deshalb, weil diese Abschnitte ihrerseits schneller neu wurzeln als verrotten.
Ansonsten kommt alles an pflanzlichen Abfällen auf den Kompost, was im Garten anfällt, auch von giftigen Pflanzen. Deren Gift wird dort auch gleich ab- und umgebaut.
Wichtig ist nur die ausgewogene Zufuhr von Material, also nie zuviel von der gleichen Sorte. Der Kompost mag es am liebsten bunt gemischt.
und was ist mit Obst? Ich habe aus Not einen riesen Berg Fallobst auf den Kompost gepackt - die Abnahmestelle der Müllabfuhr für Gartenabfälle nimmt kein Fallobst an - also wohin damit?
und was ist mit Obst? Ich habe aus Not einen riesen Berg
Fallobst auf den Kompost gepackt
Hallo Anja,
wie gesagt - möglichst mit anderem Abfall mischen - Grasschnitt z.b. oder Kartoffelkraut etc.
Schließlich soll das Zeug verrotten, nicht verfaulen - den Unterschied kannst Du mit der Nase wahrnehmen.
Gruß
Eckard
Mit der richtigen Mischung ist gemeint: Das C - N - Verhältnis. Hört sich wissenschaftlich an, ist aber an sich recht einfach:
„Matschiges“ Material (Grasschnitt gehört auch dazu, Fallobst, Küchenabfälle und sowas) ist meist im Übermaß vorhanden. Man muss aber darauf achten, öfter auch mal „strohiges“ oder „holziges“ Material einzubringen. Dies kann sein: Stroh, abgeblühte Stauden, Gehölzschnitt (gehäkselt oder mit Spaten oder Axt in kurze Stücke gehauen), zur Not Papier und Pappe, eine dünne Schicht Sägespäne oder sowas.
Wenn’s doch mal stinken sollte und sich im Übermaß Fliegen tummeln, streuen wir ein wenig Gesteinsmehl über den Kompost.
und was ist mit Obst? Ich habe aus Not einen riesen Berg
Fallobst auf den Kompost gepackt - die Abnahmestelle der
Müllabfuhr für Gartenabfälle nimmt kein Fallobst an - also
wohin damit?
Kommt auf den Garten an. Fallobst sollte ja nicht unter die gleichen Bäume wieder verteilt werden, da man so wunderbar die Erkrankungen und Larven für nächstes Jahr „aussät“. Je nach Menge macht das dann aber schon ein Problem…
Ich löse es meist so, daß ich die gesammelten „Obstberge“ auf dem freien Acker im Herbst vor dem Umgraben verstreue und im Frühjahr mit der Maschine die Reste durchkrümel. Sicher nicht die beste Methode für Steinobst a la Pflaumen und Pfirsiche, aber für Äpfel und Birnen durchaus praktikabel. Mit Rasenschnitt passiert btw. das gleiche, denn der fault auf Kompost mal gerne stinkend vor sich hin. Die wenigen dadurch gesäten Apfel- und Birnenneupflanzen kann man locker wegjäten. Praktisch bei über den Winter „gereiften“ Zucchinitrümmern, die wachsen dann im ganzen Garten…
Gibt’s noch andere Sachen aus dem Gartenbereich, die nicht
auf den Komposthaufen sollen?
Blätter vom Walnussbaum oder einer Kastanie gehören nicht auf den Kopmpost.
Warum?
Es bildet sich eine nahezu undurchlässige Schicht, durch die kein Wurm konmmt. Irgendwelche Stoffe in den Blättern hemmen offenbar die Verrottung.
Guckst du auch: http://www.haller-mtl.de/homepage/garten/garten.html…
Gibt’s noch andere Sachen aus dem Gartenbereich, die nicht
auf den Komposthaufen sollen?
Blätter vom Walnussbaum oder einer Kastanie gehören nicht auf
den Kopmpost.
Hallo, Uwe,
das hört man immer wieder, es wird aber dadurch nicht wahrer.
Natürlich kann man auch Kastanien und Walnussblätter kompostieren. Das Problem liegt einmal in der Größe dieser Blätter, wodurch sie sich dicht übereinander legen und im massenhaften Anfall innerhalb kurzer Zeit.
Abhilfe: das Nusslaub und die Katanienblätter einfach durch den Schredder jagen (hilfsweise kann man sie auch mit dem Rasenmäher zerkleinern) und dann gut mit anderem Kompostmaterial vermischen.
Kann/darf ich auf einen Komposthaufen, dessen „Endprodukt“ ich
wieder für den Gemüsegarten verwenden möchte, auch
abgeschnittenen Efeu (Stiele und Blätter) werfen oder ist das
irgendwie giftig?
Engelstrompete (wegen des Gifts)
Pflanzengifte sind gegen Fressfeinde (z.B Weidetiere, Schnecken und Insekten) gerichtet. Für Bakterien, die die Biomasse im Kompost abbauen sollen, ist das irrelevant. Es gibt aber auch Pflanzenbestandteile die die Verrottung hemmen, z.B. Gerbsäure wie sie in Eichen- und wahrscheinlich auch in Nussblättern enthalten ist.
Auch Fichtennadeln und andere harzhaltige Pflanzen dauern länger zur Verrottung. Ich siebe den Kompost bei der Ernte aus und gebe das nicht verrottete Material wieder zurück. Irgendwann ist alles abgebaut. Regeln aufzustellen was und was nicht auf den Kompost kommt, macht mehr Stress als Nutzen. Pflanzen die reife Samen tragen sind aber nicht gut.
Udo Becker