Kompresse in Wunde reingeklebt

Hallo zusammen,

ich habe am vergangenen Dienstag drei Leberflecken von meiner Hautärztin herausgeschnitten bekommen.

Nun hat sich gestern eines der Pflaster gelöst, was ich (statt es mit diesen Klebestreifen einfach zu überkleben) zum Anlass genommen habe, es zu wechseln.

Dabei stellte sich heraus, dass die gute Dame die Baumwollkompresse direkt auf die gerade genähte (logischerweise noch blutende) Wunde legte und dann einfach so einen Riesenkleber darüber machte.
Ich kenne mich medizinisch mit Sicherheit bei Weitem nicht so gut aus, wie sie - aber der gesunde Menschenverstand sagt MIR bereits, dass das ja wohl reinkleben MUSS!
Naja, ich habe daraufhin (entgegen ihrer Anweisung, die Wunde solle trocken bleiben) begonnen, das durch die Kompresse getretene Blut mit einer Wasser-Betaisodona-Lösung aufzuweichen. Irgendwann nach ca. einer Stunde lies sich die Kompresse dann (etwas schmerzhaft) ablösen.
Die Wunde riss natürlich wieder auf und begann leicht zu bluten.

Ich habe das dann (nach meinem gesunden Menschenverstand) verarztet:
* Wunddesinfektionsspray drauf
* Betaisodona-Salbe drauf
* so eine Anti-verkleb-Gaze drauf (hat mir meine Mutter aus der Apotheke gebracht: ist wohl mit Öl getränkt)
* Kompresse drauf
* sauber außenrum abgeklebt
* Verband drum

Das ist nicht das erste Mal, dass ich Leberflecken entfernt bekommen habe … aber bisher hat sie mir IMMER zwei so „Klebestreifen“ dazwischen und es ist NIE etwas reingeklebt!

Nun meine Fragen:
* War das so aus medizinischer Sicht OK, was ich gemacht habe?
* Was ist mit dieser Ärztin los??? Sind diese zwei „Klebestreifen“ neuerdings zu teuer? Zahlt die Krankenkasse das nicht mehr???
* Was mache ich bei den anderen beiden Stellen? Ich habe mich bisher nicht hingetraut, aber da wirds wahrscheinlich das selbe Spiel werden …

Und nein: Ich werde nicht zu meiner Hautärztin gehen, um sie das machen zu lassen! Die sieht mich erst zum Fädenziehen wieder! Mein Vertrauen in sie ist hiermit nachhaltig geschädigt!

Danke schonmal und ganz liebe Grüße,
TBP

Hallo TBP,
die Art, wie Du die Versorgung vorgenommen hast, ist völlig in Ordnung.
Wenn kein Arzt mehr drauf schauen soll,bleibt ja nichts anderes als selbst Hand anzulegen…
Vielleicht wär ja der Hausarzt noch eine Alternative zur Hautärztin?
LG A.

Gibt es (in Hinsicht auf das Wochenende vielleicht aus dem Hausmittelarsenal) eine effektivere Methode, das Blut in der Kompresse anzulösen?
Das Wasser hat doch recht lange gebraucht - und ganz gelöst hat sichs eben doch nicht … wurde wie gesagt schmerzhaft … :S

Danke für die Antwort,
TBP

Halloíhallo,
das da eine Wattierung direkt auf der Wunde aufliegt - naja, halte ich auch nicht für gerade günstig gelöst. Warum die Ärztin das ausgerechet so gemacht hat, kann ich nicht wirklich beantworten.
Zum eigentlichen Problem, wichtig ist, daß die Wundstelle trocken ist. Ich würde auf so ein Anti-Verklebe-Gaze unbedingt verzichten, da es die Stelle feucht hält. Am Besten wäre ein reines Cutiplast steril darüber zu kleben, ohne irgendwas darunter, vorallem keine Salben.
Ich habe selbst gerade die beste Erfahrung gemacht, da ich vor zwei Wochen meine Gallenblase oparativ entfernt bekommen hab. Diese Cutiplast steril habe ich auf die OP-Wunden bekommen. Sie sind nicht verklebend und die Wunde kann „atmen“ sprich, die Wunde kann wieder die „Kruste“ bilden, die wichtig ist, damit die Haut sich selbst regenerieren kann.
Sollte Dir die Wunde suspekt vorkommmen, geh aber bitte unbedingt zum Arzt!
Ansonsten, solltest Du den dringenden Wunsch nach einer Dusche verspüren, besorg Dir wasserfeste Pflaster aus der Apotheke, die kannst Du dann auch wieder schön wechseln und gegen die Cutiplast tauschen :smile: Vorsicht bei den Wasserfesten, die kleben verdammt gut auf der Haut und lassen sich nicht ohne ziepen lösen.
Ich hoffe, ich konnte Dir ein bisschen helfen. Gute Besserung noch und wenn Du Zweifel an der Ärztin hast, wechsel bei nächster Gelegenheit einfach den Arzt.
LG
Karin

Sorry, kann die Frage nicht beantworten - Medizin ist mein Interesssen und nicht mein Expertenthema - Hab mich streichen lassen von dem Fachgebiet Medizin
Gruß gabi

Dein Selbstversuch ist gar nicht sooo schlecht.
Allerdings hättest Du das Wunddesinfektionsspray (welches eigentlich?) weglassen sollen, weil unklar ist, ob und wie es mit der Betaisodona-Salbe reagiert.
Gleiches gilt für die nicht-verklebend ölige Wundauflage.

Günstiger funktioniert das so:

  1. sterile physiologische Kochsalzlösung (0,9%ig) aus der Apotheke zum Ablösen des verklebten Materials. Lange genug einweichen lassen.
  2. Wunde mit sterilem Tupfer trockentupfen
  3. Betaisodona-Wundgaze auflegen, trockenen, sterilen Tupfer drüber
  4. Abdecken mit Verband oder rundum klebendem Pflaster (z.B. Hansaplast elastic 8x8cm)