Gibt es hier jemanden der auch Probleme mit so einem Gerät hat?
Das Problem ist, dass das Teil wohl unterdimensioniert ist.
Der Motor mit 110kW dürfte etwa 202A ziehen. Tatsächlich sind es aber 220A. Der Servicemonteur kann keinen Fehler finden. Mittlerweile haben wir jetzt sogar einen baugleichen zweiten
Kompressor in unserem Betrieb, der die gleichen Ströme aufnimmt.
Das Bimetall des ersten Kompressors fällt immer mal wieder. Die Umgebungstemperatur ist dort etwas höher.
Der zweite Kompressor ist seltsamer Weise noch nicht ausgefallen. Die letzte Maßnahme war im eingebauten Schaltschrank eine Zwangslüftung einzubauen (das Ziel war bessere Bedingungen für das Bimetall zu schaffen), seither ist es wesentlich besser geworden. Im Schrank ist es gut warm weil auch die Schütze kleindimensioniert sind und gradenoch so reichen, deshalb sind auch sie gut warm.
Die Entwicklungsabteilung sagte sinngemäß folgendes:
„Die heutigen Motoren lassen einen Servicefaktor zu. Also stellen Sie das Bimetall ruhig höher (im Strang ~135A)“
O.K. der Motor hat eine bessere Isolationsklasse (F), aber ist das eine Rechtfertigung mehr als den Nennstrom zuzulassen?
Wir haben uns überlegt einen Ersatzmotor zu beschaffen, falls der Motor abraucht. Dabei haben wir festgestellt, dass der Flansch eh schon nicht die Originalbaugröße ist. Ein Motor mit Normflansch würde gar nicht passen. Es sieht so aus als ob die Maschine für 90kW ausgelegt ist aber ihr ein 110kW Motor angepaßt wurde. Also nochmal einen stärkeren Motor zu nehmen wäre schier der Wahnsinn.
Garantiezeit ist schon abgelaufen.
Was macht man in so einem Fall? Rechtliche Schritte? Wenn ja welche? Sonstige Ideen?
Hallo,
prinzipiell gibt es bei der Auslegung von Sicherungen und
Motorschützen immer kleine Unwägbarkeiten.
zunächst haben Sicherungen Toleranzen. Die liegen wohl nicht
im 1%-Prozentbereich sondern eher bei 5%…10%.
Dann haben alle Sicherungmechanismen, die auf Temp. reagieren
(z.B. Bimetall,aber auch Heiß-/Kaltleiter) das Problem der
Umgebungstemperaturabhängigkeit. Wenn ein Schalter z.B.
bei 120°C am Stellglied auslöst, dann ist das bei -20°C eine
Temperaturdeff. von 140grd gegenüber Umgebungstemp. aber
bei +60°C nur noch 60grd. Differenz.
Dem entsprechend ist es wohl schon sehr sinnvoll, bei erhöhter
Temp. die Schaltschwelle höher einzustellen.
Was den Motorstrom angeht, so haben die natürlich auch
Toleranzen in den Wicklungen, außerdem …
kann es evtl. sein, daß der Motor noch eine Bewicklung
für 220V bzw. 380V hat. Jetzt sind ja 230V bzw. 400V
eher normal. Bei uns hier haben wir aber fast immer eine
Netzspannung von 237…238V, nachts habe ich sogar schon
fast 245V gemessen. Das macht sich auch bei der Stromaufnahme
bemerkbar.
Was das Abrauchen des Motors angeht, so würde ich das als
unproblematisch absehen. Die Wicklungen werden wohl kaum
ohne Grund abbrennen, eher sind Ausfälle wegen Lagerschadens
oder ähnlichem zu befürchten
Rein elektrisch bzw. wegen Überhitzung darf das nicht passieren.
In Zweifelsfall kann man ja auch noch Temperaturfühler am
Statorgehäuse anbringen und bei über mäßiger Erwärmung die
Anlage zwangsabschalten.
Allerdings ist natürlich auf die Einhaltung der vom Hersteller
festgelegten Umgebungsbed. für den Motor zu achten.
Gruß Uwi
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Moinmoin, versuche einmal die Luftansaugung etwas zu reduzieren.
Durch die Reduzierung senkst Du auch den aufgenommenen Strom, und passt somit die mechanische an die elektrische Einrichtung ab.
Gesetzlich ist es so, daß vedeckte Mängel über die übliche Garantiezeitz von 1 Jahr sich auf 20 Jahre erhöt. Doch Du muß den Nachweis führen. Also muß die seinerzeit erfolgte IBS auch die entsprechende Dokumentation beinhaltet haben, und da muß auch der aufgenommene Strom stehen, wenn nicht brauchs Du garnichts machen, da Du dann bereits den Prozess verloren hast.
Cheers
Friedrich-Matthias
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Ich denke mal, hier liegt ein Denkfehler vor. Ein Motor zieht nicht das, was auf dem Typenschild steht, sondern das, was man ihm an der Welle abnimmt. Wirkungsgrad nicht vergessen!
Ein Klasse F Motor raucht so schnell nicht ab. Greife auf die Idee von Uwi zurück, Temperatursensor.
Was das Bimetall betrifft: hast Du so ein Teil schon mal von innen gesehen? Wie primitiv das aufgebaut ist? Und die Einstellung? Da gibt es meistens nur den min und den max Wert auf der Skala. Den Rest darfst Du schätzen. Stell mal so ein Ding genau ein!
Und ich denke mal, solange die Anlage läuft und lediglich 18 Ampere mehr Strom zieht, kommst Du auch juristisch nicht weiter.
Check doch mal die gesamte Anlage. Habt ihr das richtige Öl im Kompressor? Nur ein paar cStoke mehr und alles geht schwerer. Macht ihr regelmäßig Ölwechsel? Nicht nur nachfüllen, der Abrieb muss raus. Und Öl verschleißt auch.
Vielleicht konnte ich Dir etwas weiterhelfen
Kalle