Hallo,
ich möchte nochmal bemerken, daß es zweckmäßig wäre, wenn du mal
genauer schreibst, was du vorhast.
Die Aufgabenstellung scheint so völlig unausgewogen zu sein.
Einerseits zeigt dein Posting, daß du Laie auf dem Gebiet der
Elektronik bist, andererseits hast du höchste professionele Ansprüche.
Ob dein Ansatz überhaupt plausibel und sinvoll ist, kann niemand sagen.
Die Erfahrung lehrt uns, daß oft ewiges Hin und Her mit einigen
Ratestunden viel später dann dazu führt, daß die ganze Diskussion
völlig an der Praxis vorbeigegangen ist, weil die Fragestellung von
unrealen Randbedingungen ausgegangen ist.
Ich möchte einen Kondensator so genau wie möglich aufladen,
Für das Aufladen an sich gibt es keine Genauigkeitsschranke.
Allerdings gibt es immer Toleranzen bei der Messung bzw. Spannungsregelung.
Genauigkeiten von 1Promile kann man heute auch mit Amateurmitteln
realisier. Was du willst liegt aber gut Faktor 100 darunter,
das ist nicht trivial. Hast du überhaupt Messtechnik dafür zur
Verfügung, die auch auf 0,001% genau ist?
diese Spannung so lange wie möglich halten und die Spannung
dann wieder so genau wie möglich messen. Die Frage ist nur
noch, wie groß dieses „genau wie möglich“ ist.
Was heißt solange wie möglich und wie genau soll es sein?
Das sind keine vernüftigen Angaben, die du da machst.
Die erste Schwachstelle ist die Spannungsquelle, mit der der
Kondensator aufgeladen wird. Was für Genauigkeiten gibt es so
bei Spannungsquellen? Wäre eine Spannungseinstellung von z.B.
2,67839 V möglich?
Ja, ist möglich, aber nur mit sehr erheblichen Aufwand und mit
ausreichend Erfahrung. Beachte, daß die Genauigkeit z.B. auch von
der Temp. bestimmt wird (wegen Temperaturdrift).
Welche Einsatztemp. brauchst du?
Evtl. muß das ganze thermostatiert werden?
Wenn es sowas nicht zu kaufen geben sollte: Könnte man sowas
nicht selber bauen? Bei einem Potentiometer ist bestimmt die
Größe für die Genauigkeit verantwortlich.
Blödsinn! Genauigkeit hat nicht wirklich mit Größe zu tun.
Wenn ich eine riesige Scheibe hätte, auf dem der Schleifkontakt
schleift, :könnte ich den Kontakt sehr genau an eine Stelle bringen.
Gibt es sowas vielleicht schon?
Das sind eher laienhafte Vorstellungen über die Umsetzbarkeit.
Das zweite Problem ist dann der Kondensator an sich.
Wenn man eine Spannungsquelle mit einer Genauigkeit von sagen
wir einem zehntausendstel Volt hätte, würde jeder Kondensator
diese Spannung auch so genau aufnehmen können? Oder gibt es
dafür Spezialkondensatoren?
Natürlich geht nicht jeder Kondensator.
Spezielle Foliekondesatoren mit einem sehr hohen Isolationswiderstand
und nicht zu geringer Kapazität sind nötig.
Das größere Problem wird aber denke ich die Entladung sein.
Da wirkt dann nicht nur der Isolationswiderstand in den Kondensatoren,
sondern auch die über die äußeren Kriechstrecken.
Rechne es aus, bei welcher Kapazität und gegebener Zeit, die
Isolationswiderstände liegen müssen. Dann vergleiche diese mit
den Datenblättern des Kondensators und der beteiligten Schaltungen.
Bei Wikipedia habe ich gefunden, dass die besten Kondensatoren
nach etwa einer Stunde schon 67 % ihrer Kapazität verloren haben.
Wenn du sowas schreibst, dann gebe den Link zur Quelle und die
Stelle im Text an, damit wir nicht raten müssen, auf was du dich
da beziehst.
Wie schon im anderen Brett geschrieben, ist das eh Unsinn.
Hier werden für PP Halbwertszeiten von 100.000s angegeben.
http://de.wikipedia.org/wiki/Kunststoff-Folienkonden…
Eine sehr genaue Spannung wäre also schon nach
Sekundenbruchteilen weg. Kann man diese Entladung irgendwie
vermeiden? Vielleicht mit einem anderen Bauteil, z.B. einer Batterie?
Nochmal, was willst du damit machen???
Die letzte Schwachstelle ist dann die Spannungsmessung.
Wie genau kann man Spannungen mit existierenden Messgeräten messen?
Die Messgenauigkeit eines Messgerätes wird den techn. Daten genannt.
Hier haben wir noch zusätzlich das Problem, daß der Innenwiderstand
des Messgerätes sehr hoch sein muss.
Dazu benutzt man sogenannte Ladungsverstärker in der Schaltungsart
„Spannungsfolger“
Als IC bieten sich da z.B. OPA128 mit Biasströmen im Bereich 30fA an.
http://focus.ti.com/lit/ds/symlink/opa128.pdf
Das Problem hierbei wird der Innenwiderstand des Messgerätes
sein. Aber kann man den nicht herausrechnen?
Bei den von dir gewünschten Genauigkeiten und Auflösungen gibt
es noch viele andere Probleme (z.B. Temperaturdrift, parasitäre
Kapazitäten, Störspannungen, Rauschen usw.).
Gruß Uwi