mich würde einmal interessieren, wie verschiedene christliche Konfessionen einzuordnen sind. Insbesondere geht es mir hierbei um ihre Ansiedlung in den USA und in Großbritannien.
Meine bisherigen Recherchen haben ergeben, dass Methodisten und Presbyterianer eher den sog. Mainstream-Konfessionen zuzuordnen sind und insofern Katholiken und Lutheranern ähneln.
Zur sog. „Religious Right“ (insbesondere in den USA) zählen wohl offensichtlich die Baptisten, die Pfingstgemeinden und ein Teil der Presbyterianer.
Welcher Gruppierung sind die Mormonen (LDS) und die Seventh Day Adventists zuzuordnen?
Ein weiterer unklarer Punkt besteht für mich darin, wer alles den Evangelikalen zugeordnet wird. Bilden sie eine eigene konfessionsübergreifende Gruppe oder sind bestimmte Konfessionen ihnen besonders zugehörig? Eine eigene Konfession bilden die Evangelikalen ja nicht, oder?
Bei der Typisierung der Denominationen ist ein (das?)entscheidende Merkmal die Einstellung zu den äußeren Rahmen der Kirchlichkeit: Sakramente, fixierte Lehrtexte, Amtstruktur, übergemeindlicher / übernationaler Verbund.
Die „klassischen“ Kirchen sehen (mit Gefälle: orth. - kath. - altkath. - anglik. - luth. - calv./presb. - kongreg. - meth.) in diesen äußeren Rahmen die Voraussetzung für individuelles und gemeindliches Christsein.
Die religiöse „Rechte“ setzt beim Bekehrungserlebnis des Einzelnen und bei der erfahrbaren Gläubigkeit der Gemeinschaft an (daher Erwachsenentaufe) und entwickelt oft einen extremen Moralismus, besonders in USA. Die Baptisten stehen dabei m.W. den Mainstream Churches noch am nächsten.
Die Adventisten haben als Eigenheit die Feier des Sabbats (Seventh Day) anstelle des Sonntags, arbeiten jedoch in vielen Ländern mit anderen christlichen Denominationen zusammen und sind keine exklusiv-fanatische Sekte.
Die Mormonen haben neben der Bibel eine eigene Offenbarungsschrift („Buch Mormon“), verstehen sich heilsexklusiv und gehören phänomenologisch nicht mehr zum Christentum.
„Evangelical“ ist eigentlich das englische Wort für „evangelisch“, bezeichnet aber im angloamerikanischen Raum heute meist die Gemeinschaften mit Bekehrungsspiritualität und Tendenz zum Fundamentalismus („Bibel wörtlich glauben“); dahinter steht der alte Gegensatz zur bischöflichen Staatskirche Englands. - In diesem Sinn ist das Wort auch zu uns gekommen.