Hallo und Guten Tag,
stimmt es, dass es für konfessionslose oder gar bekennend atheistische Ärzte so gut wie unmöglich ist, in Deutschland eine Arbeit zu finden, weil fast alle Krankenhäuser kirchlich gebunden sind?
Ist das in anderen europäischen Ländern auch so?
Vielen Dank im Voraus für Antworten,
Jasper.
Hallo Jasper,
wer hat dir denn diesen Bären aufgebunden??? Es ist natürlich purer Dummfug. Unikliniken und kommunale/städtische Krankenhäuser sind überhaupt nicht konfessionell gebunden - hier würde es auch Klagen wegen Verstosses gegen das AGG hageln. Und auch in konfessionell gebundenen Häusern sieht man es inzwischen nicht (mehr) so eng. Ich bin selbst Atheistin und habe in einer Klinik, die einem katholischen Orden gehört, gearbeitet. Dort war auch ein ganzer Haufen des ÄD - vom Assi bis zu den Chefärzten - nicht konfessionell gebunden.
Natürlich wird kirchliche Zugehörigkeit gerne gesehen (und in die Stellenanzeigen reingeschrieben, was im Fall von konfessionell gebundenen Kliniken auch zulässig ist) und man sollte sich nach der Einstellung tunlichst - ob nun Gläubiger oder Atheist - bei den in solchen Häusern alle Nase lang stattfindenden Gedenk- und sonstigen Gottesdiensten und Festivitäten blicken lassen (außer man legt gesteigerten Wert auf Zoff mit der Priorin *grins*), aber Theorie und Praxis gehen hier weit auseinander, was durchaus am Abwandern der Ärzte ins Ausland und der absolut miserablen Bezahlung der Ärzte in kirchlich gebundenen Häusern liegen kann.
Grüße
Renee
Mir ist persönlich auch sowas bekannt, wo eine Ärztin in Südamerika als Bahai in einem katholischen Krankenhaus arbeitet. Selbst dort sind die Leute auf Fachpersonal angewiesen.