Hallo Leute,
vielleicht könnt Ihr mir hier helfen. Es geht um 'ne (sagen wir mal) ethische Sache, um „Zivilcourage“ oder so. (Ich hoffe auch mal, hierfür im richtigen Forum zu sein…) Ich versuch’s mal in Worte zu fassen:
In letzter Zeit fällt mir eine ganz besondere Art von Rauchern auf: Mütter. Mütter mit kleinen Kindern auf dem Spielplatz, Mütter, die sich auf einer Parkbank zusammengesetzt haben und plaudern, während die Kinder spielen, Mütter, die den Kinderwagen wiegen… Nun, in mir entsteht dabei ein seltsames Gefühl. Vor kurzem selbst noch Raucher gewesen (etwa 7 Jahre lang, seit fast eineinhalb Jahren Nichtraucher) kann ich den Reiz des Rauchens durchaus nachvollziehen. Und die Gesundheitsaufklärung ist meiner Meinung nach derart fortgeschritten, dass jeder für sich selbst entscheiden kann, ob seinen Körper durch Rauchen belasten will oder nicht. Mein innerer Konflikt entsteht aber beim Gedanken ans Kind! (Ich brauche die Gesundheits- und Entwicklungsgefährdung sicher nicht weiter auszuführen, schließlich ist die öffentliche Diskussion über die Wirkung des Passivrauchens ja voll im Gange…)
Wenn ich rauchende Mütter mit ihren Kindern also so sehe, bekomme ich meistens den Drang sie auf genau die Sache ansprechen - nicht aus Erbostheit, um Himmels willen, sondern aus dem Wunsch heraus, Mutter (und Kind!) helfen zu wollen. Helfen, weil sich die Person vielleicht nicht wirklich über die (unbestreitbare) Gefahr im Klaren ist.
Letztendlich habe ich es nie gemacht (man mag ja auch nicht als militanter Nichtraucher auftreten…) und was soll man denn auch sagen? Habe ich denn die Argumente gegen das Rauchen, als ich selbst rauchte, wirklich ernst genommen? Nein, im Spott habe ich während solchen Gesprächen nur die nächste Zigarette angezündet. Dennoch: beim Vorübergehen an rauchenden Müttern entsteht bei mir eine Art Gefühl „unterlassener Hilfeleistung“.
Wie denkt Ihr denn darüber? Ist jemand von Euch sogar Vater oder Mutter und Raucher/in? Und wie würdet Ihr das machen, wenn Ihr jemanden ansprecht? Oder besser sich seinen Teil denken und die rauchende Familie in Frieden lassen? Oder in der Culture-Jamming-Methode Handzettel verteilen…?
Ich hab’ keine Ahnung, ob das alles überhaupt was bringt - aber ich mach mir halt Gedanken über die Sache. Würde mich sehr über Eure Meinung freuen!
Viele Grüße,
Hans
Ich hätte auch einen älteren Bruder gehabt, der ist am plötzlichen Kindstod gestorben. Ich wage mal die Behauptung, dass das Rauchen vielleicht auch ein Mitgrund dafür war. Ich glaube auch, dass das ständige Rauchen zu Hause ein Mitgrund dafür war, warum meine Mutter meinen Vater verlassen hat…