Verzeih mir, Taju,
aber das kann nicht unwidersprochen stehen bleiben. Du scheinst sehr stark von der lateinischen Grammatik geprägt zu sein, was nicht unbedingt nützlich ist für die deutsche Grammatik.
vielleicht hat es ja mittlerweile eine Grammatikreform im Deutschen gegeben,
Einer solchen Reform bedurfte es nie.
aber früher drückte das Perfekt die Vorzeitigkeit zum Präsens aus, das Plusquamperfekt die zu jeder Zeit der Vergangenheit.
Auch früher war dem nicht so, und heute ist dem genauso wenig so.
Es ist zwar teilweise richtig, gilt aber so nur von Temporalsätzen und ganz streng nur für die Konjunktion „nachdem“ - wie ich unten schon ausführte.
Nicht aber gilt es für die anderen Nebensatzarten und schon gar nicht für abhängige Aussagesätze mit „dass“.
Das kannst du in der Dudengrammatik - ab § 1364 bis §1383 - nachlesen.
Zu „Probleme der Tempuswahl und des Konjunktionsgebrauch“ ist vor allem der § 1374 anzusehen. Dieser beginnt mit den Worten
"Für die Abfolge der Tempora im zusammengesetzten Satz existiert im Deutschen (anders als in manchen benachbarten Fremdsprachen) keine strenge Regelung. Es gibt in unserer Sprache grundsätzlich keine Consecutio Temperorum. Immerhin sind bei Temporalsätzen gewisse Einschränkungen zu beachten, die zum Teil mit der Wahl der Konjunktion zusammenhängen. …
Wobei hier das „gestern“ schräg klingt…
Das liegt daran, dass die Temporalangabe normalerweise vor der Lokalangabe steht; es müsste deshalb heißen:
…, dass du gestern dort …
Aber auch das habe ich, mit dem Hinweis auf die Regel „tekamolo“ (Reihenfolge der Angaben: te mporal, ka usal, mo dal, lo kal), schon ausgeführt.
Beide Sätze wären also dann falsch-
Das ist - mit Verlaub zu sagen - grottenfalsch!
Und verzeih nochmals meine deutliche Zurechtrückung deiner Aussagen.
Gruß Fritz