intransitive Verben der Bewegung?
Hallo Andy,
Darüberhinaus stellt sich mir noch die Frage, ob Verben, die
intransitiv sind, eher zur Unregelmäßigkeit neigen. Kann man
das bestätigen?
Ja, wenn es sich um Verben der Zustandsveränderung oder der
Bewegung handelt.
Was gibt es denn noch außer Zustandsveränderung und Bewegung?
Das Kriterium, ob es sich um ein intransitives Verb der Zustandsveränderung oder ein solches der Bewegung, handelt, ist vor allem bei der Frage von Belang, ob es das Perfekt mit dem Hilfverb sein oder haben bildet.
Streng genommen sind ja
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hängen, hing, gehangen
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liegen, lag, gelegen
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sitzen, saß, gesessen
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stehen, stand, gestanden
… zu denen es jeweils transitive oder reflexive Gegenstücke (hängen, legen, setzen, stellen) gibt, weder Verben der Bewegung noch der Zustandsveränderung. Folgerichtig wird ihr Perfekt nördlich des Neckars und des Mains auch mit dem Hilfsverb haben gebildet, südlich davon aber auch oft mit sein.
Ich suche auch immer noch nach einer passenden Bezeichnung für dieses Phänomen, das ja auch überall im deutschen Sprachraum beim Verb bleiben und beim Verb sein auftritt. Vielleicht sind sie ja doch auch Verben der Bewegung, aber eben solche der „Null-Bewegung“ also Verben des „Aufenthalts“.
Dann stellt sich mir am Rande auch noch die Frage was wir mit der Variante „Wir sind angefangen“ machen sollen, die man in Nordwestdeutschland z.B. um Bremen herum sagt.
Das mit erschrecken und hängen meinte ich auch bei meiner
vorherigen Frage, weil da ja die intransitiven auch
unregelmäßig sind.
Weiß jemand woher das eigentlich kommt?
hängen, legen, setzen, stellen als transitive Verben gebraucht bedeutet eigentlich jeweils _hängen, legen, setzen, stellen machen _
Vgl dazu auch.
trinken, trank, getrunken
mit
tränken, tränkte, getränkt
Die schwachen Verben sind also Ableitungen ihrer starken Pendants. Ab einem bestimmten Zeitpunkt in der Sprachgeschichte ist das starke Flexionsmuster einfach im Germanischen unproduktiv geworden und es wurden stattdessen nur noch regelmäßige Verben gebildet. Die Ableitungen dieser Verben müssen also einfach nach diesem Zeitpunkt entstanden sein, die zugehörigen Ursprungsverben davor.
Übrigens: das deutsche Dentalsuffix „~t(e)“ oder das englische „~ed“ leitet sich auch von nichts anderem ab als von deutsch „tat“ bzw. engl. „did“.
„Er tränkte sein Pferd“
bedeutet also wörtlich:
„Er trinken machen tat sein Pferd.“

http://de.wikipedia.org/wiki/Regelm%C3%A4%C3%9Figes_…
Gruß Gernot