Konkreter Berufsalltag eines Mathematikers?

Guten Tag!

Ich studiere Mathematik im zweiten Semester und würde gerne folgendes von einem Mathematiker im Beruf wissen:
Wie sieht der konkrete Alltag im Job aus?
An was für einem Projekt arbeitest du gerade?
Inwiefern hilft dir bei deiner Arbeit das, was du im Studium gelernt hast?

Ich will mit meiner Fragestellung einfach mal erfahren, ob der Job interessanter ist als das Studium.
Wenn man in eine Suchmaschine „Berufsaussichten Mathematiker“ eingibt, erhält man zahlreiche Einträge von Universitäten, die mit immer gleichen Phrasen für ein Mathe-Studium werben, weil ein Mathematiker ja durch seine „Abstraktionsfähigkeit“ und seine „analytische Denkweise“ für eine unüberschaubare Fülle von Jobs geeignet wäre.
Das mag ja alles stimmen, aber mir bringt das genau gar nichts!

Ich weiß, es gibt schon mehrere Threads zu dem Thema, aber die meisten sind sehr allgemein gehalten.
Wenn man die Frage stellt: „Wo kann man als Mathematiker arbeiten?“, erhält man meist die Antwort: „In Banken, Versicherungen, Software-Unternehmen, …“
Das ist mir zu ungenau. Ich möchte gerne mal ein ganz spezielles Beispiel hören.

Zu mir:
Ich studiere Mathematik (Bachelor) im zweiten Semester und überlege gerade, ob ich weitermachen oder abbrechen soll. Ich finde das Studium sehr hart (~50h Zeitaufwand pro Woche) und es macht mir nicht den Spaß, den ich mir erhofft hatte. Es ist sehr trocken. Ich frage mich, ob es sich lohnt, sich durchzubeißen, oder ob es vernünftiger wäre, ein praktischer orientiertes Studium (z.B. Maschinenbau) aufzunehmen.

Mit herzlichen Grüßen

Sebastian

Hallo

weil
ein Mathematiker ja durch seine „Abstraktionsfähigkeit“ und
seine „analytische Denkweise“ für eine unüberschaubare Fülle
von Jobs geeignet wäre.

Kommt drauf an. Wenn man ebendiese Vorzüge nicht überzeugend kommunizieren kann, bringt das wohl auch nichts…

Wenn man die Frage stellt: „Wo kann man als Mathematiker
arbeiten?“, erhält man meist die Antwort: „In Banken,
Versicherungen, Software-Unternehmen, …“

(zum Glück nicht nur)http://berufundchance.fazjob.net/s/Rub1A09F6EF89FE4F…

mfg M.L.

Hi, ich bin Physiker, das ist wohl ähnlich, daher erlaube ich mir eine Antwort.

Deine Arbeitsstellen könnten sein:

  • Versicherungen
  • Unternehmensberatungen
  • Software-Unternehmen
  • Oder aber an der Uni.

Du könntest auch irgendwann vom Angstellten-Dasein die Nase voll haben und Dich selbsständig machen (wich ich), was eine besondere, vermarktbare Fähigkeit und allgemeine Berufserfahrung voraussetzt.

Auf jeden Fall empfehle ich Dir dringend, dringend, Dich von der Idee zu verabschieden, daß gute technische Fähigkeiten oder ein erfolgreich abgeschlossenes Studium der alleinige Schlüssel zum Erfolg sind. Je nach Marktlage mußt Du erstmal durch Praktika oder niedrig bezahlte Jobs. Idealerseise arbeitest Du bereits jetzt eine besondere Fähigkeit oder Stärke heraus und schlägst die Richtung ein, die dich interessiert (z.B eine Branche), machst bereits jetzt Praktika und suchst Kontakte zur Industrie.
Fähigkeiten wie: Team- und Projektarbeit unter Zeitdruck, Englisch, rhetorische Fähigkeiten und hohe soziale und kommunikative Kompetenz, gepflegtes, sicheres Auftreten usw. sind meiner Meinung und Erfahrung nach ein ebenso wichtiger Schlüssel zu jedem Erfolg wie reine Fachkompetenz, also alles Dinge, die man an einer Uni kein kleines Bischen lernt, leider.
Dann ist aber der Diplomtitel fast zweitrangig. Ich kenne Philosophen und Historiker, die erfolgreich (und reich) in Unternehmensberatungen arbeiten - gut, die hatten noch einen MBA in irgendwelchen Business-Dingen. Ich kenne auch einen Würstchenbuden-Besitzer, der einen Porsche fährt (den kann er sich leisten). Was ich sagen will, es liegt letztlich an Dir, was aus Dir wird, an Deinem Wesen, Deinen Anstrengungen und Deinem Netzwerk, und das erfordert permanente, ständige Arbeit und etliche Rückschläge. Ein Diplom ist nur ein weiterer Abschluß, ein Zettel, und keine Garantie für irgendwas. Diesen Schock der gleichgültigen, fordernden und trockenen Realität erlebt jeder Absolvent.

Gruß
Moriarty

Hi,

Ich studiere Mathematik (Bachelor) […] Studium sehr hart (~50h Zeitaufwand pro Woche) […] sehr trocken. […]
ein praktischer
orientiertes Studium (z.B. Maschinenbau)

ich möchte Dir gerne, bevor Du es selbst herausfindest, die Illusion nehmen, dass das Maschinenbau-Studium wesentlich praktischer angelegt ist. Über meine Freundin habe ich einen ganz guten Vergleich zum Mathematikstudium. Im Grundstudium tut sich das vom Praxisbezug ungefähr gar nichts, weil erstmal viel trockene Mathematik (auch 4 Semester lang) und noch viel mehr trockene Physik (Mechanik, Thermodynamik, …) ansteht. Ich persönlich bin damit noch vergleichsweise gut zurechtgekommen, weil ich wohl recht theoretisch angelegt bin (hatte auch Physik als Studium erwägt). Den Zeitaufwand während der ersten drei Semester schätze ich zudem noch etwa 10 Std./Woche höher als bei Dir ein.

Insgesamt möchte ich Dir aber Mut machen! Die ersten Semester sind die härtesten, das sollte wohl klar sein. Dann wird’s aber schnell besser und dank Nebenfach und Wahlfächern auch bald konkreter. Es ist nicht ausgeschlossen, dass wir uns eines Tages in einem Unternehmen wiedersehen, denn der Bedarf der Wirtschaft und Industrie (Hardware, Optik, Automobil…) an gut ausgebildeten Akademikern ist hoch, und das wird auch erstmal so bleiben.

Ich wünsche Dir viel Kraft und das nötige Durchhaltevermögen für noch 1-2 Semester, dann hast Du das Schlimmste hinter Dir.

In diesem Sinne,
V.

Hallo Sebastian

Auch ich gehöre nicht zur Spezies Mathematiker, aber als theoretischer Physiker mit einigen Jahren Erfahrung in der wissenschaftlichen Forschung habe ich einen ähnlichen Hintergrund.

Heute arbeite ich in der Softwareentwicklung als Analytiker und Projektleiter und eine direkte Kollegin hat ein Diplom in Mathematik.

Um es klar zu sagen: Mein Berufsalltag hat mit Physik, theoretischer Physik oder Mathematik genau nichts zu tun. Die komplizierteste Mathematik, die ich wirklich brauche ist Dreisatz und der Blick für logische Zusammenhänge.

Was ich brauche ist die Fähigkeit, Alltagsprobleme und -vostellungen (von den Fachdiensten) in die Sprache der Entwickler zu übersetzen, systematisch und organisiert vorzugehen und gut zu kommunizieren. Gerade zum letzten Punkt hat mir meine Erfahrung von aushilfsweisen Vorlesungen und diversen Vorträgen auf Konferenzen sehr geholfen.

Ich kann mir gut vorstellen, dass man in bestimmten Bereichen auch mal tiefer in die Fachrichtung geht, z.B. wenn ein Projekt zur automatischen Optimierung von komplexen Planungsvorgängen ansteht, aber das ist eher die Ausnahme. Insgesamt glaube ich nicht, dass die Situation in anderen Zweigen anders aussieht, seien es Versicherungen, seien es andere Branchen. Immer wird es so sein, dass Dir Deine Ausbildung hilft, in den jeweiligen Problemen/Umfeldern zurecht zu kommen, aber inhaltlich ist alles seine eigene Welt.

Letztlich kommt es also darauf an, was Dir Spaß macht und wo Deine Interessen liegen. Wenn Mathematik nicht das Richtige ist, könnte ich das verstehen, aber auch in Physik, Maschinenbau etc. bekommt man erst einmal eine dicke Kröte Mathematik vorgesetzt, die man schlucken muss, um weiter zu kommen.

Mein Fazit: Mache einen Abschluß, mache ihn gut, aber fange schon während des Studiums an, Dich in Anwendungsgebiete, wie Wirtschaftwissenschaft oder Informatik oder ähnliches einzuarbeiten, indem Du Vorlesungen besuchst oder Praktika machst. Dann siehst Du sehr schnell, wo Deine berufliche Zukunft liegt.

Gruß
Thomas

ich möchte Dir gerne, bevor Du es selbst herausfindest, die
Illusion nehmen, dass das Maschinenbau-Studium wesentlich
praktischer angelegt ist.

Nun, ich denke, in dem Punkt habe ich mich nicht klar ausgedrückt. Mir ist schon bewusst, dass ich in einem Maschinenbaustudium nicht sofort das lerne, was im Job angewendet wird. Grundlagen müssen auf jeden Fall sein, damit habe ich keine Probleme. Ich habe Physik als Nebenfach, und das ist in dem Sinne auch theorielastig (Mechanik, Thermodynamik, …), aber das macht mir Spaß, weil ich da Mathematik nur anwenden muss. Aber Mathematik als Studienfach ist halt total abgehoben, weil man ausschließlich nur Beweise führt und kaum mal „einfach nur rechnet“. Das vermisse ich.

(hatte auch Physik als Studium erwägt). Den Zeitaufwand
während der ersten drei Semester schätze ich zudem noch etwa
10 Std./Woche höher als bei Dir ein.

Das habe ich fast schon befürchtet! Ich habe mir mal die Studienpläne von Maschinenbau angeguckt, das ist wirklich viel!

Insgesamt möchte ich Dir aber Mut machen! Die ersten Semester
sind die härtesten, das sollte wohl klar sein. Dann wird’s
aber schnell besser und dank Nebenfach und Wahlfächern auch
bald konkreter.

Ich hoffe es! Ich denke, ich werde mich erstmal weiter durchbeißen.

Ich wünsche Dir viel Kraft und das nötige Durchhaltevermögen
für noch 1-2 Semester, dann hast Du das Schlimmste hinter Dir.

Danke!

Sebastian

Fähigkeiten wie: Team- und Projektarbeit unter Zeitdruck,
Englisch, rhetorische Fähigkeiten und hohe soziale und
kommunikative Kompetenz, gepflegtes, sicheres Auftreten usw.
sind meiner Meinung und Erfahrung nach ein ebenso wichtiger
Schlüssel zu jedem Erfolg wie reine Fachkompetenz, also alles
Dinge, die man an einer Uni kein kleines Bischen lernt,
leider.

Damit hast du es wohl auf den Punkt gebracht.
Wenn ich aber mit dem Studium nur die halbe Miete einfahre und ich mir die andere Hälfte, die ich für einen erfolgreichen Start in das Berufsleben brauche, selbst erarbeiten muss, dann sollte mir das Studium die Zeit geben, um solche Fähigkeiten auszubilden. Der zeitliche Spielraum im Semester geht aber gegen Null, und das ärgert mich!

Idealerseise arbeitest Du
bereits jetzt eine besondere Fähigkeit oder Stärke heraus und
schlägst die Richtung ein, die dich interessiert (z.B eine
Branche), machst bereits jetzt Praktika und suchst Kontakte
zur Industrie.

Diesen Tipp habe ich schon wo anders gelesen. Das scheint wirklich der Schlüssel zum Erfolg zu sein.Darum werde ich in den Semesterferien mal kümmern.

Was ich sagen will, es liegt letztlich an Dir, was aus Dir wird,
an Deinem Wesen, Deinen Anstrengungen und Deinem Netzwerk, und das
erfordert permanente, ständige Arbeit und etliche Rückschläge. Ein
Diplom ist nur ein weiterer Abschluß, ein Zettel, und keine Garantie
für irgendwas. Diesen Schock der gleichgültigen, fordernden und
trockenen Realität erlebt jeder Absolvent.

Eine sehr ehrliche Einschätzung. Irgendwie ist es ein bisschen frustrierend, dass man sich für etwas abrackert, was sich nicht unmittelbar auszahlt. Auf der anderen Seite bedeutet es, dass man „es im Leben zu etwas bringen kann“, auch wenn man einen Studiengang wählt, dem nur schlechte Chancen auf dem Arbeitsmarkt prognostiziert werden. Das ist natürlich positiv. Man hat sein Leben selbst in der Hand. :smile:

Womit hast du dich denn selbstständig gemacht?

Ich danke dir für deine ausführliche Antwort!

Sebastian

Hallo,

Ich will mit meiner Fragestellung einfach mal erfahren, ob der
Job interessanter ist als das Studium.

wie ja schon geschrieben wurde, ist in keiner Weise vorbestimmt,
welchen Job du mal machen wirst und wie interessant der sein kann.

Allerdings hast du als reiner Mathematiker schon ein Problem.
In Bereichen wie Elektrotechnik, Elektronik, Mikrosystemtechnik
oder auch ganz originärer Maschinenbau/Gerätebau usw. hast du als
Mathematiker keine spezifische Qualifizierung. Da einen Eintritt in
praktische Ing.-Berufe zu bekommen wird deshalb wohl schwer fallen.
Hier scheiden sich Theorie und Praxis doch ganz erheblich.

Das mag ja alles stimmen, aber mir bringt das genau gar nichts!

Die Frage ist: Was willst du?

Ich studiere Mathematik (Bachelor) im zweiten Semester und
überlege gerade, ob ich weitermachen oder abbrechen soll.
Ich finde das Studium sehr hart (~50h Zeitaufwand pro Woche) und
es macht mir nicht den Spaß, den ich mir erhofft hatte. Es ist
sehr trocken. Ich frage mich, ob es sich lohnt, sich
durchzubeißen, oder ob es vernünftiger wäre, ein praktischer
orientiertes Studium (z.B. Maschinenbau) aufzunehmen.

Gute Studenten für diverse Ing.-Studienrichtungen sind derzeit rar
und die Auslastung der Studiengänge an techn. Universitäten liegt
teilweise bei nur ca. 50%.

Andererseits ist Ing.-wesen für technisch begabte und interessierte
junge Leute der Traumjob, wenn man z.B. in eine Entwicklungsabteilung
eines High-Tech. Unternehmens kommt. Da kannst du von Forschung
bis Entwiclung dein Leben lang an äußerst interessanten Themen
arbeiten. So ein Job wird nie langweilig :smile:

Der Eintritt in ein Ing.Studium sollte dir mit deiner gediegenen
Ausbildung als Mathematiker recht leicht fallen. Die Abrecherquote
ist in diesen Studienrichtungen gerade wegen der harten Ansprüche
an mathematische Ausbildung recht hoch.
Durch die paar Semester Grundausbildung mußt du eben durch, dann
wird’s aber auch schon Interessant.
Gruß Uwi

Guten Tag!

Ich studiere Mathematik im zweiten Semester und würde gerne
folgendes von einem Mathematiker im Beruf wissen:
Wie sieht der konkrete Alltag im Job aus?
An was für einem Projekt arbeitest du gerade?
Inwiefern hilft dir bei deiner Arbeit das, was du im Studium
gelernt hast?

Ich will mit meiner Fragestellung einfach mal erfahren, ob der
Job interessanter ist als das Studium.

Also, ich arbeite als Aktuar in einer Versicherung und vom reinen Wissen brauchst Du praktisch nichts, aber von der Methode („analytische Denkweise“ und „Abstraktionsfähigkeit“) viel und auch dauernd. Und übrigens auch, sich durch scheinbar unlösbare Probleme „durchzubeißen“.

Das ist mir zu ungenau. Ich möchte gerne mal ein ganz
spezielles Beispiel hören.

Mach doch einfach mal ein Praktikum. Aber hier mal ein konkretes Beispiel: Ein Vertriebler (also insbesondere Nichtmathematiker) kommt zu Dir und sagt: „Die Konkurrenz hat das Produkt xy, sagen wir mal zum Beispiel was hiervon (http://www.standardlife.de/website/Deutschland/Priva…)
(PS: Damit habe ich nichts zu tun, die haben aber einige Informationen auf der Website, die Du vielleicht lesen willst) So was brauchen wir auch!“ So jetzt bist Du (bzw. ich) am Zug, und glaube nicht, dass es DIE Lösung dafür gibt.

Beispiele der Art, ich berechne jeden Tag blabla gibt es eigentlich fast nicht, weil sowas automatisiert wird. Die Mathematiker machen sich allenfalls Gedanken, wie man das automatisieren kann. Insofern: Immer neue Probleme zum durchbeißen.

Zu mir:
Ich studiere Mathematik (Bachelor) im zweiten Semester und
überlege gerade, ob ich weitermachen oder abbrechen soll. Ich
finde das Studium sehr hart (~50h Zeitaufwand pro Woche) und
es macht mir nicht den Spaß, den ich mir erhofft hatte. Es ist
sehr trocken. Ich frage mich, ob es sich lohnt, sich

Erstmal finde ich 50 Stunden an sich nicht viel. Wieviel brauchen denn Deine Komilitonen? Wenn Du natürlich 50 Stunden nur an den Übungsaufgaben ohne anschließende Lösung sitzt und verzweifelt bist, dann würde ich an Deiner Stelle was anderes studieren, denn wenn Du es jetzt schon sehr hart findest und zu trocken, dann wird es bestimmt später im Studium nicht besser. Sondern noch viel trockener. Mit rechnen, wie Du es Dir vielleicht mal vorgestellt hast, hat es sehr wenig zu tun.

durchzubeißen, oder ob es vernünftiger wäre, ein praktischer
orientiertes Studium (z.B. Maschinenbau) aufzunehmen.

Scheint mir für Dich die bessere Wahl zu sein. Lieber ein Ende mit Schrecken, als ein Schrecken ohne Ende. Wenn Du ewig für Dein Studium brauchst mit miesen Noten, wirst Du dann auch keinen schönen Job bekommen.

Gruß, Peter

Hi Sebastian,

Eine sehr ehrliche Einschätzung. Irgendwie ist es ein bisschen
frustrierend, dass man sich für etwas abrackert, was sich
nicht unmittelbar auszahlt.

Das kommt darauf an, was du daraus machst. Im Grunde erlenst du nicht nur Abstraktion, sondern im besten Falle schnelles Verstehen von Materie, sei es nun Biologie, Musik oder irgendetwas anderes. Und genau hierfür interessieren sich die meisten, weil andere Studiengänge primär Fachwissen anbieten.

Auf der anderen Seite bedeutet es,
dass man „es im Leben zu etwas bringen kann“, auch wenn man
einen Studiengang wählt, dem nur schlechte Chancen auf dem
Arbeitsmarkt prognostiziert werden.

Das wäre mir neu. Zu meiner Zeit war die Arbeitlosenquote von Mathematikern

Allerdings hast du als reiner Mathematiker schon ein Problem.
In Bereichen wie Elektrotechnik, Elektronik,
Mikrosystemtechnik
oder auch ganz originärer Maschinenbau/Gerätebau usw. hast du
als
Mathematiker keine spezifische Qualifizierung. Da einen
Eintritt in
praktische Ing.-Berufe zu bekommen wird deshalb wohl schwer
fallen.
Hier scheiden sich Theorie und Praxis doch ganz erheblich.

Genau diese Befürchtungen hatte ich. Mit Mathematik werde ich in der Regel nicht in die interessanten Entwicklungsbereiche eines Ingenieurs kommen, weil mir das Fachwissen fehlt. Ich denke, deswegen werde ich meinen Mathematik-Bachelor durchziehen und dann ein Maschinenbaustudium anhängen. Mal sehen, vielleicht kann ich mir etwas anrechnen lassen, um mein Maschbau-Studium zu verkürzen.

Andererseits ist Ing.-wesen für technisch begabte und
interessierte
junge Leute der Traumjob, wenn man z.B. in eine
Entwicklungsabteilung
eines High-Tech. Unternehmens kommt. Da kannst du von
Forschung
bis Entwiclung dein Leben lang an äußerst interessanten Themen
arbeiten. So ein Job wird nie langweilig :smile:

Ohja, ich glaube, das wäre auch mein Traumjob.

Vielen Dank für deine guten Gedanken!

Viele Grüße
Sebastian

Erstmal finde ich 50 Stunden an sich nicht viel. Wieviel
brauchen denn Deine Komilitonen? Wenn Du natürlich 50 Stunden
nur an den Übungsaufgaben ohne anschließende Lösung sitzt und
verzweifelt bist, dann würde ich an Deiner Stelle was anderes
studieren, denn wenn Du es jetzt schon sehr hart findest und
zu trocken, dann wird es bestimmt später im Studium nicht
besser. Sondern noch viel trockener. Mit rechnen, wie Du es
Dir vielleicht mal vorgestellt hast, hat es sehr wenig zu tun.

So schlimm ist es keineswegs! Ich habe in den Übungsblättern immer ganz ordentliche Lösungen und die Klausuren nach dem ersten Semester habe ich auch bestanden. Deswegen denke ich, dass ich den Rest ebenfalls packen würde (weil immer gesagt wird, dass bei Mathematik die erste Zeit die härteste ist).

Mit freundlichen Grüßen
Sebastian

Hallo,

Genau diese Befürchtungen hatte ich. Mit Mathematik werde ich
in der Regel nicht in die interessanten Entwicklungsbereiche
eines Ingenieurs kommen, weil mir das Fachwissen fehlt. Ich
denke, deswegen werde ich meinen Mathematik-Bachelor
durchziehen und dann ein Maschinenbaustudium anhängen.

Das wirst du dann Konstrukteur. Ist sicher auch sehr interessant,
aber dann oft doch wieder rel. eng, weil Kontrukteure meist
in ihrem reinen Konstruktionsjob (sprich Mechanik) bleiben.
Denke doch mal über ein Elektronikstudium nach, evtl. auch Physik?

Els Elektroniker hat man nach meiner Erfahrung eine recht große
Auswahl im Beruf, was Tätigkeiten und Fachgebiete angeht.
Kaum ein Elektroniker arbeitet bei uns nur rein auch dieser Schiene.
Da ist man auch nicht auf reine Schaltungsentwicklung festgelegt.
Da kann man Geräte-/Systemnentwicklung, Softwareentw., auch bischen
Konstruktion und Geräte-/Sytemdesign usw. auch Messtechnik, und
Forschung machen.
Hängt alles nur von deinen Fähigkeiten und Interressen ab.

Physiker sind auch in keiner Weise vorheprägt. Da bleibt es auch
deine Fähigkeiten und Wünschen überlassen, ob du eher Praktiker
wirst (z.B. Meßtechnik, Elektronik, Optik, Akustik usw.) oder
dich mehr theoretisch beschäftigst (z.B. Softwarenentwicklung
für math. Modelle).

Andererseits ist Ing.-wesen für technisch begabte und interessierte
junge Leute der Traumjob, wenn man z.B. in eine Entwicklungsabteilung
eines High-Tech. Unternehmens kommt. Da kannst du von Forschung
bis Entwicklung dein Leben lang an äußerst interessanten Themen
arbeiten. So ein Job wird nie langweilig :smile:

Ohja, ich glaube, das wäre auch mein Traumjob.

Suche dir mal bei nächster Gelegenheit ein Praktikum.
Bei mir haben schon viele Studenten so in den Beruf reingerochen.
Gruß Uwi