Konservierungsstoff für Kühlschmiermittel

Ich möchte ein wassermischbares Kühlschmiermittel herstellen, das gesundheitsverträglich ist, wenn es, wie oft der Fall, in die Atemluft gewirbelt wird. Das ist besonders bei CNC- Fräsmaschinen mit Minimalschmierung der Fall. Als Öl würde ich gerne Rapsöl nehmen, muss aber noch rausfinden, wie schnell es ranzig wird. Mögliche Alternative wäre Rapsmethylester, wobei ich wiederum die Gesundheitsgefahren nicht kenne, denn RME ist ja nicht naturbelassen (auch diese Frage bitte beantworten! Danke!). Als Emulgator eignet sich Lecithin sehr gut. Lysolecithin wäre noch besser (höherer HLB-Wert, weiss jemand, wo man das kaufen kann?), als eventuelles Schutzkolloid Methylcellulose. Bei der Auswahl des Konservierungsmittels gibt es Probleme: Ein gutes Kühlschmiermittel muss basisch sein um gut zu schmieren. Der einzige gesundheitlich völlig unbedenkliche Konservierungsstoff, Kaliumsorbat (bzw. Sorbinsäure) wirkt nur im sauren Bereich, wie auch viele andere. Nun ziehe ich Natriumsulfit in Erwägung: Es ist selber basisch, wirkt zudem noch antioxidativ, d.h., es könnte das Rapsöl vorm Ranzigwerden bewahren und die Maschinenteile vorm Rosten. Was die Konservierungswirkung anbelangt, hab ich im Internet (wo offensichtlich alle voneinander abschreiben) nur die Aussage gefunden, dass es mit fallendem PH-Wert immer besser wirkt. Meine Hauptfrage ist nun: Wirkt es im basischen Bereich denn überhaupt noch, sagen wir, in seinem eigenen PH, ca. 9? Und wie sollte ich es dosieren? Sollte ich einen Puffer, beispielsweise Natriumthiosulfat, beimischen, damit die sich abspaltende schweflige Säure den PH-Wert nicht senkt? Natriumsulfit hat bei empfindlichen Menschen Nebenwirkungen und kann zu Übelkeit, Kopfschmerzen, Asthmaanfällen führen. Dafür akkumuliert es sich nicht im Körper und ist nicht erbgutverändernd oder krebserregend, wie viele andere Konservierungsstoffe. Es ist auch in Wein meistens drin und in Trockenobst. Und es wirkt gegen alles, Hefen, Schimmel, Bakterien. Bitte berate mich! Danke!

Hallo Helmut,

im Bereich Konservierung (Biocide) kannst Du nicht nehmen, was Du möchtest, sondern nur was Du darfst.
Lies bitte die Info´s in den beigefügten Links, dann können wir weiter plaudern.

http://www.vsi-schmierstoffe.de/Aktuell/Biozid/Biozi…
http://www.hvbg.de/d/bgz/entwicklung/pdf_bild/bgvr03…

MfG

tantal

Hallo

Ich denke mal, eins zu kaufen ist nicht so teuer.
Läuft dann was schief, hat der Hersteller schuld, nicht Du.
Das betrifft insbesondere auch den Einsatz an teuren CNC-Maschinen.
Deine Spekulationen, was drin sein könnte, sollte, dürfte usw. taugen weniger für solche Experimente.
Ein einfaches wasserlösliches Kühlschmiermittel besteht aus Calziumformiat als Emulgator und pflanzlichem Öl.
Es sollte nur vielleicht kein trocknendes Öl sein, und dieses Kühlschmiermittel verträgt keinen Handschweiß. Außerdem muss es in regelmäßigen Abständen komplett erneuert werden.
Zu Konservierungsstoffen fällt mir nichts ein, und das wird wohl auch ein größeres Problem sein.

MfG
Matthias

Danke, Matthias und Tantal, das hat mir sehr geholfen, besonders der Hinweis auf das Calciumformiat. Das ist ja nicht nur ein Emulgator, sondern gleich auch noch ein Konservierungsmittel. Viel besser als Lecithin, welches lecker für Mikroben ist und auch teuer. Calciumformiat ist ein Salz der Ameisensäure und wirkt wohl konservierend, indem es Ameisensäure abspaltet, ähnlich wie andere Salze schwacher Säuren (Sorbate, Sulfite). Das würde dann wohl im basischen Bereich nicht funktionieren, da dort diese Säuren gleich wegneutralisiert würden. Ich denke, ich verzichte dann darauf, dass das Kühlschmiermittel basisch ist, zum Aluminium fräsen wirds wohl gut genug sein.