Konsumentenverhalten

Hallo Ihr Wissenden,
Ich weiß nicht ob ich hier richtig bin - wahrscheinlich geht das Thema sehr in den Marketing- und Innenarchitekturbereich.

Im Kaufhaus, Baumarkt sind Produkte nicht willkürlich angeordent. Die Zigarretten und Süssigkeiten (in Kinderhöhe) sind direkt an der Kasse positioniert. Der Alkohol steht zwischen Eingang und Kasse(damit die Alkis nicht durch das Ladeninnere laufen müssen). Teure Produkte sind auf Augenhöhe.
Warum stehen die Kühltheken, die Bäckerei etc. genau da, wo sie sind?

Welche Psychologischen Marketingstrategien gibt es denn noch? In welchem Bereich des Ladens ist der Kunde denn am Kaufwilligsten?
Gibt es da irgendwelche Lektüren für Innenarchitekten?
Wie nennt sich dieses Gebiet?

Viele Grüße
Steffi

Hallo Steffi,

schau Dich mal im Internet um zu den Stichworten

Produktplatzierung + Category-Management

Grüße
Mara

Verschwörungstheorien dürften den Marketingkonzepten bestimmt nicht zu grunde zu liegen.

Ethisch mag eine auf ein rein zweckgerechichtetes Käuferverhalten optionierte Angebotsausrichtung moralisch fragwürdig sein, rechtlich erscheint mir dies jedoch genauso legitim zu sein, wie eine strickte Käuferweigerungshaltung.

Unter dem Titel „fühlendes Wissen“ oder so ähnlich hat der Spiegel im Mrz/Apr. 06 akutelle wissenschaftliche Ergebnisse dokumentiert.

guvo

Hi Stefanie,

Die Zigarretten

liegen in Sichtweite der Kassiererin, oft sogar durch ein Gitter geschützt - nichts wird so gern geklaut.

und Süssigkeiten (in Kinderhöhe)
sind direkt an der Kasse positioniert.

Da ist der Stressfaktor am größten - im Kopf überschlagen, ob das Geld für die Ladung reicht, Geld zusammensuchen, dazu brüllende Blagen, da bricht das Mutterherz.

Der Alkohol steht zwischen Eingang und Kasse

Die meisten Artikel stehen zwischen Eingang und Kasse. Draußen gibt’s nur Blumenerde.

Teure Produkte sind auf Augenhöhe.

Das heißt Service, wer bückt sich schon gern.

Warum stehen die Kühltheken,

Die stehen in jedem Laden woanders.

ie Bäckerei etc. genau da, wo sie sind?

Die Bäckerei ist eine Bedientheke, die kann nur da sein, wo Platz für Schlangen ist, also vor dem Ausgang.

Welche Psychologischen Marketingstrategien gibt es denn noch?

Es gibt nur eine: Dem Kunden den Zugriff so leicht wie möglich machen.

In welchem Bereich des Ladens ist der Kunde denn am
Kaufwilligsten?

Den Kunden gibt es nicht. Mir zB fällt die Entscheidung am leichtesten, wenn ich minimale Auswahl habe. Ich brauche keine 137 Sorten Joghurt, weil ich eh nur den weißen mag.

Gibt es da irgendwelche Lektüren für Innenarchitekten?

Eher für Regalbefüller. Die Regeln ändern sich aber laufend - geh mal 4 Wochen nicht zum Einkaufen und du findest nichts mehr an seinem Platz.

Gruß Ralf

Hallo Steffi,

natürlich haben Psychologen und andere Geistesriesen ihre Finger im Spiel.
es ist aber auch so, daß einzelne Konzerne ihre eingen Aufstellungspraxis haben.
Gemerkt habe ich das, als ‚mein‘ Supermarkt von einer anderen Kette übernommen wurde.
Plötzlich waren viele Verkaufregale um 90 ° gedreht, viele Produkte (bzw. Produktgruppen) waren ganz woanders etc.

Allgemein kann man aber sagen:
Die Lebensmittel sind im hinteren Teil des Geschäfts, damit man durch die anderen Warengruppen laufen muß, Frischwaren ganz hinten.
Teure Varinten (= Markenwaren) sind in Augenhöhe, Hausmarken entweder weit unten oder oben.

In unregelmäßigen Abständen werden Teile des Sortiments umgeräumt, damit der Kunde seinen gewohnten Pfad ändern muß, um an anderen Produkten vorbeizukommen.

Gandalf

Ich kann mich Gandalf aus Marketingtechnischer Sicht und allem was ich dazu in
der Schule gelernt habe nur anschliessen.

Grundnahrungsmittel sind generell eher ganz hinten im Laden zu finden, damit man
schön an allem vorbeihuschen muss und eventuell dann doch noch das ein oder
andere kauft.

Preise sind generell unten sehr niedrig, und auf Augenhöhe stehen die teueren
Markenartikel, weil genau wer bückt sich schon gerne, meistens sind sie auch noch
von links nach rechts teurer werdend sortiert.

Es stand auch mal irgendwo das man am besten mit dem Uhrzeiger Sinn laufen
sollte.

Im Kaufhaus z.B. werden die Rolltreppen auch zudem meist noch so angeordnet das
man mindestens einmal durch eine Abteilung laufen muss um weiter hoch zu kommen.
Hier gibt es zudem manchmal noch Düfte die versprüht werden und einen angeblich
zum Kaufen animieren.

Die von einem meiner Vorredner angeführten Schlagwörter für die Suche im Internet
kann ich eigentlich auch nur voll und ganz bestätigen, da findest du das ganze
bestimmt auch noch ausführlicher.

LG Nicole

Im innenarchitektonischen Bereich werden gängige klisches aus der
WErbepsychologie hinsichtlich der Kaufgruppe Frau angewandt. man hat
auch erkannt, dass es Junggesellen gibt, die ihre Wohnung einrichten,
die müssen dann automatisch nach dem Metropolitan Stil wohnen.

Die Kaufgruppe ist natürlich wieder untergliedert, Berufstätige,
Familienmensch, nach Altersgruppen, Erstwohnungsbezieher. Dann kannst
du weiter schauen, ob es ein bestimmtes Thema gibt, Sportler,
Blumenliebhaber, Chinafan …

Weil ich die von mir gefundenen Bücher wegen ihrer Unvollständigkeit
allesamt hasse, nenne ich dir kein einziges dieser Pseudowerke. Als
Grundprinzip richtet man sich nach einer Farbe, einem Thema, der
Altersgruppe, Geldbeutel, und v.a. wo man Ruhezonen und reine
Funktionszonen unterbringen kann, damit die Wohnung neben dem Design
auch wohntauglich ist. Licht spielt hier eine entscheidende Rolle.

Der wohnende Mensch soll einen Raum betreten und ungehinderten Zugang
zur natürlichen Lichtquelle Fenster haben, ebenso braucht er eine
Ecke, die nicht einsehbar ist, um sich geborgen zu fühlen. Wenn du
diese Zonen herausgearbeitet hast, kannst du dir überlegen, wo
Stauraum und Arbeitszonen unter kommen. Aus diesen Zonen ergibt sich
auch, wo Lampen und Steckdosen angebracht werden. Das Dekor kommt am
Schluss als individuelle Gestaltung.

Gruß
Sprite

verräterisch

und Süssigkeiten (in Kinderhöhe)
sind direkt an der Kasse positioniert.

Da ist der Stressfaktor am größten

… und darum nennt man die Kaugummis, Schokowaren
und Spielsachen vor der Kasse:

QUENGELWARE!

Rolf

Welche Psychologischen Marketingstrategien gibt es denn noch?

duefte…

im walmart um die ecke kommt erst das spielzeug, dann die suessigkeiten und dann der baecker, wo das brot frisch aufgewaermt eine korona aus teiggeruch versprueht.

In welchem Bereich des Ladens ist der Kunde denn am
Kaufwilligsten?

der kunde soll, glaube ich, ueberall kaufwillig sein.

Gibt es da irgendwelche Lektüren für Innenarchitekten?

ich wuerde mich wundern, wenn die ketten ihre strategien veroeffentlichen wuerden(oder es erlauben wuerden).
ich denke auch, das die strategie heisst: flexibilitaet…neues probieren…dem kunden sagen,zeigen,aufbereiten,vorschlagen,dezent dazu uebereden, was er eigentlich nicht braucht, aber trotzdem will…wenn man ihm das sagt.

mfg:smile:
rene

Hallo,

Warum stehen die Kühltheken, die Bäckerei etc. genau da, wo
sie sind?

In welchem Bereich des Ladens ist der Kunde denn am
Kaufwilligsten?

Die meisten Supermarktkunden brauchen Milchprodukte. Daher stehen die Kühltheken ganz hinten, damit man an den anderen Regalen vorbei kommt.

Angeblich gehen die meisten Leute lieber linksrum (oder rechtsrum? vergessen), daher seien die meisten Supermärkte mit dem Weg vom Eingang zur Kasse entsprechend eingerichtet. Hm, nur fallen mir welche mit verschiedenen Laufrichtungen ein. Ist das wieder aus der Mode?

… fragt sich

Julika

Sieben Regeln der Verkaufsförderung
Hallo liebe Namenskollegin,

das meiste wurde ja hier schon gesagt.
Aber hier sind nochmal zusammengefasst sieben Regeln, die die Psychologen angeben, damit die Kunden im Supermarkt möglichst viel kaufen:

Regel Nummer eins
Der Kunde soll sein Tempo drosseln, wenn er den Supermarkt betritt. Biete ihm Anreize fürs Auge.

Regel Nummer zwei
Der Kunde soll das Geschäft immer gegen den Uhrzeigersinn durchlaufen, damit er mit rechts nach der Ware greifen kann.

Regel Nummer drei
Gib dem Kunden einen großen Einkaufswagen. Dann hat er das Gefühl, ihn auch füllen zu müssen.

Regel Nummer vier
Der Kunde soll zuerst die teure Ware sehen. Setze sie in Kopfhöhe nach rechts, so wie er liest. Das Billige nach unten links.

Regel Nummer fünf
Der Kunde soll nicht anstoßen, aber auch nicht zu schnell werden. Deshalb sollen die Gänge ungefähr zwei Meter breit sein.

Regel Nummer sechs
Der Kunde soll weit laufen und möglichst viele Produkte sehen. Deshalb die Waren, die er immer kauft, möglichst weit nach hinten.

Regel Nummer sieben
Laß den Kunden an der Kasse warten, damit er nochmal zugreift. Aber nicht zu lange.

Selbstverständlich werden wir auch noch durch unzählige andere kleine Tricks beinflusst. Wie z.B. der Geruch von Reinigungsmittel bei vielen Menschen angeblich den Drang auslöst, mal wieder etwas putzen zu wollen.
Der Geruch nach frischem Brot ist ebenso für viele fast unwiderstehlich.
Daneben gilt auch eine sanfte, plätschernde Musikberieselung als stimmungsaufhellend und soll die Kunden im Supermarkt halten und konsumfreudig werden lassen.
etc.

Falls Dich dieses Thema (neben all den guten Tipps und Infos, die meine Vorredner bislang schon alle gegeben haben) noch weiter interessieren sollte: Hier gibt es noch viele Infos und Literaturtipps zur Werbepsychologie:
http://www.br-online.de/wissen-bildung/thema/psychol…

Viel Spaß beim Stöbern
wünscht die
Stefanie

Der Kunde soll das Geschäft immer gegen den Uhrzeigersinn
durchlaufen, damit er mit rechts nach der Ware greifen kann.

Der Grund für das Gegen-den-Uhrzeigersinn-Laufen ist mir neu. Ich wußte bisher nur, daß man vom Autofahren gewohnt ist, eine große Tür (ab 2 Flügeln) rechts zu betreten und dann ist man logischerweise im rechten Teil des Geschäftes. Dabei schaue ich aber nach rechts wie links.

Das Fachwort heißt „Kundenlaufverhalten“ und wird im Laden selber untersucht z.B. mit Kameras. Google findet das Wort nur 3 Mal, kaum zu glauben! Ah, „Kundenlauf“ kommt häufiger vor.

Kaufentscheidungsforschung ist ein anderes interessantes Gebiet, aber es betrifft eher den inneren Ablauf im Menschen, das Abwägen.

Danke - war sehr hilfreich
DANKE