'Konsumismus - die neue Religion

…unserer Gesellschaft und ihre Kultstätten"
(z.B. Fussballstadien, Kirchen, Einkaufszentren, aber auch KZ)
soll das Thema meiner Examensarbeit in ungefähr lauten. Wer kann sich etwas darunter vorstellen und mir ein bisschen auf die Sprünge helfen mit Gedanken, Literatur, Internetseiten etc.?
Englischsprachige Literatur bevorzugt, da es sich um eine fächerübergreifende Arbeit (Anglistik/Theolgie) handelt, die auf Englisch verfasst werden wird.

Danke und viele Grüße,

Hanzi

…unserer Gesellschaft und ihre Kultstätten"
(z.B. Fussballstadien, Kirchen, Einkaufszentren, aber auch KZ)

KZ als Kultstätte, ich hoffe du meinst was anderes als Dachau und Auschwitz

soll das Thema meiner Examensarbeit in ungefähr lauten. Wer
kann sich etwas darunter vorstellen und mir ein bisschen auf
die Sprünge helfen mit Gedanken, Literatur, Internetseiten
etc.?

Du suchst dir nen titel für ne examensarbeit und fragst andere was die sich darunter vorstellen?

Erklär mir doch bitte erstmal was ist KONSUMISMUS?
Was hat dieser Begriff mit Religion zu tun?
Götzenverherrlichung (unterstell ich mal) ist was anderes. Eher fiele mir da wohl eine der Todsünden ein, so ich auf dem rechten Pfade bin.

Englischsprachige Literatur bevorzugt, da es sich um eine
fächerübergreifende Arbeit (Anglistik/Theolgie) handelt, die
auf Englisch verfasst werden wird.

und was ist das grundfach?

gruss winkel

Konsumismus/Konsum

  1. KZ als Kultstätte ist ein bisschen ungeschickt ausgedrückt. Es geht darum, wo die Leute aus welchen Beweggründen hingehen.

Du suchst dir nen titel für ne examensarbeit und fragst andere
was die sich darunter vorstellen?

Ich hab bisher nur eine grobe Vorstellung von der Arbeit. Ist es verboten, Informationen einzuholen?

Erklär mir doch bitte erstmal was ist KONSUMISMUS?
Was hat dieser Begriff mit Religion zu tun?

In meinen Augen viel, denn heutzutage suchen viele Menschen ihr Glück im Konsum. Früher hielten sich mehr Leute am Glauben an Gott fest und suchten dort Trost…

Götzenverherrlichung (unterstell ich mal) ist was anderes.

Götze ist vielleicht gar nicht mal so verkehrt. Was glaubst du, wen verehren die meisten Deutschen mehr, Schumi oder Jesus???

Mit Todsünden kann ich in dieser Arbeit nix anfangen.

Gruss,

Hanzi

Konsumismus

Früher hielten sich mehr Leute am Glauben
an Gott fest und suchten dort Trost…

Was glaubst
du, wen verehren die meisten Deutschen mehr, Schumi oder
Jesus???

Hallo Hanzi,
lass dich in deiner Arbeit nur nicht auf moralisierende Plattheiten und falsche Alternativen ein!
Bestimmt lohnt es sich zu analysieren, was die fortschreitende Ökonomisierung mit unserer Religiosität macht. Man muss dann aber auch sehen, wie Religiosität darauf antwortet und kreativ wird. (Darin zeigt sich ihre Echtheit zu allen Zeiten, meine ich.)
Das mit den „heiligen Orten“ finde ich spannend. Aber werte sie nicht ab, wenn es sich nicht um klassische Wallfahrtsorte handelt. Die Sehnsucht, die Menschen dorthin treibt, hat meiner Meinung nach immer etwas mit Gott zu tun.
Viel Glück,
Pietro

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  1. KZ als Kultstätte ist ein bisschen ungeschickt ausgedrückt.
    Es geht darum, wo die Leute aus welchen Beweggründen hingehen.

Du suchst dir nen titel für ne examensarbeit und fragst andere
was die sich darunter vorstellen?

Ich hab bisher nur eine grobe Vorstellung von der Arbeit. Ist
es verboten, Informationen einzuholen?

Nein, verehrter Hanzi, verboten ist es nicht. ich wollte es auch nicht verbieten, es wunderte mich nur, wie du hier informationen konsumieren willst, die andere für dich aufbereiten, anstatt deinen eigenen schmalz für diese examensarbeit zu bemühen.
comprende?

Erklär mir doch bitte erstmal was ist KONSUMISMUS?
Was hat dieser Begriff mit Religion zu tun?

In meinen Augen viel, denn heutzutage suchen viele Menschen
ihr Glück im Konsum. Früher hielten sich mehr Leute am Glauben
an Gott fest und suchten dort Trost…

ja und was hat der ismus am Konsum verloren? was ändert den begriff konsum mit diesem anhängsel?

Götzenverherrlichung (unterstell ich mal) ist was anderes.

Götze ist vielleicht gar nicht mal so verkehrt. Was glaubst
du, wen verehren die meisten Deutschen mehr, Schumi oder
Jesus???

Mit Todsünden kann ich in dieser Arbeit nix anfangen.

Dann geh mal und such die 7 Todsünden. sind da nicht solche wie Völlerei. Übertrag den Begriff in seine mögliche heutige bedeutung und du hast Konsum.

gruss
villeicht doch nen gedankenstoß gegeben?
winkel

Konsumismus/Konsum
Konsum ist der eigentliche Verbrauch/Einkauf von Waren/Luxusgütern etc. Der -ismus, so hab ich mir das vorgestellt, ist dann die Summe, das, was wir daraus gemacht haben, nämlich eine Art Sucht, immer mehr haben wollen. Sich am Kauf und an Gütern ergötzen. Wenn ich dasunddas habe, dann geht’s mir gut. usw
Konsumismus ist wie eine Religion ohne wirkliche Erlösung, Befriedigung, verstehst du in etwa, was ich meine? Und wir haben keine Kontrolle mehr darüber, so wie bei Mary Shelleys „Frankenstein“: Du hast mich gemacht, doch hast keine Macht über mich" oder „Du bist mein Schöpfer, doch ich dein Herr“ (you are my creator, but I am your master).

Nein, verehrter Hanzi, verboten ist es nicht. ich wollte es
auch nicht verbieten, es wunderte mich nur, wie du hier
informationen konsumieren willst, die andere für dich
aufbereiten, anstatt deinen eigenen schmalz für diese
examensarbeit zu bemühen.
comprende?

habe zu wenig eigenen Schmalz, habe auf deinen gehofft…

Dann geh mal und such die 7 Todsünden. sind da nicht solche
wie Völlerei. Übertrag den Begriff in seine mögliche heutige
bedeutung und du hast Konsum.

Ja, das mag sich für den Laien zunächst so darstellen. Es ist mir aber zu eindimensional bzw. extrem übertrieben, Konsum als Todsünde zu behandeln. Dennoch könnte man das mal als provokante These den Zuhörern an den Kopf knallen. Da könnten sich lustige Streitgespräche entwickeln!

Grüße, Hanzi

Themeneingrenzung Ground Zero
Kleine Korrektur: Ich habe mich nach Besprechung mit meinem Prof dazu entschlossen, mich auf bestimmte „Places of Pilgrimage“ zu konzentrieren. Dazu ist mir die Idee gekommen, u.a. über Ground Zero zu schreiben. Da ist das Gebiet auch sehr übersichtlich, da der 11. Sep. noch nicht allzu lange zurückliegt… Ausserdem wird dort ja jetzt auch richtig abgesahnt mit Besucherplatformen, Trümmerteilverkauf etc
womit ich dann wieder beim Thema „Religion of the Market“ wäre…
Worauf ich eigentlich hinaus will:

Wer weiss mehr über das, was gerade noch am und um den Ground Zero passiert?

Grüße, Hanzi

Nein, nein, mein ARtikel soll gar nicht so bös werden wie der Titel verspricht. Wie du schon weisst, finde ich Konzentration und Themeneingrenzung immer gut. Und es war vielleicht tatsächlich nicht ganz glücklich, quasi einen selbsterfundenen Begriff als Zentrum einer Examensarbeit zu nehmen, klingt doch etwas exclusiv.

Kleine Korrektur: Ich habe mich nach Besprechung mit meinem
Prof dazu entschlossen, mich auf bestimmte „Places of
Pilgrimage“ zu konzentrieren.

Dazu habe ich ja unten bei der Jerusalem-Frage schon meinen Senf gelassen, wobei ja der tatsächlich interessante Aspekt der Kommerzialisierung dazukommt. Den ich allerdings etwas unbefangener sehen würde als du.

Was du über „Konsumismus“ schreibst, hört sich sehr stark nach Erich Fromm an, nach Haben-Modus und Sein-Modus. Natürlich hat Fromm recht, aber gerade in Bezug auf evangelische Religion finde ich solch moralinbelasteten Polarisierungen eine ganz zweischneidige Sache, denn der Leistungs- oder auch eben letztlich Ablaßgedanke kommt dadurch meiner Erfahrung nach sozusagen durch die Hintertür wieder in die gute Stube. Auch wenn die Zusage der Rechtfertigung strukturell dialektisch bleiben muss: ein moralisch hohes Ross (das im Begriff „Konsumismus“ steckt, da kannst du mir erzählen, was du willst) fördert eben nicht den dialektischen Prozess, sondern das Ende desselben.

Beispiel Gottesdienst: Jahrhundertelang wars der evangelischen Kirche ganz recht, dass die Leute schön brav hineingegangen und wieder hinausgegangen sind. Heutzutage gehörts aber immer mehr dazu, dies und das zu tun und sich zu engagieren und gerade im Schulbereich artet das Ganze echt schnell in enorme Anstrengung aus. Und es wurde vergessen, dass Gottesdienst ein Trost sein soll und ein Ausruhen und der Glaube das H ö r e n des Wortes Gottes ist. Ernst, alle findens toll, wenn man im Gottesdienst möglichst viel selber macht, aber ich finds stressig. Zumal, wenn ich mitkriege wie das aussieht, wenn die anderen das alles selber machen und wie es selbst anständigen Leuten unterläuft, dass alles nur noch peinliche Selbstdarstellung ist. Mir ist ein liturgisch fest eingebundener, vom Pfarrer bestimmt geleiteter Gottesdienst echt lieber. Ist das jetzt Konsumismus?

Also, Quintessenz: Fein, dass du jetzt von diesem Begriff abgekommen bist.

Grüße Juliane

Literaturvorschlag
Hi Hanzi,

entschuldige die späte Antwort, aber ich lese dieses Brett nicht so oft.
Ein Buch zu Thema habe ich gerade fertig gelesen, es beschäftigt sich eingehend mit der „Religion des totalen Marktes“ und den Möglichkeiten des Christentums darauf zu reagieren:
„Global Exit“ - von Carl Amery

LG
Stefan