Kontakt mit großen Marken-Konzernen?

Hallo liebe Forum-Gemeinde,

Ich plane derzeit mit Studienkollegen eine Online-Einkaufsplattform. Wir sind eigentlich alle mehr oder weniger auf dem Bereich der Medienwissenschaften tätig und verfügen daher nur über mäßige betriebswirtschaftliche (Grund)Kenntnisse. Ohne bereits „intensiv“ auf die Suche nach Lieferanten gehen zu wollen, habe ich vor Kurzem mit dem Konzern „Procter & Gamble“ Kontakt aufgenommen und zuerst telefonisch und dann schriftlich nachgefragt, welche Bezugsmöglichkeiten es für Procter-Produkte gibt. Ich erhielt sehr schnell eine Antwort, in der man mir mitteilt, dass der Vertriebsleiter derzeit keine Kooperationsmöglichkeiten sieht, aber gerne über Fortschritte informiert werden möchte.
Mir ist natürlich klar, dass es problematisch ist, ganz ohne Konzept (und nur mit dem Verweis auf ein solches) an einen Konzern heranzutreten, dennoch frage ich mich an dieser Stelle, wie meine Kollegen und ich in weiterer Folge mit derartigen (potentiellen) Lieferanten umgehen sollen, mit welchen Informationen wir sie versorgen sollen. Ich habe übrigens den Mitarbeiter von „Procter“ nochmals angeschrieben, um mich nach eben diesen „Anforderungen“ zu erkundigen - eine Antwort ist hier noch ausständig.
Ist für ein Projektunternehmen bzw. Start-up wie das unsere ein Konzern wie „Procter“ überhaupt der richtige „Ansprechpartner“, oder sollten wir uns lieber an andere Großhändler wenden, die Procter-Markennprodukte vertreiben … ?
Über einige prinzipielle Hinweise und Verweise wären meine Kollegen und ich sehr dankbar.

Schöne Grüße,
mondayevening

moin,
leider ich kann dir nicht helfen, aber ich kann dir bestätigen, dass p-g schwalbach auf einem sehr hohen ross sitzt!

ich hatte eine ziemlich verbindliche bestellung eines geschaeftsfreundes ueber MEHRERE CONTAINER mit einem bestimmten p+g produkt auftragswert gut 7-stellig. - er kannte den vertriebsleiter in seinem zielland und wusste, dass der sehr korrupt war - wollte daher das produkt nicht unnoetig verteuern.
mein erster versuch zu p+g war telefonisch, ich wurde aufgefordert, meine anfrage schriftlich zu stellen. ich erfragte einen ansprechpartner, um das schreiben richtig adressieren zu koennen, man versicherte mir, man werde es „an die richtige stelle“ weiterleiten.

ich schrieb also - so richtig schoen auf firmenbriefpapier + schilderte mein anliegen unmißverstaenlich… auf die antwort warte ich bis heute - das ist nun ca ein halbes jahr her.

macht nichts, es gab gottseidank ein konkurrenzprodukt, das geschaeft ist gut gelaufen, und weitere werden folgen.

gruss
khs

Hallo,

ich kenne die Spielregeln in der Branche, in der P&G tätig ist, nicht. Aber ich weiß, wie es bei Elektronik läuft.

Als Händler kauft man da bei Distributoren / Großhändlern, nicht direkt bei den Herstellern. Jedenfalls wenn es nicht um kleine Nischenhersteller, sondern die wirklich großen Anbieter geht. Due haben also in der Regel gar kein Interesse daran, mit jedem kleinen Fuzzi in Verhandlungen zu treten, sondern wickeln ihre Geschäfte nur mit etablierten Großhändlern ab.

Und es kommt noch besser: Manchmal musst du als Händler, um überhaupt Partner oder offizieller Händler eines bestimmten Herstellers sein zu dürfen, hohe Anforderungen erfüllen. Wenn du nicht eine gewisse positive Firmengeschichte, Bilanz, Größe des Ladenlokals oder gar Kooperationen mit anderen Herstellern vorweisen kannst, wollen manche gar nicht, dass du ihre Produkte vertreibst weil dein kleiner Krauterladern nicht das Image / Einkaufserlebnis / Umfeld spiegelt, in dem sich dieser Hersteller präsentiert sehen möchte.

Ganz extrem sind da z. B. Autohäuser: die akzeptieren niemanden, der nicht einen riesengroßen Showroom aus Glas- und Stahl-Architektur vorweisen kann, weil ein beschlagenes Schaufenster in einem schäbigen 60er-Jahre-Bau einfach nicht zum Markenimage und zur gewünschten Präsentation passt.

Man kann jetzt sagen, dass P&G-Produkte in einer anderen Kathegorie angesiedelt sind und es da keines solch speziellen Verkaufsumfeldes bedarf.

Aber Hersteller dieser Größenordnung brauchen euch nicht. Der Aufwand, sich mit dir auseinander zu setzen, kostet 3 Mal mehr als der Gewinn, den sie - vielleicht - mit dir erzielen können. UZnd was wäre, wenn die ganze fixe Idee sowieso floppt? Dann ist P&G seine Ware los und rennt möglicherweise dem Geld hinterher. Man würde erstmals nur gegen Vorkasse liefern, aber selbst der Aufwand rechnet sich kaum, wenn der Umsatz bzw. die Gewinnerwartung für P&G zu klein ist.

Obendrein kannst du ja nicht mal die einfachsten konstitutiven Unternehmensentscheidungen darlegen:

  • Wie ist euer Konzept?
  • In welchem Umfeld sollen die Produkte verkauft werden?
  • Wie finanziert ihr das Unternehmen?
  • Welche Marge strebt ihr an?
  • Welche Ausfallsicherheiten bietet ihr?

Die entscheidende Frage, die es zu beantworten ist, lautet: Warum sollte der Kunde etwas bei dir kaufen, was er im Augenblick problemlos anders kauft? Welchen Mehrwert bietest du? Auch unter dem Aspekt, dass es große Kaufhäuser gibt, die schon zu ganz anderen Einkaufskonditionen an die Ware kommen als du und wahrscheinlich andere Zahlungsziele haben, somit also viel besser kalkulieren können.

Aus Sicht einer Firma wie P&G verschwenden sie Zeit und Geld, wenn sie sich mit eurer Anfrage beschäftigen, weil nicht mal ein Konzept vorliegt und selbst wenn das kommt, verkaufen sie ihr Zeug nach bisheriger Ansicht besser auf den etablierten Wegen zu den dort berhandelten Konditionen, als sich mit kleinen Idealisten zu beschäftigen, die nur Ideen, aber keine Ahnung vom Markt haben und dazu keine gute und sichere Einnahmequelle versprechen können.

Ihr werdet also klein anfangen müssen und könnt euch dann hocharbeiten. Ab einer gewissen Größe und beim Nachweis von Erfolgen wird es für die Anbieter dann interessant, einen Blick auf euren Laden zu werfen. Ob ihr dann aber direkt beim Hersteller kaufen oder doch über den Großhändler gehen müsst, bleibt aber selbst dann fraglich.

Gruß und viel Erfolg,

MecFleih

moin
in meinem artikel ueber deinem ging es um produkte der firma BRAUN, die ja seit einiger zeit zum p+g konzern gehoert… vergiss es , schnee von gestern.

gleichzeitig suchte ich energiesparbirnen - auch in grossen mengen - containerweise! ( dazu hatte ich ein gesuch im handelsbrett geschrieben )

es kamen als gewuenschte hersteller eigentlich nur osram oder philips in erwaegung. beide konzerne verwiesen mich an die grosshaendler.

diese „grosshaendler“ waren ueberwiegend kleine pissbuden, wie z.b. ein kleiner elktrohaendler in dem kaff, in dem unsere firma ist - die waren voellig ueberfordert, denn die menge, die wir bestellen wollten, war jenseits jeglicher vorstellung bei denen!

das geschaeft war somit geplatzt - leider - fuer das braun-produkt fanden wir eine alternative

gruss
kuddel