Kontinente früher flüssig?

Ich wüßte gerne, ob die Festlandsockel in der Entstehungsgeschichte der Erde jemals flüssig waren.Geologen müßten es eigentlich wissen. Help!Danke im Vorraus!

Liebe Cornelia,
Als sich die Proto-Erde vor ca. 4,5-5 Mrd. Jahren zu Formieren begann, gab es noch keine Kontinent. Sie befand sich in einem Zustand und man hätte nie angenommen, daß sie jeweils Leben tragen würde. Kosmisches „Baumaterial“ prasselte aus dem Weltall auf alle Planeten des Sonnensystems. Alle Planeten entstanden zur gleichen Zeit. Durch die dichten Einschläge heizte sich die Erde noch einmal auf und ihre Oberfläche wurde wieder Flüssig. Dadurch setzte ein Entmischungsprozess ein: die schweren Bestandteile sanken in die Tiefe, während die Erdkruste (SiAl) wie Schaum auf der Oberfläche trieb. Da das kosmische Bombardement nachließ, kühlte sich die Erde immer mehr ab. Als die Temperatur unter 100% absank, bildete sich das Urmeer. Die Landmasse bildete einen Superkontinent, der später auseinanderbrach. Aber das ist eine andere spannende Geschichte. Ich habe bewußt vereinfacht diesen Teil der Erdgeschichte erzählt. Die Wissenden verzeihen mir bitte, da ich die Beschreibung sehr einfach gehalten habe.
Ich grüße freundlich, Alexander

Ich wüßte gerne, ob die Festlandsockel in
der Entstehungsgeschichte der Erde jemals
flüssig waren.Geologen müßten es
eigentlich wissen. Help!Danke im Vorraus!

Hi,

Als sich die Proto-Erde […]

eine tolle Beschreibung! Hat Spaß gemacht zu lesen. Danke!

Als die Temperatur
unter 100% absank, bildete sich das
Urmeer.

Hier meinst Du aber 100°C, oder?

Cheatah

Vielen Dank für die Blumen. Ich stelle sie auf meinen Schreibtisch.
Natürlich waren 100° gemeint. Silly me. Can’t hit the right key. Daher auch die anderen Tippfehler.

Gruß, Alexander

Als die Temperatur

: unter 100% absank, bildete sich das
: Urmeer.

Hier meinst Du aber 100°C, oder?

Als sich die Proto-Erde vor ca. 4,5-5
Mrd. Jahren zu Formieren begann, gab es
noch keine Kontinent. Sie befand sich in
einem Zustand und man hätte nie
angenommen, daß sie jeweils Leben tragen
würde. Kosmisches „Baumaterial“ prasselte
aus dem Weltall auf alle Planeten des
Sonnensystems. Alle Planeten entstanden
zur gleichen Zeit. Durch die dichten
Einschläge heizte sich die Erde noch
einmal auf und ihre Oberfläche wurde
wieder Flüssig. Dadurch setzte ein
Entmischungsprozess ein: die schweren
Bestandteile sanken in die Tiefe, während
die Erdkruste (SiAl) wie Schaum auf der
Oberfläche trieb. Da das kosmische
Bombardement nachließ, kühlte sich die
Erde immer mehr ab. Als die Temperatur
unter 100% absank, bildete sich das
Urmeer. Die Landmasse bildete einen
Superkontinent, der später
auseinanderbrach. Aber das ist eine
andere spannende Geschichte. Ich habe
bewußt vereinfacht diesen Teil der
Erdgeschichte erzählt. Die Wissenden
verzeihen mir bitte, da ich die
Beschreibung sehr einfach gehalten habe.

Schoene Geschichte.
Moechte noch hinzufuegen, die Aufheizung
der Erde geschah nicht nur durch das Ein-
schlagen von Meteoriten. Wesentlich (auch
heute noch) traegt der Zerfall radioaktiver
Elemente dazu bei. Nicht zu vergessen ist
auch der Sonnenanteil. Die war zum Zeitpunkt
der Entstehung der Planeten ca. 1000 mal
aktiver. Ich meine damit aber nicht ihre
Leuchtkraft, sondern die magnetische
Aktivitaet an der Oberflaeche, sprich
Sonnenflares, Massenauswuerfe, Sonnenwind
und die immer wieder beeindruckenden Protu-
beranzen.

MEB

Liebe Cornelia,
Als sich die Proto-Erde vor ca. 4,5-5
Mrd. Jahren zu Formieren begann, gab es
noch keine Kontinent. Sie befand sich in
einem Zustand und man hätte nie
angenommen, daß sie jeweils Leben tragen
würde. Kosmisches „Baumaterial“ prasselte
aus dem Weltall auf alle Planeten des
Sonnensystems. Alle Planeten entstanden
zur gleichen Zeit. Durch die dichten
Einschläge heizte sich die Erde noch
einmal auf und ihre Oberfläche wurde
wieder Flüssig. Dadurch setzte ein
Entmischungsprozess ein: die schweren
Bestandteile sanken in die Tiefe, während
die Erdkruste (SiAl) wie Schaum auf der
Oberfläche trieb. Da das kosmische
Bombardement nachließ, kühlte sich die
Erde immer mehr ab. Als die Temperatur
unter 100% absank, bildete sich das
Urmeer. Die Landmasse bildete einen
Superkontinent, der später
auseinanderbrach. Aber das ist eine
andere spannende Geschichte. Ich habe
bewußt vereinfacht diesen Teil der
Erdgeschichte erzählt. Die Wissenden
verzeihen mir bitte, da ich die
Beschreibung sehr einfach gehalten habe.
Ich grüße freundlich, Alexander

Hi Alexander,

Du scheinst ja ganz fit zu sein. Deshalb hab’ ich ne ganz andere Frage. Wenn die Erde mal flüssig war, wie läßt sich das mit der Rotation vereinbaren? Flüssigkeiten sind sehr schwer zum Rotieren zu bewegen (siehe rohes Ei). Weißt Du, warum die Erde rotiert?
Die Erde müßte sich also früher sehr viel schneller um ihre eigene Achse gedreht haben. Oder sehe ich was falsch? Sag mir bitte mal bescheid.

Danke und Tschöh mit öh!!

MFP

Lieber Markus,
für diese Antwort beginne ich mal einen neuen Thread. Vermutlich werden viele neue Beiträge dazu geschrieben. Thema: Warum Planeten rotieren. Auch Gegenargumente sind hochwillkommen.
Gruß, Alexander

Aufheizung von Sternen und Planeten

Ist es nicht auch so, dass die Erhitzung im wesentlichen durch die Umwandlung der potentiellen Energie in Wärme aufgrund der Materieverdichtung (also doch die Gravitation) zustandekommt. Zumindest bei Sternen führt das doch auch zur Auslösung der Kernprozesse. Sollte das bei Planeten anders sein?

-( bent

Genau wie bei den Sternen führt auch bei den Planeten die Kontraktion zu einer Aufheizung. Besonders bei den Gasriesen spielt dies eine wichtige Rolle. Wenn der Planet aber fertig ist, kann er auf diese Weise natürlich keine Wärme mehr produzieren und würde ohne den Kernzerfall in seinem Inneren ziemlich schnell abkühlen.

Es gibt allerdings auch noch andere Wärmequellen. Dazu zählen neben der Sonneneinstrahlung, welche für die Oberflächentemperatur verantwortlich ist auch Gezeitenkräfte. Im Wärmehaushalt der Erde spielen die Gezeiten zwar kaum eine Rolle, aber beim Jupiter-Mond Io sieht das ganz anders aus.

Genau wie bei den Sternen führt auch bei
den Planeten die Kontraktion zu einer
Aufheizung. Besonders bei den Gasriesen
spielt dies eine wichtige Rolle. Wenn der
Planet aber fertig ist, kann er auf diese
Weise natürlich keine Wärme mehr
produzieren und würde ohne den
Kernzerfall in seinem Inneren ziemlich
schnell abkühlen.

Was ist ziemlich schnell?

Es gibt allerdings auch noch andere
Wärmequellen.

Klar, da wären ja z.B. noch Reibung und chemische sowie makrobiologische Prozesse. Zu welchen Anteil (grobe Prozentschätzung) sind denn nun welche Prozesse beteiligt?

Ich habe neulich gelesen, dass die Sonne nur einen eher geringen Einfluss auf die Entwicklung des Lebens, auf deren Entsteheung sogar evt. keinen und den Wärmehaushalt hat.

Dazu zählen neben der

Sonneneinstrahlung, welche für die
Oberflächentemperatur verantwortlich ist
auch Gezeitenkräfte. Im Wärmehaushalt der
Erde spielen die Gezeiten zwar kaum eine
Rolle, aber beim Jupiter-Mond Io sieht
das ganz anders aus.

??? :smile: bent

Ich habe neulich gelesen, dass die Sonne
nur einen eher geringen Einfluss auf die
Entwicklung des Lebens, auf deren
Entsteheung sogar evt. keinen und den
Wärmehaushalt hat.

Das, denke ich, muesste man genauer
beschreiben. Deine Aussage, in der Form,
laesst naemlich vermuten, dass das Leben
auf der Erde auch ohne die Sonne entstanden
waere. In dem Sinne, die Sonne hatte sehr
wohl einen Einfluss, es ist nur die Frage,
was die entscheidenden Faktoren, was die
weniger wichtigen sind.

MEB

Was ist ziemlich schnell?

Ich suche noch nach konkreten Zahlen, aber es dauert mit Sicherheit keine 4,5Mrd. Jahre.

Reibung

Reibung ist keine Energiequelle, weil sie nur zur Wärmeentwicklung führt, wenn irgendwelche Kräfte wirken. Die größte Bedeutung dürften hier die Gezeitenkräfte haben.

chemische

Unter den Bedingungen eines jungen flüssigen Planeten dürften die Elemente sehr schnell Verbindungen mit möglichst niedriger Bildungsenthalpie eingehen, die als Energiequellen nicht mehr in Frage kommen.

sowie makrobiologische Prozesse

Lebewesen können nur Wärme produzieren, wenn sie eine Energiequelle haben. Für den größten Teil des bekannten Lebens ist dies die Sonne.

Ich habe neulich gelesen, dass die Sonne
nur einen eher geringen Einfluss auf die
Entwicklung des Lebens, auf deren
Entsteheung sogar evt. keinen und den
Wärmehaushalt hat.

Die Oberflächentemperatur der inneren Planeten des Sonnensystems wird fast ausschließlich durch die Sonne bestimmt. Daß dem so ist erkennt man allein daran, daß es spürbar kälter wird, sobald die Energiezufuhr von der Sonne ausbleibt (im Winter, in der Nacht oder bei einer Sonnenfinsternis). Nach neuesten Untersuchungen läßt sich sogar die Erwärmung des Klimas in den letzten Jahrzehnten ganz ohne den Einfluß von CO2 durch eine erhöhte Sonnenaktivität erklären.

Was die Entstehung des Lebens angeht, so spielte sich dieses vermutlich an den Black Smoker am Grunde des Urmeeres ab. Wenn das der Fall ist, dann hätte die Sonne dabei tatsächlich keine direkte Rolle gespielt.

Sonneneinstrahlung, welche für die
Oberflächentemperatur verantwortlich ist
auch Gezeitenkräfte. Im Wärmehaushalt der
Erde spielen die Gezeiten zwar kaum eine
Rolle, aber beim Jupiter-Mond Io sieht
das ganz anders aus.

???

Io wird von den Gezeitenkräften des Jupiters dermaßen durchgeknetet, daß er der vulkanisch aktivste Körper unseres Sonnensystems ist. Da auch der Jupitermond Europa von Jupiters Gezeiten aufgeheitzt wird, könnte sich unter seiner Eisdecke ein flüssiger Ozean verbergen. Sollte es dort Leben geben, würde es seine Energie nicht von der Sonne, sondern vom Jupiter beziehen.

Das, denke ich, muesste man genauer
beschreiben. Deine Aussage, in der Form,
laesst naemlich vermuten, dass das Leben
auf der Erde auch ohne die Sonne
entstanden
waere.

Richtig vermutet.
Annahme ist, dass zur Entstehung des Lebens (natürlich neben anderen Faktoren) lediglich eine ausreichende externe Energiequelle erforderlich ist. Diese Bedingung ist durch Geisiere und vulkanische Aktivitäten in der Tiefsee hinreichend erfüllt.
Das die Einwirkung der Sonne auf die weitere Entwicklung, Mutationsanregung usw. und somit für die Aufrechterhaltung, Verbreitung und höhere Entwicklung der Sache sehr förderlich bzw. Folgevoraussetzung ist, scheint sehr wahrscheinlich. Die Nutzung der Sonnenstrahlung zur Energiegewinnung steht in der biologischen Entwicklung von Leben ja nun definitiv nicht am Anfang.

In dem Sinne, die Sonne hatte sehr
wohl einen Einfluss, es ist nur die
Frage,
was die entscheidenden Faktoren, was die
weniger wichtigen sind.

Genau

MEB

-) bent