Kontrollierte Wohnungsbelüftung & Erdwärmepumpe

Hallo

Ich möchte ein Einfamilienhaus bauen mit Arbeitszimmer im Kellergeschoss.

Das Haus soll mit einer Erdwärmepumpe und Fußbodenheizung beheizt werden.

Zusätzlich möchte ich eine kontrollierte Wohnungslüftung mit Kreuzstromwärmetauscher und Wärmerückgewinnung einbauen lassen.

Die Erdwärmepumpe soll die Verluste der Wohnungsbelüftung mit ausgleichen.

Dazu habe ich jedoch noch einige Fragen. (Mein Heizungsbauer kann die Anlage zwar einbauen, Ihm fehlt aber noch etwas Erfahrung auf dem Gebiet.

Wie funktioniert die Belüftung in der Schlafstube? Habe ich dann nicht zwangsläufig die gleichen Temperaturen in der Schlafstube wie in allen anderen Räumen?

Wie kann das vermieden werden?

Mann könnte ja die Lüftung in der Schlafstube weglassen und das Fenster öffnen.

Ich habe aber irgendwo gehört, dass dies nicht sinnvoll wäre. Denn so würden massive Energieverluste durch das Fenster auftreten.

Stimmt das ? Wieso treten dabei höhere Verluste auf, wenn die Schlafstubentür geschlossen bleibt?

Im Keller ist das Arbeitszimmer. Außerdem ist da noch ein Hausanschlussraum ohne Fenster, sowie ein Trockenraum. Wäre es sinnvoll diese Räume auch mit zwangszubelüften?

Was ist im Sommer mit dem Kreuzstromwärmetauscher? Ich möchte ja nicht, dass sich die belüfteten Räume im Sommer überhitzen. Wird dann nicht die vielleicht schon warme Innenraumluft immer noch über den Wärmetauscher geleitet und erwärmt dann die einströmende Luft noch weiter? Oder kann im Sommer der Kreuzstromwärmetauscher durch eine Art Bypass umgangen werden?

Wie groß wäre der Aufwand, um die Räume im Sommer zu kühlen ( eine Art Klimaanlage) ?

Was ist mit den Lüftungskanälen? Verschmutzen diese nicht im Laufe der zeit trotz öfteren Filterwechsels? Besteht dann nicht die Gefahr, dass die gesamte Lüftungsanlage eine Art Bakterienschleuder wird? Wie könne solche verwinkelten Lüftungsleitung gereinigt, bzw. sauber gehalten werden?

Woher kann ich noch mehr fundierte Informationen zu diesem Thema bekommen?

Hi Frank,

ein tolles Konzept! sollten mehr so machen!

Die Erdwärmepumpe soll die Verluste der Wohnungsbelüftung mit
ausgleichen.

Dazu habe ich jedoch noch einige Fragen. (Mein Heizungsbauer
kann die Anlage zwar einbauen, Ihm fehlt aber noch etwas
Erfahrung auf dem Gebiet.

  1. Tipp suche dir einen Heizungsbauer, der sich mit dieser Mischtechnik auskennt!

Wie funktioniert die Belüftung in der Schlafstube? Habe ich
dann nicht zwangsläufig die gleichen Temperaturen in der
Schlafstube wie in allen anderen Räumen?

du solltest pro Zimmer eine Kreuzwärmetauscher mit direkter Verbindung nach außen haben. Die Temperatur der Zimmer regelst du ja über das Zimmerthermostat. so kannst du im Schlafraum z.B. 14 Grad einstellen. Der Kreuzwärmertauscher kann dann die von Außen anfgeforderte Luft ja nur max. auf 14 erhöhen, da er ja nicht eigene Wärmeenergie erzeugt.

Mann könnte ja die Lüftung in der Schlafstube weglassen und

das Fenster öffnen.

Dann wäre deine anlage rausgeschmissenes Geld.

Ich habe aber irgendwo gehört, dass dies nicht sinnvoll wäre.
Denn so würden massive Energieverluste durch das Fenster
auftreten.

richtig und deine Tauscher würden sich die Rippen wund lüften.

Stimmt das ? Wieso treten dabei höhere Verluste auf, wenn die
Schlafstubentür geschlossen bleibt?

Erkundige dich nochmal genauer über das Prinzip der Wärmetauscher!
Der Efekt wäre ähnlich, wenn du bei einem Kühlschrenk die Abwärme wieder ins Gehäuse zurückführst.

Im Keller ist das Arbeitszimmer. Außerdem ist da noch ein
Hausanschlussraum ohne Fenster, sowie ein Trockenraum. Wäre es
sinnvoll diese Räume auch mit zwangszubelüften?

Den Rockenraum mußt du belüften, es sei denn du willst riskieren, daß dir das Haus unterm Hintern wegschimmelt. Im wahrsten Sinne des Wortes.
Bedenke, daß ein einzeln zwangsbelüfteter Raum abhängig von den umliegenden Räumen ist. Stell dir deinen Keller vor wie einen Wassertank mit mehrern Kammern. pumpst du eine Kammer leer, strömt es aus den anderen Räumen nach.

Was ist im Sommer mit dem Kreuzstromwärmetauscher? Ich möchte
ja nicht, dass sich die belüfteten Räume im Sommer überhitzen.
Wird dann nicht die vielleicht schon warme Innenraumluft immer
noch über den Wärmetauscher geleitet und erwärmt dann die
einströmende Luft noch weiter? Oder kann im Sommer der
Kreuzstromwärmetauscher durch eine Art Bypass umgangen werden?

Lese hierzu das Prospekt des Herstellers der Wärmetauscher: Der Tauscher ist keine Heizung. Er kühlt die einströmende Luft auf die Temperatur (maximal) der ausströmenden, wenn draußen wärmer als drinnen. Er wärmt die einströmende Luft, wenn draßen kälter als drinnen. eine Heizung an diese Tauscher anzuschließen ist meines Wissen nicht möglich. (oder anders: wozu?)

Wie groß wäre der Aufwand, um die Räume im Sommer zu kühlen (
eine Art Klimaanlage) ?

Ich gehe davon aus, daß du ein Niedrigenergiehaus/Passivhaus baust. die Isolierung sollte daher so ausgelegt sein, daß sich mit "niedrigem Energieaufwand, die Temperatur konstant halten läßt, unabhängig von der Außentemperatur. D.H. Du solltest das Ziel haben ständig 22 Grad im haus zu haben, egal ob Winter oder Sommer.

Zum anderen sind diese Niedrigenergiehäuser, so sie gut sind, so gebaut, daß eine hohe Luftzirkulation im Hause herrscht. Falls also ein Sommer wie dieser wieder kommt, sollte ein einzelnes Klimagerät zum Kühlen des gesamten Hauses reichen

Was ist mit den Lüftungskanälen? Verschmutzen diese nicht im
Laufe der zeit trotz öfteren Filterwechsels? Besteht dann
nicht die Gefahr, dass die gesamte Lüftungsanlage eine Art
Bakterienschleuder wird? Wie könne solche verwinkelten
Lüftungsleitung gereinigt, bzw. sauber gehalten werden?

so sie im ständigen Betrieb sind, was sein sollte, halte dich an die Anweisungen des Herstellers. Außerdem werden sie nur die Bakterien werfen, die du dort eingebracht hast, also keine Gefahr, du kennst die Bakterien schon und bist resistent.

Woher kann ich noch mehr fundierte Informationen zu diesem
Thema bekommen?

Es gibt irgendwo im Süddeutschen eine Mustersiedlung mit Pasivhäusern gebaut vom Max-Planck oder Fraunhofer Institut. Geh mal auf die Seiten und dort über die Suchfunktionen nach Passivhaus suchen.

gruss
winkel

Danke für die schnelle Antwort.

Sie hat jedoch noch eine Frage aufgebracht.

Ich habe gehört, eine Erdwärmepumpe muss ständig laufen. Somit wäre eine Kombination mit Solarelementen nicht sinnvoll, weil die Erdwärmepumpe dann im Sommer ( zur Warmwassserproduktion ) nicht so oft gebraucht wird.

Ist das wirklich ein Prolbem. Wenn ja, wieso?

da mußte dich aber ncohmal richtig reinknien:

Denn eine Erdwärmepumpe mußt nicht deshalb laufen, damit sie Nutzen hat, sondern damit die Siebe und Filter nicht zusotten.

Erdwärme zur Warmwasserproduktion zu nutzen und gleichzeitig eine solatranlage auf dem Dach ist doppelt gemoppelt.

es sei denn deine Solaranlage ist eine Photovoltaikanlage, die den Strom zum Betrieb der Erdwärmepumpe liefert!

Merke: Die Summe aller technischen Möglichkeiten ist nicht automatisch das Optimum.

eine Beratung sollte darauf abzielen, was das günstigste (Erstinvestition) für das Gebiet ist und dabei einen möglichst hohen Nutzen hat und planbare Foglekosten liefert.

z.B. auf der Zugspitze ne Erdwärmepumpe ist müßig.
An der See eine solaranlage ist weniger wirkungsvoll als eine Windkraftanlage.
gruss
winkel

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