Kontroverse: Otto Dibelius und Karl Barth

Guten Abend liebe Wissende,

wir beschäftigen uns in einem Seminar unter anderem mit der Situation der Kirchen in der Weimarer Republik. Zur Erarbeitung der Thematik haben wir Karl Barths Artikel „Quousque tandem…?“ und einen Ausschnitt aus Otto Dibelius Buch „Das Jahrhundert der Kirche“ gelesen und auch die Kontroverse, die zwischen den beiden um das Wesen/die Aufgabe der evangelischen Kirche(n) entbrannte, angesprochen.
Die Theamtik finde ich sehr interessant, habe auch selbst danach etwas dazu gelesen. Da ich aber kein Theologe bin, fällt es mir doch schwer, die grundsätzlichen theologischen Auffassungen von Barth und Dibelius zu verstehen. Mir sagt es halt irgendwie gar nix, wenn ich lese, das Barth das „lebendige Wort Gottes in der Bibel“ entdeckt. Das heisst für mich alles und nichts. Vielleicht kann mir das jemand von euch in einfachen Worten etwas verständlicher/nachvollziehbarer machen, sowie auch den konkreten Inhalt der Kontroverse evtl. auch vor dem Hintergrund der kirchenpolitischen Situation dieser Zeit.

In diesem Sinne vielen Dank:smile:

Martina.

Hallo Marco,

nach meiner Erinnerung (aber die Lektüre ist schon viele Jahre her) ist der Sachverhalt folgender gewesen: Dibelius wollte nach der Auflösung der Landesfürstentümer 1918, deren Existenz wegen der zu nahen Beziehungen der ev. Kirche zur Politik immer die Bildung eine evangelischen Amtskirche als Autorität verhindert hatte, eine ev. Amtskirche schaffen, die nach katholischem Vorbild eine eigenständige Autorität NEBEN DER SCHRIFT sein sollte.

Soweit ich mich erinnere (wieder *g*), wandte sich Karl Barth dagegen, dass es eine Autorität neben der Bibel überhaupt geben kann. Eine Ausnahme macht Barth nur für das Gewissen, wie ich meine, und zwar deshalb, weil er das Gewissen für biblisch begründbar hält, eine Amtskirche jedoch nicht.

Es tut mir sehr leid, dass ich nicht mehr liefern kann, aber meine Kenntnisse sind diesbezüglich etwas verblasst. Da ich aber dein Posting in Geschichte gelesen hat, in dem stand, dass noch niemand geantwortet hat, traue ich mich einfach, hier auch unvollkommen zu antworten.

Gruß

Bona

Vielen Dank
Super, vielen Dank Bona.