Konzentration auf Geräusche abtrainieren?

Hallo,

angeregt durch einen Beitrag weiter unten zum Thema Schlafprobleme, möchte ich meine Frage stellen.

Ich neige leider schon länger dazu, mich vor dem Einschlafen auf eigentlich ganz banale Geräusche verstärkt zu konzentrieren, was dann natürlich am Schlafen hindert. Den tickenden Wecker habe ich schon gegen einen Funkwecker eingetauscht. Ohrenstöpsel nutze ich trotzdem regelmäßig. Nun möchte ich das Problem ganz gern von einer anderen Seite angehen.

Gibt es erlernbare Techniken, wie ich es mir abgewöhnen kann, mich auf diese Geräusche zu konzentrieren?

Vielen Dank für Eure Antworten.

Gruß
Anka

Hallo Anka,
versuche einmal folgendes :
mache die Augen zu und akzeptiere das Geräusch.
Dann stell dir eine Wolke vor ( oder wenn es dir leichter fällt, eine
Ozeanwelle - mitten auf dem Meer - ganz lange, große, langsame Wellen ),
und lege dieses Geräusch auf die Wolke. Lass es nun mit der Wolke
einfach davontreiben.
Du wirst es noch eine Weile lang hören, schließlich treibt die Wolke
langsam davon, aber es wird leiser werden und aufhören zu nerven.
Vielleicht hilft es nicht beim ersten Mal, aber ein paar mal ist
es der Versuch schon wert.
Wünsche dir ein ruhiges einschlafen.
Gruß
Thomas

HaLLO Anka

Gibt es erlernbare Techniken, wie ich es mir abgewöhnen kann,
mich auf diese Geräusche zu konzentrieren?

Mit ein paar Hypnosesitzungen, die z.B. sätze wie „Alle Geräusche beim Einschlafenwollen sind absolut nebensächlich“ usw. dürfte man sowas „in den Griff“ bekommen.
Das funktioniert meistens unter ärztlicher Hypnose besser, als wenn man es allein autogen trainiert.
Gruß, Branden

Hallo Branden,

Das funktioniert meistens unter ärztlicher Hypnose besser, als
wenn man es allein autogen trainiert.

Vielen Dank für Deine Antwort. Noch eine kurze Frage: Welcher Arzt ist dafür zuständig, Neurologie oder eher Psychiatrie?

Gruß
Anka

Hallo Thomas,

Dein Vorschlag klingt interessant und ist auf jeden Fall einen Versuch wert.

Danke für Deine Hilfe.

Gruß
Anka

Noch eine kurze Frage: Welcher

Arzt ist dafür zuständig, Neurologie oder eher Psychiatrie?

Eher Psychiater als Neurologe, aber noch eher Facharzt für Psychosomatische Med. und Psychotherapie. Aber auch bei denen musst Du jemand „erwischen“, der Hypnosen durchführt.
Gruß, Branden

Hallo Branden,

danke für Deine Antwort.

Dann werde ich mal mein Glück versuchen und mich auf die Suche begeben.

Gruß
Anka

Hallo Branden!

Gibt es erlernbare Techniken, wie ich es mir abgewöhnen kann,
mich auf diese Geräusche zu konzentrieren?

Mit ein paar Hypnosesitzungen, die z.B. sätze wie „Alle
Geräusche beim Einschlafenwollen sind absolut nebensächlich“
usw. dürfte man sowas „in den Griff“ bekommen.

Funktioniert das auch bei „fundierteren“ Geräuschen wie etwa Tinnitus?

Gruß
P.

Das Gehirn austricksen
Hallo,

Ich neige leider schon länger dazu, mich vor dem Einschlafen
auf eigentlich ganz banale Geräusche verstärkt zu
konzentrieren, was dann natürlich am Schlafen hindert.

Das mit dem Schlaf ist eine „Wissenschaft“ für sich: je mehr man sich „zwingt“ einschlafen zu „müssen“ oder unbedingt zu „wollen“, umso weniger gelingt es.

Sprich, jedes drauf konzentrieren auf „schlaf ich schon?“, „bin ich gleich weg?“, „ich muss morgen fit sein“ und dergleichen lähmen irgendwas, ich weiß nicht was, aber fördert ganz sicher nicht den Schlaf.

Ich kenne solche Zeiten auch.

In zahlreichen Büchern hab ich gelesen, dass man, wenn man nicht binnen einer halben Stunde eingeschlafen ist, wenn man im Bett liegt (dunkles, kühles Schlafzimmer ohne Störfaktoren), dann soll man aufstehen und ein Buch lesen oder sonstwas in der Wohnung tun und sich erst wieder hinlegen, wenn man müde geworden ist.

Sonst verbindet man unbewusst mit „ins Bett gehen“ die „Qual nicht einschlafen zu können“ oder - wie Du - die „Konzentration auf Geräusche“.

Ich bin umgezogen und wohne jetzt recht nahe an einer Stadtautobahn. Es ging leider beruflich nicht anders. Ich dachte nie, dass ich da je schlafen könnte: viel zu viele Geräusche, viel zu laut.

Aber man kann es tatsächlich, denke ich, „trainieren“, Geräusche anders wahrzunehmen, bzw. aus dem Gehör, dem Gehirn „rauszufiltern“.

Ich hab dann nachts im Bett versucht, die Geräusche nicht mit etwas Unangenehmem zu verbinden, dass sie mich am Schlafen hindern usw., sondern ich hab in einer Art „Wach-/Tagtraum“ versucht, mir nachts im Bett vorzustellen, dass ich am Strand liege. Und tatsächlich: das gleichmäßige Rauschen der Stadtautobahn mit den Autos war wie Wellenrauschen.

Ich hab also nicht zwanghaft versucht, die Geräusche „wegzukriegen“, sondern sie in mein Leben, meinen Schlaf einzubinden.
Für mich wurde so mit der Zeit das Schlafen wie ein „Strandurlaub“ mit Wellenrauschen. Diese Art schöner Tagtraum hat mir geholfen, dass ich von Tag zu Tag eher einschlief - und heute schlaf ich wie ein Ratz!

Offenbar kann man sein Gehirn gut „programmieren“, wie eine Art Autosuggestion sich Dinge vorstellen, um gewissen Dingen, wie deinen „banalen Geräuschen“ etwas Gutes, Positives abzugewinnen, einen anderen - harmloseren - Stellenwert.

Verschließ dich daher nicht den banalen Geräuschen, sie sind da, sie gehören zu deinem Leben hier dazu, lehn sie nicht ab als „Feinde“, die dir den Schlaf rauben.
Ja, „lade“ sie in deine Träume ein, stell dir im Bett vor, wie diese Geräusche klingen, binde sie in Tagträume ein, also stell dir bewusst ganz schöne Situationen vor, wo solche Geräusche im Positiven vorkommen: eine Waldwiese? Am Strand? Im Urlaub? Über eine hügelige Landschaft mit vielen Seen und Tälern fliegen? Lass deiner Phantasie freien Lauf.

Wichtig ist nur, dass du diese „Geräusche“, auf die du dich da konzentrierst, nicht ablehnst, verteufelst, wenn sie nun schon mal da sind und sich nicht abstellen lassen, wie laute Straßen z.B.

Was du abstellen kannst, das tu: Wecker weg z.B., Funkwecker her - sehr gut, hab ich auch gemacht.

Und die Restgeräusche, die von der Umwelt her noch da sind, die binde ein und „pole“ sie in deinem Gehirn um, binde sie in Tagträume ein, so dass du dann eines Tages (es bedarf dafür der Zeit und der „Übung“!!) ins Bett gehst, sie nicht mehr hörst, sondern im Bett dir automatisch die schönen „antrainierten“ Bilder kommen: die Wiese, der Strand - MIT diesen Geräuschen, die wie Wellen klingen, wie Vogelsingen? Wie Blätterrauschen? Wie Dschungelgeräusche?

Gegen was man sich nicht - mehr - wehrt, dass kann man zu seinem Freund machen und verliert den Schrecken eines „Feindes“.
Dann wirst du auch wieder herrlich schlafen wie ein Ratz - wie ich.

Das schaffst du locker!

Christina

Hypnose eignet sich nicht für jeden
Hallo,

… wobei sich sicherlich nicht jeder Patient für Hypnose eignet.
Ich als Kontrollmensch bin für Hypnose wie für Autog. Training absolut ungeeignet.
Ich hab mir das Wieder-Schlafen-Können im „Eigenversuch“ antrainiert - ich meine, mit viel Disziplin KANN man - eventuell, kommt auf den Menschen an - sich seine Einstellung selbst ändern.
Siehe mein Posting drüber.

Chris

Dann werde ich mal mein Glück versuchen und mich auf die Suche
begeben.

Gruß
Anka

Funktioniert das auch bei „fundierteren“ Geräuschen wie etwa
Tinnitus?

Gute Frage, P.! Ich sollte es mal bei einem meiner Tinnitus-Patienten probieren…
Im Ernst, ich hab bisher nur andere Symptome mit Hypnose behandelt. Allerdings ist Tinnitus, insbesondere wenn e schon länger bsrteht, meiner Erfahrung nach mit jedweder Theerapie schwierig…
Gruß, Branden

Hallo Chris,

Deine Antwort macht mir Mut. Genau die von Dir beschriebene Situation „schlafe ich schon“, „jetzt muß ich aber einschlafen, um morgen fit zu sein“ ist es.

Ich habe auch während des Studiums jahrelang an einer Europastraße mit Kopfsteinpflaster gewohnt, wo die Laster nachts drüber gedonnert sind, war nach kurzer Zeit kein Problem. Wenn mal Besucher da waren, kam sehr häufig die Frage, wie kannst Du bei dem Lärm schlafen.

Aber heute ist es manchmal die berühmte Fliege an der Wand…

Dann werde ich mir beim nächsten Problem mal eine angenehme Situation vorstellen und hoffe, daß ich mit der Zeit mein Gehirn auch programmieren kann.

Danke.

Anka