Kopf ab - und dann?

Halllo!
Ist für meine Übersetzung nicht unbedingt wichtig, aber ich bin neugierig:
Wenn man einem Menschen den Kopf abgetrennt hat und hebt ihn an den Haaren hoch(den Kopf), verzieht sich durch den Zug an der Haut (so ein Kopf wiegt laut Google zwischen 4 und 6 Kilo)das Gesicht zur Grimasse, klappt die Kinnlade herunter? Braucht die Muskulatur einige Zeit, bis sie erschlafft? Wie sieht das Gesicht nach ein, zwei Stunden aus?

Gruß,
Eva

Antwort: ? Meine Senftube: gut gefüllt. :wink:
Mensch, Eva,
Du hast ja vielleicht Sachen auf Lager …

mittwöchliche Grüße

Pit

Ich denke mir das -

  • nicht aus :wink: Soundsoviele Leute kaufen sich später das Buch, lesen die Stelle und denken sich nix dabei, aber wenn man explizit nach solchen Dingen fragt und gezwungen ist, sich darüber Gedanken zu machen, ist’s ganz schön gruselig. Und Übersetzer können leider nix überblättern …

Gruß,
Eva

Servus Eva,

selber nachschauen . . .

http://www.yannone.org/BlogPics2/GuillotinePanetta.jpg

BTW: für die Stimmbänder ist es auch nicht so gut

Gruß

Kai

http://www.yannone.org/BlogPics2/GuillotinePanetta.jpg

Na ja, büsch’n bedröppelt kiekt er schon :wink:

Hallo, Kai!
Danke für den netten Link! Guillotine ist überhaupt ein guter Tipp, da gibt es bestimmt Bilder aus der Zeit, als sie noch tüchtig im Einsatz war und oft hat man ja die abgeschlagenen Köpfe der Menge gezeigt … Mal googeln.

Gruß,
Eva

Moin Eva,

und oft hat man ja die abgeschlagenen
Köpfe der Menge gezeigt

wobei Du beim Realitätsgehalt dieser Bilder keine allzu hohen Ansprüche stellen solltest. Das war schlichte Propaganda und keine Dokumentation.

Gandalf

Hallo Eva,

ich bitte dich folgendes zu bedenken:

mit dem Eintreffen des Todes wird aber auch jedwede Audrucksweise des bedauerlichen Delinquenten sowas von ausgelöscht.

Vollkommen unerheblich vorhergehender Malässen.

In diversen Filmen oder Romanen wird halt kolportiert, dass die arme Sau im Tode irgendwie einen entsetzten oder friedlichen Eindruck machte, je nachdem, inwieweit jener zu Tode käme.

Aber das ist Unfug.

Bringe wen auch immer meinetwegen mit den allergarstigsten Unerquicklichkeiten, derer du Kenntnis erlangst um die Ecke.

In dem Moment des Abtretens erschlaffen sämtliche Muskeln und es ist wirklich egal, wie schnell oder langsam jener zu Tode kam oder auf welche Art und Weise.

Gruß

Annie

mit dem Eintreffen des Todes wird aber auch jedwede
Audrucksweise des bedauerlichen Delinquenten sowas von
ausgelöscht.

Hallo, Annie!
Es geht mir gar nicht ein postmortales Mienenspiel, das irgendwelche Befindlichkeiten wiederspiegelt :wink: , sondern eher um physiologische Vorgänge. Inwieweit das Gesicht noch „zusammengehalten“ wird, zumal ja Haut und Muskulatur am Hals durchtrennt sind. Nachdem ich mich nun in Gedanken länger damit beschäftigt habe, steht mir, denke ich, ein recht genaues Bild der fraglichen Szene im Buch vor Augen.

Zu Deinem Posting fällt mir ein, dass ich mal im Fernsehen etwas über einen Fotografen gelesen habe, der eine Bilderserie über Wien herstellte und getreu dem Motto: „Der Tod muss ein Wiener sein“ hat er im Leichenschauhaus die Toten fotografiert und meinte nun, die hätten alle so wunderbar friedlich ausgesehen, dass er nun gar keine Angst mehr vorm Sterben habe, weil es wohl doch ein beglückendes Erlebnis sein müsse. Hoffentlich erlebt er keine böse Überraschung :wink:

Danke Dir & Gruß,
Eva

wobei Du beim Realitätsgehalt dieser Bilder keine allzu hohen
Ansprüche stellen solltest. Das war schlichte Propaganda und
keine Dokumentation.

Hallo, Gandalf!
Da hast Du wohl recht. Im Wilden Westen pflegte man erschossene Banditen oder sonstwie „Prominente“ gern im Schaufenster auszustellen - die sehen alle recht ordentlich aus, wurden aber auch vorher von der Firma Pietät & Takt* zurechtgemacht.

Gruß,
Eva
*http://www.humor.li/joke.asp?cid=31&pg=6

Hei Eva,

nun gut

Inwieweit das Gesicht noch

„zusammengehalten“ wird, zumal ja Haut und Muskulatur am Hals
durchtrennt sind.

denne wird ja wohl die Totenstarre, sowohl eingetreten, diesem Schauspiel nur zu gut oder schlecht Einfluss zu nehmen imstande wäre.

Unmittelbar du das abgeschlagene Haupt nun an den Haaren hochzögest und/oder gleichzeitig selbiges nach hinten irgenwie verknotetest, hättest du nach vollkommenen Eintritt der Leichenstarre wohl zwangsläufig ne Art Botox-Effekt.

Also bis zum Eintritt derselben wohl alle denkbaren Varianten bzgl. des fürderhin vorstellig werdenden Gesichtsausdrucks der teuren Verblichenen.

Zu Deinem Posting fällt mir ein, dass ich mal im Fernsehen
etwas über einen Fotografen gelesen habe, der eine Bilderserie
über Wien herstellte und getreu dem Motto: „Der Tod muss ein
Wiener sein“ hat er im Leichenschauhaus die Toten fotografiert
und meinte nun, die hätten alle so wunderbar friedlich
ausgesehen, dass er nun gar keine Angst mehr vorm Sterben
habe, weil es wohl doch ein beglückendes Erlebnis sein müsse.
Hoffentlich erlebt er keine böse Überraschung.

ja, letztens auf dradio auch ein Feature über Tod und Trallala gehört, ein Totengräber, selbstverständlich aus Wien, erzählte in allen Einzelheiten von der Wichtichkeit einer „schönen Leich“.

Dafür muss man die liebhaben, die Ösis, findich. Isso.

Ich bin einigermaßen gespannt auf deine Story, Eva. So, was du so in letzter Zeit hier für Fragen zu stellen zu belieben pflegst.

Das mal ganz offtopic.

Gruß

Annie

Hallo -

  • und Danke für neuerliche Antwort!

(Apropos ViKa: Dies Jahr auch wieder Chillis angebaut? Ich auch; ein, zwei kann man schon ernten :smile:
Gruß,
Eva

Hallo newcallas,

möchte Deine Frage mal ganz unvoreingenommen angehen! Ein bisschen Anatomie kann nicht schaden…

Die Gesichtsmuskeln, die für die Mimik zuständig sind, werden vom Nervus facialis gesteuert, das ist der VII. Hirnnerv. Dagegen werden die Kaumuskeln vom Nervus trigeminus versorgt, das ist der V. Hirnnerv. Nicht so wichtig, denn alle Hirnnerven entspringen im Hirnstamm (deshalb heissen sie so), während die Nerven, die die Muskulatur des Rumpfs und der Gliedmassen steuern, im Rückenmark entspringen.

Trennt man den Kopf in Höhe des 3. Halswirbels ab (das ist die wahrscheinlichste Stelle), so bleiben die Hirnnervenkerne unangetastet, weil sie oberhalb dieser Stelle liegen. Es ist also durchaus sehr wahrscheinlich, dass es beim Abtrennen zu einer reflexartigen Kontraktion aller Gesichts- und Kaumuskeln kommt (Grimasse).

Der Körper zuckt auf jeden Fall noch eine ganze Weile weiter, solange die Nervenkerne im Rückenmark noch aktiv sind.

Der Energievorrat aller Muskeln sorgt dafür, dass sie auch bei fehlender Durchblutung noch ein Weilchen weiterarbeiten können. Das Herz schlägt ebenfalls noch etwas weiter, es hat einen eigenen Schrittmacher und benötigt zum Schlagen keine Signale vom Gehirn.

Bewusstes Empfinden ist allerdings NUR mithilfe des Gehirns möglich. Beim Abtrennen des Kopfes wird neben den Blutgefässen auch der Rückenmarkskanal durchtrennt, sodass nicht nur das Blut, sondern auch das Nervenwasser austreten kann. Durch den plötzlichen Druckabfall in den mit Nervenwasser gefüllten Hohlräumen des Gehirns (den Ventrikeln) kollabiert das Gehirn sofort, und das Bewusstsein wird ausgeschaltet.

Die Grimasse ist also kein Ausdruck eines bewussten Schmerzempfindens!
Vorausgesetzt natürlich, das Abtrennen des Kopfes geschieht rasch und vollständig. Die Guilloutine wurde ja erfunden, um dies sicherzustellen, sodass man nicht länger von der Geschicklichkeit einzelner Scharfrichter abhängig wär.

Noch eine Anmerkung zur „Totenstarre“: Dieser Zustand tritt erst einige Zeit nach dem Tod ein (bei den Kaumuskeln nach ca. 3 Stunden), wenn der Eigenvorrat der Muskeln an Energie verbraucht ist. Die Totenstarre löst sich erst 1 bis 2 Tage nach dem Tod, wenn die Verbindung der Muskelfasern miteinander durch Zersetzungsvorgänge abgebaut wird.

Ich hoffe, Deine Neugier ist nun gestillt!

Neugier gestillt :smile:
Hallo und vielen Dank! Das war ganz genau das, was ich wissen wollte. Leider ist es nun mal ein Schauerroman, den ich übersetze, da kommen auch schaurige Dinge vor :wink:

An Schmerzempfinden dachte ich bei der „Grimasse“ auch nicht, sondern, wenn der Mörder sich mit den Häuptern seiner Opfer noch eine Weile unterhält, wie sie wohl zurückschauen …

Brrrrrr!

Trotzdem wünsche ich ein schönes Wochenende!
Eva