Hallo ihr,
ich hoffe bin mit der Frage in das richtige Brett gerutscht! Immerhin hat die Frage was mit Füsik zu tun:wink:
Gestern sah ich mich gezwungen während einer Zugfahrt wegen dieser Bullenhitze einmal bei ca. 130km/h den Kopf aus dem Fenster zu halten. Nun meine Frage: Wieso kann man -wenn ich in Fahrrichtung schaue- beim besten Willen nicht einatmen? Man bekommt kein bisschen Luft! Sogar ein leichter Brechreiz war zu verspüren (kein witz!). Sobald man den Kopf aber entgegen der Fahrrichtung hält ist alles wieder in Ordnung. Man kann wieder tief einatmen und die schöne Aussicht genießen 
Wie ist das physikalisch zu erklären?
viele grüße
M1D1
also ich hab da nur eine vermutung:
wenn du den kopf raushälst, dann umströmt die luft deinen kopf sehr schnell. nach bernoulli sinkt der (innere) druck bei hohen geschwindigkeiten des mediums, das heisst dort wo die luft schnell strömt sinkt der druck gegen den äußeren druck drumherum. gegen diesen druck musst du jetzt aber arbeiten, wenn du einatmen willst, da dein brustkorb sich im zug und damit im äußeren, höheren druck befindet. der gleiche effekt läßt ein flugzeug übrigens (unter anderem) auch fliegen. wenn du den kopf drehst, so gibt es aufgrund der turbulenten strömung hinter deinem kopf eine art kleine „tote zone“, in der die luft nicht sehr von all dem beeinflußt ist, vor dem bereich in dem es mit wirbeln etc. um so mehr abgeht. hier herrscht kein großer druckunterschied und du kannst athmen.
das alles aber ohne gewähr, so würde ich mir das erklären.
gruss
sebastian
Hallo M1D1
Also an der Erklärung von Sebastian möchte ich nichts in Frage stellen, weil ich auch nur vermuten kann.
Aber ich vermute in die andere Richtung: es ist der Staudruck.
Und zwar in dem Moment wo man den Mund aufmacht würde sich die Lunge durch den Staudruck aufblasen. Und das verhindert eine Reflexbewegung des Kehlkopfs. Das könnte auch schon über die Nasenkanäle passieren.
Ich bin gespannt ob es einer genau weiß.
Mit freundlichen Grüßen
Alexander Berresheim
Hi M1D1,
so recht erklären kann ich mir das nicht, die Vermutungen aus den anderen beiden Beiträgen kann ich weder bestätigen noch widerlegen, aber - ich bin schon öfters mit dem Motorrad deutlich schneller als mit 130 und offenem Visier gefahren, ohne Atemnot zu kriegen. Ist vielleicht eine Sache der Gewöhnung, also ein psychologischer Effekt.
Gandalf
Hallo,
das würde ich aber für sehr unwahrscheinlich halten. Man kann wirklich (auch nach mehreren Versuchen) wirklich kein Kubikmillimeter Luft bekommen. Das ich eine so widerspenstige Psyche hab, wag ich zu bezweifeln.
trotzdem danke
ingmar
Hai, M1D1,
also, heftiges Nachdenken meinerseits
ergab folgendes:
- Bernoulli kann nicht schuld sein. Wäre er es, hätte man den gleichen Effekt ja auch, wenn man den Kopf seitlich zur Strömung hält, hat man aber nicht…
- der Staudruck. So ganz alleine kann der auch nicht Schuld sein - denn man kann tatsächlich auf’nem Motorrad ohne Visir auf 130 (und mehr) beschleunigen, ohne daß dieser Effekt auftritt - es sei denn, man dreht während des Beschleunigens den Kopf zur Seite und ihn erst wenn man die 130 erreicht hat wieder nach vorne (liebe Kinder - nicht nachmachen, wenn ihr selbst die Karre steuert…
).
Das, plus der Überlegung, wann dieser Effekt noch auftritt - laß Dir mal von jemanden einen großen Schwall Wasser ins Gesicht schütten und versuch dabei einzuatmen - ergab dann den Schluß:
es handelt sich um ein physiologischen Schutz-Reflex. Wenn wir plötzlich große Mengen Wasser ins Gesicht bekommen, was ja natürlicherweise bei einem Sturz in das nasse Element passiert, wird unsere Luftröhre sofort geschlossen, selbst, wenn wir eigentlich gerade dabei sind, einzuatmen. Nun kann unser Körper offenbar nicht zwischen einem Schwall Wasser und einem Schwall Luft unterscheiden - wie auch, wir haben ja keinen Sensor für „naß“ - und prompt wird unsere Luftröhre geschlossen, wenn wir bei voller Fahrt den Kopf aus dem Fenster halten. Wenn die Geschwindigkeit aber langsam ansteigt, bleibt das „Schwall“-Gefühl und damit der Reflex aus…
Alle Klarheiten beseitigt?
Gruß
Sibylle