Kopfbedeckung im Gotteshaus

Hallo,
wie kommt es eigentlich, daß von den drei monotheistischen Religionen nur die Christen (jedenfalls die Männer, sofern sie nicht „dienstlich“ da sind) im (jeweiligen) Gotteshaus ihre Kopfbedeckung abnehemen, während sowohl Juden als auch Moslems gerade ihren Kopf bedecken?

Cu Rene

Hallo René

dazu drei Links

Judentum:
http://www.lgd.de/projekt/judentum/gebetskleidung.htm
http://www.uni-mainz.de/~dhoehn/juden/abschnitt2.htm…

Islam:
http://www.teblig.de/teblig/fragen/teb63bis63.htm (Frage 58)

Beste Grüße

Tessa

hallo,

wie kommt es eigentlich, daß … die Christen (jedenfalls die Männer, sofern sie
nicht „dienstlich“ da sind) … ihre
Kopfbedeckung abnehemen, während Juden …
gerade ihren Kopf bedecken?

weil im judentum eben alle dienstlich anwesend sind!

grüße
lehitraot.

Ich tue mit anderen Ehrenamtlichen Aufsichtsdienst in unserem Dom. Das ist leider heute erforderlich (Sachbeschädigung, Kunstraub, Opferstockraub, Vandalismus, Verschmutzung usw.).
Wenn ich dann manchmal männliche Personen bitte, ihre Kopfbedeckung abzunehmen ernte ich häufig Unwissen, Unverständnis und teilweise Agression.
Ich kann verstehen, daß besonders Jugentliche es einfach vergessen, Ihre Kappe abzunehmen. Viele wissen es auch schlicht und einfach nicht. Die meisten nehmen nach meiner höflichen Bitte und einer entsprechenden Belehrung ihre Kopfbedeckung ab.
Immer häufige erhalte ich aber pampige Antworten und Trotz.
Die gehen trotz meiner höflichen Bitte demonstrativ mit ihrem Hut auf dem Kopf im Dom herum.
Manche haben auch noch ihren Hund dabei. Dabei würden sie es nicht wagen, ihren Hund ins Einkaufszentrum oder in das Museum nebenan mitzunehmen.
Hiermit wollte ich nur meinen Frust abreagieren über Leute, die in unserem Gotteshaus zu Gast sind und sich nicht einmal den einfachen Höflichkeitsregeln unterwerfen.

Hallo Jochen!

Wenn Du die Besucher entsprechend belehrst, kannst Du uns sicher auch etwas über den Ursprung und Sinn dieser Gepflogeheit in Christlichen Kirchen sagen.

Gruß
Arndt

Danke,
das war schon mal sehr interessant, aber wie kommen gerade die Christen (die ja den gleichen Ursprung haben) zu einer anderen Tradition?
In Analogie zu den gennanten Texten könnte man vermuten, daß Jesus keinen Wert auf eine „Kleiderordnung“ gelegt hat, was aber orthodoxe Christen sicher verneinen (im Petersdom, und in vielen anderen Kirchen, wird nämlich auf eine gewisse Kleidung wert gelegt).

Cu Rene

das war schon mal sehr interessant, aber wie kommen gerade die
Christen (die ja den gleichen Ursprung haben) zu einer anderen
Tradition?

lies mal meine antwort weiter oben! es ist DIESELBE tradition, denn christliche geistliche tragen eine kopfbedeckung, und beim papst usw. sieht es sogar einer kipa verdammt ähnlich! der unterschied ist eben der, daß es im judentum keine laien gibt. es sind gewissermaßen alles „geistliche“, und alle tragen eine kopfbedeckung: im orient ist es eine beleidigung beim könig baren hauptes zu erscheinen. und der könig der welt, das ist gott! jetzt alles klar?

grüße
lehitraot.

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Meine Antwort auf die „heilige“ Kopfbedeckungsfrage:

Im Grunde ist es doch völlig schnurz, ob man ne Pudelmütze, oder
wie an der Klagemauer eine Pappscheibe auf dem Kopf spazieren
trägt oder eine Mitra oder was weiß ich für eine Flohbremse.

Das sieht mir alles schwer nach kirchenamtlichen Ritualien aus,
von denen der allmächtige einige, einzige Gott von uns allen -
nämlich gar nix gesagt hat. Weil Ihm, unserem wahren Gott im
Himmel und auf Erden, - dies ziemlich schnurzpiepe-egal ist.

Diesem unser aller gemeinsamen wirklichen, lebendigen Gott,
der von einigen so hoch gehäng(k)t wird, daß keiner drankommt,
kommt es in Seinem, in Gottes, Geist ausschließlich darauf an,
geistig verstanden zu werden. Die einen bedürfen dazu der
geistigen Muttermilch, wie die jungen Zicklein, andere vertragen
schon festere, also mehr geistigere, nicht-materielle „Speise“
Gottes.

Und so sind all diese Hut-Fragen oder nicht: Aufsätze, Ritualien
der jeweiligen Kirchenheinis bzw. Amtsautoritäten. Gott hält
sich aus derlei Kleinkinderkram raus. Wer ehrlichen, aufrichtigen
Herzens zu Gottvater kommt, der darf auch nackt oder auch in
Königspurpur vor Sein Angesicht treten. Das ehrliche Herz zählt,
sonst gar nix. Amen.

Wolfgang.

Hallo, Wolfgang!

Ich freue mich, daß ich nicht allein so über Gott denke.
Ich denke auch, daß Gott kopfschüttelnd zusieht, wie die Menschen Sonntags morgens an einen Ort strömen, der, einer Totenhalle gleich, Stille verlangt, obwohl Gott den Menschen Zunge und Musik gab.
Der düster verhangen und voller Reichtümer, Gold und Silber, ist, obwohl er Wälder, Blumen, Sonne und Mond und den Wind erschuf.
Indem an einem Holzkreuz die Nachbildung eines seiner größten Verfechter, der sich sein Sohn nannte, und den er so annahm, hängt und es ihn jedesmal wie ein Stich durchfährt, wenn er daran denkt, was Menschen mit ihm taten und welche Qualen er litt.
Ich denke nicht, daß Gott in eine Kirche möchte, aber wenn, dann sicher nur verhüllten Hauptes, damit er all das nicht ansehen muß.
Auch eine mögliche Erklärung?

Es grüßt,

Marcus,
Dunkelchrist

Aber hallo, Marcus,

Du hast mehr Recht mit Deiner Auffassung als Du Dir vorstellst.

Das ritualisierte Gewimmer und Gejaule, was oft von verschiede-
nen Religionen Seinetwegen, Gottes wegen, veranstaltet wird, hat
Er nie gewollt, nie befohlen, nie angeregt. Das ist alles
Menschenwerk. Gottes Willen - kannst Du selber herausbekommen!!!

Ich sage Dir, wenn es einen lebendigen, wirkenden und seine
Kinder, uns alle, auch die bösen derzeitigen verfemten Taliban,
liebenden Gott geben sollte, dann wird Er, dieser Gott, doch
jederzeit, jetzt, nicht bloß in einem Steinhaufen namens Tempel
oder Dom oder Kirche oder so, ansprechbar sein. Für die Seinen!!!

Ich selber habe so den Weg zu Gott finden dürfen, indem ich mich
in meinem Herzen fragte: Mensch, Kerl, den Alten da oben im Himmel haste ja fast vergessen! Gibts den überhaupt, oder ist es nur Märchen für Omas und Kinder! Was würde ich, wäre ich Gott, wollen, daß die Menschen tun, um Gott näher zu kommen???
Nun, Marcus, ganz einfach - so fing mein Weg zu Gott und nun mit Gott an. Ich habe ganz locker nach oben geguckt, obwohl da nix als ein Fettfleck an der Rauhfasertapete ist, und still in mir gefragt: Gott, alter Herr, Allpersönlichkeit, Natur, wie Du auch heißt, gibt es Dich und wie kann ich Dich wirklich kennenlernen, wenn Du die gute, die liebevolle Gestalt bist. Eine andere oder einen anderen Geist - suche ich nicht. Amen.

Paar Tage später, hatte dieses erste Gebet eigentlich schon längst vergessen, fiel mir auf, daß es mir unerhört gut ging, die ganze Zeit schon. Da fiel mir spontan ein DANK DIR SCHÖN ein.

Kaum gedacht, da durchströmte es mich siedendheiß danach.

Ich merkte, da hat sich wer über meinen ehrlichen Dank gefreut.
Ich kann das nicht beweisen, aber ich spürte das im eigenen „Herzen“. Anders kann ich es nicht ausdrücken. Und so lernte ich zunehmend immer mehr von IHM, indem ER mir die jeweiligen Antworten auf alle meine geistigen, seelischen Fragen zufallen ließ. Wann ER wollte. Und so habe ich auch das mit dem ollen Jesus endlich auch verstehen und erkennen erlernt. Und bin dadurch Christ geworden. Durch Sein mir eingeben von Hilfen.

So klappt das heute mit jedem, der es ehrlich, aufrichtig versuchen will, Gott wirklich kennenzulernen. Wie genau, das weiß ich nicht, ist bei jedem ein bißchen anders, wie ich mittlerweile gemerkt habe. Frag bitte auch Du, wenn Dir im Herzen danach ist, nur dann!!!, diesen liebevollen Geist, den wir Christen Vater im Himmel nennen dürfen. Und der jederzeit mit uns ist, unsichtbar aber keinesfalls unwirkbar.

Also, Du hast die volle Freiheit für oder gegen einen solchen liebenden, barmherzigen Gott zu sein.

Dein Wolfgang.

PS:

Klar habe ich Ihn auch über all den Scheiß und Mist in der Welt gefragt, und wieso und weshalb und warum!

Jung, kam da die Antwort für mich, sie müssen das alles halt selber erlernen, durch Anstrengung, Mühen, durch Fehler, durch Irrtümer. Trotz allem helfe ich dabei einer jeden Seele, auch
wenn sie es noch nicht bemerkt. Denn ich will sie alle später
mal als meine Kinder. Reg Dich also nicht zusehr auf, es dient
ihnen beim Leben lernen. Im Himmel ist das alles dann nicht mehr.
Und so stecke auch ich so manches arges Stück klaglos ein, obwohl ich eigentlich wütend zurecht alles kurz und kleinhauen könnte, wenn ich mich gehen ließe. Aber, mein Ziel mit allen Menschen ist halt viel, viel wichtiger. Also dulde ich ihre Sandkastenspielereien manchmal sehr traurigen Auges.

So in etwa habe ich Gottes Antwort in meiner Erinnerung dazu. Und, lieber Marcus, ich verstand Gott dabei, und stecke selber daraufhin zurück, obwohl ich gerne zutreten möchte, manchmal …
Wenn es wieder mal all zu arg getrieben wird …

Im Grunde ist es doch völlig schnurz, ob man ne Pudelmütze,
oder
wie an der Klagemauer eine Pappscheibe auf dem Kopf spazieren
trägt oder eine Mitra oder was weiß ich für eine Flohbremse.

ja das ist korrekt. eine baseballkappe mit spiderman drauf tut es an der klagemauer auch! :stuck_out_tongue:

grüße
lehitraot.

Hallo,

das war schon mal sehr interessant, aber wie kommen gerade die
Christen (die ja den gleichen Ursprung haben) zu einer anderen
Tradition?

lies mal meine antwort weiter oben! es ist DIESELBE tradition,
denn christliche geistliche tragen eine kopfbedeckung …

Das hatte ich zwar gelesen, aber - ehrlich gesagt - nicht verstanden. Mit „dienstlich“ meinte ich aber z.B. auch Ehrenwachen an Särgen oder Fahnenabordnungen, die auch in christlichen Kirchen - zumindest wenn ich zugegen bin - ihre gewöhnliche Kopfbedeckung tragen, aber dennoch Laien sind.

Cu Rene

Manche haben auch noch ihren Hund dabei. Dabei würden sie es
nicht wagen, ihren Hund ins Einkaufszentrum oder in das Museum
nebenan mitzunehmen.

Hallo !
Wenn der Hund sich zu benehmen weiß (genauer gesagt: Wenn der Hundebesitzer sich zu benehmen weiß und seinen Hund entsprechend gut erzogen hat und aufpasst, dass der Hund sich ruhig und unauffällig verhält), dann ist’s doch nicht schlimm. Warum sollte ein guterzogener (!) Hund nicht auch mal mit in die Kirche ?
Unseren Herrgott stört es ganz bestimmt nicht !!! Wir Menschen sind es, die oft zu unduldsam mit all unseren Mitgeschöpfen sind.
Liebe Grüße

  • an Mensch und Tier -
    von
    Sigrid

Hallo Jochen!

Wenn Du die Besucher entsprechend belehrst, kannst Du uns
sicher auch etwas über den Ursprung und Sinn dieser
Gepflogeheit in Christlichen Kirchen sagen.

Ja, das kann ich.
Wie Du weißt, stannt die christliche Tradition weitgehend von der jüdischen Tradition ab.
Die Frauen bedeckten ursprünglich ihre üppige Haarpracht unter einem Hut oder Kopftuch oder Schleier, damit sie die Männer nicht vom andächtigen Gebet ablenken sollten. Bis zum Excess treiben es noch heute manche Teile der Muslims (Black Box).
Der Mann nahm und nimmt noch heute in Ehrfurcht vor Gott im Gotteshaus seine Kopfbedeckung ab.
Anders bei den Juden: Hier setzt der Mann ausdrücklich seine Kopfbedeckung auf, wenn er betet oder eine Synagoge betritt. Über die Ursprünge dieses Brauches kann ich nur spekulieren.

Was mich aber ärgert ist dies: Wenn es nun mal Brauch ist und von den auch nichtchristlichen Besuchern erwartet wird, erfordert es doch einfach der Respekt und die Höflichkeit vor den Mitgliedern der entsprechenden Religionsgemeinschaft, deren Bräuche zu respektieren wenn man ihr Gotteshaus betritt. Gott sei Dank hat sich bisher während meines Aufsichtsdienstes noch niemand eine Zigarette im Dom angezündet. Andererseits nehen manche Leute keine Rücksicht und nehmen sogar Handy-Gespräche an und unterhalten sich lautstark mit ihrem Telefonpartner.
Es würde sicher niemanden einfallen, mit seinen staubigen Schuhen über die Teppiche einer Moschee zu latschen.

Manche haben auch noch ihren Hund dabei. Dabei würden sie es
nicht wagen, ihren Hund ins Einkaufszentrum oder in das Museum
nebenan mitzunehmen.

Hallo !
Wenn der Hund sich zu benehmen weiß (genauer gesagt:
Wenn der Hundebesitzer sich zu benehmen weiß und seinen Hund
entsprechend gut erzogen hat und aufpasst, dass der Hund sich
ruhig und unauffällig verhält), dann ist’s doch nicht schlimm.
Warum sollte ein guterzogener (!) Hund nicht auch mal mit in
die Kirche ?

Weils eben nicht erwünscht ist. Warum wollen die Leute sich als Gäste in unserem Dom einfach nicht an Regeln halten? Ich halte das für eine Flegelei.

Unseren Herrgott stört es ganz bestimmt nicht !!! Wir
Menschen sind es, die oft zu unduldsam mit all unseren
Mitgeschöpfen sind.

Gottes Geschöpfe sind auch die Flöhe, die im Fell des Hundes sitzen. Gegen die wird aber die chemische Keule eingesetzt.

hallo,

lies doch mal die antwort weiter unten…

Wie Du weißt, stannt die christliche Tradition weitgehend von
der jüdischen Tradition ab.

es ist DIESELBE tradition, denn christliche geistliche tragen eine kopfbedeckung, und beim papst usw. sieht es sogar einer kipa verdammt ähnlich! der unterschied ist eben der, daß es im judentum keine laien gibt. es sind gewissermaßen alles „geistliche“, und alle tragen eine kopfbedeckung: im orient ist es eine beleidigung beim könig baren hauptes zu erscheinen. und der könig der welt, das ist gott!

Die Frauen bedeckten ursprünglich ihre üppige Haarpracht unter
einem Hut oder Kopftuch oder Schleier,

dies ist auch heute noch in christlichen kirchen zb. in italien der fall! der grund ist kein religiöser, sondern ein sittlicher. logisch, daß „wir“ als moderne menschen, die halbnackt auf der straße gehen, über sowas nur noch den kopf schütteln.

Anders bei den Juden: Hier setzt der Mann ausdrücklich seine
Kopfbedeckung auf, wenn er betet oder eine Synagoge betritt.

der religiöse jude hat tut keine drei schritte ohne kopfbedeckung. es gibt keinen unterschied zwischen „profanem leben“ und „gebet“. es gibt auch keine laien und „priester“. die kopfbedeckung in der synagoge hat nichts mit der „heiligkeit“ dieses ortes zu tun.

Über die Ursprünge dieses Brauches kann ich nur spekulieren.

siehe oben!

respekt vor den herrschenden benimmregeln ist für besucher wohl selbstverständlich, egal um welche tradition es sich handelt. wer sich daneben benimmt, ist ein rüpel. nicht nur in kirchen, synahogen… man rülpst ja auch nicht bei tisch.

grüße
lehitraot.

Hallo,

Weils eben nicht erwünscht ist. Warum wollen die Leute sich
als Gäste in unserem Dom einfach nicht an Regeln halten? Ich
halte das für eine Flegelei.

aber der Heilige (!) Franz von Assisi - und nicht nur der - hätte das bestimt anders gesehen.

Cu Rene,
der sich hier nicht auf eine religiöse Diskussion einlassen will, da er davon zu wenig versteht