Kopfpauschale und Zukunft der PKV?

Hallo zusammen,

als schon seit 10 Jahren Privatversicherter mit erwerbstätiger Frau (in der GKV pflichtversichert) und Kind in der PKV sitzt man bei der Gesundheitsreform ja immer zwischen allen Stühlen und fragt sich doch schon, wie das in Zukunft weitergeht mit PKV und GKV. Die einen schreiben, die PKV habe auch in der Kopfpauschalen-Welt keine Zukunft, die anderen schreiben von einem Nebeneinander der Welten und schließlich sind Überlegungen, allen PKV-lern den Wechsel in die Kopfpauschale zu ermöglichen genauso zu finden wie Überlegungen, die PKV für alle GKVler einkommensunabhängig ohne Risikoprüfung in einem Standardtarif zuzulassen.

Wer weiss denn was konkretes?

Danke

EK

nur: warte die Wahl ab.
Das Getöse um PKV und GKV ist nur Wahlkampfgeplänkel.
die Kassen unterliegen einem gravierenden Irrtum: sie glauben, die Privatverwicherten bestünden nur aus gesunden Jungen. Und ebenso glauben sie, sie würden bei einer Übernahme diese Versicherten auch die Altersrückstellungen krallen zu können.

  1. gibt es auch sehr viel Alte und Kranke (schlechte Risiken). Die müssen alle mit übernommen werden. Und das kostet!
  2. würden sie die Rücklagen auch in 100 Jahren nicht erhalten.

Damit wären die Kassen mit ihrem heutigen System noch schneller pleite.
Dazu kommt der Einbruch in der Wirtschaft. Denn im Gegensatz zu den Kassen leben die Privaten nicht von der Hand in den Mund, sondern investieren Teile der Einnahmen in der Wirtschaft. Diese Investitionen würden dann fehlen. Ergebnis: mehr Arbeitslose, weniger Einnahmen.
Aber wie gesagt: alles nur Wahlkampfgeplänkel.
Grüße
Babalou

Hallo,

wie babalou bereits sagte, kann man nur abwarten, wie die Wahl ausgehen wird. Andererseits bin ich der Meinung, dass allein schon wegen des Grundgesetzes (Art. 12) und wegen des BGB sich diejenigen nicht durchsetzen können, die eine Abschaffung der PKV möchten. Ich denke, dass alles in allem keine bedrohlichen Veränderungen eintreten werden.

Grüße
Peter

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Die Union eh nicht, aber auch die SPD sehen keine Abschaffung der PKV mehr vor.
Die SPD will ein Modell wo jeder verpflichtet ist eine Art Sozialbeitrag zu leisten. Ähnlich wohl dem derzeitigen Strukturausgleich. Eine Abschaffung wird es somit nicht geben.
Die Union sieht diese eh nicht vor.

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Hallo,
aus meiner Sicht, aber bitte, nur aus meiner, gint es einen gravierenden
Unterschied zwischen den Plänen der SPD und der Union.
Beim Modell der SPD werden die gesetzlichen Krankenkassen in ihrer
bishgerigen Form bestehen bleiben. Alle bisher PKV-versicherten
oder garnicht versicherten Selbständigen und Beamten werden
sich eine Kasse aussuchen müssen und dort eine Krtankenversicherung
und Pflegeversicherung abschliessen müssen. Ihre bisherige
PKV-Versicherung können sie beibehalten, bzw. in eine Zusatzversicherung
umwandeln. Die Verlierer wären dann natürlich die PKV´en, da nicht
davon auszugehen ist, dass alle eine solche Versicherung wollen.
Die Gewinner die GKV, kommen doch mehr Mitgieder und mehr Beitrag
in die Kassen. Selbstverständlich aber auch mehr Leistungsausfgaben,
da hat Raimund schon recht.
Bei der Kopfpauschale der CDU dagegen läuft alles auf die
Einheitskrankenversicherung (z.B. nach dem Modell Oesterreich)
hinaus. Die Kopfpauschale wird über das Steuereinzugsverfahren
über die Finanzämter eingezogen und dann vom Staat der Einheitskrankenkasse für die Leistungsausgaben zur Verfügung gestellt.
Das hat natürlich zur Folge, dass es dann auch nur einzheitliche
Leistungen geben wird und deshlab auch keinen Wettbewerb unter
den Kassen möglich ist, was die Kasssen als solche wiederum
überflüssig macht. AOK, BKK,BEK, DAK und Co. wird es nicht mehr
geben - vielmehr werden wir dann die Abteilung Krankenversicherung
vielleicht im örtlichen Rathaus wiederfinden. Im Jahre 2000 waren
in allen gesetzlichen Krankenkassen in Deutschland 126.000 Angestellte
beschäftigt. Die Einheitskasse wird vielleicht höchstens 70.000
benötigen.
Die Gewinner wären ganz klar die PKV´en, da sie nicht nur Ihren
Bestand erhalten würden, sondern auch likrative Abschlüsse im Bereich der Zusatzversicherungen machen würden.
Wie gesagt, das ist meine Sicht der Dinge, die da so auf uns zukommen
werden. Ganz egoistisch verlasse ich mich das auf unserer Politiker
allgemein, die nicht in der Lage sein werden eines der beiden
Moidelle überhaupt gegen den Widerstand der Lobby umzusetzen.
Gruss
Günter Czauderna

besonders der letzte Satz…
spricht von Lebenserfahrung! *GGG*

Grüße
Babalou

Hallo,

etwas konkretes weiß keiner - leider auch nicht unsere Politiker.

Fakt ist - die GKV ist nicht mehr zu fianzieren. Die kurzfristige Erhöhung der Beitragseinnahmen durch die Ausweitung der Pflicht wird sich nicht realisieren lassen. Die mittelfristige Erhöhung der demographischen Probleme durch die Ausweitung der Versicherungspflicht in einem demographischen System ist dagegen sehr sicher!

Fakt ist, dass die Bürgerversicherung der SPD den PKV Versicherten ein Wahlrecht geben will. D.h., bei Einführung der Bürgerversicherung können sich alle einmal entscheiden aus der PKV in die Bürgerversicherung überzutreten. Alles andere wäre juristisch äußerst bedenklich! Und Frau Schmidt will ja auch aus Ihrer PKV in die Bürgerversicherung wechseln (ich werde das im Auge behalten!!!).

Das Kopfpauschalenmodell der CDU gibt es zurzeit nicht mehr, weil die CSU das vollständig verwässert hat. Das bedeutet, dass die Union kein „fassbares“ Modell hat.
Das Kopfpauschalenmodell - oder Bürgerprämie, -geld, -beitrag - ist übrigens das einzig richtige Modell, weil es die Versicherungsleistung und die Gegenwert (den Beitrag) vom Lohn abkoppelt. Dazu ein Ausflug in die Geschichte. Am Anfang der Sozialversicherung gab es nur Krankentagegeld - und es war richtig, diese Leistung vom Beitrag an das Einkommen zu koppeln. Bei der Ausweitung des Leistungskataloges wurde das Prinzip dann übernommen, obwohl die Höhe der Behandlungskosten - im Gegensatz zur Lohnersatzleistung - nichts mit der Höhe des Einkommen zu tun hat (die Überlegung findet sich dann auch bei ALG und Rente wieder!).
Im Prinzip ist die Kopfpauschale die PKV ohne Alterungsrückstellungen. Und daher wäre ein Nebeneinander der unterschiedlichen Modelle möglich. Wegen der demographischen Effekte wird aber die Kopfpauschale (lt. CDU 169,00 Euro pro Person und Monat - selten so gelacht, orientieren wir uns lieber an den 250 Euro die wirklich realistisch aus den Daten zu errechnen sind) ständig steigen. Immer mehr Jüngere müssen immer mehr Ältere finanzieren - und da geht halt nicht.
Der Sozialausgleich geht dann über Steuern oder einen Sonderbeitrag. Über Steuern müssten dann auch die PKV Kunden Ausgleichszahlungen erhalten, über Sonderbeiträge nur die GKV-Versicherten.
Die Zumutbarkeitsgrenze ist dann entscheident - laut Raffelhüschen sinkt der Zuschuss für die sozial Bedürftigen bei einer Verschiebung der Grenze von 12 auf 18% der Einkommen von 35. Mrd. auf ca. 8 Mrd. Euro. Ersteres ist nicht zu bezahlen, zweites politischer Selbstmord, wenn man es ausspricht.

Viele Grüße
Thorulf Müller

[email protected]

P.S.: Vergessen FDP Modell!
Und völlig vergessen wurde natürlich das FDP Modell:

Abschaffung aller GKVn durch Umwandlung in PKVn (VVaG) - Jeder kann sich seine Versicherung frei wählen. Alle müssen Kapitaldeckung machen.

Auch etwas schwierig und im Sinne der sozialen Absicherung nicht wirklich umsetzbar.

Vor 20 jahren hätten die das machen sollen, da wäre es gegangen.

Viele Grüße
Thorulf Müller

[email protected]