Hallo Eva,
"Von jenem Zeitalter an bis zur Gegenwart demonstrierte der
Koran solch unübertroffene Beredsamkeit, dass er den Wert der
berühmten Oden „Sieben Hängende Gedichte“ der berühmten
Lyriker, die in Gold an den Wänden der Kaaba geschrieben
waren, so herabminderte, dass die Tochter des Labid ihres
Vaters Gedicht von der Kaaba herunternahm und sagte:
"Verglichen mit den Versen des Koran hat dies nicht länger
irgendeinen Wert. "
ich antworte Dir mal mit dem Wissen, das ich aus zweiter Hand von meiner Freundin habe, die M.A. Arabistik ist.
Ein beduinischer Dichter hörte, dass ein gewisser Vers
rezitiert wurde "So tue kund, was dir geheissen ward, und
kehre dich ab von den Götzendienern. "18 und warf sich sofort
nieder. Sie fragten ihn: „Bist Du ein Moslem geworden?“ "Nein’
; sagte er, "ich verbeuge mich vor der unübertroffenen
Beredsamkeit dieses Verses. "
ein der arabischen Sprache nicht selbst Kundiger kann nicht verstehen, in wieweit Koranverse schön oder nicht schön im Sinne von sprach-schön sind.
Gleichzeitig kommt bei allem, was in der Zeit der Nach-Koran in arabischer Sprache geschrieben wurde zum Tragen, übrigens genau wie bei der Bibel, dass die religiösen Inhalte und damit ihre Sprache grundsätzlich für das Wertvollste überhaupt gehalten wurden.
Es gibt also eine Art Sprachkanon, der sich am Koran ausrichtet. DAS kann kein Mensch übertreffen, mit keiner noch so schönen Sprache, weil die Sprache des Korans göttlich ist.
Tausende von Gelehrten und Schriftstellern, wie beispielsweise
die Genies der Wissenschaft der Rhetorik,so Abdulqadir
Jurjani(engl. Schreibw.,sprich: Dschurdschani, Sekkaki und
Zemahsheri (engl. Sch.) haben einmütig und einhellig
geurteilt, dass die unübertroffene Beredsamkeit des Koran
jenseits der menschlichen Kapazität und unerreichbar ist."
wie willst Du denn besser sein, als Engel? Mohammed hat ja den Koran nicht selbst geschrieben. Er ist ihm offenbart worden.
Weltlich gesprochen und von einer Nicht-Muslimin: es gibt da natürlich die „Überlieferung“, das heißt, was heute offiziell Koran ist, wurde natürlich von den Generationen nach Mohammed gesammelt und (wahrscheinlich mehr oder weniger) bearbeitet.
Da waren einerseits einige Sprach-Meister am Werk;
andererseits solltest Du einrechnen, dass es im Islam im Gegensatz zum Westen (Bibel) bis heute unabdingbar ist, den Koran als Standard und vorbildlich zu betrachten.
Ich poste hier, nicht im Brett „Religion“, denn ich wüsste
einfach gern: Ist rein weltlich-literarisch gesehen der Koran
dermaßen unübertrefflich? Das zitierte Beispiel überzeugt mich
nicht.
meine Arabistin-Freundin meint, dass es bei Übersetzungen aus dem Arabischen in irgend eine westliche Sprache grundsätzlich das Problem ist, dass die Sprachschönheit auf völlig anderen Prinzipien aufgebaut ist, als zum Beispiel im Deutschen. Das kannst Du beim besten Willen in eine Übersetzung nicht hineinbringen.
In soweit wird Dir die Schönheit arabischer Dichtung und des Koran nie erschlossen. Es sei denn, Du lernst Arabisch.
Beziehungsweise, Du fragst einen Araber, was er von den von Dir erwähnten Beispielen hält.
viele grüße
Geli