Koreakrieg

Hallo zusammen
Ich habe demnächst meine mündliche Abiprüfung, und habe eine Frage, auf die ich bis jetzt noch keine Antwort gefunden habe, ich hoffe ihr könnt mir weiterhelfen…
Undzwar geht es um den Koreakrieg: Wie war es möglich, dann UN TRuppen eingreifen konnten, warum haben Russland oder China das nicht im Sicherheitsrat blockiert?
DA ich relativ sicher weiss, dass ich das brauchen werde, wäre es super, wenn du/sie mir weiterhelfen könntest…

Danke und noch einen schönen Ostermontag!Nele

Hallo !

Am 26. Juni 1950 überfällt Nordkorea Südkorea. Mit vorheriger Kriegserklärung.
Nordkorea überschreitet den 38. Breitengrad.

Ganz so überraschend war dieser Überfall wohl nicht, denn zwei Tage vor Kriegsbeginn wurden auf Betreiben der USA die UN-Beobachter vom 38. Breitengrad abgezogen.
Da die sowjetischen UN-Vertreter einschließlich des sowjetischen Vertreters im Weltsicherheitsrat aus Protest gegen den Ausschluß der VR China aus der UN nicht im Sicherheitsrat anwesend waren, konnten am 25. Juni die USA die Situation ausnutzen, um in einer Blitzaktion einen formalen UN-Sicherheitsratbeschluß gegen Nordkorea durchzusetzen.
Nordkorea wurde als Agressor verurteilt und der sofortige Rückzug verlangt.
Hätte die UdSSR diesen Krieg erwartet, wäre sie doch vermutlich auf ihrem Posten im Sicherheitsrat geblieben, um den Beschluß mit einem Veto zu unterlaufen oder hätte den Kriegsausbruch um wenige Wochen verzögert. Denn im Juli hätten die sowjetischen Vertreter im Weltsicherheitsrat den Vorsitz übernehmen sollen.
(Deutsche Geschichte Jan/Febr2003)

Gruß max

Hi,

Undzwar geht es um den Koreakrieg: Wie war es möglich, dann UN
TRuppen eingreifen konnten, warum haben Russland oder China
das nicht im Sicherheitsrat blockiert?

naja, die Chinesen hatten zu der Zeit wohl noch andere Hobbies, schließlich war der Bürgerkrieg erst ein knappes Jahr vorbei, andererseits hat man sich im Oktober 1950 noch Tibet unter den Nagel gerissen, was damals im Schatten des krieges in Korea etwas unterging.

Entscheidend dürfte aber gewesen sein, daß die Chinesen damals weder in der UNO waren, noch über einen ständigen Sitz im Sicherheitsrat verfügten. :wink:

Was die Sowjetunion angeht: Die hat in der ganzen Koreaproblematik den Bockigen gespielt. Da die Neuorganisation des Landes nach der Befreiung von den Japanern nicht so lief, wie man sich das im Kreml vorstellte, hat man bei Kommissionen und Ausschüssen in Sachen Korea nicht mitgespielt und auch an den entscheidenden Sitzungen des Sicherheitsrates nicht teilgenommen. Der Beschluß, UNO-Truppen aufzustellen, fiel dann wohl etwas überraschend. Jedenfalls hat der sowjetische Vertreter danach nie wieder eine Sitzung verpaßt :wink:

Gruß
Christian

Erstmal ein großes Danke :smile:

Entscheidend dürfte aber gewesen sein, daß die Chinesen damals
weder in der UNO waren, noch über einen ständigen Sitz im
Sicherheitsrat verfügten. :wink:

Ok, China war net vertreten, dafür doch aber Taiwan, und für die „war das OK“?

Nele :wink:

Erstmal ein großes Danke :smile:

Gern.

Ok, China war net vertreten, dafür doch aber Taiwan, und für
die „war das OK“?

Naja, damals gab es eben nur 4 Staaten mit Veto-Recht im Sicherheitsrat, wobei Taiwan damals gar nicht im Sicherheitsrat war, also auch nicht mit einfachem Stimmrecht. Die damaligen Resolutionen wurden übrigens mit nur einer Gegenstimme beschlossen: Der von Jugoslawien. Was die damit für ein Problem hatten, kann ich ad hoc nicht sagen, aber die gehörten damals natürlich zum kommunistischen Block.

Ansonsten war damals für Taiwan (wie auch heute auch noch in den allermeisten Fällen) alles OK, was der VR China nicht paßte. Man hat sich ja nicht gerade freundschaftlich getrennt.

Wenn Du mal die Original-Resolutionen nachschlagen willst:
http://www.un.org/Docs/sc/unsc_resolutions.html

Gruß
Christian

Entscheidend dürfte aber gewesen sein, daß die Chinesen damals
weder in der UNO waren, noch über einen ständigen Sitz im
Sicherheitsrat verfügten. :wink:

Komisch- warum bloß nicht? Könnte es sein, daß die UN in Amiland beheimatet waren?
Andererseits- ausdrücklich zum Schutze der Chinesen haben die USA doch Japan in den Krieg gezwungen… komisch, komisch…

Was die Sowjetunion angeht: Die hat in der ganzen
Koreaproblematik den Bockigen gespielt. Da die Neuorganisation
des Landes nach der Befreiung von den Japanern nicht so lief,
wie man sich das im Kreml vorstellte, hat man bei Kommissionen
und Ausschüssen in Sachen Korea nicht mitgespielt und auch an
den entscheidenden Sitzungen des Sicherheitsrates nicht
teilgenommen. Der Beschluß, UNO-Truppen aufzustellen, fiel
dann wohl etwas überraschend. Jedenfalls hat der sowjetische
Vertreter danach nie wieder eine Sitzung verpaßt :wink:

Hast Du wohl bemerkt :wink: allerdings noch ein kleiner Zusatz: Korea war vorwiegend chinesische Einflußsphäre und damals begann die ideologische Entfremdung zwischen China und der UDSSR
whk

Taiwan?
Hatte ganz sicher nix dagegen, daß Rotchina via Korea eines auf die Nase bekam!
whk

Sicherheitsrat, wobei Taiwan damals gar nicht im
Sicherheitsrat war, also auch nicht mit einfachem Stimmrecht.

Korrekt- und in der Vollversammlung US-hörig!

Die damaligen Resolutionen wurden übrigens mit nur einer
Gegenstimme beschlossen: Der von Jugoslawien. Was die damit
für ein Problem hatten, kann ich ad hoc nicht sagen, aber die
gehörten damals natürlich zum kommunistischen Block.

Der damals bereits begann, auseinanderzudriften. Jugoslawien hat halt China als Rückendeckung für seine Abgrenzung von der SU benötigt- klar?
whk

Zum Thema China und Sicherheitsrat muss man einfach die Erfahrungen Deutschlands anwenden, um die Korearesolution zu verstehen.

Taiwan heißt offiziell Republik China und ist damit die direkte Fortsetzung des Staates, der sich 1912 konstituierte. Nach der Niederlage im Bürgerkrieg flüchtete die Regierung von Peking in die letzte nicht-kommunistische Provinz auf der Insel Formosa. Da Maos Regierung außerhalb des sowjetischen Machtbereichs nicht anerkannt war, übernahmen die „Nationalchinesen“ die diplomatische Vertretung ganz Chinas. Das entsprach ziemlich genau der Auffassung der alten Bundesrepublik in Bezug auf ganz Deutschland.

Erst nach Nixons historischer Reise nach Peking, als klar war, dass die Volksrepublik gegen die Sowjetunion stand, machte der Westen einen radikalen Wechsel: Taiwan verlor nicht nur seinen Sitz als ständiges Mitglied im Sicherheitsrat, sondern wurde auch radikal aus der UNO hinausgeworfen. Jetzt vertrat Peking China (ohne Taiwan).

Peking verhindert seitdem erfolgreich, dass andere Staaten überhaupt nur diplomatische Beziehungen zu Taipeh unterhalten, das ja nur „eine abgefallene Provinz“ sei, die man mit allen Mitteln „heim ins Reich“ holen könne.

Das Schlimme ist, dass sich auch der Westen an Pekings Spielregeln hält, obwohl Taiwan inzwischen ein demokratischer Staat ist, und damit eindrucksvoll Pekings Progadanda widerlegt, chinesische Kultur und westliche Demokratie vertrügen sich nicht.

Andreas