Korpus politischer Reden

Kennt jemand einen Korpus, welcher Äußerungen von Politikern ( Reden, Interviews…) umfasst? Ich beschäftige mich mit dem Wort `Prekariat´ im politischen Sprachgebrauch.Die gängigen Kopora wie LexisNexis, Cosmas II, Tigersearch… habe ich bereits durchforstet, jedoch umfassen diese lediglich Pressemitteilungen, die die Politiker indirekt zitieren.

Kennt jemand einen Korpus, welcher Äußerungen von Politikern

hi,
z.b. die stenographischen protokolle von der sitzungen des österreichischen parlaments auf www.parlinkom.gv.at. müsste es wohl für deutschland auch so ähnlich geben.

übrigens: „das korpus“, „ein korpus, welches …“

m.

[ot] Casus
Moin, m.,

übrigens: „das korpus“, „ein korpus, welches …“

noch, aber nicht mehr lang. Siehe Zölibat (der, das) und viele andere.

Der Sprachgebrauch folgt hier der Eingebung, fremden Wörtern das Geschlecht der Übersetzung aufzudrücken. Das geht zwar schon mal deneben, wenn mehrere Übersetzungen möglich sind, klappt aber meist ganz gut. Wie es allerdings zu „das Email“ gekommen ist, bleibt ein Rätsel - steckt dahinter etwa der schwäbische Diminutiv „Briefle“?

Gruß Ralf

Hallo Ralf
Warum ist " das Email" falsch, wenn es sich um die Oberflächenveredlung handelt, die früher „Emaille“ hieß?
Den elektronischen Brief sollte man meiner Meinung nach immer noch mit Bindestrich schreiben, E-Mail.
Gruß
Rochus

Moin, Rochus,

wenn es sich um die Oberflächenveredlung handelt

die wird höchst selten als Briefle bezeichnet.

Gruß Ralf

Hallo Ralf,

Wie es allerdings zu „das Email“
gekommen ist, bleibt ein Rätsel - steckt dahinter etwa der
schwäbische Diminutiv „Briefle“?

Schwäbisch ist hier ganz sicher unschuldig. In weiten Teilen Süddeutschlands, Österreichs und Teilen der Schweiz sagt man „das e-mail“. Ich habe mich immer gefragt, wie man auf die wahnwitzige Idee kommen kann, „e-mail“ als weiblich anzusehen. So unterschiedlich sind halt die Gedanken.

Aber jetzt mal die subjektiven Gedanken bei Seite gelassen: Warum könnte es zu „die e-mail“ gekommen sein? weil es im Deutschen DIE Post ist.
Warum könnte es zu „das e-mail“ gekommen sein? Weil es sich deutlich leichter sprechen lässt, also der Lautharmonie folgt, welche offenbar in Norddeutschland nicht so ausgeprägt zu sein scheint wie hier im Süden:
[di’imejl] -> da setzt sich der Kehlkopf fast quer.
[desimejl] -> ist von Harmonie geprägt, da keine zwei Vokale hinter einander kommen, die weder zu einem einzigen zusammengezogen werden können, noch zu einem Diphthong verbunden werden können.

Ich denke, das ist der Grund.

Hallo Alexander,

diese gewagte These müsste man mit deutschen Wörtern belegen, da sich bei diesen ja schon länger „der Kehlkopf querstellt“ und die Süddeutschen Dialekte das vermieden haben müssten. Gerade bei Flussnamen fallen mir aber „die Iller“ und „die Isar“ in Süddeutschland ein, und weil nebenan „der Lech“ fließt, scheint mir die Vermeidung des weiblichen Genus aus Gründen der Sprachökonomie nicht besonders schlüssig.
Jetzt hast Du aber sicher die onomastischen Begründungen für den weiblichen Artikel an dieser Stelle parat … da bin ich gespannt!
Bis dahin schauen wir aber einmal auf Fremdsprachen: Welchen Vorteil hat es, „the evening“ als [ði:'i:vnɪŋ] auszusprechen, wo man mit [ðə’i:vnɪŋ] das überlange i vermieden hätte? Im intereuropäischen Vergleich stünde also das Deutsche mit seiner [di:'Ɂi:me:l]-Vermeidungsstrategie allein auf weiter Flur.

Liebe Grüße
Immo

Immo, guten Abend,

ich habe in dieser Phase weder Zeit noch Muse, ausführlich darauf einzugehen.

Statt dessen füge ich in meinen eigenen Text zwei Wörter ein und lasse es damit gut sein, noch dazu, da Du ja obendrein weißt, dass ich kein Sprachwissenschaftler bin.

Die zwei Wörter: FÜR MICH

Also: Für mich folgt es der Lautharmonie, für mich ist es leichter zu sprechen, für mich ist das der Grund, für mich ist das „die“ unverständlich etc.

Mögen andere anders denken. Man kann mir mein Denken und Fühlen nicht verbieten.

P.S.: ich habe in letzter Zeit ohnehin den Eindruck, dass Du bei jeder Gelegenheit mich ziemlich aggressiv angehst. Aber lassen wir auch das gut sein.

Schönen Abend wünscht

Alexander