Korrekte Grammatik ?

Hallo,

Trotz empfundenem Schmerz und Angst, blieb sie bei ihrem Mann. bzw. Trotz Angst und empfundenem Schmerz, blieb sie bei ihrem Mann.

Ich bin mal wieder neugierig wieso das falsch ist.

Danke! =)

Viele Grüße Ly

Hallo,

Trotz empfundenem Schmerz und Angst, blieb sie bei ihrem Mann.
bzw. Trotz Angst und empfundenem Schmerz, blieb sie bei ihrem
Mann.

Ich bin mal wieder neugierig wieso das falsch ist.

falsch ist da m. E. nur das Komma; auf „trotz“ kann auch der Dativ folgen, siehe http://www.canoo.net/services/OnlineGrammar/Wort/Pra…

(Den Ausdruck „empfundener Schmerz“ finde ich übrigens nicht besonders elegant.)

Gruß
Kreszenz

Guten Tag,

das Komma ist falsch, weil „Trotz… Angst“ nur eine simple adverbiale Bestimmung des Grundes ist, also ein Satzglied. Und Kommas setzt man nur bei

  • Hauptsatz + Hauptsatz, wenn die Konjunktion fehlt oder wenn ein Gegensatz besteht: „Die Wolken rasten, der Vogel landete“ oder „Ich wollte Pizza, aber sie bestellte Salat“.
  • Hauptsatz + Nebensatz: Sie bleib bei ihrem Mann, obwohl sie Angst und Schmerz verspürte.
  • Aufzählungen: Ich verspürte Angst, Schmerz und Durst.
  • sowie ein paar Infinitivkonstruktionen, Anreden und Appositionen, die hier aufzuführen zu umständlich ist.

LG
Hahu

Hallo,
mein Gefühl sagt mir
„Trotz empfundenen Schmerzes …“ ist besser.
r

Dann müsste aber ein Genitiv sein…

Ist es auch. Nach trotz kann Genitiv und Dativ folgen.

Gruß,

  • André

Servus

„Trotz“ plus Genitiv ist *eigentlich* falsch, klingt aber vornehmer und hat sich daher in den gehobenen Sprachgebrauch eingeschlichen. Man sieht also: gehobener Sprachgebrauch kann auch grammatisch falsch sein.

„Trotz“ plus Genitiv ist deshalb im Grunde grammatisch falsch, weil „trotz“ von „trotzen“ kommt, und „trotzen“ eben den Dativ regiert und nicht den Genitiv.

Deshalb heißt es „trotzdem“ und „trotz alledem“ und nicht „trotzdessen“ und „trotz all dessen“.

„Empfundener Schmerz“ ist ein unnötiger Pleonasmus, denn jeder Schmerz ist ein empfundener. Ein nicht empfundener Schmerz wäre ein Widerspruch in sich selbst, denn nicht empfunden ist der Schmerz kein Schmerz.

Gruß,
Acro