Korrektes Zitieren von Rechtschreibfehlern

Hallo nochmal ihr lieben Experten,
ich mache zwei Thread, vonwegen der Archivsuche, woll.

Mein Freund hat noch eine weitere Frage.
Er zitiert für seine philosophische Magisterarbeit Texte aus Zeiten vor und nach der Reform.
Die vor der Reform sind korrekt in alter Rechtschreibung und es gibt welche von nach der Reform, die auch in alter Rechtschreibung sind, aber deshalb eben nicht korrekt.

Seine Frage ist jetzt:
Wie kann er im Zitat (beim Zitieren) deutlich machen, dass er erkannt hat, dass die Schreibweisen nicht korrekt sind, sie aber trotzdem so schreibt, weil das korrekt zitiert ist.
Er meint sich zu erinnern, dass es da einen Weg gibt.

Ich hoffe, daß war verständlich.
Danke für Eure Mühe

Schönen Tag noch
Kerstin

Ich hoffe, daß (sic!) war verständlich.

Gruß
Eckard

Ja, total … und…

Ich hoffe, daß (sic!) war verständlich.

Gruß
Eckard

Hallo Eckard,

zuerst offtopic: Ich liebe dieses Brett!!! Ihr seid so klug und habt dabei noch soviel Humor - ich les hier immer mit, einfach weil es interessant ist. Hach - Hüstel

Jetzt zum Thema:
ich hab das meinem Freund so gesagt, und er bittet nachzufragen:

  • seinem Gefühl nach ist „sic“ eine Form der Zustimmung und nicht der Abgrenzung, deshalb soll ich sozusagen nochmal: „Wirklich?“ fragen
  • außerdem fragt er, ob wirklich in runden und nicht in eckigen Klammern. Er sagt Einwürfe des Autor in Zitate würde er in eckige Klammern setzen.

Nochmals und überhaupt Danke
Kerstin

Hallo!

Der Wahrig sagt dazu:

sic! (wirklich) so! (als Randbemerkung bei ungewöhnl. Schreibung eines Wortes od. beim Zitieren eines ungewöhnl. od. unpassenden Ausdrucks)

Ob nun in eckigen oder runden Klammern?
Weiß ich nicht wirklich - habe beide Varianten schon gesehen, würde persönlich aber auch eher die eckige Form wählen.

Schönen Gruß,
Robert

Hallo, Kerstin,

  • seinem Gefühl nach ist „sic“ eine Form der Zustimmung und
    nicht der Abgrenzung, deshalb soll ich sozusagen nochmal:
    „Wirklich?“ fragen

schon recht, sic ( lat: „so“) mit Ausrufezeichen ist nicht zustimmend, sondern soll das Augenmerk auf die (falsche) Schreibweise lenken, zeigen, dass der Zitator die Abweichung von der Regel bemerkt hat, sie aber der Zitattreue halber unverändert hat stehen lassen.

  • außerdem fragt er, ob wirklich in runden und nicht in
    eckigen Klammern. Er sagt Einwürfe des Autor in Zitate würde
    er in eckige Klammern setzen.

Ich kenne das sic! nur in runden Klammern. Dein Freund hat aber insofern recht, dass er ergänzende Kommentare (Einschiebsel des Autors) durch eckige Klammern kenntlich machen kann. Man kann auch durchaus hinzusetzen (Anm. d. Übers.)
Das ist allerdings bei häufigen Einschüben unpraktisch und schlecht zu lesen. Dann bietet sich eine andere Möglichkeit an: Andere Type verwenden (z.B. _kursiv>/i&gt:wink: und zu Beginn oder am Ende den Hinweis geben: (kursive Einfügungen durch den Verfasser).

Hoffe geholfen zu haben.
Gruß
Eckard_

Danke - alles sehr hilfreich!! owT
.

Hallo Kerstin,

ich hab das meinem Freund so gesagt, und er bittet
nachzufragen:

  • seinem Gefühl nach ist „sic“ eine Form der Zustimmung und
    nicht der Abgrenzung, deshalb soll ich sozusagen nochmal:
    „Wirklich?“ fragen

ja, aber da es ja um den Fehler eines anderen (desjenigen, der zitiert wird) geht, sind Zustimmung und Abgrenzung hier dasselbe. Ein „[sic!]“ drückt zustimmend aus: „ja, dieser Fehler im Zitat stammt vom Autor des Zitats“, und gleichzeitig abgrenzend: „nein, dieser Fehler stammt nicht vom Autor des vorliegenden Textes“.

  • außerdem fragt er, ob wirklich in runden und nicht in
    eckigen Klammern. Er sagt Einwürfe des Autor in Zitate würde
    er in eckige Klammern setzen.

Damit hat er recht. Das „sic!“ gehört typographisch korrekt in eckige Klammern, und es wird im normalen Stil gesetzt. d. h. nicht kursiv oder fett oder sonstwie ausgezeichnet.

Mit freundlichem Gruß
Martin