Bei Myopie ist ja meist der Augapfel zu lang (so 2mm).
Wieso kann man das nicht durch das Tragen einer speziellen Augenbinde beheben,
die einen mittelstarken Druck auf den Augapfel ausübt? (Nachts natürlich)
Der menschliche Körper ist doch ansonsten recht verformbar (Tellerlippen, Langhälse, Wespentaille durch Korsett, Minifüße…)
Eine solch offensichtliche Behandlungsmethode muss doch oft ausprobiert worden sein,
und zwar erfolglos (Da sie nicht angewandt wird.)
Ist das Auge zu elastisch?
Ich glaub eher dass man damit auf Dauer den Augennerv schädigt, der bestimmt elastischer ist als der Glaskörper des Auges. Ein unverletztes Auge ist ziemlich stabil…
Hallo,
Bates, Huxley und andere schreiben, die Form den Augapfels wird auch von Muskeln beeinflusst. Spezielle Uebungen dieser Muskeln koennen vielleicht helfen, Stichwoerter: Augentraining, Sehtrainer.
Gruss Helmut
Ich glaub eher dass man damit auf Dauer den Augennerv
schädigt, der bestimmt elastischer ist als der Glaskörper des
Auges. Ein unverletztes Auge ist ziemlich stabil…
Du meinst wohl „weicher/druckempfindlicher“, nicht „elastischer“.
Der Augennerv ist bestimmt sehr fest,
da er jede Augenbewegung mitmachen muss.
Wenn allerdings das Bindegewebe hinterm Auge viel weicher und empfindlicher ist als das Auge selbst,
dann ist’s klar, warum es nicht funktioniert.
Aber man kann die Hornhaut ja schon abflachen,
indem man leicht am Augenwinkel zieht,
was nur einen sehr leichten Druck ausübt.
Diese Erklärung ist also unplausibel.
Bates, Huxley und andere schreiben, die Form den Augapfels
wird auch von Muskeln beeinflusst. Spezielle Uebungen dieser
Muskeln koennen vielleicht helfen, Stichwoerter:
Augentraining, Sehtrainer.
Das bringt wenig bis gar nichts (je nach Ursache).
Die Ursache für Myopie ist ja meist keine Muskelschwäche
sondern ein leicht verformter Augapfel.
Das kann man zwar durch Muskeltraining ein wenig ausgleichen,
aber viel ist da nicht drin.
Was mich interessiert ist,
warum eine simple mechanische Vorrichtung das nicht korrigieren kann,
so wie zB. eine Zahnspange bei einem schiefen Zahn.
Vielleicht gehört die Frage, warum eine bestimmte Methode nicht funktioniert,
eher ins Biologiebrett.
Mediziner beschäftigen sich ja nur mit Dingen, die funktionieren.
im Prinzip hast Du ja recht. Du hast nur nicht bedacht, daß der Augapfel ja nicht vorne zu lamg ist, sondern hinten. Du mußt also nur eine Vorrichtung konstruieren, die man zwischen Orbitaboden und Augapfel positioniert. Die von Dir angesprochenen Bewegungsspielräume für den sehnerv müssen natürlich, in Form geeigneter Aussparungen (Forschungsbedarf!), bedacht werden.
Vielleicht sollte man einen Technlogietransfer aus der Kardialogie erwägen. Wenn es regelmäßig und routinemäßig gelingt, einen Ballon vom Oberschenkel bis in die Herzkranzgefäße zu führen, kann die kleine Strecke vom Augenwinkel nach hinten ja nicht das wahre Hindernis sein, oder?
Also: ein passend gekrümmter Bügel aus Edelstahl wird lateral vom Augapfel inseriert und mit sanftem Druck gefühlvoll unter Knochenkontakt nach dorsal geschoben. Am Ende des Bügels liegt eine pfannenartige Vertiefung, in der ein linsenförmiges, hohler Silikonkissen liegt. In diesem Kissen endet ein Schlauch, ebenfalls aus Silikonmaterial. Mit einer geschickten schlenzenden Bewegung trennt man den Bügel von seiner Fracht und retrahiert in wieder. Das Kissen bleibt liegen. Sollte es nicht richtig liegen, wird der Patient zu einigen ruckartigen Augenbewegungen (‚Herzoging‘) aufgefordert, um das Kissen an der richtigen Stelle zu ‚setteln‘. Eine Einmalspritze mir physiologischer Kochsalzlösung (Einfärben der Lösung, um einen Sonnenbrilleneffekt zu erzielen wäre sinnlos, weil das Kissen ja HINTER der Netzhaut zu liegen kommt) dient zur graduellen Einstellung der Sehschärfe. Der Schlauch wird so kurz gekappt und verschweißt, daß er allenfalls, bei genauem Hinsehen, als Träne imponiert.
Welch einfache, physiologische Vorgehensweise, die sich in die Routinehandlungen der ophtalmologischen Praxis wie von selbst einfügt, den Vorteil der Delegierbarkeit an das Hilfsperonal hat (kein blutiger Eingriff) und den Charme der IGEL-Leistung hätte.
Nur schade, daß das Patent für diesen ressourcenschonenden Eingriff vor kurzem von einer ungenannt bleiben wollenden Franchise von Brillen- und Kontaktlinsen-Discountern aufgekauft -, und das Erprobungsmodell dem letzten gestarteten Galileo-Satelliten beigepackt worden ist. Angeblich sollen damit Sehstörungen beim ‚Hubble‘-Teleskop behoben werden.