Korrekturzeichen Flattersatz

Hallo und guten Tag,

ich bearbeite gerade einen Text mit handschriftlichen Korrekturzeichen und habe eine Frage. Der Text ist im Flattersatz, allerdings ließe sich der sehr starke Flatterand etwas ausgleichen, indem man einzelne Worte eine Zeile hochholt. Damit verschieben sich allerdings auch alle folgenden Zeilen. Wie bearbeite ich das korrekt mit Korrekturzeichen?

Mir sind die gängigen Korrekturzeichen zwar bekannt, und ich habe den Duden vor mir liegen, aber diese Frage fand ich nicht zufriedenstellend beantwortet.

Vielen Dank im Voraus für alle Antworten, die da hoffentlich kommen mögen.

Beste Grüße von Kristina

Hallo Kristina,

ich bearbeite gerade einen Text mit handschriftlichen
Korrekturzeichen und habe eine Frage. Der Text ist im
Flattersatz, allerdings ließe sich der sehr starke Flatterand
etwas ausgleichen, indem man einzelne Worte eine Zeile
hochholt.

Meines Wissens gibt es dafür kein Korrekturzeichen.
WEIL:
Korrekturlesen auf Rechtschreibungs-, Grammatik-, sowie die gängigsten Satzzeichenfehler ist Sache des Lektors.
Der Satz = Aufhübschen eines Flattersatzes Richtung Blocksatz ist die Arbeit eines Setzers oder im verlag des „Herstellers“, der inzwischen allerdings oft Korrekor und Setzer in einer Person ist … und für diesen Prozess nach dem eigentlichen Korrekturlesen ein Textverarbeitungsproramm benutzt, das die gewünschte Wortverschiebeaktion tut.

Damit verschieben sich allerdings auch alle
folgenden Zeilen. Wie bearbeite ich das korrekt mit
Korrekturzeichen?

gar nicht.
Was ich früher ab und zu gesehen habe, war eine Art Schleife mit Pfeil in die Richtung, wo das bemängelte Wort landen sollte.

Mir sind die gängigen Korrekturzeichen zwar bekannt, und ich
habe den Duden vor mir liegen, aber diese Frage fand ich nicht
zufriedenstellend beantwortet.

je nun. Weil es so etwas aus den von mir angeführten Gründen nicht gibt.
Textverarbeitungsprogramme erlauben heute eine Menge automatisch zu erledigen, das früher der Mensch tat. Umgekehrt war es „früher“ absolut üblich, für den von Dir bemerkten Mangel auf die Hand des Setzers zu vertrauen. Der nämlich bereits beim Setzen mit halb- bis vollautomatischen Setzmaschinen vor dem Computerzeitalter rein durch Augenmaß und Erfahrung die Abstände zwischen Wörtern und Buchstaben auf perfekten Blocksatz einstellen konnte.
Der Fachausdruck dafür ist/war „Durchschuss“.

btw - WORD kann solche Feinheiten nicht. Da sind die Leerzeichen je nach gewählter Schriftart immer gleich groß, bzw. die Abstände zwischen Buchstaben. Deshalb verwenden die von mir erwähnten Hersteller andere Textverarbeitungsprogramme.

btw2 - Flattersatz, möglichst ohne jede Worttrennung, ist bis heute die von Verlagen dringend erbetene Form eines einzureichenden Manuskripts. Der Verlagslektor berechnet nämlich aus dem Standard 60 Zeichen pro Zeile / 30 Zeilen pro Seite, wie umfangreich das fertige Buch wird.
Deshalb sind die Damen und Herren immer froh, wenn ihnen Flattersatzmanuskripte ins Haus flattern.
Deshalb verwendet ein hoffnungsvoller Autor am besten Arial oder Courier - auch wenn es furchtbar aussieht.

viele Grüße
Geli

Guten Tag,

Hallo Geli,

herzlichen Dank für Deine ausführliche Antwort, die sehr einleuchtend klingt. Dann will ich den Flattersatz mal vergessen und mich auf die restlichen Kinken im Text konzentrieren, die reichlich vorhanden sind.

Ich nehme es deshalb so genau, weil es sich um mehrere Probetexte handelt, die ich im Rahmen einer Bewerbung bearbeite. Und beim Kopieren der Texte aus der pdf-Datei in ein Word-Dokument fiel mir auf, dass nach jeder Zeile eine Zeilenschaltung erfolgt, d.h. der an einigen Stellen extrem vorhandene Flattersatz wurde absichtlich produziert. Natürlich vermutete ich eine Finte :wink:, bei einer Bewerbung möchte man ja auf keinen Fall etwas übersehen - beim Job natürlich ebenfalls nicht.

Aber offensichtlich gibt es keine Möglichkeit, mithilfe der zur Verfügung stehenden Korrekturzeichen auf das Problem aufmerksam zu machen, also ignoriere ich es notgedrungen.

Einen schönen Tag wünsche ich,

beste Grüße von Kristina

Hallo Kristina,

Und beim Kopieren der Texte aus der pdf-Datei in
ein Word-Dokument fiel mir auf, dass nach jeder Zeile eine
Zeilenschaltung erfolgt, d.h. der an einigen Stellen extrem
vorhandene Flattersatz wurde absichtlich produziert. Natürlich
vermutete ich eine Finte :wink:,

Ich weiß nicht, welche WORD-Version, aber diese Macke haben nach dem, was ich höre aalle. Deshalb ein kleiner Tipp: wenn Du wieder Texte aus einem anderen Textverarbeitungsprogramm in WORD hinein kopierst: anschließend gesamten Text markieren, Reiter „Format“ öffnen und den Zeilenabstand neu definieren. Eventuell auch den Abstand zwischen Absätzen! Danach sollte der Text augenfreundlicher aussehen.

Oder Du druckst ihn direkt aus dem pdf aus.
Korrekturlesen erfolgt sowieso am besten auf dem Papier. Weil man auf dem Bildschirm gerne Fehler übersieht. Ist so (eigene Erfahrung).

viele grüße
Geli

Hallo!

d.h. der an einigen Stellen extrem
vorhandene Flattersatz wurde absichtlich produziert.

Möglicherweise sollte hier ein falsch gesetzter Absatz simuliert werden. Und für den gibt es ein Korrekturzeichen.

„Das Anhängen eines Absatzes verlangt man durch eine den Ausgang mit
dem folgenden Text verbindende Linie“

Aber offensichtlich gibt es keine Möglichkeit, mithilfe der
zur Verfügung stehenden Korrekturzeichen auf das Problem
aufmerksam zu machen, also ignoriere ich es notgedrungen.

Ich würde das oben beschriebene nehmen. Findest Du auch im Duden.

Ein guter Korrekturleser achtet mE auch auf so etwas. Korrekturleser, Fehler im Satz ignorieren, wären für mich beruflich nicht akzeptabel. Vorausgesetzt natpürlich, es handelt sich um eine Fahnenkorrektur und nicht um eine Manuskriptkorrektur. :smile:

Gruß,
Max

Und beim Kopieren der Texte aus der pdf-Datei in
ein Word-Dokument fiel mir auf, dass nach jeder Zeile eine
Zeilenschaltung erfolgt, d.h. der an einigen Stellen extrem
vorhandene Flattersatz wurde absichtlich produziert.

Das ist eine leider nicht unbedingt korrekte Folgerung. Es kann sein, dass der Code, der im PDF-Dokument ein Zeilenende signalisiert, in Word ein Absatzende signalisiert. Das Problem liegt dann nicht in der Boshaftigkeit des Dokumentenerstellers in der PDF-Version, sondern in der unterschiedlichen Codierung in den beiden Systemen.

[Technisch gesprochen: Aus meiner UNIX-Zeit kenne ich Zeilenwechsel als , bei Windows war es nur (oder umgekehrt). Das Kopieren aus einem ins andere System brachte immer wieder den Bedarf für eine aufwändige manuelle Nachbearbeitung.]

Darum prüfe mal das PDF. Gab es dort den seltsamen Flattersatz? War vielleicht zufällig an den Stellen, die dich besonders nerven, ein Absatzwechsel und sonst nur ein Zeilenwechsel?

Und ganz böse gefragt: Warum hast du überhaupt von PDF nach Word kopiert? Denn wenn meine Vermutung stimmt, hast du dadurch den Fehler eingebaut und solltest ihn stillschweigend korrigieren.

Natürlich
vermutete ich eine Finte :wink:, bei einer Bewerbung möchte man
ja auf keinen Fall etwas übersehen - beim Job natürlich
ebenfalls nicht.

Siehe oben - bitte weder etwas übersehen noch selber Fehler einbauen.

Gruß Bombadil2

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Danke für Eure Antworten, Ihr beiden. Nun, dann werde ich es wohl mit dem „Kringel“ probieren, der mir ebenfalls bekannt ist. Ich dachte nur, er käme lediglich zum Einsatz, um einen echten Absatz „hochzuholen“. Da ich aber davon ausgehe, dass die Verfasser des Probetextes sich etwas dabei gedacht haben, Bewerbern einen heftigen Flattersatz zu präsentieren, und da offenbar kein anderes Korrekturinstrumentarium zur Verfügung steht, bediene ich mich des „Kringels“. :smile:

Beste Grüße und drückt mir die Daumen,
Kristina

Oh, Bombadil2, sorry, Deine Antwort hatte ich übersehen.

Kopiert habe ich den Text aus der pdf-Datei in Word, um zu prüfen, ob man den Flattersatz dezimieren könnte, indem man einzelne Worte eine Zeile hochholt, d.h. ich wollte ausprobieren, ob sie noch in die vorherige Zeile gepasst hätten. Im pdf-Dokument kann man ja nicht rumfuhrwerken. :smile: Die eigentliche Korrektur muss ich allerdings handschriftlich an dem ausgedruckten pdf-Dokument vornehmen.

Nun ja, mir war dann aufgefallen, dass ausnahmslos jede Zeile der verschiedenen Texte mit einer Absatzschaltung beendet wurde, was mich irritiert hat. Aber vielleicht ist das tatsächlich keine Absicht, sondern ein Codierungsproblem.

Ich mache es jetzt so: An Stellen, wo die Lücke am rechten Rand zu groß wirkt, verlange ich mittels „Kringel“ das Hochholen des ersten Worts der darauffolgenden Zeile.

Beste Grüße von Kristina

Hallo,
Besteht nicht die Möglichkeit, einfach eine schriftliche Anmerkung wie Blocksatz verwenden! oder Flattersatz an den Rand zu schreiben?

Grüße,

  • André

Ich mache es jetzt so: An Stellen, wo die Lücke am rechten
Rand zu groß wirkt, verlange ich mittels „Kringel“ das
Hochholen des ersten Worts der darauffolgenden Zeile.

Aber halt nur, wenn es wirklich eine Fahnenkorrektur ist.
lg,
M.

Hallo,
ich möchte noch einmal allen danken, die mir bei dieser kniffeligen Frage so hilfreich unter die Arme gegriffen haben. :wink: Jetzt versuche ich einfach mein Glück und hoffe das Beste.
LG von Kristina