Korrigieren von Literatur

Guten Tag miteinander,
folgendes beschäftigt mich: Ich korrigiere einer älteren Person die Texte die sie auf einer Schreibmaschine verfasst, nicht länger als A4. Es sind Texte von Begebenheiten, verknüpft mit eigenen Sichtweisen und Lebensweisheiten, die sie sich meist selber ausdenkt.
Ich korrigiere Grammatik und Orthografie so gut wie möglich. Nun aber habe ich mich schon ein bisschen auch formal zum Text geäussert. Darum die Frage: Darf ich einen Parallelismus vorschlagen resp. korrigieren? Die Person schrieb letzthin zwei Mal eine Aufzählung von Aktivitäten und wechselte zwischen Infinitven und Nomen hin und her, zB - Kinobesuch - Wasser trinken. Da korrigierte ich halt: Kino besuchen - Wasser trinken.
Die frage ist einfach, wie weit darf man da korrigieren?
Ich korrigierte auch ihren speziellen Wortschatz, manchmal durch Dialekt gefärbt. Wenn sie aber ‚Gemüse richten‘ im Sinn von ‚vorbereiten‘ braucht, dann muss ich solches stehen lassen. Im Vergleich dazu schrieb sie ‚der Fernsehen widerspiegelt‘ was doch falsch ist, da ‚ein Fernseher sendet‘. Hier nin ich auch für Tipps dankbar.
Vorerst beste Grüsse
Umb

Hallo,

…Ich korrigiere (…) Texte … Es sind Texte von Begebenheiten,
verknüpft mit eigenen Sichtweisen und Lebensweisheiten, die
sie sich meist selber ausdenkt.

Das sind Zeitdokumente, die man sehr zurückhaltend korrigieren sollte.Bei diesen
Texten steht der Verfasser an erster Stelle.

Ich korrigiere Grammatik und Orthografie so gut wie möglich.
Nun aber habe ich mich schon ein bisschen auch formal zum Text
geäussert. Darum die Frage: Darf ich einen Parallelismus
vorschlagen resp. korrigieren?

Halte dich ganz zurück und korrigiere nur große Sprachschnitzer.

Die Person schrieb letzthin zwei Mal eine Aufzählung von Aktivitäten und
wechselte zwischen Infinitven und Nomen hin und her, …

Wenn sich Dinge wiederholen, rate den Text zu kürzen.

Die frage ist einfach, wie weit darf man da korrigieren?
Ich korrigierte auch ihren speziellen Wortschatz, manchmal
durch Dialekt gefärbt. Wenn sie aber ‚Gemüse richten‘ im Sinn
von ‚vorbereiten‘ braucht, dann muss ich solches stehen
lassen. Im Vergleich dazu schrieb sie ‚der Fernsehen
widerspiegelt‘ was doch falsch ist, da ‚ein Fernseher sendet‘.

Erhalte unbedingt den Original-Sprachstil. Wer liest, will nicht deinen Stil,
sondern ihren/seinen.
Vor zig-Jahren habe ich ein Paper geschrieben über den sozialen Wandel eines
Dorfes in Hertfordshire. Die umkorrigierten Quellen waren oft die Besten. Zwar
habe ich einige Zeit gebraucht, bis ich mich eingelesen hatte. Bei lokalen
Begriffen hat man mir weitergeholfen. Daher sollte man sie unbedingt laasen.
Be good. Allexander

hi,

folgendes beschäftigt mich: Ich korrigiere einer älteren
Person die Texte die sie auf einer Schreibmaschine verfasst,
nicht länger als A4. Es sind Texte von Begebenheiten,
verknüpft mit eigenen Sichtweisen und Lebensweisheiten, die
sie sich meist selber ausdenkt.
Ich korrigiere Grammatik und Orthografie so gut wie möglich.

und dabei würde ich es belassen. ich wär sogar da nur sehr zurückhaltend und würde das nur mit nachfrage machen.

Nun aber habe ich mich schon ein bisschen auch formal zum Text
geäussert. Darum die Frage: Darf ich einen Parallelismus
vorschlagen resp. korrigieren? Die Person schrieb letzthin
zwei Mal eine Aufzählung von Aktivitäten und wechselte
zwischen Infinitven und Nomen hin und her, zB - Kinobesuch -
Wasser trinken. Da korrigierte ich halt: Kino besuchen -
Wasser trinken.

würd ich nicht tun.
aber es stellt sich die frage: für welchen leserkreis ist das ganze gedacht? hat das einen verlag? eine auflage?

Die frage ist einfach, wie weit darf man da korrigieren?
Ich korrigierte auch ihren speziellen Wortschatz, manchmal
durch Dialekt gefärbt. Wenn sie aber ‚Gemüse richten‘ im Sinn
von ‚vorbereiten‘ braucht, dann muss ich solches stehen
lassen. Im Vergleich dazu schrieb sie ‚der Fernsehen
widerspiegelt‘ was doch falsch ist, da ‚ein Fernseher sendet‘.

ein fernseher empfängt zunächst einmal. dass fernsehen „widerspiegelt“, find ich sogar interessante weltsicht. lass es ihr.

Hier nin ich auch für Tipps dankbar.

wenn das ganze publiziert werden soll, geht sowieso noch einE verlagslektorIn drüber.

m.

Hallo,

Es sind Texte von Begebenheiten,
verknüpft mit eigenen Sichtweisen und Lebensweisheiten, die
sie sich meist selber ausdenkt.

eben und darum solltest Du seeehr zurückhaltend mit Korrekturen sein!

was doch falsch ist, da ‚ein Fernseher sendet‘.

was auch falsch ist, da ein Fernseher empfängt. Senden tut der Sender :wink:

Gandalf

Rotstift / Bleistift
Guten Tag Umb

Von meinen Korrekturprofis bin ich gewohnt, dass
sie zwischen Rotstift- und Bleistiftkorrekturen
unterscheiden.
Rot werden Fehler in der Orthografie oder im
Satzbau markiert, mit Bleistift hingegen Hinweise
und Verbesserungsvorschläge zum Stil. Dies hat den
charmanten Charakter einer unverbindlichen
Einflüsterung … der Autor kann es auch
ausradieren!

Freundliche Grüsse
Rolf

Besten Dank
Guten Abend miteinander,
vielen Dank für die guten Tipps und Anregungen. Ich muss nun eimerweise Asche über mein Haupt schütten und auf den Knien herumkriechen, um mich bei der älteren Person zu entschuldigen und sie zu besänftigen.

Beste Grüsse
Umb