Ich habe eine Frage zu Kortison:
Mein Freund hat Neurodermitis und nimmt seit über 12 Jahren täglich Kortisontabletten und auch kortisonhaltige Salben.
Der Arzt sagte mir, dass die Menge unproblematisch sei (ungefähr die Hälfte von dem, was als kritisch eingestuft wird), drängt aber jetzt doch darauf, eine Kur zu machen und danach eine Kortisonentwöhnung anzugehen.
Im Moment sieht es so aus, dass mein Freund arbeitsunfähig wäre, wenn er die Tabletten absetzen würde.
Da ich mich mit dem Thema überhaupt nicht auskenne, wollte ich mal wissen, was für Auswirkungen das Kortison auf den Körper hat, ob man mit irgendwelchen Schädigungen rechnen muss, und ob ich meinem Freund auf jeden Fall zu der Kur drängen soll.
Mein Freund hat Neurodermitis und nimmt seit über 12 Jahren
täglich Kortisontabletten und auch kortisonhaltige Salben.
brutal und praktisch formuliert - wenn er die Tabletten bereits seit 12 Jahren nimmt, waren sie unproblematisch oder die dadurch entstandenen Schäden endokrinologischer Art sind praktisch irreversibel. Kortison in größeren Maße (12 Tabs sagt wenig, die mg Angabe wäre interessanter) baut Muskelmasse ab, senkt die Sexualhormone und macht damit evtl. unfruchtbar. Aber wie bereits gesagt, entweder ist dieser Effekt bereits eingetreten oder er bleibt bei der applizierten Menge aus.
Hallo Jana,
Ich kann es kaum glauben, dass es Ärzte gibt, die deinen Freund seit 12 Jahren mit Kortison traktieren.
Durch die Daueranwendung müssten, bei therapeutisch wirksamen Kortisondosen, bereits massive Schäden aufgetreten sein. So stellen z.B. die Nebennieren dann die körpereigene Kortisonproduktion weitgehend ein.
Zumal: Neurodermitis ist heilbar !!!
Empfehle deinem Freund, sich einen Arzt oder Heilpraktiker zu suchen, der sich wirklich auf eine Behandlung der Neurodermitis mit dem Ziel einer Heilung versteht.
mit besten Wünschen für deinen Freund
KH
Ich kann es kaum glauben, dass es Ärzte gibt, die deinen
Freund seit 12 Jahren mit Kortison traktieren.
Tja-ha, das war der Dorfdoktor mit einem Verantwortungsgefühl, das gegen null tendiert.
Auf mein Drängen hin, weil die verschriebenen Tabletten so gut wie gar nicht mehr geholfen haben [so desensibiliesierungstechnisch hab ich mir überlegt], hat er vor ca. einem Jahr den Arzt gewechselt, bekommt jetzt andere Tabletten mit derselben Dosis Kortison, halt nur mit anderem Einnahmeintervall. Die Wirkung ist enorm, man sieht gar nichts mehr von Neurodermitis, aber dafür ist er ein wenig moppeliger geworden.
Durch die Daueranwendung müssten, bei therapeutisch wirksamen
Kortisondosen, bereits massive Schäden aufgetreten sein. So
stellen z.B. die Nebennieren dann die körpereigene
Kortisonproduktion weitgehend ein.
Zumal: Neurodermitis ist heilbar !!!
Wenn es denn welche ist. Meines Wissens/Erachtens nach ist Neurodermitis ja nur ein Modewort, was gerne benutzt wird, wenn man nicht rausgefunden hat, was es wirklich ist.
Welche Möglichkeiten zur Heilung gibt es denn genau?
Hab schon mal was von einer Laserbehandlung gehört?
Ich kenn mich da wie gesagt nicht aus…
ich kann nicht beurteilen, wie schlimm die ND bei deinem Freund ist und was der Arzt sich dabei denkt, Cortison-Tabletten zu verschreiben, aber ich kann deinem Freund nur raten, sofort den Arzt zu wechseln. Dieser Arzt kümmert sich nicht um Deinen Freund, sonst hätte er ihn längst ins Krankenhaus oder zur Kur geschickt. Dass er dies erst jetzt nach 12 Jahren macht, ist ein Hammer!
Er soll auf jeden Fall diese Kur machen. Falls er lange auf einen Platz warten muß, kann er sich in eine normale Hautklinik einweisen lassen (Begründung: Erschöpfung) und danach einen Reha-Antrag stellen. Das geht schneller.
Wenn er den Cortison-Entzug macht, könnte er versuchen, mit Protopic oder Elidel die Symptome zu mildern. Ein guter Arzt wird ihm dies nicht verwehren, denke ich. Während der Kur hat er eine gute Chance, den Entzug gut zu überstehen. So wie Du es beschreibst, wird er das alleine nicht schaffen.
Wenn er sich einen neuen Arzt sucht, dann am besten einen, der eine Bäderpraxis mit UV-Geräten hat. Die Erfolgsquote der Balneo-Photo-Therapie ist sehr hoch.
Viele Grüße,
Iris
P. S. Und laßt euch nicht von irgendwelchen Scharlatanen „Heilung“ versprechen. Ich denke, „Besserung“ ist für deinen Freund schon ein erstrebenswertes Ziel!
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Wenn es denn welche ist. Meines Wissens/Erachtens nach ist
Neurodermitis ja nur ein Modewort, was gerne benutzt wird,
wenn man nicht rausgefunden hat, was es wirklich ist.
das mit dem Modewort hat eine andere Bewandtnis. Scharlatane, Pharma- Kosmetik- und Naturprodukt-Hersteller nehmen die Neurodermitis gerne her - als Grund ihre Produkte zu kaufen. Hier wird mit Augenwischerei sehr viel Geld verdient.
Doch, wirklich, Neurodermitis existiert - es ist sehr klar definiert, wer Neurodermitiker ist und wer nicht.
Neurodermitis ist heilbar, eine gute homepage einer Frau die es durchmachte ist www.nie-mehr-neurodermitis.de, sehr empfehlenswert auch wenn ich Ihr nur zu 95% zustimme.
Wenn Dein Freund weiteres wissen will, dann soll er mir meilen
im Prinzip hat Enno das mal wieder auf den Punkt gebracht, warum bei Kortison immer solche Schreckensschreie laut werden, habe ich noch nie begriffen, es ist ein durchaus segensreicher Wirkstoff. Es kommt halt- wie bei allem- auf die Dosis an. Ob es sich überhaupt um eine Neurodermitis handelt, sollte u.a. auch im Labor abgeklärt werden, (starke Erhöhung des IgE-Serumspiegels und Eosinophilie sind charakteristisch,) es können immunologische und/oder auch psychogene oder neurovegetative Störungen /Anlässe vorliegen. Es ist wahrscheinlich, daß die Disposition für die Neurodermitis vererblich ist. Mit zunehmendem Alter nimmt die Intensität ab, oft verschwindet die N. auch so um das 30. Lebensjahr. Zur Therapie gelten wohl immer noch: Antihistaminika (ist das schon mal versucht worden?) und Glukokortikoide, Öl-und Teerbäder, Klimatherapie, evtl. bei Überempfindlichkeit gegen bestimmte Nahrungsmittel auch Diät. Aber sicher können Dir die angegebenen Selbsthilfegruppen noch weiteres sagen, wegen der häufigen psychogenen Komponente sind vielleicht auch nicht so „klassische“ Therapien manchmal hilfreich.
Viel Erfolg
Grüße
Heidi
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im Prinzip hat Enno das mal wieder auf den Punkt gebracht,
warum bei Kortison immer solche Schreckensschreie laut werden,
habe ich noch nie begriffen, es ist ein durchaus segensreicher
Wirkstoff. Es kommt halt- wie bei allem- auf die Dosis an.
Richtig! Kortison ist in segensreicher Wirkstoff für viele Notfallsituationen.
Als Dauermedikation ist es jedoch wie hier im Fall einer Neurodermitis ein grober Behandlungsfehler. Das Dilemma beim Kortison ist seine tolle symptomatische Wirkung, die so manchen Arzt dazu verführt, es sich einfach zu machen. Wie sagte einst eine neurodermitiskranke Arztgattin zu mir (in Anwesenheit des Ehemannes)
„Mein Mann ist Arzt, der kann nur Kortison und Antibiotika“. Es gibt genug Beispiele, die beweisen, dass Neurodermitis heilbar ist. Es ist allerdings oft ein langer und mühsamer Weg, denn es gibt keine allgemeingültige Standardtherapie, sondern nur den Weg einer ganz individuellen Behandlung.
Vor dem Hintergrund der prinzipiellen Behandelbarkeit einer Erkrankung ist die Dauergabe von Kortison über mehrere Jahre in meinen Augen kriminell.
Gruß
KH