kann mir bitte jemand erklären, wo der Unterschied zwischen Sojamilch z.B. für den deutschen Markt und koscherer Sojamilch liegt ?
Ich glaube, zu wissen, dass eine der Regeln darin besteht, dass Milch und Fleisch niemals mit den gleichen Gerätschaften zusammenkommen darf.
Aber das ist doch eigentlich gar keine Milch im ursprünglichen Sinn.
Würde mich schon interessieren.
kann mir bitte jemand erklären, wo der Unterschied zwischen
Sojamilch z.B. für den deutschen Markt und koscherer Sojamilch
liegt ?
Aha, jetzt hat die Nachricht also Deutschland und dieses Forum erreicht.
Die Inhaltsstoffe machen den Unterschied, zb. Geschmacksverstärker, Konservierungsmittel, und die Art der Zubereitung.
Ich glaube, zu wissen, dass eine der Regeln darin besteht,
dass Milch und Fleisch niemals mit den gleichen Gerätschaften
zusammenkommen darf.
Da gibt es noch mehr Regeln. Gewisse Inhaltsstoffe scheiden z. B. aus, weil sie aus nichtkoscheren Tieren stammen.
Aber das ist doch eigentlich gar keine Milch im ursprünglichen
Sinn.
Ja, besagte Babynahrung ist „parve“, d.h. sie enthält weder Milch noch Fleich, kann also ohne Einschränkungen dem Baby verfüttert werden. Deswegen war Humana bei Orthodoxen so beliebt.
genau das hab ich mich auch gefragt, nachdem ich die Humana-Diskussion im Eltern/Kinder-Brett gelesen hab. Schließlich stellt Humana auch für den deutschen Markt Ersatzmilch aus Sojaproteinen her, die für Kinder mit Kuhmilchunverträglichkeit geeignet ist.
Das unverzichtbare Google gab Aufschluß: Es gibt auch für Pflanzen eine Koscher-Regelung.
Mischung verschiedener Arten’ - Man darf nicht zwei Arten Samen auf einen Acker oder in einem Weinberg säen.
"Verbotene Frucht! - Früchte während der ersten drei Jahre nach der Pflanzung dürfen nicht gegessen werden.
„Neues Korn“ - Es darf kein neues Korn gegessen werden, oder Brot davon gebacken werden, ehe man am zweiten Pesachtag ein Omer Gerste dargebracht habe."
Ich gehe davon aus, daß die Drei-Jahre-Regelung für den Sojaanbau relevant ist.
Ich gehe davon aus, daß die Drei-Jahre-Regelung für den
Sojaanbau relevant ist.
das betrifft nur anbau in israel.
inwiefern? Selbstverständlich war das eine Vermutung von mir, aber ich kann mir nun beim besten Willen nicht vorstellen, daß die Vorschriften über das Koschersein beim Anbau von Pflanzen auf das Staatsgebiet Israel beschränkt sind.
Ja, besagte Babynahrung ist „parve“, d.h. sie enthält weder
Milch noch Fleich, kann also ohne Einschränkungen dem Baby
verfüttert werden. Deswegen war Humana bei Orthodoxen so
beliebt.
Wobei doch „eigentlich“ (eigentlich ist eigentlich kein wort doch Kinder erst im Alter von 3 Jahren verpflichtet sind, sich an diese oder jene Gebote/Verbote gerade bzgl. Speisen zu halten und voll erst ab 13. Und das sollten doch gerade Orthodoxe wissen. Warum also „glatt koshere“ parve Babymilch dann? Ich meine, wer macht so was und ist es wirklich halachisch begruendet oder ist es so, wie ich meine: Speisegesetze erst ernsthaft beachten ab dem Alter von 3 Jahren?
Eine weitere Frage: Sollte genau diese Milch wirklich parve sein?
inwiefern? Selbstverständlich war das eine Vermutung von mir,
aber ich kann mir nun beim besten Willen nicht vorstellen, daß
die Vorschriften über das Koschersein beim Anbau von Pflanzen
auf das Staatsgebiet Israel beschränkt sind.
nicht auf das staatsgebiet, sondern auf „eretz israel“, das „gelobte land“. es sind gebote die sich nur auf dinge innerhalb des landes beziehen. sie werden durch den vers begründet: „… wenn du in das land kommst… [mache dies und das]“. darunter fallen diverse anbauvorschriften, erntevorschriften, auslösen der erstlingsfrüchte usw.
Wobei doch „eigentlich“ (eigentlich ist eigentlich kein wort
-) doch Kinder erst im Alter von 3 Jahren verpflichtet sind,
sich an diese oder jene Gebote/Verbote gerade bzgl. Speisen zu
halten
ja, aber sie essen doch in derselben küche, werden mit denselben löffelchen gefüttert und das ganze wandert zusammen in die spüle oder den geschirrspüler. da wärs doch unsinnig, ein einzelnes baby unkoscher zu ernähren und ein ganzes set dafür zu benutzen (vor allem wenn man 10+ kinder hat).
ja, aber sie essen doch in derselben küche, werden mit
denselben löffelchen gefüttert und das ganze wandert zusammen
in die spüle oder den geschirrspüler. da wärs doch unsinnig,
ein einzelnes baby unkoscher zu ernähren und ein ganzes set
dafür zu benutzen (vor allem wenn man 10+ kinder hat).
*vordenkopfschlag*
ok, ja, nur: dann kann man genauso gut milchige babymilch geben und die loeffel und flaschen und etc. anschliessend in die milchige spuele geben. wenn man dem baby dann nach zu kurzer zeit milch nach fleisch oder fleisch (fleischiger babybrei) nach milch gibt, einfach weil das baby hunger hat, ist es immer noch egal, weil baby halt noch nicht drei jahre alt.
mir kommt es so vor, als wollten ultraorthodoxe die halacha aendern, indem sie sie unnoetig verschaerfen.
Aber da wir dann nun wieder bei Peters Ausgangsfrage sind: Wenn nun die Anbaufrage bei importierten Produkten irrelevant ist und Sojamilch als rein pflanzliches Produkt parve sein müßte (da weder Fleisch noch Milch), warum wurde dann für Israel ein eigenes Produkt kreiert, das von einem Rabbiner überprüft wurde? Was kann daran nicht-koscher sein? Das interessiert mich jetzt schon aus Prinzip!
ich bin kein experte! aber ich rate mal: die gefäße, in denen das produkt hergestellt wird, könnten mit schweinefett eingeschmiert werden. dann wäre das produkt immer noch pflanzlich aber trotzdem unkoscher. in derselben fabrik in denselben töpfen könnten noch ganz andere dinge erhitzt werden oder worden sein. usw.
außerdem könnte die produktion am schabbat vonstatten gehen.
Hallo,
Koschere Pflanzliche Lebensmittel dürfen nicht mit Fleisch u. Milch in Berührung kommen. Ein jüdischer Haushalt hat 2 Kühlschränke, Spülen, Geschirre, etc. Und genauso kann es auch in der Fabrik sein, dh. die Sojamilch wird in anderen Bottichen gewonnen und verarbeuitet als die normale Ersatzbabymilch (von der Kuh, Stute o. was auch immer).
Schöne Grusse Susanne
Koschere Pflanzliche Lebensmittel dürfen nicht mit Fleisch u.
Milch in Berührung kommen.
nein, PARVE (neutrale) pflanzliche lebensmittel dürfen nicht. tun sie es, hören sie auf parve zu sein, bleiben aber koscher.
Ein jüdischer Haushalt hat 2
Kühlschränke, Spülen, Geschirre, etc. Und genauso kann es auch
in der Fabrik sein, dh. die Sojamilch wird in anderen
Bottichen gewonnen und verarbeuitet als die normale
Ersatzbabymilch (von der Kuh, Stute o. was auch immer).
Schöne Grusse Susanne
irgendwie skurril kommt mir so eine Auslegung schon vor.
Und da gibt es keine „Umgehung“ ? Weil: die meisten solcher Regeln haben doch irgendwann keine reale Grundlage mehr? Es gibt ja das Gerücht, dass die schwäbischen Maultaschen auch nur erfunden wurden, damit der Herrgott nicht sieht, was drin ist.
Da gibt es doch auch eine Vorschrift, dass man sich am schabat nicht von seinem Haus entfernen darf?? Problemlösung: man nimmt einen Stein von seinem Haus mit ?
Was ist eigentlich der Hintergrund dieser Milch/Fleisch-Vorschrift?
Um mal ein konkretes Beispiel zu bringen: Karpfen sollen nur in Monaten mit R gegessen werden. Hintergrund dieser Volksregel: Karpfen u.A. sind Sommerlaicher. Die Regel ist in einer Karpfenzucht deshalb natürlich Blödsinn. Bei Muscheln teilweise berechtigt, da einige Arten Zwitter sind, und in der Umwandlungszeit zumindest ungeniessbar.
Wäre mal interessant zu wissen, wie andere Sprachräume, die ja dieselben Gegebenheiten vorfinden, z.B. das mit den Karpfen geregelt haben
Gruß
Peter
mir ist keine bekannt. ich gebe nur wieder, wie es in israel in orthodoxen familien gehandhabt wird.
die meisten solcher
Regeln haben doch irgendwann keine reale Grundlage mehr?
religion hat genau wo eine „reale grundlage“? aber wenn du so argumentierst, dann erübrigt sich jede diskussion darüber (und auch dieses brett *fg*).
Da gibt es doch auch eine Vorschrift, dass man sich am schabat
nicht von seinem Haus entfernen darf??
ja die gibt es.
man
nimmt einen Stein von seinem Haus mit ?
das tragen ist ebenso verboten. aber es gibt eine andere umgehung obengenannten verbotes.
Was ist eigentlich der Hintergrund dieser
Milch/Fleisch-Vorschrift?
„koch nicht das kalb in der milch seiner mutter.“ das ist der ausgangsvers. der rest sind verschärfungen, die sich draus ableiten.
„realistisch“ kann man immer noch sagen, daß bestimmte nahrungsmischungen in bestimmten klimazonen sich auf den magen schlagen. aber das ist jetzt ein anderes thema, das nichts mit religion zu tun hat
hallo,
ich sprach nicht von Religion, sondern von religiös definierten Regeln.
Dass Katzen und Schlangen den Ägyptern heilig waren dürfte sehr wohl etwas mit Mäuseplagen zu tun haben.
Gruß
Peter
religion hat genau wo eine „reale grundlage“? aber wenn du so
argumentierst, dann erübrigt sich jede diskussion darüber (und
auch dieses brett *fg*).
Ein jüdischer Haushalt hat 2
Kühlschränke, Spülen, Geschirre, etc. Und genauso kann es auch
in der Fabrik sein, dh. die Sojamilch wird in anderen
Bottichen gewonnen und verarbeuitet als die normale
Ersatzbabymilch (von der Kuh, Stute o. was auch immer).
Schöne Grusse Susanne
jup. so ist es.
bei allen oder nur bei den strenggläubigen? Also ist es in Israel
Standart alles doppelt zu haben?
BTW ich hab in einen Buch folgendes gelesen
Zitat:frowning:Anne Rice „Engel der Verdammten“) Zu der Sache mit den Speisen lass mich noch etwas anmerken. Für
Hebräer ist das auch heute noch wichtig. Oder? Man speist nicht
gemeinsam mit Heiden. Und das war damals auch so.
Stimmt das? Oder trifft das nur für die orthodoxen Juden zu? Was
machen die wenn sie Heiden als Gast haben? Heiden sind doch alle
Nichtjuden oder gibt es da unterschiede?
bei religiösen. zwei kühlschränke würde ich schon als „sehr streng“ bezeichnen.
Also ist es in Israel
Standart alles doppelt zu haben?
Ich schätze 15-20% höchstens, die einen koscheren Haushalt führen.
Zu der Sache mit den Speisen lass mich noch etwas anmerken.
Für
Hebräer ist das auch heute noch wichtig. Oder? Man speist
nicht
gemeinsam mit Heiden. Und das war damals auch so.
Stimmt das? Oder trifft das nur für die orthodoxen Juden zu?
„Hebräer“ soll woll Juden heißen. Eigenartige Wortwahl. Das klingt nach einer archäologischen Ausgrabung. Ja, Religiöse essen nicht unkoscher. Das ergibt natürlich Probleme mit allen Menschen , die sich nicht dran halten, sowohl nichtreligiöse Juden wie auch Nichtjuden. Zusammen essen kann man aber trotzdem.
Was
machen die wenn sie Heiden als Gast haben?
Er ißt mit, was sonst.
Heiden sind doch
alle
Nichtjuden oder gibt es da unterschiede?
Keine Ahnung, „Heide“ ist sicher entweder eine blöde Übersetzung aus dem Englischen („Gentile“) oder der Satz stammt aus christlichen Kreisen. Gemeint sind Nichtjuden.