Kosten bei Riester-Fondsparplan

Hallo,

nachdem in der Presse viel negatives über die Kosten bei Riester-Fondsparplänen berichtet wird, wollt ich hier mal fragen, wie es die Experten sehen.

Ich hab seid dem 01.01.09 einen Riesterfondsparplan / meine Frau seid ein paar Jahren einen normalen Riestersparer.

Eckwerte Mann:

  • 33 Jahre alt
  • Beamter
  • verh., drei Kinder (alle Zulagen beim Mann)
  • monatl. Eigenbeitrag 42 Euro
  • jährliche Zulagen 824 Euro
  • eingezahlt wird in einen DWS Vermögensbildungsfond über eine DEBEKA Riesterfondrente

Eckwerte Frau:

  • 33 Jahre
  • Elternzeit/400Euro-Job
  • jährlicher Eigenbeitrag 60 Euro
  • jährliche Zulage 114 Euro

So bezüglich meiner fondgebundenen Riester kommen folgende Kosten auf mich zu:

Abschluss- und Vertriebskosten:

Grundphase:

  • 3 % der Summe aller Eigenbeitrage und staatlichen Zulagen; 1178 Euro; verteilt auf fünf Jahresraten von je 235 Euro, fällig zum vereinbarten Versicherungsbeginn und den vier folgenden Jahrestagen des Versicherungsbeginns

Abrufphase:

  • 1,27 Euro fällig bei EIngang des jeweiligen Beitrags

Vertragsführungsgebühr:

  • 1,25 Euro monatlich ab Vertragsbeginn bis zum Eintritt in die Rentenphase(jährlich 15 Euro)

laufende Verwaltungskosten:

  • 3,5 % jedes in der Grundphase vereinbarten Eigenbeitrages, entspricht jährlich 17,78 Euro und – 3,5 % auf jährlich eingehende Zulagen;
  • 2 % der Rente in der Rentenbezugszeit (2 Euro je 100 Euro Rente)
  • 4,5 % für jeden in der Abrufphase eingegangenen Beitrag und den in der Grundphase anfallenden Erhöhungsbetrag

Verwaltungskosten für Fondguthaben:

  • bis zu 0,5 % des Fondguthabens jährlich, derzeit 0,3 %

Dazu kommt dann denk ich noch der Ausgabeaufschlag hinzu.

Bleibt da überhaupt noch ne anständige Rendite über ??? Oder wäre es nicht besser in einen Riester-Banksparplan zu wechseln, da dort ja kaum Kosten anfallen.

Ich bedanke mich schon mal im voraus für die Hilfe und Tips.

gruss

Fond - die Siebenhundertzweiundzwanzigste
Guten Tag Gaudibursch,
die Kosten sind ja nicht alles. Oder -um es mit den Worten der in diesem Bereich Umtriebigen zu sagen - Kosten, wieso Kosten ?
Bei einem Fondsprodukt - und Sie meinten doch ein Fondsprodukt und nicht wirklich ein Fondprodukt ? - bei einem Fondsprodukt stand und steht immer die ungewöhnliche Aussicht auf außergewöhnliche Gewinne im Vordergrund. Das war doch hoffentlich auch bei Ihnen und Ihrer Frau so ? Denn wie sonst - außer mit der Überzeugung auf ungewöhnliche Aussichten für außergewöhnliche Gewinne - ließe sich ein solches Produkt überhaupt vermittteln?
Das Gute an Ihrer Konstruktion ist, dass sie bei fünf Monaten Laufzeit
offensichtlich zu Erkenntnissen gelangt sind, die besser schon vor fünf Monaten berücksichtigt worden wären. Das schließt nicht aus, dass
die Erkenntnisse jetzt doch noch umgesetzt werden.
Gruß
Günther
P.S. Sie sind nicht allein. Wäre Ihnen klar, wieviele Zeitgenossen
sich seit ungefähr einem halben Jahr die Augen wischen - aus dem gleichen Grund wie Sie und Ihre Frau - wären Sie vielleicht ein wenig fröhlicher. Weil ja Unglück bekanntlich verbindet. Aber vielleicht wären Sie dann auch wieder ein wenig trauriger. Angesichts der Erkenntnis, dass es so viele sind.

Hallo,

das sind wohl die positiven Folgen der Informationsverpflichtungen der Versicherungen.
Die Riester-Fondssparplan-Kunden der letzten Jahre hätten möglicherweise die Angabe zu den Wertentwicklungen (ob un- oder außergewöhnlich) so nicht nur kritisch hinterfragen können. Anhand der angegebenen Verwaltungs- und Vertriebskosten, hätte man sich dann zumindest ein Bild davon machen können, welche Wertentwicklung der Fonds (nach Abzug aller jeweiligen Kosten) tatsächlich hätte erwirtschaften müssen, um zumindest eine schwarze Null zu erreichen.
Aber natürlich sind wieder Millionen der Bauernfängerei der Verkäufer auf den Leim gegangen.
Wer kennt nicht die Werbeplakate mit beispielhaften bis zu 80% staatlicher Förderung usw. Natürlich wurde in den Verkaufsgesprächen nicht darauf hingewiesen, dass es diese Förderung auch bei Banksparplänen etc. gibt. Und auf die 80% kommen ja noch die tollen Wertentwicklungen des Fonds hinzu. Nebensächlich, dabei zu erwähnen, dass es sich dabei um Renditen ohne Berücksichtigung der Kosten handelt.
Es gibt was vom Staat geschenkt, da muss man gar nicht schauen, ob es auch was bringt. Das Gleiche läßt sich ja gerade wieder bei der Abwrackprämie beobachten, wo Leute, nur um die Prämie zu bekommen, ein Auto verschrotten lassen, dass einen höheren Wert hat, als die Prämie.

Eine Frage mal noch als jemand der noch keine entsprechende Versicherung nach den neuen Regelungen abgeschlossen hat.
Muss die Versicherung neben den einzelnen Kosten diese auch irgendwie in Summe oder Prozent (vielleicht auch beides) für die gesamte Laufzeit angeben?

Schließlich bedeutet es einen nicht unerheblichen Aufwand, dies aus den o.g. Angaben zu errechnen.

Gruß

Guten Tag Buffo,
Kosten für eine Rentenversicherung sind seit Mitte letzten Jahres sogar in Euro anzugeben. Diese Angaben werden jedoch gestaltet.
D.h. im Zweifel sind sie unverständlich, nicht vergleichbar oder so
versteckt, dass der durchschnittlich verständige Kunde diese Angaben
nicht findet oder nix mit Ihnen anfangen kann.
Das ist aber nicht schlimm insoweit, als der durchschnittlich verstäündige Kunde sich dafür ohnehin nicht interessiert.
Es steht also alles nach wie vor zum Besten.
Gruß
Günther

Hallo,

Das ist aber nicht schlimm insoweit, als der durchschnittlich
verständige Kunde sich dafür ohnehin nicht interessiert.
Es steht also alles nach wie vor zum Besten.

Irgendwie hab ich mir das schon so gedacht.

Gruß