Kosten beim Kieferorthopäden

Hallo,
zur eigentlichen behandlung verlangt der Kieferorthopäde eine monatliche Pauschale von 50 Euro. Kann ich das ablehnen oder muss ich da mitziehen. grund sei bessere Versorgung!
Danke für eine Antwort.
Gruß
Doris

hallo,

für was genau soll den die Pauschale sein?
Der Patient ist ja bestimmt nicht jeden Monat in der Praxis?
Oder wird der Patient jeden Monat zur Reinigung einbestellt? Das könnte ich mir dan vorstellen das da eine Pauschale festgelegt wird.
Ansonsten würde ich da genauer nachhacken für was genau die Pauschale ist und mich nicht mit dem genannten Grund zufrieden geben.

Grüsse

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Vielen Dank für die antwort. auf Nachfrage ergab sich, dass die Kostenpauschale erhoben wird für bessere Materielien. Und das auch jeden Monat. aber es hat mich schon geärgert,werde mich an einen anderen Kieferorthopäden wenden und hoffen,dass dort nicht wieder das gleiche verfahren gilt.
Doris

und hoffen,dass dort nicht wieder das gleiche verfahren gilt.

das wird es mit hoher wahrscheinlichkeit. moderne kieferorthopädie ist ohne zuzahlung heute so gut wie nicht mehr realisierbar - dafür sind die verwendeten materialien schlicht zu teuer. trotz allem muss der (vertrags-)kieferorthopäde aber natürlich auch eine behandlung ohne mehrkosten für den patienten anbieten, von der ich aber wegen der hohen risiken für die zähne (stichwort wurzelresorption) nur abraten kann.

viele grüße!

Servus Doris,

IMO ist eine Pauschale genau das Gegenteil dessen, was der Gesetzgeber bei (zahn)ärztlichen Liquidationen haben will. Es war bestimmt nicht vieles sinnvoll bei den verschiedenen Reformen der Gebührenordnungen, eine gute Absicht hatten sie aber: es sollte mehr Transparenz geschaffen werden. Wer für ‚bessere Materialien‘ eine Pauschale verlangt, könnte auch sagen: „mehr Zuwendung“, oder „mehr Sorgfalt“, oder „weniger Unlust“. Er könnte auch sagen, dass die SUV’s von BMW immer teurer werden.
Hier ist ein Wegelagerer am Werk!
Bei Wegelagerern anderer Art geht man zur Polizei. Das würde hier auf Zuständigkeitsprobleme stoßen :wink: , aber ein ausführliches Telefonat mit der Krankenkasse (oder der zuständigen KZV) wäre ein Schritt in Richtung Standeshygiene.

Gruß

Kai

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Da müssten in den zurückliegenden 40 Jahren aber eine verdammte Menge von Wurzeln resorbiert worden sein, Herr Kollege.

Wenn (Fach)zahnärzte als Vertragszahnärzte die Honorare nicht auskömmlich finden, müssen sie sich eben auf die Hinterbeine stellen. Bei ihren KZV’en, beim Gesetz-, und Verordnungsgeber, gegenüber der Öffentlichkeit. Aber, durch die Hintertüre bei den Versicherten Pauschalen einzusammeln ist schlicht und einfach vertragswidrig und - ja, eben Wegelagerei.

Schön, wenn man als Wegelagerer dann noch jemanden findet, der einem für diese Art des Handelns auch noch einen Persilschein ausstellt.

Gruß

Kai Müller

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und hoffen,dass dort nicht wieder das gleiche verfahren gilt.

das wird es mit hoher wahrscheinlichkeit. moderne
kieferorthopädie ist ohne zuzahlung heute so gut wie nicht
mehr realisierbar - dafür sind die verwendeten materialien
schlicht zu teuer. trotz allem muss der
(vertrags-)kieferorthopäde aber natürlich auch eine behandlung
ohne mehrkosten für den patienten anbieten, von der ich aber
wegen der hohen risiken für die zähne (stichwort
wurzelresorption) nur abraten kann.

Ist es in dem Fall dann nicht einfacher sich Analogpositionen mit dem entsprechenden benötigten Betrag anzufertigen, anstatt pauschal monatlich etwas zu verlangen?

viele grüße!

Ist es in dem Fall dann nicht einfacher sich Analogpositionen
mit dem entsprechenden benötigten Betrag anzufertigen, anstatt
pauschal monatlich etwas zu verlangen?

das wird sicherlich so gehandhabt - ich vermute, die genannte ‚pauschale‘ ist nicht wirklich eine solche, sondern vielmehr eine rate der gesamtzuzahlung.

*zwinker* in dem fall wäre es ja noch einfacher dem Patienten bzw. dessen Eltern das so zu erklären oder… mhh werden wir wohl nie erfahren…
grüsse

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Hallo Doris,

Du kannst so etwas nicht nur ablehnen, Du solltest es sogar unbedingt.

Wenn der Kieferorthopäde Dir auch eine Behandlung ohne monatliche pauschale Sonderzahlung anbietet, kannst Du Dich entscheiden, welche Variante Du bevorzugst.

Bietet er Dir eine Behandlung ohne Zuzahlung nicht an, handelt er unrechtmässig und ich als Patient würde einen solchen Vorgang der zuständigen Kassenzahnärztlichen Vereinigung und meiner gesetzlichen Krankenkasse melden und mir selbstverständlich sofort einen anderen seriösen Behandler suchen.

Gruß
Gero

Hallo holtman,

als Kollege solltest Du Dir darüber im Klaren sein, dass das Verhalten des Kieferorthopäden illegal und unzulässig ist und ganz erheblich zu dem schlechten Ruf unseres Berufsstandes beiträgt.

Selbstverständlich gibt es eine Preissteigerung in den Material- und auch allen übrigen Kosten, das gilt aber für die gesamte Zahnmedizin.

Ich müsste also logischerweise wie dieser „Kollege“ bei jeder Behandlung eines Privatpatienten einen sogenannten „Qualitätssicherungszuschlag“ berechnen, weil in den letzten 21 Jahren die Gebührenordnung nicht an die allgemeine Preisentwicklung angepasst worden ist!!

Diesen Zuschlag damit zu begründen, dass ansonsten ein hohes Behandlungsrisiko für den Patienten bestehen würde, halte ich allein schon aus moralischer Sicht für fragwürdig.

Wir sollten auch als Kollegen mit aller Macht gegen solche Auswüchse in der Öffentlichkeit Stellung beziehen, um unsere Glaubwürdigkeit in den Augen der Patienten zu stärken.

Mit kollegialem Gruß
Gero

Zustimmung
Genau.
Der Kollege ist verpflichtet nach den Kassenrichtlinien zu behandeln, zumindest solange er Vertragszahnarzt ist.
Natürlich darf er Dinge anbieten die über die gesetzlich festgelegte Versorgung hinaus geht aber so wie das Vorgehen hier war gilt es das abzulehnen.
Ich sehe darin auch eine Schädigung unseres Berufstandes.
Mit kollegialen Grüssen Christian