Kosten der Hochwasserschäden

Hallo,

mich interessiert, wie die „tagesaktuellen“ Kosten der Hochwasserkatastrophe jeweils ermittelt werden.

Vor zwei Tagen waren es 15 Mill. Euro, eben in den heute-Nachrichten waren es 17 Mill. Euro allein in Sachsen. - Sind hier Hellseher am Werk? - Dann werde ich die Frage später nochmal bei den Parapsychologen stellen.

Aber vorausgesetzt, es handelt sich um (einigermassen) seriöse Zahlen: Worauf basieren sie, wenn materielle Schäden aufgrund der Wasserstände noch nicht einmal sichtbar sind? - Wo bleiben die zu erwartenden Folgekosten durch verseuchtes (Grund-)Wasser oder verseuchten Boden? - Sind in diesen Zahlen nur materielle Schäden enthalten oder auch bereits angefallene Kosten für den Einsatz von Rettungskräften (einschliesslich Polizei, Bundeswehr, etc.) - Fragen über Fragen, und es gäbe jede Menge mehr…

Wie gesagt: Ich unterstelle mal, das die Angaben einigermassen seriös sind und - das soll jetzt nicht zynisch sein - es kommt mir auch nicht auf eine Milliarde an. - Aber wer ist für die jeweils genannte Zahl verantwortlich? Eine Quelle wurde beispielweise in den Nachrichten nicht genannt (oder ich habe das überhört.)

Wer weiss was?

Gruss,
Andreas

Hallo Andreas,
Deine Frage ist meineserachtens durchaus berechtigt. Auch für mich sind diese genannten Summen nicht nachvollziehbar, da die Ausmaße der bisherigen Katastrophe nicht komplett erfasst und somit Folgeschäden nicht ermittelt werden können.

Ein Beispiel dazu:

Sofern ich das der Presse richtig entnommen habe, tituliert die Deutsche Telekom (DTAG) den entstandenen Schaden auf ca. 50 Mio. Euro.

OK, die DTAG mag zwar wissen welche Ortsvermittlungsstellen und Haushalte von diesem Schaden betroffen sind und wieviel der Ersatz des Hardwareequipments kosten wird, jedoch mag ich bezweifeln, das in diesen Kosten auch schon die Ausgrabungs-und Verlegungsarbeiten inbegriffen sind.

Vielleicht kann sich ja hierzu ein w-w-w-ler der DTAG aüßern.

Gruß
stranger_one

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Kosten der Hochwasserschäden: hier
Hallo Andreas,

mich interessiert, wie die „tagesaktuellen“ Kosten der
Hochwasserkatastrophe jeweils ermittelt werden.

Vor zwei Tagen waren es 15 Mill. Euro, eben in den
heute-Nachrichten waren es 17 Mill. Euro allein in Sachsen. -
Sind hier Hellseher am Werk? - Dann werde ich die Frage später
nochmal bei den Parapsychologen stellen.

Aber vorausgesetzt, es handelt sich um (einigermassen) seriöse
Zahlen: Worauf basieren sie, wenn materielle Schäden aufgrund
der Wasserstände noch nicht einmal sichtbar sind? -

Die zahlen die ich in den letzten Tagen aufgeschnappt habe lauten:

30.000 zerstörte Häuser
10.000 zerstörte Länden und Büros
720 km zerstörte Straßen
450 km zerstörte Eisenbahngleise
125 zerstörte Brücken

Das läßt sich natürlich mit Durchschnittszahlen hochrechnen (So zünisch es klingen mag, auf 1 Mill. Euro hin oder her kommt es dabei nicht an.)

Dann würde ich dazu zählen, wer alles wie lange im Einsatz war. Kosten für Mensch und Gerät liegen als Kalkulationsgrundlage sicherlich vor.

Ebenso bei Bundeswehr, Feuerwehr, THW etc.

etc., etc., etc.,

zu den Folgekosten:

Wie gesehen wird der „Müll“ einfach abgefahren, das ausgelaufene Heizöl in Dresden (habe von 150.000 Litern gehört) wird mangels Alternativen in die Elbe gepumpt.

Was an Sachwerten vernichtet wurde (Hausrat, usw) läßt sich statistisch sicherlich auch bewerten.

In einem allerdings gebe ich Dir recht. Die Zahlen werden in den nächsten Wochen sicherlich noch steigen.

Danke für Deine Aufmerksamkeit
Klaus

Zwischenbilanz
Hallo stranger_one, hallo Klaus,

ich hoffe natürlich noch auf ein paar Stimmen zum Thema, aber zwischendurch ein Dank für Eure Meinung.

Ich fasse zusammen, wie ich Euch verstanden habe:

  1. Die meisten Werte beruhen auf Statistiken, Kalkulationsgrundlagen, Bewertungen, Durchschnittszahlen,… die mehr oder weniger passen könnten.
  2. In begrenzten, übersichtlicheren Bereichen (Beispiel Telekom) gibt es möglicherweise genauere Berechnungen.

So weit, so gut. - Vereinfacht ausgedrückt multiplizieren sich dann die aus beiden Punkten zusammengetragenen Werte mit den zu einem Zeitpunkt X erfassten geschädigten/zerstörten Objekten zur jeweils aktuellen Summe des Schadens. Folgekosten, die durch die Beeinträchtigung der Natur entstehen, berücksichtigen wir nicht. Auf Basis dieser mehr oder weniger genauen Schätzwerte verwundert dann auch die schnelle Veröffentlichung der jeweils tagesaktuellen Zahlen nicht mehr.

Grosse Zweifel an der auch nur annähernden Richtigkeit der täglich aufs Neue publizierten Zahlen bleiben. Wenigstens eines ist sicher: Das Leben wird teurer.

Weitere Infos und Meinungen sind höchst willkommen.
Gruss, Andreas