Kosten für Fassadenisolierung

Hallo Gemeinde,

ich kann evtl. ein Haus übernehmen. Diese Haus ist Baujahr 1933-1935 und hat nur den ersten und zweiten Stock. Darüber ist nur noch der Speicher. Erdgeschoß gibt es nicht.

Zur Kostenabschätzung benötige ich auch die Kosten für eine Wärmedämmung der Fassade pro m2.

Dabei wäre es ganz gut zwei Richtpreise/m2 zu bekommen:

  1. Isoliermaterial Styropor
  2. Isoliermaterial Steinwolle

Fällt mir gerade noch ein. Außerdem möchte ich aus zwei Wohnungen eine machen. Soll heißen, daß ich eine Wendeltreppe vom ersten zum zweiten Stock einbauen möchte und diese ist sehr nahe an einer Wand. Ich denke, daß dies auch bei den Fehlböden geht wenn man mit 2 Verstärkungsringen arbeitet, die jeden Deckenträger mit einer Durchbolzung erreicht.
Auch da bin ich für Rat dankbar.

Danke im Voraus

Gruß vom Raben

Vielen Dank im Voraus

Hallo!

Ich fange mal mit der Treppe an.
Man kann innerhalb einer Wohneinheit eine ZUSÄTZLICHE interne Treppe einbauen. Es muss trotzdem jede Etage einen eigenen Zugang zum Treppenhaus haben.
Es geht nicht, wenn die Wendeltreppe die einzige Treppe für das Geschoss wäre !

Wie man das Treppenloch herstellt und ob man da etwas verstärken muss muss man nach Kenntnis der Deckenbauweise sehen.  Technisch geht das immer.

Außendämmung/WDVS :

Zuerst sollte man aber die Gesamtsituation des Hauses bewerten lassen und erst dann entscheiden, wo man was verbessert. Dachdämmung, Haustechnik, Fassade, Fenster.
Vom Baujahr her muss das nicht so schlecht sein, sicher besser als Nachkriegsbauten.

Und wenn WDVS, dann muss man auch an die Fenster denken. Die sitzen dann falsch in der Wand, müssten vorgezogen werden.

Durchschnittskosten für EPS (Styropor) 15 cm ,  ca. 125 €/m² komplett mit allem was dazugehört, Gerüst,Putz,Farbe.

Der Mehrpreis für Mineralwolle ist fast nur das Material selbst, das ist wenig, mag sein 5 €/m2 mehr als EPS für vergleichbare Dämmeigenschaft.
Dazu käme ein etwas höherer Verarbeitungsaufwand.

10- 15 % mehr als EPS würde ich sagen.

Anmerkung :
 „Erdgeschoss gibts nicht“ ?  Also ein Pfahlbau auf Stelzen ?

MfG
duck313

Hi,

danke für Deine Antwort.

Natürlich steht das Haus nicht auf Stelzen. Im Ergeschoß ist nur der Abstellplatz für Fahrräder ein Vorraum und dann gleich die Treppe zum ersten Stock, weiter zum Zweiten und dann zum Speicher. So wie halt die Gebäude damals.

Es muss trotzdem jede Etage einen eigenen
Zugang zum Treppenhaus haben.

Hat es ja - s.o.

Die Wendeltreppe ist nur dafür die Wohnung im ersten Stock mit der im Zweiten zu verbinden. Es wird dann eine sehr große Wohnung mit 7 Zimmern und 230 m2 auf zwei Ebenen inkl. einer Einliegerwohnung mit WC, Bad und einem Zimmer.

Gruß vom Raben

Hallo!

Natürlich steht das Haus nicht auf Stelzen. Im Ergeschoß ist
nur der Abstellplatz für Fahrräder ein Vorraum und dann gleich
die Treppe zum ersten Stock, weiter zum Zweiten und dann zum
Speicher.

So wie halt die Gebäude damals.

und wie bis heute nicht genug nach- und vorausgedacht wird.

Deiner Vika entnehme ich, du bist kein so ganz junges Semester mehr. Wenn du das Haus dauerhaft selbst nutzen möchtest, aber alles ist nur über Treppen erreichbar, ist das keine gute Voraussetzung für altersgerechtes Wohnen. Ungeachtet davon kann es jederzeit auch jüngeren Menschen passieren, urplötzlich mit liegendem Transport ins Krankenhaus zu müssen. Hast du eine Vorstellung von dem höchst fragwürdigen Vergnügen, auf einer Trage über Treppen transportiert zu werden?

Wenn du das alte Haus für zeitgemäße und dauerhafte Nutzbarkeit sanieren willst, ist es mit dem Anpappen von Dämmmaterial ohnehin nicht getan. Wie Duck schon erwähnte, sind alle Fenster fällig und müssen in die Ebene der Dämmung versetzt werden. Damit sind von innen auch alle Fensterbänke fällig. Vorhersehbar kommt noch viel mehr hinzu, etwa Installationen aller Art. Alles zusammen läuft auf einen 6stelligen Betrag hinaus. Da macht es den Kohl auch nicht mehr wirklich fett, wenn man im Zuge umfassender Sanierung einen (Außen-) Aufzug vorsieht. So ein Teil ist auch mit gesunden Knochen unglaublich praktisch, weil man Möbel und sonstiges Zeug nicht mehr über Treppen schleppen muss.

Gruß
Wolfgang

Hallo!

Außendämmung/WDVS :
Durchschnittskosten für EPS (Styropor) 15 cm , ca. 125 €/m²
komplett mit allem was dazugehört, Gerüst,Putz,Farbe.

Ich hab eben mal nachgeschaut - Angebot/Rechnung von Dez 2012
Wir kamen auf rund 130€/m² inkl. Mwst mit 160mm Mineralwolle (160mm um ein paar lächerliche Euro von der KfW dazuzubekommen)
Sogar noch ein paar Schwerlasthalter und die dämmende, tragfähige Unterkonstruktion für die Außenrollos dabei sowie ca. 100cm hohe Perimeterdämmung (selbst abgegraben, wieder beigefüllt) inklusive - allerdings bei einem wirklich simplen „Schuhkarton“, ohne irgendwelche Versätze/Kältebrücken, einfaches Gerüst, weil nur EG = Bungalow > endlich keine Treppen mehr im Haus :wink:

Plus die Spengler/Zimmer/Dachdecker-Arbeiten (Dachrinnen, Fallrohre passen dann ja nicht mehr, Giebel/Gebälk müssen verlängert werden) - und das eine oder andere dürfte notgedrungen immer noch dazu kommen - bei uns z.B. Hauseingangstreppe, Verandatreppe neu (ja, und an die spätere Anbaumöglichkeit eines Aufzugs für die paar Stufen haben wir auch gedacht)

Ist denn die oberste Geschossdecke schon gedämmt?
Ansonsten wäre das die allererste Massnahme vom Kosten-Nutzen-Effekt.

Rein als interessierter Bauherr sehe ich das ebenfalls so: WDVS und Fenster gehören als eine Massnahme zusammen und müssen baulich als eine verbundene Massnahme umgesetzt werden (auch weil sonst Folgeschäden vorprogrammiert sind).

Vielleicht auch noch ein kleines „Vorsicht“ - bei den ganzen schönen „Sanierungsrechnern“ sind die Sowieso-Kosten (z.B. Putz/Anstrich/Gerüst) nicht berücksichtigt/werden abgezogen. Zudem ist bei diesen rechnerischen Ermittlungen der Vorher-Verbrauch viel zu hoch angesetzt, der Nachher-Verbrauch zu niedrig (gerechnet wird mit Heizenergiebedarf - die Realität ist aber der Heizenergieverbrauch), die Energiekosten zu hoch, die vorgegebene jährliche Steigerungsrate entspricht nicht der (bisherigen) Realität etc. etc. - das Ergebnis somit viel-viel-viel zu schön - z.B. hier:
https://tools.dena.de/index.php?id=235

Meine ganz persönliche Rechnung sieht so aus

  • Die ganzen energetischen Modernisierungsmassnahmen (Fenster, WDVS inkl. Putz, Dämmung oberste Geschossdecke) haben uns inkl. der dadurch notwendigen Nebenarbeiten rund 70.000 Euro gekostet (Eigenleistung nicht berücksichtig, neue Außenrolläden fairerweise ebensowenig)
  • Ganz reell sparen wir gegenüber einem Haus gleichen Baujahres, gleicher Bauweise, das nicht energetisch modernisiert wurde (ebenso von nur 2 Personen bewohnt), im Schnitt der letzten 2 Jahre 50% der Brennstoffkosten, d.h. 500 Euro an Gaskosten jährlich.
    Wenn man davon ausgeht, dass die Gaspreise so unverändert bleiben wie in den letzten Jahren, dann amortisiert sich das in rund 140 Jahren :wink:

Dennoch bereuen wir unsere Dämm-Massnahmen nicht, denn die Brennstoffpreise werden zwar nicht alljährlich 4-5% steigen, aber sie werden ganz sicher steigen.
Und es ist doch ein sehr gutes Gefühl, wenn man der Zukunft gelassen entgegen sehen kann.
Nur auf die rechnerischen Einsparprognosen blind verlassen, das sollte man sich nicht!

Warum das prognostizierte Einsparergebnis nicht eintritt (nicht eintreten kann) - z.B. hier:
http://wissen.malerblatt.de/waermedaemm-verbundsyste…

Viel Spass bei der Entscheidung … und bei der energetischen Modernisierung!

Rudi

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Hi,

deine Fürsorge bzgl. altersgerechten Wohnen rührt mich.

Die Burg wird saniert wie beschrieben, aus 2 Wohnungen eine gemacht plus einer Einliegerwohnung.

Wenn ich dann in 11 Jahren und dem Rest von diesem in Rente gehe wird das Haus gewinnbringend verkauft, die Einliegerwohnung behalte ich und 2-3 Monate nach Renteneintritt bin ich eh nicht mehr in Deutschland und werde mich im Norden von Idaho niederlassen.

Gruß vom Raben