Kosten für Gesprächstherapie

Guten Morgen!

Kennt sich jemand mit dem Thema aus?
Wofür zahlen die Krankenkassen?

Mir wurde vor ein paar Jahren von einem Psychologen geraten, eine
Gesprächstherapieherapie zu machen. -Aufgrund der Tatsache, dass meine
Eltern sich trennten und ich meinen Vater vom 3.-18. Lebensjahr nicht
sah. Man könne bei mir ein Trauma bemerken, sagte er. Ich selber merke
davon nicht wirklich viel. -Schaden kann so eine Therapie aber bestimmt
nichts. Nun frage ich mich aber natürlich, was die Kassen da so
beisteuern. Ich habe im Alltag ja keine Probleme, d.h. ich werde
deswegen nicht Krankgeschrieben oder so. Zahlen die dann überhaupt was?

Einen schönen Tag!

Hallo!
Also ich weiß, dass Verhaltenstherapie für Kinder gezahlt wird, wenn der dringliche Bedarf besteht. Einen Teil zahlt die Krankenkasse, einen Teil die Jugendwohlfahrt, ein Teil bleibt Selbstbehalt. Da ist natürlich die Elternarbeit auch mitdrin.

Bei Erwachsenen, und nachdem du über 18 bist, bist du das wohl, zahlt die Kasse nur in wenigen Fällen.
Z.B. wenn ein Freund oder Verwandter Suizid begangen hat.
In anderen Fällen übernimmt die Kasse zumindest einen Teil der Kosten.

Ich würde an deiner Stelle bei der Krankenkasse anrufen und nachfragen, bzw. direkt beim Therapeuten nachfragen. Die wissen das genauer.

Alles Gute!

lg infi

*räusper*
Hallo,

ich weiß nicht, ob du´s gesehen hast, aber positiv_geladen lebt in Hamburg – das heißt, so wie´s „bei uns“ in Österreich geregelt ist bzw. läuft, wird ihr nicht viel nützen.

Trotzdem möchte ich auf deinem Beitrag eingehen (auch meine Kommentare beziehen sich auf die öster. Regelungen):

Also ich weiß, dass Verhaltenstherapie für Kinder gezahlt wird, wenn der dringliche Bedarf besteht.

Imho kommt es nicht auf die Therapierichtung an, ob die Kassa zahlt oder nicht, sondern auf den „Bedarf“. Wobei nur bestimmte Therapierichtungen von den Kassen auch „anerkannt“ sind – aber Gesprächstherapie (und natürlich auch Verhaltenstherapie) fällt auf jeden Fall darunter.

Einen Teil zahlt die Krankenkasse, einen Teil die Jugendwohlfahrt, ein Teil bleibt Selbstbehalt. Da ist natürlich die Elternarbeit auch mitdrin.

Das kann man so pauschal nicht sagen.
Die Jugendwohlfahrt zahlt NUR dann, wenn du bei denen vorstellig wirst und die jeweilige Sozialarbeiterin der Meinung ist, das Kind/die Kinder würden eine Therapie benötigen. Diese läuft dann auch nur über Psychologen/Psychotherapeuten, die eine vertragliche Vereinbarung mit der Jugendwohlfahrt haben. Dh in diesem Fall kannst du dir deinen Therapeuten nicht frei aussuchen, sondern der wird dir vom jeweiligen Referat zugewiesen.
Wie viel die Juwo zahlt hängt a) vom jeweiligen Familieneinkommen ab und b) vor allem vom „Gutdünken“ der jeweiligen Sachbearbeitern. Vorgeschriebene Richtsätze gibt es keine.
Meist zahlt die Juwo 100 % - Selbstbehalt ist eher selten – die Krankenkasse hat dabei nix verloren – diese Kosten trägt das jeweilige Bundesland (sprich im Endeffekt der Steuerzahler).

Bei Erwachsenen, und nachdem du über 18 bist, bist du das wohl, zahlt die Kasse nur in wenigen Fällen.
Z.B. wenn ein Freund oder Verwandter Suizid begangen hat.

Ein wenig ein sehr unglücklich gewähltes Beispiel! Es muss niemand im Verwandten-/Bekanntenkreis Suizid verübt haben, damit man ne Therapie bewilligt bekomme – ja, es muss nichtmal Tote geben! :smile:
Ein Zuschuss oder gar eine gänzliche Finanzierung einer Therapie wird dann bewilligt, wenn zum einen eine klare Diagnose vorliegt UND die finanziellen Verhältnisse das alleinige Tragen der Kosten nicht erlauben. Wie viel gezahlt wird hängt also a) vom Einkommen ab aber auch b) (gerade wenn du sozusagen einen voll finanzierten Kassaplatz möchtest) ob dein Therapeut noch einen Platz zu vergeben hat (jeder Therapeut hat ein bestimmtes Kontingent an Kassaplätzen – wenn diese voll sind kannst du selbst 5 Suizide in deinem Umfeld haben, bei diesem Therapeuten wirst du keinen Platz kriegen können. In der Regel gibt es relativ lange Wartelisten auf solche Plätze).

Gruß
gremlin

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Guten Morgen!

Ebenfalls!

Kennt sich jemand mit dem Thema aus?

Jo.

Wofür zahlen die Krankenkassen?

Grundsätzlich für 3 Arten von Psychotherapie:
1.)Verhaltenstherapie
2.) Tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie
3.) Psychoanalyse

Mir wurde vor ein paar Jahren von einem Psychologen geraten,
eine
Gesprächstherapieherapie zu machen.

Streng genommen ist „Gesprächstherapie“ ein Verfahren, welches Rogers begründete. Es wird NICHT von den Krankenkassen übernommen. Allerdings sagt der Laie gerne „Gesprächstherapie“, wenn er eigentlich eine der 3 obengenannten meint oder sich einfach eine Behandlung vorstellt, bei der Gespräche ablaufen und die die Kasse übernimmt.

-Aufgrund der Tatsache,
dass meine
Eltern sich trennten und ich meinen Vater vom 3.-18.
Lebensjahr nicht
sah. Man könne bei mir ein Trauma bemerken, sagte er.

Hübsch gesagt von dem Herren Kollegen. :wink:

Ich
selber merke
davon nicht wirklich viel.

Na, dann…

-Schaden kann so eine Therapie aber
bestimmt
nichts.

MEISTENS nicht, aer ausgeschlossen ist das nicht. Nur wer will das später messen? Der Patient kann sich zunächst schlechter fühlen danach, ist aber vielleicht gereift.

Nun frage ich mich aber natürlich, was die Kassen da
so
beisteuern.

Die steuern nicht bei, die übernehmen entweder total oder gar nicht.

Ich habe im Alltag ja keine Probleme, d.h. ich
werde
deswegen nicht Krankgeschrieben oder so.

Das ist unabhängig von Krankschreibungen.

Zahlen die dann
überhaupt was?

Das kommt darauf an, wie der Therapeut den Antrag formuliert. :wink:

Geh doch einfach mal zu ein paar Therapeuten hin bzw. lass dir Termine geben und vergleiche und schau, wie sich das für Dich anfühlt.

Einen schönen Tag!

Ebenso!
Gruß,
Branden

Hallo,

kann dir die Krankenkasse eine Liste aushändigen, auf der du alle anerkannten Psychologen findest? Vielleicht kannst du die telefonisch anfordern? Oder geh direkt hin und frage auch nach, wie man zu einer Kostenübernahme kommen kann.

Vielleicht kannst du auch einen Termin mit einem/ einer anerkannten Psychologin vereinbaren, der/ die eine Art Einschätzung (für die Krankenkasse) abgibt, aus der hervorgeht, dass du eine Therapie benötigst? So ein Verfahren gab es mal - aber das sage ich mit Vorsicht, weil ich nicht weiß, wie das „regional und heute“ aussieht!

Gruß - iceage

Zwischenfrage
Ich habe auch eine ähnliche Frage.

Mein Hausarzt hat mir geraten, dass ich zum Psychologen gehen soll und hat mir auch die Adresse gegeben. Jetzt war ich da zwei mal, hab mir aber nicht wirklich Gedanken über die Finanzierung gemacht. Zahlt das die Kasse überhaupt? Ich bin 23 und noch bei meinen Eltern versichert, und die sind privatversichert.

Gruß Micky

Hallo!
Keine Ahnung wie das in Deutschland ist. In Österreich ist es von der Art der Therapie und dem Grund für die Therapie abhängig. Ein guter Psychologe sollte im Erstgespräch über die Kosten aufklären.
Ich würd mal nachfragen.
Gut möglich, dass die Versicherung zahlt.
lg infi

Hi Micky

Mein Hausarzt hat mir geraten, dass ich zum Psychologen gehen
soll und hat mir auch die Adresse gegeben. Jetzt war ich da
zwei mal, hab mir aber nicht wirklich Gedanken über die
Finanzierung gemacht. Zahlt das die Kasse überhaupt?

No problem.
Die von der Kassenärztlichen Vereinigung zugelassenen Diplom-Psychologen und Fachärzte für Psychotherapie machen Probesitzungen mit Dir, die Du nicht bezahlen musst. Wenn dann anschließend die beantragte Behandlung bewilligt wurde, bleibt es ebenfalls für Dich kostenlos.
Gruß,
Branden

No problem.
Die von der Kassenärztlichen Vereinigung zugelassenen
Diplom-Psychologen und Fachärzte für Psychotherapie machen
Probesitzungen mit Dir, die Du nicht bezahlen musst. Wenn dann
anschließend die beantragte Behandlung bewilligt wurde, bleibt
es ebenfalls für Dich kostenlos.
Gruß,
Branden

Was heißt, für mich kostenlos? Da kommt jetzt aber schon noch ne Rechnung, welche die Kasse dann eben übernimmt? Ich hab da doch null Ahnung von…

Der Psychotherapeut hat in der ersten Sitzung gesagt, dass ich ja nicht zu ihm kommen muss und hat mir andere Möglichkeiten aufgezeigt. Jetzt bin ich noch ein zweites Mal hingegangen, spiele jetzt aber mit dem Gedanken, einen seiner Alternativvorschläge zu nutzen - weil ich als Student die Möglichkeit habe, weil es da extra Einrichtungen für Studenten gibt.Das will ich jetzt erst mal in Anspruch nehmen bzw. schauen, ob ich da weiter komme. Da wär ich dann von meinen Eltern bzw. der Kasse zunächst sowieso mal unabhängig. Und es wär ja eigentlich blöd, wenn ich das nicht machen würde.

hi,

eine gesprächstherapie kostet nichts, du musst nur mit deiner krankenkassenkarte zum psychologen gehen.

wenn du aber keine probleme hast, warum dahin gehen?

du kannst aber auch mit einem psychologen erst mal abklären, ob der rat deines damaligen psychologen überhaupt noch aktuell ist. wir haben alle unsere probleme, elterliche trennungen oder andere belastende sachen erlebt. therapie ist deswegen noch lange nicht immer nötig.

Was heißt, für mich kostenlos? Da kommt jetzt aber schon noch
ne Rechnung, welche die Kasse dann eben übernimmt? Ich hab da
doch null Ahnung von…

Ich merk schon. :wink:.
Also: Wenn Du bei einer gesetzlichen Kranenkasse bist nd Deine Versicherten-Karte dabei hast, gibt es auch keine Rechnungen, die Du bekommst. Die Kankenkassen übernehmen alle Probesitzungen, die Du bei kassenärztlich zugelassenen Behandlern hast.
Wenn Du privat krankenversichert bist, bekommst Du eine Rechnung, die wiederum -unter den gleichen Bedingungen wie oben- von Deiner privaten Krankenversicherung übernommen werden muss.
Gruß,
Branden

Hallo Micky,

du hast weiter oben geschrieben, dass du privat über deine Eltern mitversichert bist. Bei Privatversicherungen ist es in der Regel auch so, dass Psychotherapie von denen übernommen wird. Und auch da hast du anfangs Probestunden mit dem Therapeuten, die auf jeden Fall übernommen werden. Danach muss der Therapeut einen Antrag bei der Versicherung einreichen, dass die weitere Stunden bewilligen sollen.
Für die genutzten Stunden wirst du bzw. werden deine Eltern auf jeden Fall eine Rechnung erhalten. Diese kann dann aber - wie alle anderen Rechnungen auch - bei der Versicherung eingereicht werden und die Kosten werden zurückerstattet.
Wie und in welchem Umfang Psychotherapie von deiner Versicherung übernommen wird, ist abhängig vom Vertrag. Vielleicht fragst du da einfach mal bei deinen Eltern nach. Oder falls du das nicht möchtest, kannst du auch einfach bei deiner Versicherung anrufen und dort fragen.
Ansonsten würde ich dir raten, bei deinem Therapeuten nochmal nachzufragen, wie genau das mit der Kostenübernahme durch die Versicherung funktioniert. Solche Sachen sollten eigentlich immer direkt am Anfang geklärt werden.

Grüße, eeyore

Danke :wink:

Zusatz

Danke :wink:

Kleiner Zusatz, vielleicht ist das ja bei Dir der Fall: Ich bin „privat“ als Kind eines Beamten über das Versorgungsamt versichert. In diesem Fall werden die Kosten zum größten Teil (70% - 80%) über das versorgungsamt übernommen, den Rest (20% - 30%) müssen zusätzlich privat versichert werden. Das Versorgungsamt zahlt seinen Teil der Psychotherapie anstandslos, die Privatkasse (ich kann hier nur von der DeBeKa berichten) zahlt im Jahr nur für 20 Stunden den vollen Satz für jede weitere Stunde nur den halben Satz, unabhängig ob es VT, PA oder TP ist.

Insgesammt ist es etwas umständlicher, da man mit beiden Kassen kontakt halten muß.