Hi Andi,
ok. Dein Bekannter hat ein festes Lager angemietet.
Ich ging jetzt von einer einmaligen Container-Lieferung aus.
Mir ist im Raum Köln z.B. die Firma Deventer bekannt.
Sie übernehmen die Logistik für ALDI Süd, Protctor & Gamble etc…
Warenanlieferung geschieht über alle möglichen Speditionen. Dann wird entsprechend den Aufträgen die Prüfung und Komissionierung vorgenommen.
Der Nachteil eines festen Lagers ist, dass du für die gesamte Nutzungszeit Lagerplatz bezahlen musst.
Jetzt natürlich nicht falsch rechnen… 27 qbm im Comtainer sind durchaus auch einmal 100 qbm an Lagerraum… oder die entsprechende qm für die Lagerflächen.
Manches was im Container wahllos gestapelt wird, ist SO nicht auf längere Zeit lagerfähig.
allgemeiner Tipp:
Du arbeitest mit einer Spedition (Schenker o.ä.) zusammen.
Jede Spedition bietet auch Lagerplatz an.
Frage deine Spedition einmal, ob sie auch Komissionierungsaufgaben durchführt.
Das wäre dann am einfachsten.
Du hast für Transport, Lagerung und Versand nur einen Ansprechpartner. Dieser weiß dann immer ganz genau wie lange es noch dauert bis die Ware beim Kunden sein kann… und dass von Verschiffung bis zum Kunden.
Das erspart dir Nerven und Kosten.
Wichtig:
Der Zeitfaktor spielt im Importbereich eine sehr große Rolle.
Du musst den Markt so schnell versuchen zu sättigen, dass du schon in der Gewinnzone liegst, bevor andere den gleichen Artikel auch importieren und dir Konkurenz machen können.
Diese Erfahrung habe ich auch einmal machen dürfen.
Produkt-Entwicklungszeit: 5 Jahre
Marktforschung mit Prototypen: 1 Jahr
Massenfertigung und Import 2 Monate später.
Problem: ein Konkurent hat anhand der Prototypen die Entwicklungsrichtung gesehen, ähnlich bauen lassen und selbst importiert.
Fakt: Vorher gab es das Produkt nicht. Als „wir“ auf den Markt kamen, betrug die Sättigungsquote schon ca. 50%. Der Mitbewerber hatte sich ein Image geschaffen. Dieser Vorteil kostete uns ca. 20% der Neukunden.
Der Zenit war also schon fast erreicht, bevor wir „da“ waren.
Die höhere Qualität war für den Kunden nicht mehr ausschlaggebend. Man wollte lieber vom „berühmten“ und „ersten“ kaufen.
Der Mitbwerber stieg mit 30% höherem Preis und 90% weniger Entwicklungskosten in den Markt ein.
Fazit: Wenn du was gefunden hast, warte nicht bis es perfekt ist. Verbesserungen können später noch einfließen.
So machen es auch viele andere. Als einer sei nur die Firma MS genannt. *g*
Wenn das jetzt nur deine ersten von vielen Lieferungen sein wird:
Miete ein dauerhaftes, „abgeschlossenes“ Lager an.
Du kannst dann z.B. auch fällige Gebühren auf den Zeitpunkt schieben an dem du Geld hast…
Das Lager steht unter Zollverschluss
Das bedeutet, die Zollgebühren müssen immer nur dann bezahlt werden, wenn Ware entnommen wird.
Erfordert dann zwar eine besondere Vorgehensweise (Vorschriften nicht mehr parat)… bei hohen Warenwerten lohnt sich der Aufwand aber gerade in der Anfangszeit schon.
Bei guter Kalkulation muss der Zollverschluss nur kurze Zeit bestehen bleiben. Danach kannst du der Zukunft finanziell mit ruhigem Gewissen entgegen sehen.
Beispiel (Vorsicht. Ich habe die Werte nicht exakt gerechnet, sondern überschlage sie nur grob. Sind also einfach nur Zahlenspiele zur Verdeutlichung):
Ware im Wert von 1 Mio. muss vorab bezahlt werden, Transport 100 Tsd. Transportkosten + Entladegebühren von 10 Tsd.(Transport+Gebühr wird auch sofort nach Ankunft bezahlt) — jetzt wären sofort um die 222 Tsd € an Zollkosten fällig… bevor du das erste Stück entnehmen darfst.
Voarbinvestition von 1.332.000 € ohne dass du nur einen Cent bekommen hast.
Jetzt geh mal davon aus, du würdest pro Stück 100 Tsd. an reinem EK bezahlt haben und es für 250 Tsd. weiter verkaufen können.
(Der Container enthält zum schnellen Rechnen 10 Stück)
Dein Aufschlag, ohne Gewinne, würde also rund 32% betragen. Für deine Arbeit wären also pro Stück rund 118 Tsd. übrig.(MwSt/USt. kommt noch drauf)
Du verkaufst pro Monat 1 Stück.
Du erzielst also innerhalb eines Jahres 1.416.000 € Roherlös.
Da alles Bankfinanziert ist zahlst du 10% Zinsen der Gesamtkosten.
(Entweder von 1.110.000 oder von 1.332.000 = 111.000 oder ´133.200)
Die Lagergebühren würden ca. 5% vom Warenwert ausmachen.(50.000)
Dein Rohertrag beläuft sich damit auf 1.255.000 oder 1.232.800
Durch die nicht vorfinanzierten Zollkosten kannst du 22.200 € an Zinsgebühren sparen.
Bei meinem Beispiel würdest du somit 2 Monate ein Zollverschlusslager haben, dann aus den erzielten Gewinnen die Zollgebühren bezahlen.
Danach wird der Zollverschluss aufgehoben und du hast keine finanziellen Probleme mehr. *hoff*
Die nächste Lieferung brauchst du nicht mehr vorfinanzieren und hast noch 100.000 an Gewinn vom Vorjahr übrig.(10 % vom EK)
Im nächsten Jahr dann wieder 211.100 Gewinn (21% vom EK) weil keine Zinsen mehr anfallen.
Ohne irgendwelche Preissteigerungen hättest du also kontinuierlich eine Marge von 21 %… die übliche Gewinnberechnung liegt im Handel nur bei ca. 5%.
Jetzt baust du dein Geschäft aus und erwirtschaftest jährlich das x-fache.
Diese ersparten Zinskosten für die Zollgebühren machen auf lange Zeit gesehen einen Sinn.
Du kannst früher expandieren und verdienst dadurch scneller und eher mehr Geld.
Gruß
BJ