Kosten für Spedition beim Import ?

Hallo nochmal,

habe ja schon einige hilfreiche Tipps zum Thema Import von euch bekommen, dafür erstmal vielen Dank.

Wenn ich jetzt also einen 27 cbm Container importieren will, wie und bei wem muß ich denn dann die Waren für den Seeweg versichern?

Mit welchem Kosten für eine Spendition müßte ich grob rechen,
wenn ich die gesamte Abwicklung in Hamburg, also das Entgegennehmen der Ware, Verzollung, Lagerung und den Versand an meine Endkunden über eine Spendition laufen lassen will.

Wäre euch sehr dankbar, wenn ihr mir hierbei noch einmal Hilfestellung geben könntet.

MfG
Andreas

Hi Andi,
schon beim Transportauftrag wird die Art der Versicherung etc.angegeben. (bin leide seit einigen Jahren aus der Branche raus und weiß nicht mehr genau welche Bedeutung CIF etc. haben)

Kostenfaktoren:
Summe aus (Warenwert + Transortkosten + Entladekosten + Gebühren)
Daraus wird die Einfuhrumsatzsteuer/Zoll errechnet.

Jetzt kommen die Logistikkosten der Spedition hinzu für:
Transport zur Verpackungsabteilung, Entladung, Komissionierung, Versand.

Habe die Abläufe für Discounter miterlebt und schätze mal, dass man dafür selbst eine Verpackungsfirma suchen sollte… damit man vorher Preise vergleichen und vereinbaren kann.
Die nötigen Arbeiten erfordern kein Fachpersonal.

Die Aufträge/Rechnungen werden an die Verteilerfirma gesendet.
Somit muss nur noch die Warenkontrolle, Verpackungsarbeit und der Versand erledigt werden.

Pro Mannstunde muss für die Arbeiten mindestens mit 14,50 € + USt. gerechnet werden.

Ich würde vorschlagen, dass man sich mit einer Zeitarbeitsfirma in Verbindung setzt.
Oft arbeiten diese mit Logistikfirmen zusammen oder haben eigene Hallen für solche Projekte.
Je weniger Fachpersonal benötigt wird, desto billiger wird es.

Wenn man kein eigenes Personal hat, sollte man sich selbst vorort befinden.
Pro Arbeitsgruppe von 10 Leuten benötigt man 1 Controller, der auch die Materialien anbringt.

Du willst dir die eigene Arbeit für die „stupiden“ Arbeiten ersparen. Dazu musst du natürlich (vuiel) Geld investieren.
Um dieses zu Vermeiden, musst du dich vorher informiern udn Preise aushandeln und alles vorher ganz genau durchrechnen.

Vorteil Hamburg:
Am Billigsten wirst du „wegkommen“ wenn du dir bei einer Spedition eine Lagerhalle mietest.
In Nähe des Freihafens und der Docks gibt es Stellen in denen Leute einen Tagesjob suchen. Geh dort hin und hol dir deine Leute, die du für geeignet hältst.
(Die Jobvermittlung läuft ,glaube ich, unter der Mitwirkung des „Arbeitsamtes“)
Du brauchst also keine Verträge zu schließen usw… Gezahlt wird direkt nach Feierabend.
Wer gut ist, den holst du dir dann am nächsten Tag wieder und setzt ihn als Controller ein. So sparst du wieder Geld.
Wenn die ganze Sendung verpackt ist, beauftragst du einen Paketdienst deiner Wahl.
Du hast vorher natürlich schon preise eingeholt und zahlst deshalb nur einen Volumentarif pro Paket. (z.B. 5€ für bis zu 20 Kg)
Der Paketdienst stellt kostenlos eigene Lkw zur Verladung bereit.

Gruß
BJ

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Hallo John,

erstmal vielen Dank für deine Informationen. Habe nur das Problem, das ich nicht selbst, wie von dir empfohlen, in Hamburg sein kann.
Habe jemanden im Bekanntenkreis der auch waren importiert und auch nicht selbst vor Ort ist. Er schickt immer nur ein Fax an das Lager und die versenden dann die Ware aus dem Lager aus Hamburg. Leider konnte ich nicht erfahren mit welchen Firmen er genau zusammenarbeitet.

Würde es auch gerne so ähnlich machen, also wenn mir jemand da noch genaueres zu sagen könnte.

MfG
Andreas

Hi Andi,

ok. Dein Bekannter hat ein festes Lager angemietet.

Ich ging jetzt von einer einmaligen Container-Lieferung aus.

Mir ist im Raum Köln z.B. die Firma Deventer bekannt.
Sie übernehmen die Logistik für ALDI Süd, Protctor & Gamble etc…
Warenanlieferung geschieht über alle möglichen Speditionen. Dann wird entsprechend den Aufträgen die Prüfung und Komissionierung vorgenommen.

Der Nachteil eines festen Lagers ist, dass du für die gesamte Nutzungszeit Lagerplatz bezahlen musst.
Jetzt natürlich nicht falsch rechnen… 27 qbm im Comtainer sind durchaus auch einmal 100 qbm an Lagerraum… oder die entsprechende qm für die Lagerflächen.
Manches was im Container wahllos gestapelt wird, ist SO nicht auf längere Zeit lagerfähig.

allgemeiner Tipp:
Du arbeitest mit einer Spedition (Schenker o.ä.) zusammen.
Jede Spedition bietet auch Lagerplatz an.
Frage deine Spedition einmal, ob sie auch Komissionierungsaufgaben durchführt.
Das wäre dann am einfachsten.
Du hast für Transport, Lagerung und Versand nur einen Ansprechpartner. Dieser weiß dann immer ganz genau wie lange es noch dauert bis die Ware beim Kunden sein kann… und dass von Verschiffung bis zum Kunden.
Das erspart dir Nerven und Kosten.

Wichtig:
Der Zeitfaktor spielt im Importbereich eine sehr große Rolle.
Du musst den Markt so schnell versuchen zu sättigen, dass du schon in der Gewinnzone liegst, bevor andere den gleichen Artikel auch importieren und dir Konkurenz machen können.

Diese Erfahrung habe ich auch einmal machen dürfen.
Produkt-Entwicklungszeit: 5 Jahre
Marktforschung mit Prototypen: 1 Jahr
Massenfertigung und Import 2 Monate später.
Problem: ein Konkurent hat anhand der Prototypen die Entwicklungsrichtung gesehen, ähnlich bauen lassen und selbst importiert.
Fakt: Vorher gab es das Produkt nicht. Als „wir“ auf den Markt kamen, betrug die Sättigungsquote schon ca. 50%. Der Mitbewerber hatte sich ein Image geschaffen. Dieser Vorteil kostete uns ca. 20% der Neukunden.
Der Zenit war also schon fast erreicht, bevor wir „da“ waren.

Die höhere Qualität war für den Kunden nicht mehr ausschlaggebend. Man wollte lieber vom „berühmten“ und „ersten“ kaufen.
Der Mitbwerber stieg mit 30% höherem Preis und 90% weniger Entwicklungskosten in den Markt ein.

Fazit: Wenn du was gefunden hast, warte nicht bis es perfekt ist. Verbesserungen können später noch einfließen.
So machen es auch viele andere. Als einer sei nur die Firma MS genannt. *g*

Wenn das jetzt nur deine ersten von vielen Lieferungen sein wird:
Miete ein dauerhaftes, „abgeschlossenes“ Lager an.
Du kannst dann z.B. auch fällige Gebühren auf den Zeitpunkt schieben an dem du Geld hast…

Das Lager steht unter Zollverschluss
Das bedeutet, die Zollgebühren müssen immer nur dann bezahlt werden, wenn Ware entnommen wird.
Erfordert dann zwar eine besondere Vorgehensweise (Vorschriften nicht mehr parat)… bei hohen Warenwerten lohnt sich der Aufwand aber gerade in der Anfangszeit schon.
Bei guter Kalkulation muss der Zollverschluss nur kurze Zeit bestehen bleiben. Danach kannst du der Zukunft finanziell mit ruhigem Gewissen entgegen sehen.

Beispiel (Vorsicht. Ich habe die Werte nicht exakt gerechnet, sondern überschlage sie nur grob. Sind also einfach nur Zahlenspiele zur Verdeutlichung):

Ware im Wert von 1 Mio. muss vorab bezahlt werden, Transport 100 Tsd. Transportkosten + Entladegebühren von 10 Tsd.(Transport+Gebühr wird auch sofort nach Ankunft bezahlt) — jetzt wären sofort um die 222 Tsd € an Zollkosten fällig… bevor du das erste Stück entnehmen darfst.
Voarbinvestition von 1.332.000 € ohne dass du nur einen Cent bekommen hast.

Jetzt geh mal davon aus, du würdest pro Stück 100 Tsd. an reinem EK bezahlt haben und es für 250 Tsd. weiter verkaufen können.
(Der Container enthält zum schnellen Rechnen 10 Stück)
Dein Aufschlag, ohne Gewinne, würde also rund 32% betragen. Für deine Arbeit wären also pro Stück rund 118 Tsd. übrig.(MwSt/USt. kommt noch drauf)
Du verkaufst pro Monat 1 Stück.

Du erzielst also innerhalb eines Jahres 1.416.000 € Roherlös.
Da alles Bankfinanziert ist zahlst du 10% Zinsen der Gesamtkosten.
(Entweder von 1.110.000 oder von 1.332.000 = 111.000 oder ´133.200)
Die Lagergebühren würden ca. 5% vom Warenwert ausmachen.(50.000)
Dein Rohertrag beläuft sich damit auf 1.255.000 oder 1.232.800

Durch die nicht vorfinanzierten Zollkosten kannst du 22.200 € an Zinsgebühren sparen.

Bei meinem Beispiel würdest du somit 2 Monate ein Zollverschlusslager haben, dann aus den erzielten Gewinnen die Zollgebühren bezahlen.
Danach wird der Zollverschluss aufgehoben und du hast keine finanziellen Probleme mehr. *hoff*
Die nächste Lieferung brauchst du nicht mehr vorfinanzieren und hast noch 100.000 an Gewinn vom Vorjahr übrig.(10 % vom EK)
Im nächsten Jahr dann wieder 211.100 Gewinn (21% vom EK) weil keine Zinsen mehr anfallen.

Ohne irgendwelche Preissteigerungen hättest du also kontinuierlich eine Marge von 21 %… die übliche Gewinnberechnung liegt im Handel nur bei ca. 5%.

Jetzt baust du dein Geschäft aus und erwirtschaftest jährlich das x-fache.
Diese ersparten Zinskosten für die Zollgebühren machen auf lange Zeit gesehen einen Sinn.
Du kannst früher expandieren und verdienst dadurch scneller und eher mehr Geld.

Gruß
BJ

WoooW,

danke erstmal Big John für die äußerst preziese und ausführliche Antwort und Ausführung.
Also bei mir wäre der Warenwert allerdings um einiges geringer als in deinem Beispiel, der würde bei mir nur so ca 10.000 Euro betragen.
Wäre nett wenn du mir hier vielleicht nochmal eine kurze Gesamtkosteneinschätzung geben könntest, also was da an Kosten für die Seewegüberführung, Versicherung, Verzollung und Lagerung bzw. Versendung der Ware fällig wären (wenn man mal davon ausgeht das ich das alles über die selbe Sedition mache).

Vielen Dank schonmal,

Gruß
Andreas

Wäre nett wenn du mir hier vielleicht nochmal eine kurze
Gesamtkosteneinschätzung geben könntest, also was da an Kosten
für die Seewegüberführung, Versicherung, Verzollung und
Lagerung bzw. Versendung der Ware fällig wären (wenn man mal
davon ausgeht das ich das alles über die selbe Sedition
mache).

Hi.
Ich misch mich hier kurz ein :smile:. Ich bin genau sp ein Hein Daddel der solche Sachen organisiert. Gesamtkosten: Erst mal keine Ahnung.Dazu müsste man wissen, von wo Du wohin wilst.
Beispiel:
-Fracht 10’GP (Ein standard 20 Fuss Container) von den wichtigsten Chinesischen Häfen nach Hamburg liegt zwischen 1100$ bis 1300$ einkauf für Deinen partner. Da noch ca. 200€ zu, die in Hamburg zu zahlen sind (Terminal Gebühren + Sicherheitsgebühren + Das Geld für den Agenten vor Ort).
-Aus Indien ca. 900$ bis 1000$ Fracht + das übliche.
-Wenn Du die Ware dann entladen lässt in ein Lager, zahlst Du zwischen 150 und 400€ (Kisten bis ca. 20kg und bis ca. 1000 Kisten).
-Schließlich schickst Du gelegentlich einen Abholer, der Deine Ware häppchenweise Zu Dir in Dein Lager vor Ort (Raum hinterm Ladengeschäft) bringt. Dabei verzollt er auch gleich. Was den Preis angeht: Hängt gaaaaanz stark von der Größe Deiner Häppchen ab. Einfach mal anrufen und fragen und ihn vor der Verzollung warnen. Wichtig: Rechtzeitig planen! Die Jungs haben genug zu tun.
-Die Verzollung machst Du am besten mit einem bekannten Zolldeklaranten. Da gibt es einige große und weniger große. Preise sind ca. 45€ pro Abfertigung (pro Häppchen) + der Zoll und Einfuhrumsatzsteuer für das Häppchen. Da bekommst Du eine ATA Nummer und die gibst Du dem Fahrer vorher.

Das wars an Kosten. Sorry, bin müde, ist bestimmt nicht so toll geschrieben :smile:.

Im Grunde sollte man sowas immer mit einem „eigenen“ Agenten machen, der Erfahrung hat. Da erspart man sich böse Überaschungen. Oder man nimmt sich eine der oben genannten Apotheken um ein Gesamtpaket zu nehmen. Da aber ruhig einfach mal anrufen und anfragen. Da kommt dann ein Angebot und bis auf den zoll steht alles drauf. Den fragst Du ganz frech bei einem Zolldeklaranten nach.

Viel Erfolg!

Gruß
Matze

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sorry, 20’GP :frowning:

jo. ziemlich müde…

Hi Matze,
danke für deine „Einmischung“.
Ich hätte jetzt ehrlich keine Kosten angeben können. Bin nicht mehr auf dem Laufenden.

Hast dir dein Sternchen verdient :wink:

Gruß
BJ